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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.07.2022

Sapphische Neuinterpretation von Cinderella

Cinderella ist tot
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Im Buch geht es um Sophia, welche in Mersailles lebt, wo die Mädchen des Landes einmal im Jahr in den Palast müssen, damit sich die Männer des Landes eine von ihnen aussuchen können. Dabei spielt es nach ...

Im Buch geht es um Sophia, welche in Mersailles lebt, wo die Mädchen des Landes einmal im Jahr in den Palast müssen, damit sich die Männer des Landes eine von ihnen aussuchen können. Dabei spielt es nach den Regeln des Landes keine Rolle, was die Frauen selber dabei denken. Generell haben Frauen in Mersailles keine Rechte und müssen sich den Männern unterstellen.
Da Sophia das aber gar nicht abkann und auch eigentlich lieber mit ihrer Freundin Erin zusammen wäre als mit irgendeinem Typen, lässt sie sich das Ganze nicht gefallen.

Die Geschichte ist sehr vorhersehbar, weil sie auf einigen typischen Storyelementen basiert, aber ich fand sie trotzdem sehr unterhaltsam. Wer etwas Revolutionäres sucht ist bei diesem Buch falsch, wer aber eine unterhaltsame, queere Neufassung der Cinderella Geschichte sucht, ist hier gut bedient.
Es gab, meiner Meinung nach, einige erzählerische Manko. Manchmal wurden Informationen zum Beispiel sehr gezwungen im Dialog wiedergegeben, um sie dem Leser mitzuteilen.
Das Buch ist feministisch und LGBTQ+-positiv eingestellt. Sexistische und homofeindliche Ideale werden also aktiv bekämpft, was sehr befriedigend zu lesen ist.

Das Ende war sehr befreiend und hat mir gefallen, hätte aber für mich persönlich ruhig noch etwas ausgekostet werden können.
Das Buch ist nichts Innovatives aber durchaus unterhaltsam und interessant für Leute, die auf der Suche nach queerer/sapphischer Unterhaltung sind.

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Veröffentlicht am 01.07.2022

Eine tolle Freundschaft

Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1)
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Im Buch geht es um die drei jungen Frauen Martha, Betty und Clara. Alle drei leben in der DDR und navigieren dort die verschiedensten Probleme, mit denen sie konfrontiert sind.

Alle drei Frauen sind interessante ...

Im Buch geht es um die drei jungen Frauen Martha, Betty und Clara. Alle drei leben in der DDR und navigieren dort die verschiedensten Probleme, mit denen sie konfrontiert sind.

Alle drei Frauen sind interessante Charaktere. Sie sind alle einzigartig und haben unterschiedliche Wünsche für die Zukunft und verschiedene Situationen daheim. Vor allem Clara mag ich gerne, da sie sich nicht anpassen möchte, feministisch ist und zielgerichtet ihren Traum von einer Karriere als Astronautin verfolgt. Aber auch Betty und Martha sind beide toll. Marthas Familiensituation ist angespannt und sie fängt langsam an, immer mehr für sich selbst einzustehen. Betty hingegen hat auch große Träume. Sie möchte nämlich Schauspielerin werden und hat aber damit zu kämpfen, dass die Leute sie oft nur als schönes Gesicht betrachten und nicht ernst nehmen, während sie viel opfert, um ihrem Traum folgen zu können. Trotz dieser Unterschiede sind sie sehr gute Freundinnen und ihre Freundschaft anzusehen ist wirklich fantastisch. Man merkt, wie sie einander beeinflussen und wie sich ihre Charaktere positiv unter dem Einfluss der jeweils anderen Freundinnen weiterentwickeln. Auch viele der Nebencharaktere sind interessant und teilweise sehr liebenswürdig.
Die verschiedenen Probleme, die die Protagonistinnen aufgrund der DDR oder ihres Frausein durchleben müssen, sind in meinen Augen gut beleuchtet und gingen zumindest mir persönlich auch emotional nahe. Insgesamt gibt es im Buch viele Stellen, welche gefühlvoll oder bedrückend waren. Die Geschichte war wirklich ergreifend und hat mich berührt.

Das Buch hat mich persönlich in seinen Bann gezogen und ich habe mit den Charakterinnen mitgefiebert und bin gespannt auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 01.07.2022

Ein absolut empfehlenswerter Fantasy Roman mit queerer Besetzung

Yadriel und Julian. Cemetery Boys
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Im Buch geht es um Yadriel, der möchte das traditionelle Ritual durchführen, dass ihn vor den Augen der Santa Muerte zu einem brujo macht. Also jemanden, der die Welt vor maligno schützt, das sind Geister, ...

Im Buch geht es um Yadriel, der möchte das traditionelle Ritual durchführen, dass ihn vor den Augen der Santa Muerte zu einem brujo macht. Also jemanden, der die Welt vor maligno schützt, das sind Geister, welche böse geworden sind. Das Problem ist nur, dass er trans ist und seine Gemeinde ihn das Ritual nicht durchführen lassen möchte…
Daraufhin zieht Yadriel das eben alleine (bzw. mithilfe seiner Lieblingscousine Maritza durch). Und es klappt! Also so gut wie. Es ist halt blöderweise der falsche Geist. Vor ihm steht Julian Diaz, wunderschön und leider tot. Sie beschließen sich zusammenzutun, um aufzuklären, was vor sich geht und wie Julian verstorben ist.

Die Charaktere im Buch sind ganz wunderbar. Sie wirken sehr echt, haben kleine liebreizende Fehler und sind interessant. Die Liebesgeschichte zwischen Yadriel und Julian ist wirklich zauberhaft. Zu sehen, wie sie sich immer mehr und mehr entwickelt, hat richtig Spaß gemacht. Auch viele der Nebencharaktere haben diverse Identitäten, was die Geschichte noch einmal auffrischt.
Die Story ist sehr spannend.Sie hat mich wirklich mitgerissen. Der Twist war etwas voraussehbar und doch hat mir das Buch sehr gefallen, weil es von den Charakteren und dem Setting getragen wurde.
Das Buch spricht einige Missstände offen an. Hier vor allem Rassismus und Transfeindlichkeit. Der Rassismus, den latinx Communitys ertragen müssen und wie sich das konkret auswirkt/ auswirken kann, wird benannt. Genauso wird Transfeindlichkeit angesprochen, welche Yadriel erlebt. Zum einen ganz offene, wie der Fakt, dass er das Ritual für Jungen nicht mitmachen darf, oder subtile, die er jeden Tag durchmachen muss, zum Beispiel dass er misgendert wird.
Es gibt jedoch viele Stellen, wo gegen Transfeindlichkeit vorgegangen wird, was besonders schön zu lesen ist.
Die Kultur, welche wir durch Yadriel kennenlernen durften, war super spannend. Man konnte richtig eintauchen in die latinx Gemeinde und vor allem in die fiktionalen Feierlichkeiten um den Dia de Muertos.
Das Ende selbst war spannend und dann auch sehr euphorisch, weswegen ich das Buch für mich persönlich schon als Wohlfühlbuch einstufen würde.

Das Buch bekommt eine klare Empfehlung von mir und ist definitiv spannend für Fantasy Fans, vor allem die Fans, die queere Fantasy mögen.

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Veröffentlicht am 21.06.2022

Herrlich queer

I Kissed Shara Wheeler
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Im Buch geht es um Chloe, welche zielgerichtet darauf zusteuert Jahrgangsbeste zu werden. Wenn ihr dabei nur blöderweise nicht eine gewisse Shara Wheeler im Weg stehen würde, welche scheinbar perfekt ist ...

Im Buch geht es um Chloe, welche zielgerichtet darauf zusteuert Jahrgangsbeste zu werden. Wenn ihr dabei nur blöderweise nicht eine gewisse Shara Wheeler im Weg stehen würde, welche scheinbar perfekt ist mit ihrem schimmernden Haar und fantastischen Noten. Als Shara sie dann aber küsst und verschwindet, muss Chloe sich mit Sportwunder, Smith, und Nachbar, Rory, zusammentun, um die Rätsel und Briefe zu entschlüsseln, die Shara ihnen zurückgelassen hat.

Das Buch ist in meinen Augen ganz fantastisch. Ich fand es sehr spannend und musste ständig grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Es gibt oft Momente in denen man sich über die Rückschrittlichkeit einiger Leute an ihrer Schule ärgert, aber es gibt genauso viele, wenn nicht mehr, triumphale Momente, in denen man sich euphorisch mit den Figuren freuen kann.
Den Spannungsbogen der Geschichte finde ich auch sehr gut. Die Story nimmt immer mehr an Fahrt auf und irgendwann habe ich das Buch gar nicht mehr weglegen wollen.
Die Charaktere sind sehr vielfältig, wenn es um Persönlichkeiten geht, was die Geschichte greifbarer macht. Außerdem gibt es viele verschiedene Darstellungen von Queerness, welche alle ganz herrlich authentisch, normal und liebenswürdig dargestellt werden. Was ich einfach ganz wunderschön finde.
Zwischendrin sind immer wieder Ausschnitte aus Aufsätzen oder persönliche Notizen der Charaktere, was die Geschichte und das Worldbuilding sehr fördert. Manchmal kontextualisiert das bestimmte Aktionen der Charaktere oder unterstützt die vorherige oder folgende Story.

Das Buch hat mich wirklich begeistert und ich würde es ganz klar weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 21.06.2022

Ganz fantastisch zusammengetragen

Bi
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Das Buch behandelt die Bisexualität. Dabei geht die Autorin auf sehr weitgefächerte Themen ein. Es geht von Geschichte zu Biologie zu Soziologie. Mir hat sehr gefallen wie viele Themen abgedeckt wurden. ...

Das Buch behandelt die Bisexualität. Dabei geht die Autorin auf sehr weitgefächerte Themen ein. Es geht von Geschichte zu Biologie zu Soziologie. Mir hat sehr gefallen wie viele Themen abgedeckt wurden. Es wurde auch gelegentlich auf den Zusammenhang zu anderen Kapiteln hingewiesen, aber insgesamt hat sich wenig wiederholt, sodass man viele wertvolle Informationen erhielt.

Das Buch ist großartig eingeteilt. Der Aufbau ist in sich schlüssig und hat zu einem guten Lesefluss geführt. Insgesamt liest es sich sehr flüssig für ein Sachbuch. Alle Themen wirken gut recherchiert und es gibt jede Menge Quellenangaben.
Julia Shaw schafft es sowohl sehr persönlich als auch wissenschaftlich zu schreiben.
Sie ist selbst bisexuell, was ich als sehr bereichernd empfinde, da man so sicherer sein kann, dass sie tatsächliche Stereotypen und ähnliches kennt und diese nicht reproduzieren wird. Sie gibt persönliche Erfahrungen wieder und hat teilweise einen amüsanten Schreibstil, bleibt aber durchweg sachlich. Sie bringt dann aber auch den nötigen Ernst für einige bedrückendere Themen des Buches auf, welche wirklich wichtig sind.

Das Buch war wahnsinnig spannend und ich habe es erstaunlich schnell verschlungen. Ich empfehle es klar jedem, der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte oder sich selbst noch nicht auskennt.

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