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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein liebevolles Wir-Gefühl zum Hören und Entdecken

Hör mal (Soundbuch): DU und ICH und unser WIR
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Ich habe „DU und ICH und unser WIR“ von Daniela Kunkel mit großer Neugier gelesen – beziehungsweise gemeinsam erlebt, denn als Soundbuch ist es weit mehr als nur ein klassisches Vorlesebuch. Schon beim ...

Ich habe „DU und ICH und unser WIR“ von Daniela Kunkel mit großer Neugier gelesen – beziehungsweise gemeinsam erlebt, denn als Soundbuch ist es weit mehr als nur ein klassisches Vorlesebuch. Schon beim ersten Durchblättern war ich sofort angetan von den unglaublich süßen Illustrationen. Das kleine „WIR“, dieses grüne, fast monsterartige, aber absolut liebenswerte Wesen, begleitet durch verschiedene Alltagssituationen und bringt dabei eine ganz warme, herzliche Stimmung mit sich.
Besonders gefallen hat mir, wie nah das Buch am echten Leben ist. Es geht nicht um große Abenteuer oder komplexe Geschichten, sondern um die kleinen Momente: gemeinsam lachen, draußen spielen oder einfach zusammen sein. Genau diese Szenen werden durch die Geräusche wunderbar ergänzt. Ich fand es sehr angenehm, dass die Sounds nicht überdreht oder künstlich wirken, sondern eher ruhig und authentisch sind. Bienensummen, Alltagsgeräusche, sanfte Klänge. Das macht das Buch für mich besonders stimmig und auch für kleine Kinder nicht überfordernd.
Der Text ist bewusst knapp und in kurzen Reimen gehalten. Das passt gut zur Zielgruppe ab 2 Jahren und lässt viel Raum für eigenes Erzählen und Entdecken. Ein weiterer Pluspunkt ist für mich die praktische USB-C-Ladefunktion. Kein lästiger Batteriewechsel mehr, was ich im Alltag wirklich sehr praktisch finde.
Ein kleiner Kritikpunkt ist allerdings der Umfang: Das Buch ist recht groß, hat aber nur sechs Doppelseiten. Das fällt schon auf, auch wenn mir klar ist, dass das Soundmodul entsprechend Platz braucht. Wirklich gestört hat es mich am Ende aber nicht, da die Qualität der Inhalte überzeugt.

Mein Fazit: Ein sehr liebevoll gestaltetes Soundbuch, das weniger durch Handlung als durch Gefühl überzeugt. Es zeigt auf einfache Weise, wie schön gemeinsames Leben und Erleben ist. Der Sound macht das Ganze lebendig und sorgt dafür, dass man immer wieder gern danach greift.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Wut verstehen: Einfühlsam und kindgerecht

Wenn liebe Waschbären wütend sind
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Ich habe „Wenn liebe Waschbären wütend sind“ von Sandra Grimm und Matthias Derenbach aus dem Ravensburger Verlag gemeinsam mit einem Kleinkind gelesen – und war ehrlich gesagt positiv überrascht, wie viel ...

Ich habe „Wenn liebe Waschbären wütend sind“ von Sandra Grimm und Matthias Derenbach aus dem Ravensburger Verlag gemeinsam mit einem Kleinkind gelesen – und war ehrlich gesagt positiv überrascht, wie viel Gefühl und pädagogischer Mehrwert in diesem kleinen Kinderbuch steckt. Gerade für Kinder ab 2 Jahren ist es gar nicht so leicht, Emotionen greifbar zu machen, doch dieses Buch schafft genau das auf eine schöne Weise.
Besonders gut gefallen haben mir die stabilen, dicken Seiten, die perfekt für kleine Kinderhände geeignet sind. Das Buch liegt angenehm in der Hand und lädt dazu ein, immer wieder durchgeblättert zu werden. Der Text ist bewusst knapp gehalten, was ich als großen Vorteil empfinde. So bleibt beim Vorlesen genügend Raum, um auf die Bilder einzugehen, Fragen zu stellen oder eigene kleine Geschichten rund um den Waschbären zu entwickeln.
Die Illustrationen sind wirklich niedlich und gleichzeitig ausdrucksstark. Man kann die Emotionen des kleinen Waschbären sehr gut erkennen, was Kindern sicher hilft, die Gefühle zu verstehen und einzuordnen. Besonders gelungen finde ich, dass der Waschbär auf verschiedene Tiere trifft, die jeweils unterschiedlich mit ihrer Wut umgehen. Ob Stampfen, Atmen, Schreien oder Weinen – jede Strategie wird wertfrei dargestellt. Das vermittelt Kindern auf schöne Weise, dass es viele Wege gibt, mit Wut umzugehen, und dass all diese Wege ihre Berechtigung haben. Ich konnte sogar beobachten, dass bestimmte Methoden direkt mit den Tieren verknüpft wurden – ein toller Lerneffekt.
Negative Aspekte sind mir tatsächlich keine aufgefallen. Das Buch wirkt rund und durchdacht, sowohl inhaltlich als auch gestalterisch.
Mein Fazit: Ein gelungenes Buch über die Emotion Wut und den Umgang damit, das nicht nur Kindern, sondern auch Eltern wertvolle Impulse gibt. Ein tolles Highlight im Kinderbuchregal.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Leichtfüßig und unterhaltsam – aber ohne bleibenden Eindruck

Einatmen. Ausatmen.
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Ich bin mit durchaus hohen Erwartungen an das neue Werk von Maxim Leo herangegangen, vor allem wegen der vielversprechenden Mischung aus Humor, Lebenssuche und zwischenmenschlicher Entwicklung. Und tatsächlich ...

Ich bin mit durchaus hohen Erwartungen an das neue Werk von Maxim Leo herangegangen, vor allem wegen der vielversprechenden Mischung aus Humor, Lebenssuche und zwischenmenschlicher Entwicklung. Und tatsächlich hat mich der Einstieg sofort abgeholt. Die Grundidee ist originell und bietet viel Raum für interessante Dynamiken und Stories.
Besonders gut gefallen hat mir der humorvolle Ton des Romans. Immer wieder musste ich schmunzeln, teilweise sogar laut lachen. Die Figuren wirken dabei erstaunlich menschlich und in vielen Situationen auch nachvollziehbar. Gerade die wechselnden Perspektiven zwischen Marlene und Alex empfand ich als erfrischend. Dieser Perspektivwechsel sorgt dafür, dass die Geschichte lebendig bleibt und man beide Hauptfiguren besser verstehen kann.
Allerdings muss ich auch sagen, dass sich das Buch stellenweise etwas zieht. Es gibt Passagen, in denen wenig passiert und die Handlung eher vor sich hin plätschert. Das hat meinen Lesefluss zwar nicht komplett gestört, aber doch etwas gebremst. Zudem wirken einige Entwicklungen leicht unrealistisch und insgesamt bleibt die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich. Gerade bei einem Thema wie Selbstfindung hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Stattdessen bedient sich der Roman teilweise recht klassischer Klischees und ist in Teilen etwas vorhersehbar.
Trotz dieser Schwächen lässt sich das Buch sehr angenehm und schnell lesen. Es ist unterhaltsam, locker geschrieben und eignet sich gut für zwischendurch. Mein Fazit: Eine nette, humorvolle Lektüre, die zwar Spaß macht, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Kein Highlight, aber definitiv auch keine Zeitverschwendung.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Alltagstaugliche Familienrezepte und sinnvolle Tipps

Cooking for Family
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Mit Cooking for Family von Julia Lanzke ist für mich ein Kochbuch in meine Küche eingezogen, das eigentlich viel mehr ist als eine bloße Rezeptsammlung. Die Autorin, die auch den Blog mamiblock.de betreibt, ...

Mit Cooking for Family von Julia Lanzke ist für mich ein Kochbuch in meine Küche eingezogen, das eigentlich viel mehr ist als eine bloße Rezeptsammlung. Die Autorin, die auch den Blog mamiblock.de betreibt, verspricht stressfreies Kochen im Familienalltag und genau das habe ich beim Lesen und Nachkochen auch empfunden.
Schon die Aufmachung hat mich begeistert: Das Buch ist sehr gut gegliedert und wunderbar übersichtlich. Zu jedem Rezept gibt es ansprechende Bilder, die sofort Lust machen, den Kochlöffel zu schwingen. Ich habe mich beim Durchblättern direkt gut abgeholt gefühlt. Besonders positiv finde ich, dass es eben kein klassisches Kochbuch ist, das nur Zutatenlisten und Zubereitungsschritte aneinanderreiht. Stattdessen bietet es durchdachte Ideen für Wochenpläne, clevere Organisationshilfen und viele praxisnahe Ratschläge, wie man das Kochen im turbulenten Familienalltag sinnvoll strukturiert.
Die Rezepte selbst sind bewusst einfach gehalten, was ich sehr angenehm fand. Endlich einmal kein Buch, das mit exotischen Zutaten um sich wirft, bei denen ich erst einmal recherchieren müsste, in welchem Regal des Supermarktes ich sie überhaupt finde. Stattdessen bodenständige, alltagstaugliche Gerichte, die trotzdem abwechslungsreich sind. Mir haben besonders die Varianten und Abwandlungen gefallen. Nicht jedes Familienmitglied mag schließlich exakt dasselbe und hier bietet das Buch flexible Lösungen. Auch die Ideen zur Resteverwertung und der Vorrats-Guide sind echte Pluspunkte, die nicht nur Geld, sondern auch Nerven sparen.
Allerdings habe ich einen kleinen Kritikpunkt: Für manche könnten die Rezepte fast zu simpel sein. Für mich war die Einfachheit absolut passend, aber beim Rezept zum Kochen von Eiern war bei mir tatsächlich die Grenze erreicht. Ein gewisses Grundwissen setze ich dann doch voraus. Dennoch überwiegt für mich klar der praktische Nutzen.
Mein Fazit: Dieses Buch ist ein rundum gelungenes Gesamtpaket. Es ist nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Ratgeber für entspannteres Familienleben. Wer unkomplizierte, machbare Rezepte sucht und gleichzeitig Struktur in den Essensalltag bringen möchte, wird hier definitiv fündig.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Humorvoll, überraschend und mit kleinem Haken

Paul bekommt kein Kätzchen
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Mit Paul bekommt kein Kätzchen ist dem Autorentrio Bernhard Hoëcker, Eva von Mühlenfels und Angela Glökler ein Kinderbuch gelungen, das ich mit gemischten, aber überwiegend positiven Gefühlen aus der Hand ...

Mit Paul bekommt kein Kätzchen ist dem Autorentrio Bernhard Hoëcker, Eva von Mühlenfels und Angela Glökler ein Kinderbuch gelungen, das ich mit gemischten, aber überwiegend positiven Gefühlen aus der Hand gelegt habe. Als Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren verspricht es schon im Klappentext Witz, Überraschungen und ein tolles Vorleseerlebnis – und genau das bekommt man auch.
Besonders begeistert haben mich die wunderschön gestalteten Illustrationen. Auf jeder Seite gibt es viel zu entdecken, kleine Details, schräge Nebenhandlungen und liebevolle Zeichnungen, die das gemeinsame Betrachten zu einem Erlebnis machen. Dass plötzlich eine Ziege in Pauls Kinderzimmer steht, ist herrlich absurd und sorgt bei Kindern garantiert für lautes Gelächter. Diese schrägen Momente sind es, die das Buch von vielen anderen Bilderbüchern abheben.
Spannend finde ich zudem die gebrochene Erzählebene: Der Erzähler spricht direkt mit Paul, diskutiert mit ihm und verliert gelegentlich die Kontrolle über die Geschichte. Das ist klug und sehr humorvoll gemacht. Allerdings habe ich mich beim Vorlesen gefragt, ob wirklich jedes Kind diese Metaebene sofort versteht. Hier ist definitiv Vorlesetalent gefragt, damit die unterschiedlichen Stimmen klar werden und die Kinder folgen können. Mit etwas Einsatz entsteht dafür ein wunderbar lebendiger Dialog.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für mich das Thema, dass ein Kätzchen in einer Zoohandlung „geholt“ werden soll. Das empfinde ich nicht ganz zeitgemäß. Zwar wird das Kätzchen letztlich nicht dort gekauft, doch die Ausgangsidee hinterlässt bei mir einen leicht kritischen Beigeschmack.
Mein Fazit: Ein ganz süßes, originelles Kinderbuch mit tollen Illustrationen und viel Humor – nur das Motiv des Tierkaufs in der Zoohandlung hätte sensibler gelöst werden können.

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