Profilbild von allerwertesterin

allerwertesterin

Lesejury Profi
offline

allerwertesterin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit allerwertesterin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Alltagstaugliche Familienrezepte und sinnvolle Tipps

Cooking for Family
0

Mit Cooking for Family von Julia Lanzke ist für mich ein Kochbuch in meine Küche eingezogen, das eigentlich viel mehr ist als eine bloße Rezeptsammlung. Die Autorin, die auch den Blog mamiblock.de betreibt, ...

Mit Cooking for Family von Julia Lanzke ist für mich ein Kochbuch in meine Küche eingezogen, das eigentlich viel mehr ist als eine bloße Rezeptsammlung. Die Autorin, die auch den Blog mamiblock.de betreibt, verspricht stressfreies Kochen im Familienalltag und genau das habe ich beim Lesen und Nachkochen auch empfunden.
Schon die Aufmachung hat mich begeistert: Das Buch ist sehr gut gegliedert und wunderbar übersichtlich. Zu jedem Rezept gibt es ansprechende Bilder, die sofort Lust machen, den Kochlöffel zu schwingen. Ich habe mich beim Durchblättern direkt gut abgeholt gefühlt. Besonders positiv finde ich, dass es eben kein klassisches Kochbuch ist, das nur Zutatenlisten und Zubereitungsschritte aneinanderreiht. Stattdessen bietet es durchdachte Ideen für Wochenpläne, clevere Organisationshilfen und viele praxisnahe Ratschläge, wie man das Kochen im turbulenten Familienalltag sinnvoll strukturiert.
Die Rezepte selbst sind bewusst einfach gehalten, was ich sehr angenehm fand. Endlich einmal kein Buch, das mit exotischen Zutaten um sich wirft, bei denen ich erst einmal recherchieren müsste, in welchem Regal des Supermarktes ich sie überhaupt finde. Stattdessen bodenständige, alltagstaugliche Gerichte, die trotzdem abwechslungsreich sind. Mir haben besonders die Varianten und Abwandlungen gefallen. Nicht jedes Familienmitglied mag schließlich exakt dasselbe und hier bietet das Buch flexible Lösungen. Auch die Ideen zur Resteverwertung und der Vorrats-Guide sind echte Pluspunkte, die nicht nur Geld, sondern auch Nerven sparen.
Allerdings habe ich einen kleinen Kritikpunkt: Für manche könnten die Rezepte fast zu simpel sein. Für mich war die Einfachheit absolut passend, aber beim Rezept zum Kochen von Eiern war bei mir tatsächlich die Grenze erreicht. Ein gewisses Grundwissen setze ich dann doch voraus. Dennoch überwiegt für mich klar der praktische Nutzen.
Mein Fazit: Dieses Buch ist ein rundum gelungenes Gesamtpaket. Es ist nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Ratgeber für entspannteres Familienleben. Wer unkomplizierte, machbare Rezepte sucht und gleichzeitig Struktur in den Essensalltag bringen möchte, wird hier definitiv fündig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2026

Humorvoll, überraschend und mit kleinem Haken

Paul bekommt kein Kätzchen
0

Mit Paul bekommt kein Kätzchen ist dem Autorentrio Bernhard Hoëcker, Eva von Mühlenfels und Angela Glökler ein Kinderbuch gelungen, das ich mit gemischten, aber überwiegend positiven Gefühlen aus der Hand ...

Mit Paul bekommt kein Kätzchen ist dem Autorentrio Bernhard Hoëcker, Eva von Mühlenfels und Angela Glökler ein Kinderbuch gelungen, das ich mit gemischten, aber überwiegend positiven Gefühlen aus der Hand gelegt habe. Als Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren verspricht es schon im Klappentext Witz, Überraschungen und ein tolles Vorleseerlebnis – und genau das bekommt man auch.
Besonders begeistert haben mich die wunderschön gestalteten Illustrationen. Auf jeder Seite gibt es viel zu entdecken, kleine Details, schräge Nebenhandlungen und liebevolle Zeichnungen, die das gemeinsame Betrachten zu einem Erlebnis machen. Dass plötzlich eine Ziege in Pauls Kinderzimmer steht, ist herrlich absurd und sorgt bei Kindern garantiert für lautes Gelächter. Diese schrägen Momente sind es, die das Buch von vielen anderen Bilderbüchern abheben.
Spannend finde ich zudem die gebrochene Erzählebene: Der Erzähler spricht direkt mit Paul, diskutiert mit ihm und verliert gelegentlich die Kontrolle über die Geschichte. Das ist klug und sehr humorvoll gemacht. Allerdings habe ich mich beim Vorlesen gefragt, ob wirklich jedes Kind diese Metaebene sofort versteht. Hier ist definitiv Vorlesetalent gefragt, damit die unterschiedlichen Stimmen klar werden und die Kinder folgen können. Mit etwas Einsatz entsteht dafür ein wunderbar lebendiger Dialog.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für mich das Thema, dass ein Kätzchen in einer Zoohandlung „geholt“ werden soll. Das empfinde ich nicht ganz zeitgemäß. Zwar wird das Kätzchen letztlich nicht dort gekauft, doch die Ausgangsidee hinterlässt bei mir einen leicht kritischen Beigeschmack.
Mein Fazit: Ein ganz süßes, originelles Kinderbuch mit tollen Illustrationen und viel Humor – nur das Motiv des Tierkaufs in der Zoohandlung hätte sensibler gelöst werden können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2026

Entschleunigung als Kinderbuch

Eilig, so unglaublich eilig!
0

Mit „Eilig, so unglaublich eilig“ ist dem Autor ein Kinderbuch ab 4 Jahren gelungen, das mich als Vorleserin und Mitbetrachterin verzaubert hat. Schon beim ersten Durchblättern wusste ich: Dieses Buch ...

Mit „Eilig, so unglaublich eilig“ ist dem Autor ein Kinderbuch ab 4 Jahren gelungen, das mich als Vorleserin und Mitbetrachterin verzaubert hat. Schon beim ersten Durchblättern wusste ich: Dieses Buch wird nicht nur einmal vorgelesen werden.
Im Mittelpunkt steht ein Hase, der es unglaublich eilig hat. Er rennt durch sein Häuschen hinaus, durch die Straßen des kleinen Städtchens und weiter in die Natur – immer schneller, immer getriebener. Während ich die Geschichte vorlas, musste ich schmunzeln, denn ich erkannte nicht nur kindliche Ungeduld, sondern auch ein Stück unseres eigenen Alltags darin wieder. Gerade das macht dieses Bilderbuch so besonders: Es ist nicht nur für Kinder gedacht, sondern hält auch uns Erwachsenen sanft den Spiegel vor.
Besonders begeistert haben mich die Illustrationen. Sie sind für mich ein absoluter Traum – idyllisch, märchenhaft und voller liebevoller Details. Auf nahezu jeder Seite gibt es unzählige Tiere zu entdecken: Waldbewohner, Haustiere kleine und große Kreaturen aus der europäischen Natur. Wir haben immer wieder innegehalten, um zu zählen, zu zeigen und zu staunen. Überhaupt ist das Buch wunderbar grün, naturverbunden und ruhig gestaltet. Die Bilder laden dazu ein, zu verweilen – ganz im Gegensatz zum hektischen Hasen.
Inhaltlich gefällt mir die Botschaft ausgesprochen gut: Wer zu eilig durch die Welt rennt, verpasst das Wesentliche. Diese Message wird nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern sanft und kindgerecht. Das Kind darf selbst entscheiden – mitrennen oder innehalten. Genau das macht die Geschichte so charmant.
Negative Aspekte? Ehrlich gesagt: eigentlich nichts. Für mich ist es ein rundum gelungenes Vorlesebuch, das Wärme, Ruhe und Achtsamkeit ausstrahlt.
Mein Fazit: Sehr süß gemacht, mit vielen Tieren zum Entdecken und einer wunderschönen Botschaft. Ein Bilderbuch, das man immer wieder anschauen möchte – und das uns lehrt, dass es manchmal gut ist, eben nicht so unglaublich eilig zu haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2026

Ein liebevolles Bilderbuch mit kleinen Stolpersteinen

Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte
0

Ich habe das Buch gelesen und betrachtet, und mein Eindruck ist zwiegespalten – im positiven wie im nachdenklichen Sinne. Das Bilderbuch aus dem Verlag Penguin Junior richtet sich an Kinder ab 3 Jahren ...

Ich habe das Buch gelesen und betrachtet, und mein Eindruck ist zwiegespalten – im positiven wie im nachdenklichen Sinne. Das Bilderbuch aus dem Verlag Penguin Junior richtet sich an Kinder ab 3 Jahren und greift ein Thema auf, das zeitlos und wichtig ist: große Träume, Selbstvertrauen und der Umgang mit Grenzen.
Was mir sofort gefallen hat, sind die großen Seiten mit ihren großflächigen, liebevollen Illustrationen. Die Vogelwelt ist unglaublich süß dargestellt, besonders die kleinen Vogel-Kinder und ihre Familien. Beim genaueren Hinsehen entdeckt man auf fast jeder Seite viele Details aus dem Alltag von Menschenkindern: Vater-Vogel mit AirPods, Smartphones, Inlineskates, moderne Wohnsituationen. Das ist irgendwie niedlich, witzig und lädt zum gemeinsamen Entdecken ein – manchmal aber auch leicht absurd. Trotzdem: Gerade diese vielen kleinen Alltagsbeobachtungen machen für mich einen großen Reiz aus und sorgen dafür, dass man das Buch gern mehrfach anschaut.
Inhaltlich mochte ich sehr, dass die Vogel-Kinder sich nicht einfach von den Aussagen ihrer Eltern unterkriegen lassen. Sätze im Sinne von „Das kannst du eh nicht werden“ oder „Das ist unmöglich“ werden nicht einfach hingenommen, sondern zumindest innerlich hinterfragt. Das ist ermutigend und kann Kindern zeigen, dass eigene Wünsche wichtig sind.
Gleichzeitig liegt hier für mich auch der größte Kritikpunkt. Die Elternfiguren wirken über den Großteil der Geschichte eher entmutigend und wenig zutrauend. Natürlich handeln sie aus Erfahrung und Realismus heraus – ein Spatz kann nun mal keine Amsel werden, aber für sehr junge Kinder kann dieser Schwerpunkt traurig wirken. Der positive Wendepunkt am Ende, in dem die Kinder ihren Träumen folgen, fällt meiner Meinung nach sehr kurz aus. Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder ab 3 Jahren diesen versöhnlichen Teil wirklich mitnehmen oder ob eher das Gefühl hängen bleibt, dass Träume von den Eltern ausgebremst werden.
Mein Fazit: Ein süßes Vorlesebuch mit vielfältigen, wunderschön illustrierten Vogel-Kindern und vielen liebevollen Details. Die Botschaft ist grundsätzlich schön, bekommt aber durch die Erzählstruktur kleine Dämpfer. Mit ein wenig Begleitung beim Vorlesen lässt sich daraus dennoch ein wertvolles Gespräch über Träume, Möglichkeiten und Mut entwickeln.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Ein Hoch auf den Regenwurm – witzig, lehrreich und wunderschön illustriert

Das krasseste Tier der Erde
0

Als ich „Das krasseste Tier der Erde“ von Kai Lüftner in die Hand nahm, war ich sofort begeistert von der Idee, einem so oft übersehenen Tier wie dem Regenwurm eine Hauptrolle zu geben. Das Bilderbuch ...

Als ich „Das krasseste Tier der Erde“ von Kai Lüftner in die Hand nahm, war ich sofort begeistert von der Idee, einem so oft übersehenen Tier wie dem Regenwurm eine Hauptrolle zu geben. Das Bilderbuch ist großformatig, mit wenig Text, dafür aber mit vielen liebevollen Illustrationen versehen. Besonders beeindruckt hat mich, wie abwechslungsreich und detailreich die Regenwürmer gezeichnet sind – selbst wenn sich Hunderte auf einer Seite tummeln, wirkt doch jeder einzigartig.
Die kurzen Reime sind eingängig, lustig und bleiben sofort im Kopf hängen. Perfekt zum Vorlesen, weil die Kinder den Text schnell mitsprechen können, während sie gleichzeitig auf den wimmeligen Seiten immer wieder Neues entdecken. Toll finde ich auch, dass das Buch nicht nur Spaß macht, sondern Wissen vermittelt: Auf der letzten Seite gibt es spannendes „Wurm-Wissen“, das sogar Erwachsene überrascht. Und Themen wie Pestizide werden kindgerecht, aber nicht beschönigend angesprochen – das lädt zum Gespräch ein.
Besonders gefällt mir die nachhaltige und vegane Produktion des Buches. Für mich ist es eine rundum gelungene Mischung aus Humor, Wissen und Wertschätzung für die Natur – ein echtes Lieblingsbuch zum gemeinsamen Anschauen und Staunen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere