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Veröffentlicht am 15.03.2019

Brutal ehrlich, unverblümt und faszinierend schön und tragisch zugleich

Die Farbe von Milch
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Als ich diesen Roman sah, wusste ich , das ich ihn lesen musste. Meine Freundin war sehr begeistert davon.
Von Mary. Von ihrer Geschichte.
Sie sagte es sei besonders. Doch das ist es nicht. Es ist vor ...

Als ich diesen Roman sah, wusste ich , das ich ihn lesen musste. Meine Freundin war sehr begeistert davon.
Von Mary. Von ihrer Geschichte.
Sie sagte es sei besonders. Doch das ist es nicht. Es ist vor allem eins: besonders, einzigartig und brutal ehrlich.
Die Farbe von Milch ist mehr, als der Titel des Buches und Marys Haar. Es sagt so viel und gleichzeitig nichts.
Das Cover ist schlicht, wunderschön und verströmt dabei etwas von Melancholie, was außerordentlich gut passt und dem Inhalt den Ausdruck verleiht, den es besitzt.

Nell Leyshon hat eine ganz besondere Art zu schreiben. Poetisch, klar und unverblümt und sehr eindringlich . Man hat das Gefühl, die Worte entspringen aus dem Herzen , der Seele. In jeder Zeile herrscht sehr viel Verletzlichkeit und kindliche Unbekümmertheit. Egal ob man es will oder nicht, man kann sich davor nicht verschließen. Man nimmt es hin und begibt sich auf eine Reise die alles verändern wird.
Es ist Marys Geschichte. Mary erzählt sie uns in ihrer unverblümten klaren Art. Sie ist brutal ehrlich. Beschönigt und versteckt nichts. Sie ist direkt, nimmt kein Blatt vor den Mund.
Sie ist ein so einnehmender Charakter, den man sofort in die Arme schließen möchte.
So eine unglaublich starke Persönlichkeit, die mich sehr berührt hat.
Wie sie die Welt sah. Wie die Welt sie sah.
Ein Mädchen das ein Sonnenaufgang als einzigartig empfand. Ein Mädchen mit Träumen und Hoffnungen.
Ein Mädchen das es nicht leicht hat und in ihrem jungen Leben mehr ertragen musste, als man für möglich halten würde. Und doch sorgt sie für Sonnenschein im Herzen. Das ist ein Umstand , den jeder spürt und damit ist Mary etwas besonderes.
Die Zeiten sind hart. Tagein. Tagaus.
Mary arbeitet. Mary erträgt es stumm.
Mary leidet und niemand sieht es.
Doch ihr Herz tut es.
Doch was kann es schon tun?

Ich empfand diese Geschichte als sehr beklemmend, tieftraurig und einfach unglaublich emotional.
Mary hat mich wirklich berührt mit ihrer Art.
Den Weg den sie beschritt. Was sie ausmachte.
Ich hatte keine Ahnung wohin es mich führen würde.
Was es mit mir machen würde.
Ich fühlte mich Mary so nah. Sie ist absolut greifbar und authentisch. Ich hab sie in mein Herz geschlossen und je weiter ich schritt, umso verlorener fühlte ich mich.
Angst, Hoffnungslosigkeit und tiefe Traurigkeit.
Liebe, Vertrauen und der Wunsch nach mehr.
Diese Geschichte lässt sich nur schwer beschreiben.
Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Denn das was sich herauskristallisierte, war unmöglich vorherzusehen.
Diese Story brennt sich ins Herz ein und plötzlich hat man das Gefühl, die Welt mit anderen Augen zu sehen.
Mit Marys Augen. Man hat das Gefühl, Mary Pein und Leid ersparen zu wollen. Es zehrt an einem und man hat das Gefühl kein Anfang und kein Ende zu finden.
Und obwohl ich es als sehr tragisch und dramatisch empfand, so konnte ich auch die andere Seite sehr gut verstehen und nachvollziehen. Wenn auch nicht gutheißen.
Die Einsamkeit, die Trauer. Die eigene Verlorenheit.
Nell Leyshon schreibt nicht nur Mary Geschichte, die auf sehr dramatische und bewegende Art und Weise endet.
Sie hat eine Geschichte geschrieben, die dem Leben entsprungen ist. Die deutlich die Klassenunterschiede in der damaligen Zeit aufzeigt.
Mary zeigt deutlich auf wo ihr Platz ist und das sie nichts dagegen tun kann.
In dieser Zeit ist Feingefühl ein hohes Gut und man droht als eigenständige Persönlichkeit unterzugehen und auseinanderzubrechen.
Es geht um Hoffnung, Vertrauen und Verluste.
Auf der einen Seite herrscht da so viel Mitgefühl und Sanftheit und auf der anderen Seite wird auch klar das man ein Gefangener seiner Handlungen und Gefühle ist und dabei ausbrechen keine Option ist. Das hat in mir die unterschiedlichsten Emotionen und Gedankengänge ausgelöst. Ein Roman der einfach so viele Facetten hat und dabei keinesfalls eindimensional wirkt und über sehr viel Kraft, Verwundbarkeit und Tiefe verfügt.

Schlussendlich ein sehr packender und ergreifender Roman , der dabei aber auch ein unglaubliche Schönheit besitzt.
Eine Spannung die sich immer mehr steigert um schlussendlich zu einem Ende zu kommen, das alles verändert.

Veröffentlicht am 15.03.2019

Ein Roman mit absoluter Wohlfühlatmosphäre

Winterglitzern
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Bei “Winterglitzern” handelt es sich um einen richtigen Wohlfühlroman aus der Cornwall Seasons Reihe. Es handelt sich zwar hier um den zweiten Band, man kann sie jedoch ohne Probleme unabhängig voneinander ...

Bei “Winterglitzern” handelt es sich um einen richtigen Wohlfühlroman aus der Cornwall Seasons Reihe. Es handelt sich zwar hier um den zweiten Band, man kann sie jedoch ohne Probleme unabhängig voneinander lesen.

Bei diesem hat mich sofort diese warmherzige Atmosphäre begeistert. Eigentlich bin ich ein Kaffeetrinker. Aber hier musste ich vermehrt nach Tee greifen. In die heimelige Atmosphäre Cornwalls hab ich mich sofort verliebt. Es hat etwas rauhes und unbändiges an sich, das mich sofort für sich eingenommen hat.
Im besonderen Kontrast dazu stehen das Curvy Model Bree und der Geschäftsmann Ben.
Zwei wirklich toll ausgearbeitete Charaktere die mir immer mehr ans Herz wuchsen.
Bree lässt sich so leicht nichts vormachen und ist sehr stur, manchmal etwas oberflächlich und zielorientiert. Bei Ben spürte ich dagegen sofort das er sehr warmherzig und beständig ist. Ein Mann der für sich einsteht, Türen öffnet, dabei aber auch sein eigenes Päckchen zu tragen hat.
Doch Geheimnisse stehen zwischen beiden.
Die entweder alles zerstören oder der Anfang von etwas neuem sein könnten.
Und daneben haben mich Matteo und Gemma total begeistert. Zwei Nebencharaktere die sich sofort in mein Herz geschlichen haben und die mich mit ihrer Art einfach berührt haben.
Ich liebe diese Story wirklich. Sie ist nicht stürmisch und niederschmetternd. Sie ist sanft, leise und es gibt einfach wahnsinnig herzzerreißende Momente die mir sehr ans Herz gingen.
Aber was ich hier unbedingt hervorheben möchte sind die wunderbaren Köstlichkeiten von Ben und Bree. Man bekommt sofort Lust zu backen und zu kochen. Es ist so lebendig, das man Einfach davon angesteckt wird.
Ebenso sind die tierischen Begleiter ein sehr großer Charmefaktor und sorgen für einiges an Chaos.
Bei Charlie Brown hab ich manchmal einfach nur schmunzeln müssen.

Cara Lindon hat eine sehr einnehmende, leichte und einfühlsame Art zu schreiben. Ich mochte es sehr und fühlte mich einfach nur geborgen und gut aufgehoben.
Bei diesem Roman erfährt man die Perspektiven von Ben und Bree, was Ihnen sehr viel an Tiefe und Präsenz verschafft. So werden auch die Hintergründe geschickt mit einbezogen und sorgen für einige nachdenkliche Momente.
Die Handlung ist nachvollziehbar, klar strukturiert und ebenso sind die Charaktere authentisch und greifbar.
Die Story selbst fand ich zwar etwas vorhersehbar, was aber der Spannung keinen Abbruch tat.
Viel mehr ist das seelische Gleichgewicht und die Selbstfindung von zentraler Bedeutung.
Und die Freundschaft.
Was wären wir ohne sie?
Verloren in den Weiten der Welt.
Das heißt aber nicht das die Story ohne Dramatik auskommt. Davon gibt es einiges. Denn die Charaktere bieten eine Story die einem ständigen Auf und Ab gleicht und als Leser verzweifelt man fast dabei.
Aber es ist ein Punkt der auch perfekt die Entwicklung unterstreicht. Die von sehr viel Hoffnung, Liebe und Vertrauen begleitet wird.
Cornwall verändert die Menschen und bringt sie dazu , in sich zu gehen und mehr herauszuholen.
Mehr aus dem Leben, dem Umfeld und der eigenen Einstellung.

Kurz gefasst kann ich sagen, das mir dieser Roman mit absoluter Wohlfühlatmosphäre absolut gut gefallen hat. Ich konnte mich fallen lassen, hab es genossen und mich einfach mitreißen lassen.
Einfach perfekt für zwischendurch.

Veröffentlicht am 15.03.2019

Für mich ein eindrucksvolles Werk, das zum nachdenken anregt

Der Würfel
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Schon im Vorfeld hat mich “Der Würfel” ziemlich neugierig gemacht. Der Klappentext klang unheimlich interessant, aber auch beängstigend. Wodurch ich mehr darüber erfahren wollte.
Das Cover selbst hätte ...

Schon im Vorfeld hat mich “Der Würfel” ziemlich neugierig gemacht. Der Klappentext klang unheimlich interessant, aber auch beängstigend. Wodurch ich mehr darüber erfahren wollte.
Das Cover selbst hätte mich wohl eher nicht zum lesen animiert. Den roten Buchschnitt finde ich jedoch sehr schön und passend .
Am Anfang brauchte ich etwas um in die Geschichte hineinzufinden. Denn es ist doch sehr komplex in seinem Aufbau.
Zudem erschien mir Taso zunächst auch sehr unnahbar und wankelmütig. Was jedoch sehr gut zu seinem Wesen passt. Verzweifelt versucht sich Taso dem Würfel und damit dem System zu entziehen, was gar nicht mal so einfach ist.
Seine Alltagssituationen haben mir dabei geholfen seinen Handlungen zu verstehen und auch nachzuvollziehen. Aber erst als Dalia auftauchte, verstand ich ihn besser , er war greifbarer und ich konnte mich wirklich in ihn hineinversetzen.
Dalia ist eine Namische, bei uns bekannt als Amische. Mir hat ihr Charakter wirklich sehr gut gefallen. Ihre Impulsivität die sie an den Tag legt, hat mir enorm gut gefallen und mich einfach mitgerissen.
Im Laufe des Geschehen lernt man noch weitere Charaktere kennen, die jeder für sich sehr wichtig sind und sehr authentisch und greifbar für mich waren.

Die Handlung ist eher von ruhiger Natur, aber doch von unterschwelliger Spannung begleitet.
In einigen Situationen zeigt der Autor die Brisanz der Thematik auf sehr intensive Art und Weise auf. Das sind Momente, in denen man Ängste und pure Verzweiflung zu spüren bekommen.
Datenschutz ist ein hohes Gut.
Doch was wenn wir dessen beraubt werden?
Was ist mit Privatsphäre? Wie sehr verändert man sich durch den Algorithmus und das wichtigste, wie sehr bleibt man noch man selbst? Ist es erstrebenswert, vorgeschlagen zu bekommen , was das Richtige für uns wäre. Die Fragezeichen im Kopf stiegen immer mehr.
Ich mag es mir nicht vorstellen. Es ist beängstigend und schafft grauenvolle Zukunftsvisionen. Was aber gerade in der heutigen Zeit gar nicht mal so abwegig ist.
Doch nicht alle wollen sich dem Würfel unterwerfen. Was dies tatsächlich bedeutet bekommt man auf sehr deutliche Art und Weise zu spüren.
Demzufolge gibt es Offliner und Onliner.
Dadurch spalten sich die Alltagssituationen und Parteien. Ich empfand dies wirklich als sehr interessant. Taso ist ein sogenannter Offliner. Genauer gesagt ein Gaukler. Er wandelt zwischen beidem, was einen ziemlichen Drahtseilakt nach sich zieht und aufgrund seiner Perspektive, bekommt man gerade seine täglichen Herausforderungen sehr gut mit.
Taso macht hier eine ziemliche Entwicklung durch, die mir wirklich gut gefallen hat.
Sein Weg ist ziemlich steinig. Von Hochgefühl bis Tiefpunkt bekommt man einfach alles zu spüren.
Bis Taso beschließt das einzig richtige zutun.
Doch was wird das nach sich ziehen?
Der Autor hat einen sehr einnehmenden und leicht verständlichen Schreibstil, wodurch man sehr gut im Geschehen vorankommt. Es wird nicht mit komplizierten Begriffen um sich geworfen, weshalb man sich auch gut im Geschehen zurechtfindet.
Die Thematik selbst fand ich total interessant.
Es hat mich gleichermaßen schockiert, wahnsinnig gemacht und fasziniert.
Langweilig wird es zu keinem Zeitpunkt. Denn die Entwicklung ist die ganze Zeit zu spüren und wird von Höhen und Tiefen begleitet.
Charaktere sowie Handlung haben mich gleichermaßen bewegt und in Atem gehalten.
Oft wusste ich wirklich nicht ob ich lachen, weinen oder gegen die Wand schlagen sollte.
Eine emotionale Achterbahnfahrt die mich komplett mit sich riss.

Der Autor erörtert die Thematik sehr detailreich und anschaulich und man hat die Möglichkeit es aus verschiedenen Ebenen zu betrachten.
Mir hat es Schauer über den Rücken rieseln lassen. Es war beängstigend, verstörend realistisch. Umso mehr hab ich mit den Charakteren mitgefiebert.
Die sich im Laufe des Geschehen doch immer mehr öffnen und aus sich herauskommen.
Die Entwicklungen sind nachvollziehbar gestaltet und aufgrund der brisanten Thematik, hängt man auch völlig am Geschehen fest.
Es war für mich nicht vorhersehbar was sich herauskristallisierte und verfügte die ganze Zeit über sehr viel Ausdruck. Besonders das letzte Drittel hat mich immens gefordert und keine Ruhe gelassen. Meine Nerven waren gespannt wie Drahtseile und ich war einfach nur hochkonzentriert. Das Ende hab ich definitiv so nicht erwartet und bin wirklich gespannt ob es eine Fortsetzung geben wird.
Für mich ein sehr interessantes Buch, wovon ich nicht erwartet hätte, dass es mich so mitreißen würde.
Ein Werk das definitiv zum nachdenken bringt und das ich jedem nur ans Herz legen kann.

Veröffentlicht am 06.03.2019

Düster, magisch und einfach sehr faszinierend

Zorngeboren - Die Empirium-Trilogie
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“Zorngeboren” hat schon im Vorfeld sehr mein Interesse geweckt und ich konnte es kaum noch erwarten, mit dem lesen zu beginnen.
Claire Legrand hat eine unheimlich tolle Art zu schreiben.
Einnehmend, wortgewandt, ...

“Zorngeboren” hat schon im Vorfeld sehr mein Interesse geweckt und ich konnte es kaum noch erwarten, mit dem lesen zu beginnen.
Claire Legrand hat eine unheimlich tolle Art zu schreiben.
Einnehmend, wortgewandt, fließend und absolut bildhaft. Die Atmosphäre mag ich unheimlich gern. Sie ist düster, emotionsgeladen.
Wütend, laut und man hat das Gefühl in einem Crescendo aus Gefühlen zu ertrinken. Einfach sehr genial in Szene gesetzt.
Äußerlich wie auch im Inneren ist das Buch einfach toll gemacht. Was mich sofort sehr begeistert hat.

Der Prolog Ist zornig, gewaltig und stürmisch. Ein Prolog der die Welt in Trümmern legt. Der so viel erzählt und gleichzeitig branden so unendliche viele Fragen auf und doch hat mir gerade dieser Teil so unglaublich gut gefallen. Denn man konnte schon ein Gefühl dafür bekommen wie verwundbar und episch dieses Werk werden würde.
Danach kehrt man auf zwei Zeitebenen zurück, was mir erstmal etwas Probleme gemacht hat. Einerseits weil unglaublich viel auf mich eingestürmt ist und andererseits weil mich der Prolog einfach nicht losließ.

Im Zentrum stehen Rielle und Eliana. Zwei unglaublich tolle, vielseitige und wahnsinnig interessante Charaktere. Sie sind so unterschiedlich in ihrer Art. Aber genau diesen Aspekt fand ich sehr gut gelungen. Dadurch wird auch die Entwicklung auf den Zeitebenen spürbar und das fand ich wirklich gut. Man erfährt hierbei zwar die Perspektiven von beiden Frauen, hat aber auch das Gefühl die Nebencharaktere richtig gut kennenzulernen. Die Charaktere wurden mit sehr viel Liebe zum Detail entwickelt. Man spürt sie sehr tief und doch bleibt noch genügend Raum für eigene Vorstellungen.
Sie erwachen zum leben und das macht sie in meinen Augen auch authentisch und absolut greifbar.
Rielle ist eine Person die mir immer mehr ans Herz wuchs. Ihre Emotionen, ihre Zerrissenheit und auch ihre innere Stärke wurden mehr als gut spürbar. Bei Eliana empfand ich es ebenso und dennoch unterscheiden sich beide Frauen sehr stark voneinander. Während Rielle sehr leise, fast sanft und sehr emotional ist. Hatte ich bei Eliana das Gefühl, das sie laut, stürmisch und sehr bissig war. Ein Kontrast der richtig gut passt.
Von den Nebencharakteren gingen mir vor allem Remy und Navi sehr nahe. Es gab Szenen die haben mich so sehr erschüttert, bewegt und einfach in einen Abgrund gezogen. Remy hat dafür gesorgt, das ich wieder an die Luft kam, lächeln und atmen durfte.
Auf keinen Fall darf man Simon vergessen, der auf Anhieb mein Herz erobert hat, mein Innerstes im Laufe des Geschehen aber auf eine gewaltige Probe gestellt hat.
Denn einfach ist hier rein gar nichts.
Es ist geheimnisvoll, voller Höhen und Tiefen.
Prüfungen die das Herz schneller schlagen lassen.
Für Wut, Angst und Verzweiflung sorgen.
Es geht um Macht. Tut es das nicht immer? Aber so einfach ist das nicht. Es geht auch um Stärke , Mut, Menschlichkeit und darum , etwas zu bewegen und über sich hinauszuwachsen.
Und davon gibt es wirklich reichlich zu entdecken.
Mehr als dem Herzen gut tut.

Das Setting empfand ich als sehr kraftvoll, fantastisch und einfach episch. Man kann es kaum mit Worten beschreiben. Es ist ein Gefühl. Eine Welle die sich ausbreitet und kein Ende mehr nehmen möchte.
Die Welt ist dem Untergang geweiht und doch schafft es die Autorin immer wieder Hoffnung zu schaffen.
Man liest, verinnerlicht das Geschehen und hat das Gefühl immer mehr zu ertrinken. Sich zu verlieren.
In den Emotionen, den Charakteren und der Magie.
Der Verlauf war sehr interessant, faszinierend und absolut magisch.
Ich war so im Bann und wollte immer mehr.
Ich hab mitgefiebert, geschmunzelt , hatte Gänsehaut und hab so immens mitgelitten, bei dem was sich abzeichnete. Die Welt an sich wird zwar weniger durch malerische Beschreibungen untermauert, die Magie dafür umso mehr.
Ich empfand die Handlung oft als eher ruhig aber auch recht actionreich , was die Spannung und Anspannung nur noch steigert.. So viel Wissen erfährt man hier und gleichzeitig gibt es immer wieder Momente die alles erschüttern und auch zeigen , wie weit die Menschlichkeit geht.
Zudem ist man sich nie sicher welche Richtung die beiden Frauen einschlagen werden.
Man weiß nie , wer sie wirklich sind.
Was sich in Ihnen verbirgt und zu was sie gemacht werden. In welche Richtung alles geht möchte ich gar nicht groß ansprechen. Denn gerade alles zu entdecken und dabei das verstehen macht so viel Spaß und es zeigt einfach auch die unterschiedlichsten Dinge auf.
Aber es geht auch um Engel. Dieser Ansatz hat mich zunächst etwas zum grübeln gebracht, aber was aus diesem Ansatz herausgeholt wurde , hat mir richtig gut gefallen.

In meinen Augen hat die Autorin alles richtig gemacht.
Ein erster Band der neugierig macht , mitnimmt und danach auch nicht mehr loslässt. Ich möchte unbedingt mehr davon.

Veröffentlicht am 06.03.2019

Rauh, abgründig und absolut böse und durchtrieben

Dollar - Buch 1: Pennies
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Wie sehr habe ich mich auf die neue Reihe von Pepper Winters gefreut. Ihre “Tears of Tess” Reihe liebe ich sehr und war gespannt, womit sie uns diesmal konfrontieren würde.
Doch nichts hat mich darauf ...

Wie sehr habe ich mich auf die neue Reihe von Pepper Winters gefreut. Ihre “Tears of Tess” Reihe liebe ich sehr und war gespannt, womit sie uns diesmal konfrontieren würde.
Doch nichts hat mich darauf vorbereitet , womit ich es letztendlich zutun bekommen würde.
Es ist Schmerz, Qual und Zerstörung.
Es ist bedeckt von expliziten Szenen, hart, roh.
Ein Wandel der sich zu einem Crescendo steigert.
Ein Wandel der die Seele zerstört und alles freilegt, woran man zerbricht.
Pepper Winters erzählt nicht nur eine Geschichte über Zerstörung. Sie erzählt eine Geschichte, die sich tief unter die Haut gräbt. Die ein Ende darstellt, aber auch einen Anfang.
Ist der Tod das Ende? Nein, es ist der Weg in die Hölle.
Ein Weg der sich nicht mehr umkehren oder auslöschen lässt.
Rot, Schwarz. So viele Farben brillieren in dieser Geschichte. Geben ihm Atem und Leben.

Pim hat mich vom ersten Moment an berührt. Ihr Martyrium hat es getan. Aber auch der Antagonist Meister A wird sehr gut dargestellt. Die Bestie in Menschengestalt.
Verabscheuungswürdig. Brutal. Böse.
Wie oft war ich von Wut und Abscheu erfüllt, das ich fast geplatzt bin.
Wie oft beschweren wir uns über unser Leben, weil wir dieses oder jenes nicht bekommen.
Nun Pim hat nichts davon. Kein Leben, kein Atem, keine Stimme.
Ihr Dasein besteht aus Kontrolle und Gewalt.
Sie ist gefangen in einer Hölle, aus der es kein entrinnen mehr gibt.
Kann es so etwas wie einen Lichtstrahl geben?
Ja, das kann es.
Anders als man erwarten oder je für möglich halten würde. Egal wie schwer oder ausweglos es ist. Pim beißt sich durch , findet ein Ventil für sich und erträgt all das, was man unmöglich ertragen kann. Und auch nur auf diese Art und Weise erfährt man, wer Pim einmal war. Ein Mädchen mit Träumen und Wünschen. Ein Mädchen, das es vielleicht nicht leicht hatte, aber das ein Leben hatte, daß noch ihr gehörte.
Bis sie starb, wiederbelebt und verkauft wurde.

Es ist keine Liebesgeschichte. Es ist die Hölle auf Erden.
Welche Qual, welches Leid und welche Angst man durchlebt ist allgegenwärtig. Dadurch das Pim direkt dem Leser ihre Geschichte erzählt, nimmt man sie nur umso intensiver wahr.
Es spielt keine Rolle, das sie keine Stimme hat.
Sie ist da und auch wieder nicht.
Ich hatte das Gefühl, ich kehre ihr Innerstes nach Außen. Ich nehme sie mit allen Sinnen wahr. Und je schlimmer es wurde, umso weniger konnte ich von der Geschichte lassen. Sie hat mich nicht fasziniert. Das wäre falsch. Als Leser zerbricht man an den Geschehnissen. Weil sie nicht nur von Gewalt und Sex beherrscht werden. Es geht tiefer, viel tiefer.
Es geht um Stärke, Mut und um das Ganze Sein.
Es zeigt auf, wie die Seele immer mehr zerbricht und wie die Stärke immer mehr hervorkommt.
Auf der einen Seite ist es von unglaublicher Stille umgeben. Aber auf der anderen Seite ist es auch so unglaublich laut und intensiv.
Dark Romance in ihrer stärksten und härtesten Form.
Besonders der Aspekt des Menschenhandels bekommt hier nochmal eine völlig neue Brisanz.

Ich hab unheimlich mit Pim gelitten und konnte es kaum verkraften , was mit ihr geschah.
Das Böse hat sich aus seinem Kokon befreit und wurde immer schlimmer.
Es ist nicht unbedingt die Gewalt die so zusetzt. Es ist vor allem die Qual, die die Seele zerstört, bluten lässt und so viel mit sich reißt.
Die Charaktere wurden wirklich gut ausgearbeitet, haben mich beschäftigt und waren absolut greifbar. Man erfährt dabei 2 Perspektiven, was es wirklich abwechslungsreich und interessant macht.
Egal was passiert, man sieht es nicht kommen.
Pepper Winters hat einen sehr einnehmenden und bildhaften Schreibstil, wodurch ich in einem Rutsch durch war.
Ich habe diese Geschichte wirklich gern gelesen. Weil sie tief, zerstörerisch und berührend war. Pim und Elder haben mich ein Stück weit fasziniert. Weil da mehr war,als rohe Gewalt. Es war eine Verbindung da, die sich nicht leugnen ließ. Die Gänsehaut verursachte und mich immer weiter vorantrieb. Ich wollte wissen, worauf es begründete. Nun, ich bekam viel mehr. Mehr als ich je erwartet hätte.
Es hat mich schockiert, erschüttert und gnadenlos in die Tiefe gezogen. Aber es hat mir auch viel gegeben. Mehr als man mit Worten ausdrücken könnte.
Es gibt keinen Cliffhanger und doch möchte ich unbedingt sofort wissen, wie es weitergeht und was ich noch zu sehen bekomme.
Fakt ist, sie hat hier sehr starke Charaktere geschaffen, die sich entwickeln und über sich hinauswachsen. Mich konnte es sehr begeistern und mit diesem Auftakt der Dollar Reihe ist der Autorin nicht nur etwas sehr tiefschürfendes, sondern auch etwas absolut großartiges gelungen.
Für mich ein absolutes Highlight im Dark Romance Bereich.

Fazit:
Keine Romantik oder Liebe.
Pepper Winters schlägt bei ihrem Auftakt der Dollar Reihe härtere Töne an.
Rauh, abgründig und absolut böse und durchtrieben.
Eine Story die absolut zerstörerisch ist. Für Leib und Leben. Und doch ist Pims Story absolut berührend und von Höhen und Tiefen begleitet.
Willkommen in der Hölle.
Eine Story die mich wahnsinnig mitgenommen und zerstört hat und die mit Wendungen punkten konnte, die ich absolut nicht erwartet hatte.
Ich brauch unbedingt sofort Band 2. Für mich ein absolutes Highlight.
Vorsicht: Es ist nicht unbedingt als Einstieg in den Dark Romance Bereich geeignet.
Denn Pepper Winters nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie setzt alles klar und ungeschönt ein und das geht am meisten unter die Haut.
Sie erzählt nicht nur eine Geschichte über Zerstörung. Sie erzählt eine Geschichte, die sich tief unter die Haut gräbt. Die ein Ende darstellt, aber auch einen Anfang.