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Veröffentlicht am 06.04.2026

Was war das?!

Shattered Silence
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"Shattered Silence" ist der zweite und abschließende Band der "Fallen Grace" Buchreihe von Josi Wismar. Die Handlung knüpft nahtlos an den Cliffhanger von "Fractured Fates" an und wir begleiten Holly dabei, ...

"Shattered Silence" ist der zweite und abschließende Band der "Fallen Grace" Buchreihe von Josi Wismar. Die Handlung knüpft nahtlos an den Cliffhanger von "Fractured Fates" an und wir begleiten Holly dabei, wie sie versucht, den Mord an Maxwell Davenport aufzuklären, für den ihre Stiefschwester Vee zu Unrecht im Gefängnis sitzt.

Auch in diesem Band geht es mit den Intrigen der Londoner High Society weiter! Das ist wirklich eine komplett andere Welt.
Ich hatte zu Anfang etwas Probleme, wieder in die Handlung einzusteigen, weil ich "Fractured Fates" schon vor einer Weile gelesen hatte. Allerdings war ich ab Seite 100 komplett in der Geschichte drin und habe die letzten 300 Seiten an einem Stück weggelesen.

Ich habe die Frauen in dieser Geschichte, Holly, Florence und Linnea, sehr ins Herz geschlossen. Nur Vee hat mich sehr aufgeregt, weil sie zwar reflektiert, aber trotzdem immer wieder denselben Fehler macht (auch wenn dieser nur bedingt ihre Schuld ist, trägt sie für sich selbst eine Verantwortung).
Über die Männer in diesem Buch möchte ich nicht reden... Let them burn!

Dieser Plottwist hat mich komplett gebrochen und ich fand ihn großartig! Dazu kommt dann im Nachwort von Josi Wismar die Einordnung. Ich finde es großartig, dass sie diese Thematik in ihren Roman eingewoben hat (aus Spoilergründen gehe ich nicht weiter darauf ein).
Ich fand das "Ende im Ende" allerdings verwirrend und hätte mir was anderes gewünscht. "Shattered Silence" ist zwar kein klassischer New Adult Liebesroman, aber doch in dem Genre angesiedelt, was den Epilog erklärt. Der passt für mich nur bedingt zur Story. Die Botschaft des Romans hätte für mich noch stärker gewirkt, wenn man das positive Ende im Ende weggelassen hätte.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Popkultur durch die feministische Brille

Girl vs. Girl
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"Girl vs. Girl" ist ein intersektional feministisches Sachbuch, das sich mit der Darstellung von Frauen in der Popkultur von den 90er Jahren bis in die Gegenwart beschäftigt. Aufgrund des Titels dachte ...

"Girl vs. Girl" ist ein intersektional feministisches Sachbuch, das sich mit der Darstellung von Frauen in der Popkultur von den 90er Jahren bis in die Gegenwart beschäftigt. Aufgrund des Titels dachte ich im Vorfeld, dass es um die Grabenkämpfe dieser Frauen untereinander geht, aber das ist nicht der Fall, da es eher um den male gaze und patriarchale Strukturen in der Popkultur geht.

Ich finde diese Lektüre sehr lehrreich. Sie setzt in Beziehung, warum die selbstbewussten Supermodels der 90er (wie Naomi Campbell) durch fragile, sehr junge Models (wie Kate Moss) ersetzt wurden, weil Erstere durch ihren Einfluss und ihr Selbstbewusstsein für sich selbst (Bezahlung etc.) eingestanden sind und man(n) mit diesen unsicheren, jungen Models so umgehen konnte, wie man(n) wollte. Diese These hat mich sehr zum Nachdenken gebracht (und sie wird in dem Buch wesentlich besser erklärt, als ich es hier tun kann).
Auch sehr spannend fand ich zu erfahren, dass der Begriff "Girlboss" ursprünglich aus der Riot Grrrl Szene stammt und empowernd gemeint war, bevor "Girlboss" zur indiviudualistischen, kommerzialisierten Phrase verkommen ist.
Das Schockierendste war für mich, dass die Autorin aufzeigt, wie Pornopraphie die Popkultur beeinflusst. Die dargestellten Wechselwirkungen sind so interessant wie errschreckend. Für diese Erkenntnis lohnt sich das Lesen!
Der chronologische und thematische Aufbau des Buches macht es sehr leicht, den beschriebenen Entwicklungen der Popkultur zu folgen.

Allerdings bin ich in diesem Buch auch immer wieder über Thesen gestolpert, die für mich nicht genug ausgeführt wurden. Die Ansätze waren immer da, aber sie wurden für mich nicht genug erklärt. Die Autorin beschreibt patriarchale, gesellschaftliche Symptome in der Popkultur, aber nicht en Detail deren Ursachen. Das war wahrscheinlich auch nicht der Anspruch des Buches, was eher die Entwicklung der Popkultur beschreiben und miteinander in Beziehung setzen möchte (und das gelingt dem Buch gut).

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Hunger nach der Welt im bürgerlichen Paris!

Memoiren einer Tochter aus gutem Hause
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In "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" hält Simone de Beauvoir ihre Kindheit und Jugend fest, bis kurz nach ihrer Begegnung mit Jean-Paul Sartre.
Sie beginnt mit ihrer Geburt und nimmt sich bei den ...

In "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" hält Simone de Beauvoir ihre Kindheit und Jugend fest, bis kurz nach ihrer Begegnung mit Jean-Paul Sartre.
Sie beginnt mit ihrer Geburt und nimmt sich bei den Schilderungen ihrer Kindheit sehr viel Zeit. Für mich hat sich das sehr gezogen und ich bezweifle stark, dass de Beauvoir als Kind über eine solch starke Selbstreflexionsgabe verfügt hat und ob diese nicht eher das ist, was sie als Erwachsene in ihre Kindheit reininterpretiert.

Dadurch, dass de Beauvoir so ausschweifend ihr Leben erzählt und sich viel Zeit nimmt, ihr soziales Umfeld vorzustellen, lernen wir ihre Freund*innen und Jugendlieben sehr genau kennen und was ich sehr toll fand, ist auch, dass de Beauvoir hin und wieder Zukunftsausblicke gibt, was im Erwachsenenleben aus diesen Menschen wird (auch wenn ich das bei manchen [Jaques] im Nachhinein vielleicht lieber nicht gewusst hätte). In dieser Autobiorgraphie ist nicht nur de Beauvoir für mich die Sympathieträgerin, sondern auch ihre beste Freundin Zaza. Den Punkt, den de Beauvoir als Ende für diese Memoiren (und damit sinnbildlich für ihre Jugend) gewählt hat, fand ich sehr bewegend und musste doch etwas schlucken.

In diesen Memoiren bekommt man einen spannenden Einblick in das bürgerliche Pariser Milieu im frühen 20. Jahrhundert mit seinen Gepflogenheiten, politischen Ansichten und der vorherrschenden konservativen Welthaltung. De Beauvoir schildert, wie dieses Umfeld sie geprägt hat und wie sie sich nach und nach von dessen Einfluss löst, Freiheit und Vergnügungen sucht und in das Milieu der intellektuellen Linken gerät. Das fand ich sehr spannend. Wie vermutlich alle Jugendlichen hat de Beauvoir einen außerordentlich großen Hunger nach der Welt, was ich als sehr bewegend und authentisch empfinde.
Auch historische Ereignisse zur damaligen Zeit bindet sie mit ein. De Beauvoir berichtet, wie sie als junges Mädchen den Ersten Weltkrieg erlebt hat und die Berichterstattung zur Russischen Revolution.

Trotz der vielen Längen (100 bis 200 Seiten weniger hätten dem Buch gut getan) kann de Beauvoir fantastisch schreiben und ich habe mir einige Stellen in dem Buch markiert. Ich kann "Memoiren einer Tochter aus guten Hause" empfehlen, wenn mensch sich für de Beauvoir interessiert und bereit ist, sich die Zeit dafür zu nehmen. Ein kleines Manko ist jedoch für mich, dass viele französische Begriffe, Romantitel, Äußerungen etc. in der deutschen Ausgabe vorkommen, zu denen keine Übersetzung angegeben ist. Ich finde es passend für Authentizität, dass sie enthalten sind, aber für alle, die der französischen Sprache nicht mächtig sind, hätte mensch hier mit Übersetzungen im Anhang oder als Fußnoten arbeiten können.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein herausforderndes Leseerlebnis!

Die Dinner Party
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"Die Dinner Party" handelt von der niederländischen Literaturstudentin Franca, die aus Einsamkeit zu dem reichen Andrew von Utrecht nach England zieht, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Franca ...

"Die Dinner Party" handelt von der niederländischen Literaturstudentin Franca, die aus Einsamkeit zu dem reichen Andrew von Utrecht nach England zieht, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Franca setzt ihr Studium nicht fort, die beiden verloben sich und Franca lebt von nun an ein häusliches Leben, versorgt von Andrew. Bei wem schrillen noch nicht sämtliche Alarmglocken?
Andrew bittet Franca, für ihn und seine Arbeitskollegen spontan eine Dinnerparty zu organisieren, bei der alles aus dem Ruder läuft. Die Handlung spitzt sich rasant zu, als Franca mit ihrer Vergangenheit und ihren Entscheidungen konfrontiert wird und zu einem Messer greift...

Die Handlung wird nicht linear erzählt, sondern wir haben drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an diesen verhängnisvollen Moment mit dem Messer erinnern kann. Ihre Therapeutin rät ihr deshalb, einen Brief über das alles an eine geliebte Person zu schreiben, um das Erlebte verarbeiten zu können. So ist dieser Roman, den wir lesen, der Brief an Harry (eine wichtige Person aus Francas Vergangenheit), in dem Franca ihre Vergangenheit schildert. Das ist richtig cool gemacht!
Der Schreibstil ist sehr vulgär, was gut zu dieser verstörenden Geschichte passt, da auch auf sprachlicher Ebene nichts beschönigt wird.

Keine der Figuren war mir sonderlich sympathisch, bis auf Harry und die Therapeutin Stella. Franca tat mir einfach nur leid und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Sie macht Furchtbares durch und versucht nun, alles zu verarbeiten. Ich habe ihre Figur als sehr realistisch empfunden. Auf Andrew habe ich einen richtigen Hass entwickelt und die anderen Gäste der Dinnerparty (Andrews bester Freund Evan und ein alter, weißer, männlicher Literaturkritiker namens Gerald) betrachte ich ambivalent.

Die Spannung wurde so doll gesteigert, dass es kaum auszuhalten war. Ich wollte unbedingt wissen, was genau mit dem Messer passiert ist, an das Franca sich nicht erinnern kann und warum sie jetzt in Berlin ist. Ich bin irgendwann nicht mehr mitgekommen bei dem was real war und was nicht. Das war sehr anstrengend zu lesen und hat Francas Gefühl der Überforderung für mich spürbar gemacht.
Und dann diese Plottwists! Ich habe so vieles nicht kommen sehen und ab einem bestimmten Punkt, sieht man das Buch mit ganz anderen Augen. Ich wurde mit meiner normativen Sicht konfrontiert, die die Autorin auf großartige Weise dekonstruiert! Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau! Gleichzeitig bringt sie Diskussionen über einen Literaturkanon auf grandiose Weise in die Handlung mit ein. Das heißt, wir haben hier viele feministische Themen drin, die miteinander verwoben werden.

Generell habe ich das Leseerlebnis als unbequem und herausfordernd wahrgenommen. Es ist ganz sicher nicht das, was ich von dem Buch erwartet habe, aber es ist absolut genial! Definitiv etwas, über das ich noch sehr lange nachdenken werde. Jetzt brauche ich aber erstmal Erholung davon... Ich kann "Die Dinner Party" sehr empfehlen, allerdings sollte man sich vorher unbedingt mit den Content Notes auseinandersetzen, denn das Buch hat es echt in sich und es war auch für mich teilweise sehr hart zu lesen. Großen Katzenliebhaber:innen rate ich eher vom Lesen ab, da hier die Gewalt gegen ein Haustier schon sehr arg ist.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Eine Wohlfühlgeschichte!

Louisa May Alcott, Little Women. Betty und ihre Schwestern - Erster und zweiter Teil. Schmuckausgabe mit Goldprägung
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Die „Little Women“ Verfilmung von Greta Gerwig ist mein absoluter Lieblingsfilm, daher war es für mich ein Muss, dieses Buch zu lesen!

Wir begleiten die vier March Schwestern beim Aufwachsen während des ...

Die „Little Women“ Verfilmung von Greta Gerwig ist mein absoluter Lieblingsfilm, daher war es für mich ein Muss, dieses Buch zu lesen!

Wir begleiten die vier March Schwestern beim Aufwachsen während des amerikanischen Bürgerkriegs. Besonders toll finde ich, dass die Schwestern als sehr verschieden dargestellt werden. Meg träumt von einem häuslichen Leben, Jo von Unabhängigkeit und davon, eine berühmte Autorin zu werden, Amy liebt das Malen und träumt von einem reichen Mann, während die schüchterne Betty Musik liebt und eher zurückgezogen und kränklich ist. Allen Schwestern wird viel Raum zur Entwicklung gegeben, was schön zu lesen ist.

Das ganze könnte man oberflächlich als „christliches Selbstoptimierungsbuch für junge Frauen“ bezeichnen, da es viel um die christliche Erziehung der Pfarrerstöchter geht, aber es steckt so viel mehr darin, nämlich die Träume dieser Mädchen und ihren Weg, diese zu erreichen. Der Klassiker ist aus heutiger Zeit, was das Frauenbild und das Bild der Ehe angeht, nicht mehr zeitgemäß und einige Stellen haben mich aufgeregt, aber man muss sich beim Lesen vor Augen führen, dass das Buch zur damaligen Zeit durchaus feministisch war, heute die Maßstäbe allerdings zum Glück andere sind.

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