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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine echte Nervensäge

39 Grad Mord
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Wegen ihrer anhaltenden Schreibblockade wird die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix von ihrem Lektor nach Sizilien in eine Villa geschickt. Die Sonne, das Meer, das gute italienische Essen und auch ...

Wegen ihrer anhaltenden Schreibblockade wird die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix von ihrem Lektor nach Sizilien in eine Villa geschickt. Die Sonne, das Meer, das gute italienische Essen und auch der Wein sollen die störrische und manchmal ziemlich komplizierte Autorin auf andere Gedanken bringen. Doch kaum in Sizilien angekommen, frönt Hannah zwar ausgiebig dem guten Essen und dem Wein, zu schreiben fällt ihr aber dennoch absolut nichts ein. Sie lernt ein wohlhabendes schwedisches Ehepaar kennen und nach ein paar Gläsern zu viel übernachtet sie in deren Villa. Doch am nächsten Morgen liegt die Ehefrau tot in der Küche, vom Ehemann fehlt jede Spur. Hannah, die ein seltenes Talent hat, sich in missliche Lagen zu manövrieren, greift zur Tatwaffe, einem Fleischhammer, um sich zu wehren, falls der Mörder sich noch im Haus befinden sollte. Das führt natürlich dazu, dass Hannah für die lokale Polizei zur Hauptverdächtigen Nummer 1 wird.
Um ihre Unschuld zu beweisen, macht sich Hannah auf eigene Faust an die Suche nach dem Täter, was sie in ziemlich aberwitzige Situationen bringt.
Der Krimi ist nicht ganz so lustig und unterhaltsam wie der Vorgänger „30 Tage Dunkelheit“ und die Handlung doch ziemlich konstruiert. Zwar ist Hannah auch hier eine echte Nervensäge, trinkt zu oft zu viel, ist völlig beratungsresistent. Und doch imponiert sie mit ihrer Halsstarrigkeit und ihrem Biss, den Fall trotz aller Hindernisse aufklären zu wollen. Und so ganz nebenbei schreibt sich auch der von ihrem Verlag so dringend gewünschte Krimi….

Veröffentlicht am 01.03.2026

Gelungener Reihenauftakt

Die Familie sehen und sterben
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Capitano Enzo Rossi führt ein sehr bequemes Ermittlerdasein im Tessiner Süden, nahe der italienischen Grenze. Richtige Kriminalfälle gab es schon lange nicht mehr. Und durch seinen sehr wohlhabenden und ...

Capitano Enzo Rossi führt ein sehr bequemes Ermittlerdasein im Tessiner Süden, nahe der italienischen Grenze. Richtige Kriminalfälle gab es schon lange nicht mehr. Und durch seinen sehr wohlhabenden und einflussreichen Bruder Fabrizio kann sich Enzo Rossi auch fast alles erlauben.
Doch als ihn seine ehrgeizige Assistentin Gemma Crivelli gleich über zwei Leichen informiert, ist für Enzo Rossi das Faulenzerleben erst einmal vorbei. Vor allem, nachdem sich bei beiden Todesfällen ziemlich schnell herausstellt, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt. Als sich dann auch noch die ersten Hinweise verdichten, dass sein Bruder Fabrizio in die Fälle involviert ist, wird es für Enzo Rossi kompliziert. Zudem gibt es zwischen ihm und seiner Schwägerin Jackie, der Frau Fabrizios, ein brisantes Geheimnis, das Enzo unter allen Umständen auch geheim halten will.
Ein interessanter, durch Enzo Rossis teilweise lapidare Sicht auch sehr amüsanter Krimi, der durch die Verknüpfung von Familiengeschichte und Kriminalhandlung gut unterhält.
Gut, dass man am Ende weiß, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt!

Veröffentlicht am 23.02.2026

Klare Leseempfehlung

Fünf Fremde
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Die abgelegene Nordseeinsel Neuwerk ist der Schauplatz der Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Vor 30 Jahren verschwanden zwei Jugendliche spurlos aus dem Schullandheim. Für die begleitenden ...

Die abgelegene Nordseeinsel Neuwerk ist der Schauplatz der Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Vor 30 Jahren verschwanden zwei Jugendliche spurlos aus dem Schullandheim. Für die begleitenden Lehrer und Lehrerinnen, aber auch für die anderen Jugendlichen, ja selbst für die Inselbewohner ist dies ein einschneidendes Ereignis, das sie ihr Leben lang nicht losgelassen hat.
Im Jahr 2025 befinden sich fünf Passagiere auf der Fähre, die bei stürmischem Wetter die Insel anfährt. Doch fünf „Fremde“ sind sie eigentlich nicht, alle haben in irgendeiner Form mit den damaligen Ereignissen zu tun und kehren nun aus den unterschiedlichsten Gründen auf die Nordseeinsel zurück.
Schon bei der Überfahrt geschehen merkwürdige Dinge. Nach und nach erfährt man mehr über die Figuren und wie sie in die damaligen Ereignisse involviert waren. Das ist überaus spannend, wozu die stürmische und teilweise durchaus gruselige Atmosphäre beiträgt.
Die Auflösung am Ende ist überraschend, aber schlüssig. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 18.02.2026

Über Helden und Antihelden

Minnesota
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Minnesota, 2016: Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter nicht mehr er selbst. Seine Ehe zerbricht, Kollegen und Freunde ziehen sich zurück, er verfällt mehr und mehr dem Alkohol. ...


Minnesota, 2016: Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter nicht mehr er selbst. Seine Ehe zerbricht, Kollegen und Freunde ziehen sich zurück, er verfällt mehr und mehr dem Alkohol. Nur die Arbeit als Polizist hält ihn noch auf den Beinen. Als ein Waffenhändler angeschossen wird und die Spuren auf Lobo, einen seit Jahren untergetauchten Killer, hinweisen, verbeißt Bob Oz in den Fall, obwohl er suspendiert wurde. Der Täter führt offenbar einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse, Unterstützer der Waffenlobby usw., doch wie passen diese Taten zu Lobo? Er hinterlässt immer wieder irreführende Spuren, trickst Kameras und die Polizei immer wieder geschickt aus. Als es Hinweise darauf gibt, dass der Täter einen Anschlag auf den Bürgermeister plant, eskaliert die Situation…..
Zu Beginn tat ich mich etwas schwer, sowohl mit dem Ermittler Bob Oz, der mehr als unsympathisch geschildert wird, als auch mit der Handlung, die durch sehr lange Gesprächspassagen nicht so recht in Gang zu kommen schien. Doch allmählich verknüpften sich die Handlungsfäden zu einem komplexen und dadurch immer spannender werdenden Ganzen. Details, die zu Beginn für mich zunächst nebensächlich und langatmig wirkten, wie z.B. die Gespräche bei dem Taxidermisten über das Ausstopfen von Tieren, bekamen allmählich einen tieferen Sinn, sodass ein schlüssiger Handlungszusammenhang entstand. Selbst der Antiheld Bob Oz wächst einem mit der Zeit ans Herz!
David Nathan liest mit ausdrucksstarker und angenehmer Stimme.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Scheinbare Idylle

Wem du traust
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Eva und ihr Mann Daniel führen eine harmonische Ehe. Linus, der fünfjährige Sohn ist ihr Sonnenschein, auf den Sofia, die fünfzehnjährige Tochter von Evas bester Freundin Susanne öfter mal aufpasst. Nach ...


Eva und ihr Mann Daniel führen eine harmonische Ehe. Linus, der fünfjährige Sohn ist ihr Sonnenschein, auf den Sofia, die fünfzehnjährige Tochter von Evas bester Freundin Susanne öfter mal aufpasst. Nach dem Besuch einer Party bringt Daniel Sofia mit dem Auto nach Hause. Doch am nächsten Tag ist Sofia spurlos verschwunden und offenbar gar nie zu Hause angekommen. Während sich Daniel immer wieder in Lügen gegenüber der Polizei verstrickt und Eva nicht mehr weiß, ob sie ihrem Mann vertrauen kann, wird deutlich, dass auch Sofias Mutter einiges zu verbergen hat. Sie ist nicht nur gegenüber ihrer besten Freundin Eva, sondern auch der Polizei gegenüber nicht offen und ehrlich.
Offenbar hatte Sofia sich in den letzten Monaten mit einem Vergewaltigungs- und Tötungsdelikt, dem sogenannten Diskomord, ausgiebig beschäftigt, eine Tat, die seit über fünfzehn Jahren nicht aufgeklärt werden konnte. Doch hat dies mit ihrem Verschwinden zu tun?
Dem Leser werden in jedem Kapitel geschickt immer nur kleine Häppchen präsentiert, die den Verdacht mal in die eine, mal in die andere Richtung lenken. Für mich war auch keine der Hauptfiguren sympathisch genug, um sich in irgendeiner Form zu identifizieren. Damit wird die Spannung stets hochgehalten und man weiß nicht, wem man trauen kann, bis zum überraschenden Ende.