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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2026

Bedrückend

Strandopfer
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Die junge deutsche Ermittlerin Lena Schulte wird an die Ostseeküste beordert – ein deutscher Tourist liegt tot am Strand bei Swinemünde. Zunächst wird ein Badeunfall vermutet, doch im Mund des Toten steckt ...


Die junge deutsche Ermittlerin Lena Schulte wird an die Ostseeküste beordert – ein deutscher Tourist liegt tot am Strand bei Swinemünde. Zunächst wird ein Badeunfall vermutet, doch im Mund des Toten steckt ein großer Bernstein. Kurz darauf wird die zehnjährige Luisa als vermisst gemeldet, die offenbar mit dem Toten frühmorgens beim Baden war. Wurde sie entführt? Lena Schulte zur Seite gestellt wird der polnische Kommissar Adam Krawczyk. Die Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich zunächst schwierig, da Krawczyk sehr verschlossen wirkt, Lena Schulte dagegen ziemliche Ressentiments den Polen gegenüber hat. Nach und nach erfährt der Leser, dass Lena Schulte in der Region nahe der Grenze zu Polen aufgewachsen ist und keine schönen Erinnerungen an Kindheit und Jugend dort hat.
Freunde und Angehörige des Toten und des verschwundenen Mädchens verhalten sich seltsam, alle scheinen etwas zu verbergen. Und bald gibt es eine weitere Leiche mit Bernstein im Rachen. Kann der lukrative Handel mit Bernstein Grund für die Taten sein?
Der Handlung ist spannend und bringt so manche überraschende Wendung. Allerdings ist die Atmosphäre auch sehr düster und bedrückend, also keine locker-flockige Strandlektüre für nebenher.

Veröffentlicht am 08.05.2026

Hochspannend und authentisch

Die Stockholm-Protokolle
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Der Titel ,,Die Stockholm Protokolle“ klingt etwas sperrig und eher trocken. Doch das Buch ist alles andere als das.
Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia, die einer spektakulären Geschichte ...


Der Titel ,,Die Stockholm Protokolle“ klingt etwas sperrig und eher trocken. Doch das Buch ist alles andere als das.
Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia, die einer spektakulären Geschichte in Zusammenhang mit dem schwedischen Ministerpräsidenten auf der Spur war, wurde von ihrem Chef zurückgepfiffen und quasi kaltgestellt. Ihr Ehemann Alfred, der sich bisher mehr um die Familie und den Haushalt gekümmert hat, um Julia erfolgreich Karriere machen zu lassen, wird nun völlig überraschend zum Pressesprecher des schwedischen Ministerpräsidenten ernannt. Alfred, politisch unerfahren, fühlt sich geschmeichelt und will die Chance ergreifen, auch selbst Karriere zu machen. Für Julia jedoch ist völlig klar, dass mit der Ernennung ihres Mannes sie selbst endgültig zum Schweigen gebracht werden soll. Während Alfred sich ins Haifischbecken der Politik begibt und nach und nach Gefallen an den Ränkespielen findet, setzt Julia ihre Recherchen im Geheimen fort, ohne mit Alfred darüber zu sprechen. Doch schon sehr bald merkt sie, dass sie damit sich und sogar ihre Familie in Gefahr bringt.
Allmählich wird auch Alfred klar, dass der sehr erfolgreiche und charismatische Ministerpräsident eine ganz andere, dunkle und gefährliche Seite hat und dass sein Stab ihn um jeden Preis schützen will.
Als Julia sich Alfred endlich anvertraut und die beiden gemeinsam, jeder auf seine Weise und mit seinen Mitteln, recherchiert, wird es so richtig spannend, aber auch richtig gefährlich.
Ein toller Thriller, der sehr realistisch und aktuell wirkt. Das liegt sicherlich auch daran, dass die beiden Autoren vom Fach sind und ganz genau und authentisch beschreiben könne, wie Politik, Macht und Intrigen funktionieren.
Das Ende deutet an, dass es eine Fortsetzung geben könnte.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Unaufgeregt, trotzdem spannend

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Die schwedische Polizeimeisterin Gunni Hilding wird im Jahr 1989 überraschend vom Dezernat für Gewaltverbrechen angefordert, um bei der Suche nach einem verschwundenen achtjährigen Jungen zu helfen. Gunni ...


Die schwedische Polizeimeisterin Gunni Hilding wird im Jahr 1989 überraschend vom Dezernat für Gewaltverbrechen angefordert, um bei der Suche nach einem verschwundenen achtjährigen Jungen zu helfen. Gunni fühlt sich geschmeichelt, allerdings auch noch sehr unsicher, ob sie der Aufgabe wirklich gewachsen ist. Der Junge wird erschlagen im Wald aufgefunden, und es ergeben sich bald zahlreiche Verdächtige. Doch keinem von ihnen kann die Tat nachgewiesen werden. Obwohl Gunni Hilding merkt, dass die Ermittlungen teilweise etwas schlampig geführt werden, wagt sie es nicht, ihren Vorgesetzten zu widersprechen. Doch als sich fünf Jahre später ein ähnlicher Fall ereignet, fallen Gunni sofort die Parallelen auf. Sie versucht, neben den neuen Ermittlungen auch den alten Fall wieder aufzurollen.
Parallel zu den Fällen erfährt man immer wieder etwas über Gunnis eigene familiäre Situation, die sehr problembeladen ist. Da sie sich nicht mehr den Gesetzen der Zeugen Jehovas beugen wollte, wurde sie von ihren eigenen Eltern verstoßen. Nur zu ihrer Schwester Gerd hat sie hin und wieder heimlich Kontakt. Doch dann bemerkt Gunni, dass ihre Schwester genau mit dem Mann verheiratet werden soll, der zu ihrem Rauswurf aus der Gemeinschaft geführt hat.
Man merkt dem Krimi an, dass er in den 80er und 90er-Jahren spielt, da es noch keine Handys und andere, moderne Ermittlungsmethoden gibt.
Mattias Edvardsson erzählt unaufgeregt, was für manche Leser langweilig wirken mag. Mir gefallen sein Stil und seine Sprache. Die Handlung ist schlüssig, wirkt authentisch und trotz Unaufgeregtheit durchaus spannend. Man darf auf eine Fortsetzung gespannt sein.

Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine echte Nervensäge

39 Grad Mord
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Wegen ihrer anhaltenden Schreibblockade wird die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix von ihrem Lektor nach Sizilien in eine Villa geschickt. Die Sonne, das Meer, das gute italienische Essen und auch ...

Wegen ihrer anhaltenden Schreibblockade wird die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix von ihrem Lektor nach Sizilien in eine Villa geschickt. Die Sonne, das Meer, das gute italienische Essen und auch der Wein sollen die störrische und manchmal ziemlich komplizierte Autorin auf andere Gedanken bringen. Doch kaum in Sizilien angekommen, frönt Hannah zwar ausgiebig dem guten Essen und dem Wein, zu schreiben fällt ihr aber dennoch absolut nichts ein. Sie lernt ein wohlhabendes schwedisches Ehepaar kennen und nach ein paar Gläsern zu viel übernachtet sie in deren Villa. Doch am nächsten Morgen liegt die Ehefrau tot in der Küche, vom Ehemann fehlt jede Spur. Hannah, die ein seltenes Talent hat, sich in missliche Lagen zu manövrieren, greift zur Tatwaffe, einem Fleischhammer, um sich zu wehren, falls der Mörder sich noch im Haus befinden sollte. Das führt natürlich dazu, dass Hannah für die lokale Polizei zur Hauptverdächtigen Nummer 1 wird.
Um ihre Unschuld zu beweisen, macht sich Hannah auf eigene Faust an die Suche nach dem Täter, was sie in ziemlich aberwitzige Situationen bringt.
Der Krimi ist nicht ganz so lustig und unterhaltsam wie der Vorgänger „30 Tage Dunkelheit“ und die Handlung doch ziemlich konstruiert. Zwar ist Hannah auch hier eine echte Nervensäge, trinkt zu oft zu viel, ist völlig beratungsresistent. Und doch imponiert sie mit ihrer Halsstarrigkeit und ihrem Biss, den Fall trotz aller Hindernisse aufklären zu wollen. Und so ganz nebenbei schreibt sich auch der von ihrem Verlag so dringend gewünschte Krimi….

Veröffentlicht am 01.03.2026

Gelungener Reihenauftakt

Die Familie sehen und sterben
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Capitano Enzo Rossi führt ein sehr bequemes Ermittlerdasein im Tessiner Süden, nahe der italienischen Grenze. Richtige Kriminalfälle gab es schon lange nicht mehr. Und durch seinen sehr wohlhabenden und ...

Capitano Enzo Rossi führt ein sehr bequemes Ermittlerdasein im Tessiner Süden, nahe der italienischen Grenze. Richtige Kriminalfälle gab es schon lange nicht mehr. Und durch seinen sehr wohlhabenden und einflussreichen Bruder Fabrizio kann sich Enzo Rossi auch fast alles erlauben.
Doch als ihn seine ehrgeizige Assistentin Gemma Crivelli gleich über zwei Leichen informiert, ist für Enzo Rossi das Faulenzerleben erst einmal vorbei. Vor allem, nachdem sich bei beiden Todesfällen ziemlich schnell herausstellt, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt. Als sich dann auch noch die ersten Hinweise verdichten, dass sein Bruder Fabrizio in die Fälle involviert ist, wird es für Enzo Rossi kompliziert. Zudem gibt es zwischen ihm und seiner Schwägerin Jackie, der Frau Fabrizios, ein brisantes Geheimnis, das Enzo unter allen Umständen auch geheim halten will.
Ein interessanter, durch Enzo Rossis teilweise lapidare Sicht auch sehr amüsanter Krimi, der durch die Verknüpfung von Familiengeschichte und Kriminalhandlung gut unterhält.
Gut, dass man am Ende weiß, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt!