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Veröffentlicht am 10.11.2020

Jeder hat etwas zu verbergen....

Frostgrab
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Vor zehn Jahren waren sie eine Clique erfolgreicher Snowboarder, die zusammen in den französischen Alpen trainierten. Milla, Brent, Curtis, seine Schwester Saskia und noch ein paar mehr. Doch innerhalb ...


Vor zehn Jahren waren sie eine Clique erfolgreicher Snowboarder, die zusammen in den französischen Alpen trainierten. Milla, Brent, Curtis, seine Schwester Saskia und noch ein paar mehr. Doch innerhalb der Clique gab es nicht nur Freundschaft, sondern auch extreme Rivalität und Eifersucht. Zum internationalen Erfolg gehört auch der eiserne Wille, zu gewinnen. Und manche sind bereit, dafür alles zu tun.
Als eines Tages Saskia spurlos verschwindet, bricht die Clique auseinander, der Kontakt bricht ab. Nun, 10 Jahre später wird Milla zu einem Treffen mit den alten Freunden in die Alpen-Lodge eingeladen. Widerstrebend, aber auch neugierig sagt sie zu. Doch in der einsamen Lodge zeigt sich schnell, dass keiner weiß, wer eigentlich die Einladungen verschickt hat. Die Handys verschwinden, die Seilbahn steht still und sogar der Strom fällt aus. Jeder von ihnen verdächtigt den anderen, plötzlich fehlen Dinge oder jemand sieht eine davonhuschende Gestalt. Und offenbar hat auch jeder von ihnen mit dem Verschwinden Saskias zu tun, jeder hat etwas zu verbergen. Diese gruselige Atmosphäre versteht Reynolds meisterhaft umzusetzen, man ertappt sich dabei, sich ständig umzusehen. Nicht umsonst heißt das Original ,,Shiver". Für mich als Nicht-Snowboarder fallen allerdings die detaillierten Schilderungen der Trainingsfahrten in der Vergangenheit mit Tricks und Sprüngen etwas zu ausführlich aus. Gut dagegen kann man sich in die Protagonistin versetzen, die für ihren Erfolg sehr hart trainiert und ihren Körper bis aufs Äußerste schindet.
Ein Gänsehaut-Thriller mit überraschenden Wendungen!

Veröffentlicht am 29.10.2020

Albin, der Held

Eiskalte Provence
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Mit der Provence verknüpft man im Allgemeinen Sommer, Sonne, Lavendel und ein Glas Rosé... Im 6. Band der Reihe um den etwas eigenen Ex-Commissaire Albin Leclerc entführt uns der Autor in die vorweihnachtliche ...


Mit der Provence verknüpft man im Allgemeinen Sommer, Sonne, Lavendel und ein Glas Rosé... Im 6. Band der Reihe um den etwas eigenen Ex-Commissaire Albin Leclerc entführt uns der Autor in die vorweihnachtliche Provence, die eine ganz besondere Kulisse für die spannende Krimihandlung bietet.
Während Véronique, Albins Lebenspartnerin, in Vorbereitungen für das Weihnachtsfest schwelgt, geht Albin der ganze Weihnachtsrummel gehörig auf die Nerven. Und so ist für ihn die Anfrage der lokalen Polizei eine willkommene Abwechslung. Die Kollegen, die sich üblicherweise über Albins Einmischungen ärgern, sind nun in der stressigen Vorweihnachtszeit froh, einen Teil der Arbeit an ihn delegieren zu können.
Eine junge Frau wurde in einer Borie, einer kleinen Steinhütte, tot aufgefunden, zurecht gemacht wie eine Braut, aber grausam verstümmelt. Bei seinen Recherchen findet Albin Leclerc heraus, dass die Tote zu dem Volksstamm der Banater gehört hat, die nach dem Zweiten Weltkrieg und später aus Rumänien in verschiedene Regionen und Länder ausgewandert sind. Eine Gruppe der Banater hatte offenbar in La Roque eine neue Heimat gefunden. Albin stößt außerdem auf die Spur einer Sekte und deren charismatischen, aber äußerst gefährlichen Anführer und gerät selbst in Gefahr....

Auch in diesem 6. Band erfährt man viel aus dem Privatleben Leclercs, aber auch der Nebenfiguren. Zwar rückt Castel dieses Mal leider etwas in den Hintergrund und darf ein recht harmonisches Privatleben führen. Dafür rückt Theroux etwas mehr in den Fokus und ist bei so mancher Action mitten drin dabei. Albin selbst wirkt stellenweise etwas zu heldenmäßig, riskiert er doch Leib und Leben für seine Liebsten. Aber so ein bisschen Bruce Willis-Flair tut auch Albin gut, der ja sonst nur mit seinem Mops spazieren gehen darf.
Wer eine Mischung aus spannender Kriminalhandlung mit gruseligen und düsteren Szenen, aber auch einer gehörigen Portion Ironie und Einblicke ins Privatleben mag, kommt in ,,Eiskalte Provence" voll auf seine Kosten.

Veröffentlicht am 27.10.2020

Mord am Orta-See

Isola Mortale
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Simon Strasser, einem ehemaligen Polizei- und Gerichtsreporter, der sich am Lago d’Orta niedergelassen hat, ist auch in der eigentlich ruhigen und besinnlichen Vorweihnachtszeit keine Erholung vergönnt. ...


Simon Strasser, einem ehemaligen Polizei- und Gerichtsreporter, der sich am Lago d’Orta niedergelassen hat, ist auch in der eigentlich ruhigen und besinnlichen Vorweihnachtszeit keine Erholung vergönnt. Als nach einem Sturm die Leiche einer jungen Frau angespült wird, ist aufgrund einer Kopfverletzung schnell klar, dass sie nicht durch einen Unfall zu Tode kam. Bei der Toten handelt es sich um eine Nonne, die erst seit kurzem im Kloster auf der Isola San Giulio gewohnt hat. Offenbar wollte sie nach ihrer vor Jahren am Lago d’Orta verschwundenen Mutter zu suchen. Bei den anderen Nonnen war die ausgesprochen attraktive Schwester Teresa allerdings nicht besonders beliebt. Da die Tote ursprünglich aus Deutschland stammt, wird Simon Strasser von Maresciallo Carla Moretti immer wieder zu dem Fall hinzugezogen, was diesen wiederum wenig stört. Zwar ist über die freien Tage seine Partnerin Luisa aus Deutschland zu Besuch, doch sowohl der Fall als auch Carla Moretti finden Strassers Interesse.

Kurz darauf wird ein Autowrack mit zwei Leichen aus dem See geborgen. Die Ermittlungen führen Carla und Simon zu einem nahe gelegenen Reishof, deren Besitzer einiges zu verbergen haben.

Der Orta-See bietet einen interessanten und noch nicht ganz so bekannten Schauplatz für eine spannende Krimihandlung, bei der auch das Privat- und Gefühlsleben der Protagonisten und die italienische Lebensart nicht zu kurz kommen. Zwar wirkt es nicht immer ganz realistisch, dass Strasser so selbstverständlich in die Polizeiarbeit mit einbezogen wird. Dies tut der spannenden und guten Unterhaltung aber keinen Abbruch.

Veröffentlicht am 18.10.2020

Fällt aus der Reihe

Baskische Tragödie
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Als an einem Strand des Aquitaine ein Paket angespült wird, gefüllt mit reinstem Kokain. geschieht ein tragischer Unfall. Ein Kind probiert die Substanz und fällt ins Koma. Bald werden weitere Pakete ...


Als an einem Strand des Aquitaine ein Paket angespült wird, gefüllt mit reinstem Kokain. geschieht ein tragischer Unfall. Ein Kind probiert die Substanz und fällt ins Koma. Bald werden weitere Pakete angespült. Kommissar Luc Verlain lässt sofort die Strände sperren und ermittelt in dem Fall.
Mit seiner hochschwangeren Kollegin und Lebenspartnerin ist ihm derzeit ein glückliches Privatleben vergönnt, bis ihn eine geheimnisvolle Postkarte aus dem Baskenland erreicht. Schon in den vorigen Bänden gab es immer wieder Andeutungen auf einen geheimnisvollen Fall in der Vergangenheit und einen alten Feind, der sich an Luc rächen will. In diesem vierten Band geht es nun ans Eingemachte. Luc macht sich auf den Weg nach Sebastian. Der Schauplatzwechsel von der französischen Atlantikküste nach Spanien tun der Reihe um den sympathischen Luc Verlain gut. Immerhin darf er nun in einer Stadt, die an einer der schönsten Buchten der Welt gelegen ist, inmitten einer lebendigen und malerischen Altstadt mit urigen Tapasbars ermitteln. Doch Luc wird verhaftet, wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel und dringendem Mordverdacht. Sein alter und offenbar sehr mächtiger Feind zieht alle Register, um an Luc Verlain Rache zu üben. Als französischem Kommissar sind Luc natürlich in Spanien die Hände gebunden, und niemand weiß, wo er sich gerade aufhält, nicht einmal Anouk....
Mich konnte dieser 4. Band trotz des durchaus gelungenen Schauplatzwechsels nicht so recht überzeugen. Zu viele Zufälle, zu viele Personen und Ereignisse, die plötzlich aus dem Hut der Vergangenheit gezaubert werden, lassen die Handlung zum Teil unrealistisch und wenig glaubwürdig erscheinen. So manche überraschende Wendung wird dem Leser durch Rückblicke erklärt, was das Lesevergnügen doch deutlich schmälert.
Schade! Hoffentlich ermittelt Luc nächstes Mal wieder in gewohnter Manier und so, dass man als Leser mitgenommen wird.

Veröffentlicht am 04.10.2020

Subtile Spannung

Wer auf dich wartet
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Die britische Autorin Gytha Lodge ist eine Meisterin der subtilen Spannung und der überraschenden Wendungen. Wie auch im ersten Band ,,Bis ihr sie findet" ermitteln der sympathische DCJ Jonah Sheens und ...


Die britische Autorin Gytha Lodge ist eine Meisterin der subtilen Spannung und der überraschenden Wendungen. Wie auch im ersten Band ,,Bis ihr sie findet" ermitteln der sympathische DCJ Jonah Sheens und seine Kollegen.
Als der Dozent Aidan abends mit seiner Freundin Zoe skypen will, sieht er nur ihr leeres Zimmer. Kurz darauf muss Aidan Kampfgeräusche im Badezimmer mit anhören. Danach ist alles still. Doch Aidan wendet sich erst Stunden später und dann auch nur anonym an die Polizei, die dann auch tatsächlich Zoes Leiche in deren Wohnung findet.
Aidans Aussagen werden immer widersprüchlicher und verdächtiger. Offenbar war seine Beziehung zu der Künstlerin Zoe sehr schwierig und von ständigen Konflikten und Trennungen geprägt. Anscheinend kannte Aidan nicht einmal Zoes aktuelle Adresse! Warum hatte Zoe ihm diese nicht gegeben? Zoe selbst scheint überall sehr beliebt gewesen zu sein, äußerst hilfsbereit und sozial. Doch nicht alle ihre Freunde scheinen ihre Hilfe immer geschätzt zu haben und haben sie wohl eher ausgenutzt.

Die Ermittler stoßen bei ihren Recherchen auf ein verwirrendes Netz aus Verstrickungen, Geheimnissen und Missgunst. Nach und nach erscheint jeder in Zoes Bekanntenkreis verdächtig und der Leser wird immer wieder auf falsche Spuren gelenkt. Allerdings werden dabei manche Konflikte zu detailliert und ausschweifend beschrieben, was stellenweise der Spannung etwas abträglich ist.
Wie im ersten Band wird auch hier die Handlung auf verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was mit gut gefällt.
Auf einen Folgeband darf man sicherlich gespannt sein.