Nach einem Unglück will die deutsche Architektin Tilda alle Brücken in Deutschland hinter sich abbrechen. Im Zimmer ihres verstorbenen Vaters findet sie einen Artikel über ein verlassenes Dorf auf Sardinien, wo sie schließlich für einen Euro eine verfallene Villa ersteht. Das Haus, das ihr die Maklerin eher widerwillig verkauft, möchte sie renovieren und hier, fernab jeglichen Trubels, sich selbst wiederfinden. Doch das Haus scheint ein Eigenleben zu führen, nachts hört Tilda merkwürdige Geräusche. Zudem wirkt das verlassene Dorf gar nicht so verlassen, immer mal wieder läuten die Kirchenglocken oder es geschehen andere, merkwürdige Dinge. Tilda trifft auf den Journalisten Enzo, der die Geschichte des Dorfes erforscht und hin und wieder den letzten Einwohner, den alten Silvio, besucht und interviewt. Plötzlich taucht Tildas jüngerer Bruder Nino bei ihr auf und will einige Zeit bei ihr wohnen, da er sein Unternehmen in Deutschland in den Sand gesetzt und einen Berg Schulden angehäuft hat. Tilda ist zunächst genervt von Ninos Anwesenheit, die beiden Geschwister nähern sich aber allmählich an, indem sie ihre Familienerinnerungen teilen. Doch plötzlich ist Nino wieder verschwunden, ohne ein Lebenszeichen……
Parallel zu dieser Handlungsebene erfährt man aus der Sicht des Mädchens Franca, wie das Leben vierzig Jahre früher in dem Dorf aussah, mit welchen teils grausamen Traditionen und verfestigten Strukturen junge Menschen und vor allem Mädchen zu kämpfen hatten. Ganz allmählich werden die beiden Handlungsebenen zu einem raffinierten, schlüssigen Ganzen miteinander verknüpft. Während der erste Teil eher langsam und reflektierend wirkt, wird die Handlung zunehmend dynamischer und dramatischer bis zum überraschenden Ende.
Mich konnte ,,Der dunkle Sommer“ restlos überzeugen.