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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Gruselig

Die stillen Gefährten
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Wenige Wochen nach der Hochzeit mit Rupert stirbt er und Elsie zieht auf sein abgelegenes Anwesen „The Bridge“. Dort findet sie lebensgroße Holzfiguren, die „stillen Gefährten“. Sie wirken sehr realistisch, ...

Wenige Wochen nach der Hochzeit mit Rupert stirbt er und Elsie zieht auf sein abgelegenes Anwesen „The Bridge“. Dort findet sie lebensgroße Holzfiguren, die „stillen Gefährten“. Sie wirken sehr realistisch, wechseln scheinbar ihren Standort. Was anfangs noch etwas unheimlich wirkt, entwickelt sich zum Albtraum. Was ist noch Einbildung und was ist schon die Realität?

Der Roman besticht für mich durch seine herrlich unheimliche Atmosphäre in dem alten, verfallenen Geisterhaus. Diese merkwürdigen Figuren und die bedrückende Stille passen da perfekt. Langsam wird die Spannung aufgebaut mit einem eher subtilen als blutigem Horror. Es wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Das war für mich manchmal etwas verwirrend, klärt sich dann aber immer mehr auf. Der Roman ist insgesamt eher ruhig. Setzt viel auf die unheimliche Stimmung. Gothic Horror wird hier ordentlich geboten. Der Roman wirkt fast schon wie ein klassischer Gruselroman.

Für alle Fans von viktorianischen Gruselgeschichten eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

So schön

Am Ende der Straße die Schlei
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Konstantin Wagner steht kurz vor seinem 40. Geburtstag. Entscheidungen stehen an. Eine schicke Eigentumswohnung in Hamburg wird gesucht und ist seine Freundin die Frau, mit der er Kinder haben und alt ...

Konstantin Wagner steht kurz vor seinem 40. Geburtstag. Entscheidungen stehen an. Eine schicke Eigentumswohnung in Hamburg wird gesucht und ist seine Freundin die Frau, mit der er Kinder haben und alt werden möchte? Als seine Eltern ihn bitten das Haus der Großmutter an der Schlei zu verkaufen, reist er für ein verlängertes Wochenende hin um Besichtigungen durchzuführen. Doch irgendwas passiert dort mit ihm. Eine innere Ruhe stellt sich ein, ein Gefühl der Verbundenheit. Den Drang einem Kaufinteressenten zuzusagen hat er auch nicht. Aus dem verlängerten Wochenende werden mehrere Tage. Will er wirklich zurück nach Hamburg?

Eine berührende Suche nach sich selbst. Lars Haider gelingt hier eine traumhafte Atmosphäre. Die Beschreibung der Straßen, der Personen und der Landschaft sind so präzise, da hatte ich das Gefühl direkt dabei zu sein. Er will uns nicht bekehren, sondern ermutigt uns Leser auf unser Bauchgefühl zu hören, auf unsere Bedürfnisse und Gefühle einzugehen. Das ist so wunderbar gelungen, dass man direkt selber über einige Entscheidungen im Leben nachdenkt. Still, melancholisch und nachdenklich wird geschrieben. Das Leben an der Schlei wird jetzt nicht komplett idealisiert, auch da ist nicht immer alles schön. Aber diese wunderschöne Natur macht was mit den Menschen, lässt sie zur Ruhe kommen, das Telefon abschalten, sich selbst spüren. Ja und was ist eigentlich Heimat? Der Ort, an dem wir aufgewachsen sind? Der Ort, an dem wir die schönsten Erinnerungen haben? Oder einfach da wo der Arbeitsplatz ist?

Eine berührende Reise zu sich selbst, feinfühlig und warmherzig. Empfehle ich euch ganz unbedingt weiter.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Toll

Bluttochter – Die Schwarzen Juwelen
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Was hatten wir es schwer miteinander. Nach 140 Seiten habe ich erstmal abgebrochen. Losgelassen hat mich das Buch jedoch nicht. Also noch mal ganz von vorn und langsam blieb auch was im Kopf hängen. So ...

Was hatten wir es schwer miteinander. Nach 140 Seiten habe ich erstmal abgebrochen. Losgelassen hat mich das Buch jedoch nicht. Also noch mal ganz von vorn und langsam blieb auch was im Kopf hängen. So viele unterschiedliche Charaktere und ein so komplexes Magiesystem. Das muss erstmal im Kopf verarbeitet werden. Irgendwann beginnen sich die Geschichten miteinander zu verbinden und ab da wurde es einfacher. Die Story ist toll, herrlich düster. Ich hab schon einige Fantasy Romane gelesen aber dieses hier ist absolut nicht vergleichbar. Die Sprache ist so sinnlich und bildhaft, manchmal roh und brutal. Das Setting ist einzigartig, absolut nicht vergleichbar. Eine dunkle Welt voller Magie und Machtspielchen. Definitiv auch nichts für schwache Nerven. Die Charaktere sehr tiefgründig und vielschichtig. Das hat mich hier besonders fasziniert. Das Buch ist eine Herausforderung aber auch eine tolle Leseerfahrung.

Ein Fantasy Buch für Erwachsene mit starken Nerven, die einfach mal in eine ganz andere Welt abtauchen wollen.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Toll

Ich bin Legende
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Eine Seuche verbreitet sich, die niemand aufhalten kann. Menschen werden zu Untoten, zu Vampiren. Der letzte Mensch ist Robert Neville. Nachts stehen die Vampire vor seinem Haus, doch er verbarrikadiert ...

Eine Seuche verbreitet sich, die niemand aufhalten kann. Menschen werden zu Untoten, zu Vampiren. Der letzte Mensch ist Robert Neville. Nachts stehen die Vampire vor seinem Haus, doch er verbarrikadiert sich. Überall hängt er Knoblauch auf. Er recherchiert über die Seuche. Versucht Erklärungen zu finden. Tagsüber geht er raus, sucht nach Nahrung und tötet die Infizierten. Doch wie lange kann er das noch durchhalten?

Ein absoluter Klassiker, den ich bisher noch nie gelesen habe. Den Film mit Will Smith, den kenne ich. Kann mich nicht mehr an alles erinnern aber die Grundidee hat mich damals fasziniert. Nun also als Buch. Meistens sind die ja besser als die Filme. Hier ist das auch so. Der Leser ist direkt mitten im Geschehen. Erklärungen bekommt man im Laufe des Buches. Da gibt es einige Rückblicke. Sehr gruselig war es für mich nicht unbedingt. Da waren die Gedanken und Rückblicke von Robert faszinierender. Spannend wie er mit der Situation umgeht. Trotz seines alleinigen Daseins versucht er mehr über den Virus herauszufinden, hat den Ehrgeiz die Vampire zu vernichten. Ich hab das Buch fast in einem Rutsch gelesen. Es hat mich fasziniert, war nie langweilig. Könnte es direkt nochmal lesen. Ich freu mich ja immer über Romane mit Vampiren für Erwachsene ohne toxische Lovestory. Genau das wurde hier geboten. Die Originalausgabe ist 1971 erschienen, das merkt man dem Buch überhaupt nicht an. Auch die Gestaltung der Neuauflage ist sehr gelungen.

Für alle Fans von düsteren Geschichten ein Muss. Das Buch gehört ins Bücherregal.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Toll

Vor uns die Zeit
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Vierzig Jahre lang hat Mr. Baldwin in der Versicherungsbranche gearbeitet. Jetzt durfte er in den wohlverdienten Ruhestand gehen und weiß nicht so recht was er mit der ganzen Zeit anfangen soll. Der Garten ...

Vierzig Jahre lang hat Mr. Baldwin in der Versicherungsbranche gearbeitet. Jetzt durfte er in den wohlverdienten Ruhestand gehen und weiß nicht so recht was er mit der ganzen Zeit anfangen soll. Der Garten wird neu gestaltet, länger schlafen kann er auch. Aber dann? Seine Frau und die Haushälterin müssen sich auch erst an seine Anwesenheit gewöhnen. Das gelang irgendwann besser aber dann ist da ein großes Nichts. Was soll man sich noch erzählen? Es passiert ja nichts mehr. Bei einem Ausflug schauen sie sich zufällig ein Musterhaus an und bekommen eine Idee. Was wäre nochmal neu anzufangen? An einem anderen Ort, in einem modernen Haus und neuen Nachbarn.

Dieses Buch ist das erste Mal 1936 erschienen. Das habe ich erst später bemerkt und es erklärte so einiges, zum Beispiel warum ein einfacher Versicherungsmitarbeiter eine Haushälterin hat und die Frau auch zu Hause ist. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Sehr einfühlsam beschreibt Sherriff die Probleme, vor die Mr. Und Mrs. Baldwin gestellt werden. Manchmal fast schon niedlich wie sie umeinander rumtänzeln und den anderen beobachten. Das Thema zum neuen Haus wurde mir persönlich etwas zu sehr ausgeschmückt. Das hätte gern kürzer sein dürfen. Sonst wirkten die Protagonisten in ihren Entscheidungen manchmal etwas merkwürdig aber das erklärt eindeutig auch die vergangene Zeit. Heute würde sich so eine Anfangssituation ganz anders weitererzählen lassen. Da wäre ein neues Haus nicht mehr ganz so aufregend. Der Einblick ins Leben in England zu dieser Zeit ist wunderbar gelungen. Vor allem wie die Menschen ticken, mit welchen Ängsten und Sorgen sie zu kämpfen haben. Das hat mir hier richtig gut gefallen.

Ein warmherziger Roman, der tolle Einblicke in zwei ganz normale Menschen vor vielen Jahren gibt. Empfehle ich euch gern weiter.

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