Melancholisch
Europäische ErziehungIm von Nazis besetzten Polen lebt der junge Pole Janek. Seine Familie lebt nicht mehr, er versteckt sich allein in einem Erdloch. Später schließt er sich dem Widerstand an und lernt dort das Mädchen Zosia ...
Im von Nazis besetzten Polen lebt der junge Pole Janek. Seine Familie lebt nicht mehr, er versteckt sich allein in einem Erdloch. Später schließt er sich dem Widerstand an und lernt dort das Mädchen Zosia kennen. Beide haben ihre Aufgaben, sind Boten und Kundschafter. Zusammen mit Juden und Ukrainern kämpfen sie gegen die deutschen Besatzer.
Der Roman hat es in sich. Aus der Sicht von Janek erleben wir die Grauen des Krieges. Das Buch verbindet die Brutalität des Krieges mit der Hoffnung auf einen besseren, aufgeklärten Menschen und Europa als Ort des Wissens und der Kultur. Man muss diesen Roman sehr genau und aufmerksam lesen. Manchmal ist mir das nicht leicht gefallen. Gerade bei der Schwere dieses Themas brauchte ich einige Pausen zwischendurch. Auch an die Ausdrucksweise musste ich mich erst gewöhnen. Erzählt wird recht unaufgeregt, bildhaft und melancholisch. Es gibt viele Dialoge und Rückblenden, die manchmal fast schon poetisch sind.
Ein bewegender Roman, der trotz der Grausamkeit in dieser Zeit weiter Hoffnung auf Bildung, Kultur und Freiheit bietet.