Großartig
Pina fällt ausPina lebt zusammen mit ihrem 20jährigen, autistischen Sohn Leo. Er war immer schon auf sie angewiesen. Ohne sie geht nichts. Sie ist müde, hat Schmerzen und bricht plötzlich mitten auf einer Straßenkreuzung ...
Pina lebt zusammen mit ihrem 20jährigen, autistischen Sohn Leo. Er war immer schon auf sie angewiesen. Ohne sie geht nichts. Sie ist müde, hat Schmerzen und bricht plötzlich mitten auf einer Straßenkreuzung zusammen. Leo ist gerade bei Nachbarin Inge und bald schon wundern sie sich wo die Mutsch bleibt. Es vergehen Stunden und sie kommt nicht. Dann kommen noch die 16jährige Zola und Wojtek, auch Nachbarn, mit ins Spiel. Sie wundern sich über den Krach aus Inges Wohnung. Keiner weiß was mit Leo ist und wie sie mit ihm umgehen sollen. Hoffentlich kommt Pina bald wieder. Doch was, wenn nicht und bis dahin?
Was für ein wunderbarer, warmherziger Roman über Gemeinschaft, Aufopferung und Liebe. Wie weit geht unsere Bereitschaft zu helfen? Meistens doch nur so weit, dass wir unsere eigene Komfortzone nicht verlassen müssen. Alles ist ja ganz wunderbar geregelt. Irgendwer kümmert sich schon. Und die Mutter? Ja, ist halt die Mutter. Das schafft sie schon. Nein, manchmal schafft sie es eben nicht mehr. Und wer interessiert sich eigentlich für Menschen, die nicht so sind, wie es die Gesellschaft gern hätte? Leider noch viel zu wenige. Mich hat so sehr berührt wie Pina niemandem die „Last“ von Leo aufbürden kann aber bei ihr geht es schon irgendwie. Leo ist ein toller Junge. Er lebt in seiner eigenen Welt, die ganz schnell durcheinander kommt, wenn etwas anders verläuft als er es kennt. Dafür kann er viele Dinge, die andere Menschen nicht können. Leider wird das nicht gesehen. Es ist so schön, wie die drei Nachbarn langsam aus ihrem eigenen Mikrokosmos auftauchen und zu einer Gemeinschaft werden. Wojtek arbeitet im Homeoffice, ist einsam. Inge geht gar nicht mehr aus ihrer Wohnung und Zola hat ihre Schule abgebrochen und weiß, außer zocken, nicht viel mit sich anzufangen. Drei unterschiedliche Menschen, doch eins haben sie gemeinsam. Sie wollen Leo unterstützen und ihm die Wünsche erfüllen, die sie irgendwie erfüllen können. Sie wachsen über sich hinaus und die Frage stellt sich: Wer hilft hier eigentlich wem? Ich glaube Inklusion geht anders als wir sie bisher versuchen zu leben. Da ist noch viel Luft nach oben. Und genau solche Romane werden dabei helfen und Menschen die Augen öffnen. Und das auch endlich mal die Mütter gesehen werden. Das macht man nicht einfach mal nebenbei. Bitte mehr davon.
Vera Zischke hat es wieder geschafft. Ich bin restlos begeistert, mir laufen immer noch die Tränen. Nicht belehrend, sondern einfach nur mit ganz viel Gefühl schreibt sie. Klar hab ich das Buch an nur einem Tag gelesen. So viel Liebe, Herz und Mut steckt in diesem Roman. Toll, wenn Bücher solche Gefühle auslösen können. Eine ganz große Empfehlung. Dieses Buch sollte jeder lesen, der lesen kann.