Atmosphärisch
Der Petererhof liegt in den Bergen über dem Inntal, abgelegen vom Dorf. Mit ihrem Vater lebt Babette hier. Den Vater plagt das Alter und Babette muss sich um Tiere, Hof und Haushalt irgendwann allein kümmern. ...
Der Petererhof liegt in den Bergen über dem Inntal, abgelegen vom Dorf. Mit ihrem Vater lebt Babette hier. Den Vater plagt das Alter und Babette muss sich um Tiere, Hof und Haushalt irgendwann allein kümmern. Sie erwartet ein Kind, leichter macht es das nicht. Für das Neugeborene hat sie keine Zeit, einen Vater gibt es nicht. Später, als der Vater nicht mehr lebt, zieht wieder ein Mann auf den Hof um zu unterstützen. Die Bewohner und die Umstände ändern sich. Außer Babette, sie bleibt. Sie kämpft um ihren Hof, lebt ein raues, teilweise einsames Leben.
Über ein paar Jahrzehnte dürfen wir den Petererhof begleiten. Die Sprache ist ganz klar, manchmal rau und doch auch poetisch. Die Einfachheit und Einsamkeit waren spürbar. Beschwerlich war das Leben auf dem Hof. Für die Städter kaum vorstellbar. Und doch auch eine zärtliche Liebeserklärung an dieses bescheidene Leben, an diesem besonderen Ort. Babette hatte es nicht leicht. Sie musste viele Verluste und Enttäuschungen erleben. Die Beziehung zu ihren Söhnen war nicht ganz einfach. Ein großes Thema hier ist Heimat und die Zugehörigkeit. Ist Heimat nur ein Ort? Wie wichtig sind unsere Wurzeln für uns? Atmosphärisch dicht, mit ganz viel Tiefgang hat der Roman einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Leise und eindringlich hallt er nach, bleibt im Kopf.
Ich möchte euch diesen Roman ganz besonders ans Herz legen.