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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2023

Größtenteils gut durchdacht

Guinness World Records für Erstleser - Weltraum
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Von außen wirkt das Buch hochwertig und macht damit einen sehr guten ersten Eindruck. Das Cover verrät bereits, auf was man sich einstellen kann und passt gut zu den vielen Bildern, die sich auch im Inneren ...

Von außen wirkt das Buch hochwertig und macht damit einen sehr guten ersten Eindruck. Das Cover verrät bereits, auf was man sich einstellen kann und passt gut zu den vielen Bildern, die sich auch im Inneren auffinden lassen. Allgemein hervorzuheben ist der schöne und ordentliche Aufbau des Buches. Sich darin zurechtzufinden gelingt mühelos, da es ein Inhaltsverzeichnis gibt und die einzelnen Kapitel zudem farblich voneinander abgetrennt sind. Demnach merkt man, dass in die Gestaltung viel Arbeit geflossen ist. Des Weiteren sind die einzelnen Textfelder eine gute Idee, da der Text nicht massig wirkt und die jungen Lesenden nicht erschlägt. Dass das Buch auf Erstleser ausgerichtet ist, fällt sofort auf. Toll finde ich hierbei nicht nur die kurzen Sätze, die große Schrift sowie die Arbeit mit vielen Bildern und Piktogrammen, sondern auch, dass bei der Auswahl der Schrift darauf geachtet wurde, dass das a nicht dem typischen Computer-a entspricht, sondern so, wie die Kinder es üblicherweise in der Schule lernen. Umständlicher sind dafür die ganzen englischsprachigen Begriffe. Dies kann man dem Buch hinsichtlich der sehr international ausgerichteten Thematik jedoch keinesfalls vorwerfen. Viele Begriffe werden in kleinen Kästen am Rand zudem weiter ausgeführt, auch wenn ich mir hierbei noch eine Erklärung der Begriffe Erdentage, Erdenjahre und Methan gewünscht hätte, da hierbei doch einige Fragen auftreten können.

Positiv anzumerken ist auch die abwechslungsreiche Auswahl an Thematiken, da nicht nur Planeten, sondern unter anderem auch Menschen im All genauer betrachtet werden und somit einiges an Wissen präsentiert wird. Hier haben definitiv nicht nur die jüngeren Leser an Wissen dazugewonnen! Amüsant sind zudem die kleinen Sprechblasen an der Seite, welche ein doch sehr sachlich aufbereitetes Thema auflockern.

Das Buch ist zweifelsohne sehr informativ und gut durchdacht. Demnach sind der bislang aufgeführte und die folgenden Kritikpunkte Jammern auf hohem Niveau, dennoch muss angemerkt werden, dass der Vergleich mit Dieselloks für mich persönlich nicht mehr zeitgemäß ist. Da hätte sich sicherlich ein passenderes Beispiel finden lassen, welches den Kindern vertrauter ist. Zudem hätte im Kapitel der Planeten eine kleine Übersicht über diejenigen in unmittelbarer Nähe zur Erde die Orientierung erleichtert, oder systematisch von einem Planeten zum nächsten gearbeitet werden können, um deren Besonderheiten darzustellen, da die Informationen für einen einzelnen Planeten doch sehr gestreut wurden. Nichtsdestotrotz ist das Buch für Groß und Klein sehr empfehlenswert, wenn man sich näher mit unglaublichen Rekorden im Weltall befassen möchte, da das Buch kindgerecht gestaltet ist und eine tolle Reise in verschiedene Thematiken ermöglicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 08.12.2023

Unterhaltsam

Things We Left Behind (Knockemout 3)
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Zur Aufmachung des Romans lässt sich nicht viel sagen, außer dass es wieder einmal großartig aussieht und perfekt zu den beiden Vorgängern passt. Ich liebe das Cover und habe das Buch zumindest auch diesbezüglich ...

Zur Aufmachung des Romans lässt sich nicht viel sagen, außer dass es wieder einmal großartig aussieht und perfekt zu den beiden Vorgängern passt. Ich liebe das Cover und habe das Buch zumindest auch diesbezüglich sehr gerne in die Hand genommen. Die Geschichte um Sloane und Lucian ist sehr vielversprechend und konnte mich größtenteils überzeugen. Mir hat hierbei sehr gefallen, dass wir nicht nur eine klassische Liebesgeschichte bekommen, sondern zugleich mit ordentlich Spannung verwöhnt werden, da Lucian Sloane unabsichtlich in Gefahr bringt und somit jederzeit mit einer neuen Drohung zu rechnen war. Zwar hat es ein wenig gedauert, bis diese spannungsgeladenen Momente bezüglich des Geschäftes auftraten, doch die Handlung zuvor hat dies problemlos ausgeglichen. Man lernt die zutiefst verschiedenen Charaktere kennen, oder trifft sie wieder, je nachdem, ob man die anderen beiden Bände bereits gelesen hat, und wird dank eines schnellen Einstieges reibungslos in die Geschichte geworfen. Der Freundeskreis ist super unterhaltsam mit lockeren, aber auch ernsten Gesprächen und wirkt damit sehr authentisch, weshalb ich gerne von den gemeinsamen Momenten las. Auch Sloane und Lucian mit ihren Dialogen haben mich immer wieder zum Grinsen gebracht, wobei an dieser Stelle jedoch mein größter Kritikpunkt genannt werden muss. Die Protagonisten sind beide etwa 40 Jahre alt und benehmen sich doch gerne mal wie pubertäre Jugendliche. Das Verhalten wirkte manchmal zu gewollt streitsüchtig, nicht immer, aber doch waren ein paar Momente dabei, die mir einfach zu viel des Guten waren.

Durch die abwechselnde Erzählperspektive hat man die Gefühle, sowohl den Hass, als auch die Liebe, gut nachvollziehen können und hat zugleich immer wieder einzelne Rückblicke in die Vergangenheit der beiden erhalten. Ebendiese haben den Protagonisten reichlich Tiefe verpasst, weshalb das Buch mit einer genialen Hintergrundgeschichte überzeugen konnte. Das Ganze gemischt mit einem lockeren Schreibstil hat mir sehr gefallen und für ein richtiges Wohlfühl-Erlebnis gesorgt. Man fliegt geradezu durch das Buch und wird von Anfang bis Ende gut unterhalten. Das Ende ging mir persönlich doch zu sehr Schlag auf Schlag, vor allem fand ich Lucian viel zu fordernd und Sloane zu sehr nachgebend, doch ich kann auf der anderen Seite verstehen, dass die Autorin auch den beiden Charakteren ihre eigene Familie erlauben wollte. Im Großen und Ganzen ist der Roman somit ein absoluter Genuss und ein würdevoller Abschluss der Reihe. Das Buch lässt sich aber auch problemlos lesen, wenn man die anderen beiden Teile nicht kennt, da die Geschichte von Sloane und Lucian grundlegend aufbereitet wird und man dennoch genug über die anderen Charaktere lernt, um sich ein genaues Bild von ihnen machen zu können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2023

Intensiv

GUY'S GIRL
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Mit dem Cover musste ich zunächst warmwerden, doch je tiefer ich in die Geschichte eintauchte, umso passender fand ich Aufmachung und Titel des Werkes. Zum Einstieg gibt es zu sagen, dass man schnell in ...

Mit dem Cover musste ich zunächst warmwerden, doch je tiefer ich in die Geschichte eintauchte, umso passender fand ich Aufmachung und Titel des Werkes. Zum Einstieg gibt es zu sagen, dass man schnell in das Geschehen geworfen wird und mit den wichtigsten Charakteren konfrontiert wird. Der Anfang ist jedoch zugleich der größte Kritikpunkt am Buch, denn ich konnte mit Ginny überhaupt nichts anfangen. Sie war mir zu sprunghaft und alles an ihr wirkte so, als habe sich die Autorin extra viel Mühe gegeben, um sie besonders zu machen, wobei mir das eine Spur zu viel und fast schon anstrengend war. Vielleicht ist das auch einfach der Tatsache geschuldet, dass Ginny anfänglich wenig Einblicke in ihre Emotionen erlaubte, aber letztendlich musste ich mich doch durch die ersten hundert Seiten quälen und war jedes Mal froh, wenn aus Adrians Perspektive erzählt wurde. Dementsprechend finde ich die abwechselnden Perspektiven gut gewählt und sehr erfrischend, wobei dies zugleich dazu beiträgt, dass man die Komplikationen der Beziehung aus jeder Sicht betrachtet.

Im Mittelteil ist mir Ginny dann schnell sympathischer geworden und die Handlung zog sich auch keineswegs in die Länge. Bei den verschiedenen Charakteren fiebert man nun allmählich doch fleißig mit, dass Ginny nicht in verzwickte Situationen gerät und sich lieber von manchen Personen fernhält. Im Übrigen möchte ich an dieser Stelle vor allem Clay positiv hervorheben. Er war mir von Beginn an super sympathisch, hatte immer passende Worte für Ginny und schafft es dennoch, die Freundesgruppe zusammenzuhalten, was mit Ginny und Finch definitiv keine leichte Aufgabe war. Auch Adrian als Protagonist hat mir sehr gefallen, da er einfach erfrischend ruhig war und doch seine Tiefen aufwies. Die Handlung als solche hat mir großartig gefallen, vor allem der Wechsel von New York nach Budapest, wo das Ganze dann seinen Höhepunkt erreichte. Die Themen Magersucht und Bulimie werden absolut ungeschönt vermittelt, weshalb man als Leser sehr intensiv in die Problematik gezerrt wurde. Folglich sollte man die Anmerkung der Autorin am Anfang des Buches beachten, denn selbst als Leserin, die noch nie mit diesen Problemen zu kämpfen hatte, hat mich das sehr mitgerissen. Gegen Ende hin habe ich regelrecht an dem Buch geklebt und die Seiten förmlich verschlungen. Der einfache Schreibstil hat dem beigetragen und somit war das Werk zum Schluss hin einfach nur noch ein absoluter Lesegenuss.

Abschließend lässt sich also festhalten, dass ich ein wenig gebraucht habe, um mit Ginny zurecht zu kommen, doch wenn sie ihre Gefühlswelt für den Leser öffnet, kann man sich gar nicht mehr von dem Buch lösen. Die angesprochenen Themen sind intensiv dargestellt und sollten zu Beginn des Werkes keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2023

Klasse Spannung, zu wenig Worldbuilding

When The King Falls
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Das Cover ist super schön geworden und passt mit der düsteren Stimmung und dem so fragil wirkenden Blümchen perfekt zum Inhalt des Buches. Auch die innere Gestaltung überzeugt auf ganzer Linie und macht ...

Das Cover ist super schön geworden und passt mit der düsteren Stimmung und dem so fragil wirkenden Blümchen perfekt zum Inhalt des Buches. Auch die innere Gestaltung überzeugt auf ganzer Linie und macht den Roman rein optisch schon einmal sehr ansprechend. Einzigartig finde ich, dass die Playlist nicht einfach nur am Anfang platziert wurde, sondern dass die Kapitel dem konkret zugeordnet werden, sodass die Lieder in die Geschichte einbezogen werden.

Hinsichtlich des Inhalts an sich gilt zu betonen, dass die Idee sehr spannend wirkt und ich diesbezüglich auch keineswegs enttäuscht wurde. Die ersten Kapitel werfen den Leser direkt in das Geschehen und bieten bereits die ersten spannungsgeladenen Momente, derweil es danach für ein paar Seiten ruhiger wird, aber definitiv nicht so, als dass man es als langatmig oder gar langweilig beschreiben könnte. Denn nach einem unerwarteten Vorfall droht eine durchgehende Gefahr für mehrere Charaktere und auch durch weitere, interessante Geschehnisse wird die Spannung aufrechtgehalten. Hinzu kommt Florences fortlaufende Zerrissenheit zwischen ihrer Pflicht und ihren Gefühlen, wobei man als Leser darum bangt, dass sie auf ihr Herz hört. Das Ende birgt einen absolut gemeinen Cliffhanger, dementsprechend konnte ich mich von den letzten Seiten kaum mehr losreißen und habe mit den Protagonisten mitgefiebert, wodurch definitiv ausreichend Interesse am zweiten Teil geweckt wird. Die Charaktere sind mit einer lebensfreudigen Lyra, einer zunächst eher abweisenden Bonnie und einem nicht immer so leicht durchschaubaren Benedict abwechslungsreich und tragen der Spannung dementsprechend auch bei. Florence selbst ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn man ihr in der zweiten Hälfte einfach nur gerne mal einen Schups geben möchte, damit sie ehrlich zu sich selbst wird. Dennoch ist ihre anfängliche Angst gut ausgearbeitet und nachvollziehbar, wobei sie sich stets tapfer gibt und keineswegs anstrengend wirkt. Auch der Schreibstil konnte mich von sich überzeugen, da man mit dieser Leichtigkeit geradezu durch die Seiten fliegen und in einen richtigen Leseflow kommen kann.
Nun aber zu dem Punkt, der mich doch zunehmend mehr gestört hat, denn so gut das Buch in allen anderen Aspekten abschneidet, wurde das Worldbuilding leider vernachlässigt. Man erfährt weder viel darüber, inwieweit sich die Vampire von den Menschen unterscheiden, noch wie Florences Training vor ihrem Aufenthalt im Schloss aussah oder gar, wie das Leben in der Gesellschaft gedacht ist. Der Streit zwischen Florence und Benedict hat mich somit auch nicht wirklich gepackt, da man keine Seite wirklich nachvollziehen kann. Oftmals werden kleine Andeutungen gemacht, doch eine konkrete Beschreibung bleibt aus und somit mangelt es einfach auch an Verständnis hinsichtlich Florences oder Benedicts Perspektive.

Trotz allem ist der Roman allen Vampir- und Fantasyliebhabern zu empfehlen, da er sowohl hinsichtlich Idee, der Charaktere als auch dem Schreibstil überzeugt. Ich hoffe dennoch, dass im zweiten Teil ein wenig mehr über die Welt verraten wird, um Florences und Benedicts Meinungen besser nachvollziehen zu können.

Veröffentlicht am 12.10.2023

Gegen- oder miteinander? Ein aktuell relevantes Thema

Wie wir den Frieden lernten
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Dass die Themen Krieg und Frieden gegenwärtig kaum zur Ruhe kommen, lässt sich nicht verleugnen und sollte somit auch an Kinder herangeführt werden. Dass dies dabei kindgerecht aufbereitet werden sollte, ...

Dass die Themen Krieg und Frieden gegenwärtig kaum zur Ruhe kommen, lässt sich nicht verleugnen und sollte somit auch an Kinder herangeführt werden. Dass dies dabei kindgerecht aufbereitet werden sollte, ist bei einer solch grausamen Thematik zentral und dem Buch einfach fantastisch gelungen. Hierbei wird vor allem ein Alltagsbezug geschaffen, da ein Streit zwischen Parallelklassen definitiv ein Problem ist, mit dem sich die meisten Kinder früher oder später konfrontiert sehen. Und so wie es auch in der Realität ist, ist dabei natürlich die andere Klasse die böse und die eigene eben nicht. Somit ist der Kontext schon einmal sehr authentisch und etwas, womit sich die Lesenden identifizieren können. Toll finde ich es auch, dass die Erzählerin anmerkt, dass die Ursachen für den Streit dabei verdreht werden, um es dramatischer darzustellen, als es letztendlich war, aber wenn man wütend ist, handelt man oftmals nicht rational. Die Rache beider Klassen wird immer raffinierter und bösartiger, bis eingesehen wird, dass es so nicht mehr weitergeht, wodurch der essenzielle Schritt zur einer Konfliktlösung erkannt und angegangen wird. Die Lösung für den Krieg zwischen den beiden Klassen finde ich stark, weil es einem vermittelt, dass man erst einmal sich selbst betrachten sollte, bevor man die Schuld auf Andere schiebt, aber zugleich auch den Anderen offen entgegentreten sollte. Toll ist dabei die wichtige Botschaft, dass nicht gegeneinander, sondern miteinander gearbeitet werden muss, da sonst eine Lösung nicht geschaffen werden kann.

Allgemein gilt zudem zu betonen, dass ich das Cover und die dazu passenden, farbenfrohen Illustrationen sehr gelungen finde und auch sehr beeindruckt von der klimaneutralen Gestaltung und Produktion dieses Buches war, da die Qualität keineswegs darunter gelitten hat. An den Illustrationen ist jedoch zu bemängeln, dass diese zwar meist, aber auch nicht immer das wiederspiegeln, was im Text benannt wird. Exemplarisch kann angeführt werden, dass von Jacken, die an Reißverschlüssen miteinander verkettet werden, geschrieben ist, diese auf dem Bild aber an den Ärmeln verknotet sind. Auch das Bild eines Sushi essenden Mädchens im Kontext des Austauschkonzeptes finde ich weniger gelungen, da man das Fremde kennenlernen soll, aber der Austausch daraus nicht hervorgeht. Dennoch sind die Illustrationen sehr aufwändig und einfach wunderschön.

In Anbetracht des Schreibstils gilt hervorzuheben, dass dieser sehr bildlich, aber weniger authentisch ist, insbesondere, wenn man das Ende des Buches auf die Erzählerin überträgt, da der Wortschatz doch deutlich den eines Kindes übersteigt. Trotz allem handelt es sich hierbei aber um ein pädagogisch wertvolles und kindgerecht aufbereitetes Buch, das eine gegenwärtig relevante Thematik keineswegs herunterspielt, sondern angemessen mit Alltagsbezug angeht und somit eine großartige Lektüre für Kinder und für den Schulkontext darstellt.