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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2025

Witchy Story mit Schwächen

The Deathless One
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„Ich will nicht mehr gesagt bekommen, was ich tun soll. So habe ich mein ganzes Leben verbracht, und jetzt will ich endlich meine eigenen Entscheidungen treffen.“ (Kapitel 7)


Worum geht’s?

Prinzessin ...

„Ich will nicht mehr gesagt bekommen, was ich tun soll. So habe ich mein ganzes Leben verbracht, und jetzt will ich endlich meine eigenen Entscheidungen treffen.“ (Kapitel 7)


Worum geht’s?

Prinzessin Yessamine wird am Tag ihrer Hochzeit umgebracht. Doch mit Hilfe des Todlosen kehrt sie ins Leben zurück und entdeckt ihre Hexenkräfte. Nun will sie die Verantwortlichen finden und ihr Königreich zurückerobern.


Wie war’s?

Ein Buch, das mit seiner düsteren Stimmung perfekt in die dunkle Jahreszeit passt. Ein bisschen hat es mich dadurch an Belladonna erinnert. Jedoch gefiel mir dort der poetische Schreibstil wesentlich besser. Hier hat es mir der Schreibstil deutlich schwerer gemacht und ich habe bis zur Hälfte des Buches gebraucht, bis in endlich drin war. Da gab es doch einige Längen. Dann passierte aber noch einiges, sodass es zum Schluss noch ziemlich spannend wurde.

Womit ich allerdings gar nicht richtig warm werden konnte, war die Beziehung zwischen Yessamine und dem Todlosen. Insbesondere die Spice-Szenen hätte das Buch meiner Meinung nach gar nicht gebraucht. Aber gut, Geschmackssache. 😉

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein unerwartetes Leseerlebnis

Daisy Jones & The Six
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„Wir lieben schöne, kaputte Menschen. Und kaputter oder im klassischen Sinne schöner als Daisy Jones ging es kaum.“ (S. 12)


Worum geht’s?

Daisy Jones erlebt keine besonders behütete Kindheit. Ihr ist ...

„Wir lieben schöne, kaputte Menschen. Und kaputter oder im klassischen Sinne schöner als Daisy Jones ging es kaum.“ (S. 12)


Worum geht’s?

Daisy Jones erlebt keine besonders behütete Kindheit. Ihr ist schon früh klar, dass sie mit ihren eigenen Songs berühmt werden möchte. Schön, willensstark und mit einer starken Stimme gesegnet, schafft sie es auf sich aufmerksam zu machen. Als sie mit The Six auftritt, zeigt sich schnell: Zwischen ihr und Leadsänger Billy Dunne gibt es eine besondere Spannung, die die Fans feiern. Doch die Zusammenarbeit der beiden ist alles andere als einfach.


Wie war’s?

Das Buch ist für mich absolut ungewöhnlich aufgebaut. Es besteht aus fiktiven Interviewzusammenschnitten der einzelnen Charaktere, wodurch ich zunächst ziemlich skeptisch war, ob überhaupt Spannung und ein Erzählfluss aufgebaut werden können. Jetzt kann ich sagen: Ja, das geht! Und im Nachhinein finde ich die Idee genial!
Taylor Jenkins Reid schafft es durch diesen außergewöhnlichen Erzählstil Story und Charaktere so authentisch wirken zu lassen, dass man sich doch wiederholt ins Gedächtnis rufen muss, dass alles nur fiktiv ist. Selbst bei kurzen Erzählpassagen bekommen auch Nebenfiguren so emotionale Tiefe und der Leser die subjektiven Sichtweisen und Gefühle sehr gut zu fassen. Der Erzählstil ist ganz klar die besondere Stärke dieses Buches. Dazu gehören natürlich auch kleine Widersprüche durch die subjektiven Erinnerungen 😉
Den Handlungsverlauf empfand ich nicht großartig überraschend, aber dennoch nicht langweilig. (Stop! Stimmt nicht ganz. Einen völlig unerwarteten Plotttwist gibt es!) Im Fokus stehen hier vielmehr die zwischenmenschlichen Beziehungen. Emotional hat mich das Buch völlig mitgerissen.
Ich bin begeistert und möchte mehr von Taylor Jenkins Reid lesen!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Jahreshighlight!

Black Witch - Prophezeiung
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„Alsbald wird ein Großer Geflügelter sich erheben und seinen furchterregenden Schatten über die Lande werfen. Und so, wie die Nacht den Tag bezwingt, so bezwingt auch der Tag die Nacht, und siehe, eine ...

„Alsbald wird ein Großer Geflügelter sich erheben und seinen furchterregenden Schatten über die Lande werfen. Und so, wie die Nacht den Tag bezwingt, so bezwingt auch der Tag die Nacht, und siehe, eine neue Schwarze Hexe wird sich erheben, und ihre Macht wird alle Vorstellungskraft übersteigen.“ (Erster Teil, Kapitel 10)



Worum geht’s?

Elloren Gardner ist die Enkelin der letzten Schwarzen Hexe und sieht aus wie ihr Ebenbild. Anders als ihre Großmutter verfügt sie jedoch über keinerlei magische Fähigkeiten. Als Elloren schließlich die Chance bekommt sich an der Universität zur Apothekerin ausbilden zu lassen, erkennt sie, dass nicht alle Völker gleich behandelt werden. Und während sie selbst mit Vorurteilen und ihrem familiären Erbe zu kämpfen hat, stellt sich ihr immer mehr die Frage, wer der Gesellschaft wirklich schadet.


Wie war‘s?

Black Witch hat mich absolut positiv überrascht und es verdient weitaus mehr Aufmerksamkeit, als es bisher bekommt!
Insgesamt hat das Buch eine düstere Grundstimmung, die mir von Anfang an durch den Schreibstil und die detailierten Beschreibungen sehr gut gefällt.

Elloren selbst ist zu Beginn noch eine naive, gutgläubige Protagonistin, die jedoch eine großartige Charakterentwicklung durchmacht und zu einer wissbegierigen, hinterfragenden, rebellischen jungen Frau wird.
Sie wird in eine Welt gestoßen, in der Rassismus, Diskriminierung und Unterdrückung Teil des Alltags sind. Dadurch bekommt das Buch eine ganz unerwartete gesellschaftskritische Tiefe.
Besonders gut, gefällt mir das Worldbuilding. Es ist recht komplex durch die vielen verschiedenen Völker, Länder und ihre Beziehungen zueinander. Ähnlich gut finde ich das Magisystem ausgearbeitet. Dadurch ist es ein Buch, das die volle Aufmerksamkeit fordert.

Eine Lovestory bahnt sich ganz slow burn (also wirklich slow) an. Der Fokus liegt klar auf der Story und dem Wordlbuilding. Zum Ende sind immer noch so viele offene Fragen, dass ich gleich im Anschluss mit Band 2 weiter machen musste!

Für mich ein völlig unterschätzter Fantasy-Schatz.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Keine typische Fantasy, aber dennoch besonders

Babel
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„Indem wir die Kunst der Übersetzung perfektionieren, können wir das zurückgewinnen, was die Menschheit in Babel verloren hat.“ (Kapitel 6)


Worum geht’s?

Als seine Familie an der Cholera stirbt, nimmt ...

„Indem wir die Kunst der Übersetzung perfektionieren, können wir das zurückgewinnen, was die Menschheit in Babel verloren hat.“ (Kapitel 6)


Worum geht’s?

Als seine Familie an der Cholera stirbt, nimmt Professor Lovell den jungen Robin von Kanton mit nach England. Dort wächst er zu einem Sprachtalent heran und ergattert einen Studienplatz am legendären Institut für Übersetzung in Oxford: Babel. Hier findet er zum ersten Mal Freunde, lernt aber auch die Schattenseiten der Gesellschaft kennen und es stellt sich für ihn die Frage: Ist Babel das, was er will?


Wie war’s?

Was für ein großartiges Buch! Vorweg: Babel ist kein typisches Fantasybuch. Obwohl es ein Magiesystem gibt, das ein zentraler Punkt des Buches ist, nimmt die Magie selbst wenig Raum ein. Insofern lässt sich Babel vielleicht als historischer Fantasyroman beschreiben.

Es ist dennoch ein ganz besonderes Buch und behandelt aus historischer Perspektive viele gesellschaftskritische Themen wie Rassismus, Kolonialismus, Sklaverei, Industrialisierung, den Opiumkrieg und Frauenrechte. Hut ab vor der Recherchearbeit!

Ein weiterer Fokus liegt auf Sprache und ihrer Bedeutung, da hierauf das Magiesystem aufbaut. Diese Kombination gefällt mir richtig gut, weil sie zeigt, welche Macht Sprache und Worte haben können. Total spannend umgesetzt finde ich auch, dass die Autorin in Kombination mit dem Magiesystem der Geschichte eine ganz neue Deutungsperspektive gibt.

Babel ist auf jeden Fall ein Buch auf das man sich einlassen muss und von dem man keine krassen Plotttwists erwarten darf. Es hat Ansprüche, ist schonungslos, macht betroffen, wütend und hat mich nachdenklich zurückgelassen. Wenn man sich darauf einstellt, wird man mit einem großartigen Leseerlebnis belohnt.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein absolutes Sommer Must-Read

Carrie Soto is back
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“Lass nicht zu, dass etwas, was jemand über die sagt, dein Selbstwertgefühl beeinflusst.“ (S. 32)


Worum geht’s?

Carrie Soto hat sich als erfolgreichste Tennisspielerin ihrer Zeit einen Namen gemacht. ...

“Lass nicht zu, dass etwas, was jemand über die sagt, dein Selbstwertgefühl beeinflusst.“ (S. 32)


Worum geht’s?

Carrie Soto hat sich als erfolgreichste Tennisspielerin ihrer Zeit einen Namen gemacht. Doch als 6 Jahre nach dem Ende ihrer Karriere ihre jüngere Konkurrentin Nicki Chan droht ihre Rekorde zu brechen, trifft Carrie die Entscheidung mit 37 Jahren ein Comeback zu starten und es allen zu zeigen.


Wie war’s?

Was soll ich sagen? Das ist nun mein viertes Buch von TJR und ich war wieder von Anfang bis Ende gefesselt. Diese Frau schafft es einfach, dass ich kein Buch von ihr aus der Hand legen kann.

TJR zeichnet mit Carrie wieder einen besonderen Charakter. Carrie ist wahnsinnig ehrgeizig und vergisst darüber hinaus so einiges. Sie ist nicht unbedingt sympathisch, aber in ihren Charakterzügen dennoch so menschlich und lernt im „Alter“ ganz neue Seiten an sich selbst kennen. Der Schreibstil ist wie gewohnt locker und unkompliziert und absolut mitreißend. So lässt TJR mich leicht in dem Glauben, dass es Carrie und ihre Karriere ganz klar gegeben hat. Nein, natürlich ist auch das wieder eine rein fiktive Geschichte, aber die wirklich gute Recherche gibt mir wieder das Gefühl dabei gewesen zu sein.

Besonders sind hier auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und wie sie sich verändern und weiterentwickeln, auch weil Carrie sich weiterentwickelt. Besonders gefallen hat mir die Beziehung zu ihrem Vater. Die Rollenambivalent zwischen Trainer und Vater hat auch ihre Komplikationen mit sich gebracht, aber dennoch zeichnet sich eine sehr innige Vater-Tochter-Beziehung ab.

Ich fasse es mich kurz: Riesige Leseempfehlung (mal wieder)!

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