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Veröffentlicht am 15.03.2020

Verschwiegenheit

Echo des Schweigens
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Hannes Jansen, ein aufstrebender Rechtsanwalt, und Sophie Tauber, eine angesehene Rechtsmedizinerin, lernen sich zufällig in Berlin kennen und lieben. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Sie ...

Hannes Jansen, ein aufstrebender Rechtsanwalt, und Sophie Tauber, eine angesehene Rechtsmedizinerin, lernen sich zufällig in Berlin kennen und lieben. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Sie arbeiten an dem gleichen Gerichtsverfahren, aber auf unterschiedlichen Seiten. Das stellt natürlich eine schwere Zerreißprobe für das junge ambitionierte Paar dar. Wird ihre Liebe daran zerbrechen? Ein zweiter Handlungsstrang führt den Leser in die Zeit des Nationalsozialismus mit all seinen Schrecken und Gräueltaten. Und dann ist da noch ein Brief, den Sophies verstorbene Mutter ihr hinterlässt. Er führt sie auf die Spur ihres Vaters, der seine Familie sang und klanglos verlassen hat.
Der deutsche Autor Markus Thiele hat sich in seinem Roman „Echo des Schweigens“ durch verschiedene wahre Begebenheiten inspirieren lassen und daraus eine komplexe Geschichte gewoben. In einem klaren und flüssigen Schreibstil erzählt er von rassistischen Verbrechen, aber auch von Hoffnung und Liebe. Anfangs konnte ich dem Geschehen noch nicht so ganz folgen, doch nachdem ich die Personen und Namen verinnerlicht hatte, bekam der Roman für mich eine gewisse Dynamik, einen relativ straffen Spannungsbogen. Denn als Leser möchte man dann alles wissen: Wie ist es zu dem Geschehen, das in der Gerichtsverhandlung beraten wird, gekommen? Gibt es eine Chance für Hannes und Sophie als Paar? Was ist mit Sophies Vater? Und hat die Jüdin Lea die Naziherrschaft überlebt? Und zu guter Letzt: Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen Erzählsträngen? Der Autor versteht es, den Leser zu fesseln und ihn durch die 400 Seiten dieses Buches zu „jagen“. Am Ende des Buches bleibt nur eine Frage offen, die Antwort kann man aber erahnen.
Der Schutzumschlag ist sehr auffällig gestaltet, man fragt sich, was es mit diesen Schattengestalten auf sich hat. Das Cover ist dann davon das Negativ – originell! Der Titel wirkt fast schon poetisch, er gefällt mir und macht neugierig auf das, was dahintersteckt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2020

Super interessant!

Tagesschau und Co. - Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen
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„Tagesschau und Co - Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen“ ist ein sehr interessantes Sachbuch zum Thema Nachrichten für Kinder ab 10 Jahren. In einer klaren und verständlichen Sprache wird ganz ...

„Tagesschau und Co - Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen“ ist ein sehr interessantes Sachbuch zum Thema Nachrichten für Kinder ab 10 Jahren. In einer klaren und verständlichen Sprache wird ganz viel rund um verschiedene Nachrichtensendungen erklärt. Zusätzlich gibt es einige Interviews mit Nachrichtenprofis wie Ingo Zamperoni, Marietta Slomka, Peter Kloeppel, Linda Zervakis, und Jennifer Sieglar von logo!. Die Sachtexte sind nicht zu lang und immer wieder unterbrochen von kleinen Rätseln, Fotos und Illustrationen, das macht das Lesen kurzweilig und spannend. Fake News sind ebenso ein Thema wie Online Redaktionen und Presseagenturen. Auch lustige Pannen während Livesendungen (nicht nur für Kinder amüsant) haben ihren Platz in diesem Buch. Die Autorin Sarah Welk kennt die Welt der Nachrichten aus eigener Erfahrung, das spürt der Leser, man fühlt sich jederzeit kompetent informiert.
Das Cover ist wirklich gelungen, es fällt auf und weist schon ganz anschaulich auf das Thema dieses Buches hin: Nachrichten. Passend dazu wirkt es sachlich und ohne Firlefanz. Der Titel des Buches lässt eigentlich keine Fragen offen. Hier weiß man wirklich auf den ersten Blick, um was für ein Buch es sich handelt. Übrigens ist es auch für Erwachsene interessant zu lesen, ich zumindest habe einiges gelernt und fand es toll, mal hinter die Kulissen einer Nachrichtensendung „schauen“ zu können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 03.03.2020

Realitätsnah

Einsatzfahrzeuge
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Das Buch „Mein junior zum Hören – Einsatzfahrzeuge“ aus der Reihe „Wieso – Weshalb – Warum“, erschienen im Ravensburger Verlag, besticht durch viele Klappen, die von entdeckungsfreudigen Kinderfingern ...

Das Buch „Mein junior zum Hören – Einsatzfahrzeuge“ aus der Reihe „Wieso – Weshalb – Warum“, erschienen im Ravensburger Verlag, besticht durch viele Klappen, die von entdeckungsfreudigen Kinderfingern geöffnet werden wollen. Hinter manchen verbergen sich auch recht witzige Überraschungen, so etwa eine Möwe, die aus Angst vor dem Hubschrauber ihre Beute verliert. Wie der Titel schon sagt, bekommen die Kinder auch die Sounds der Einsatzfahrzeuge zu hören. Manche sind von Kindern einfach wiederzuerkennen, wie z.B. das Martinshorn. Bei anderen Geräuschen, wie dem Prasseln von Flammen, muss man schon ganz genau hinhören, das gefällt mir gut, so bekommen die Kinder eine Vorstellung von dem Lärm, den ein Feuer macht. Die Zeichnungen sind sehr nahe an der Realität, so dass jedes Fahrzeug klar zu erkennen und zu benennen ist. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass in diesem Buch einige Frauen in den vermeintlichen Männerberufen arbeiten und auch unterschiedliche Hautfarben sind vertreten - vorbildlich! Ein bisschen schade ist, dass die Technik im Buch so viel Platz einnimmt, mehr als die Hälfte wird für Batterien, Lautsprecher usw. benötigt. Wahrscheinlich ist das aber nicht anders machbar. Kleinere Kinder versuchen öfters vergeblich weiterzublättern. Die Sounds werden durch Licht ausgelöst, in einer etwas schummrigen Ecke funktioniert das leider nicht. Etwas Angst habe ich um die Pappklappen, eine ist bei uns leider schon verknickt, Kinderhände sind ja nicht so zimperlich… Die Texte hat die Autorin und Illustratorin Marion Kreimeyer-Viss in einer einfachen kindgerechten Sprache verfasst, passend für die junge Zielgruppe.

  • Erzählstil
Veröffentlicht am 27.02.2020

Liebenswert!

Such mich! Wo bin ich?
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Im Such – Buch „Such mich! Wo bin ich?“ von Kathrin Wessel und Bernd Penners begleiten wir ein Eichhörnchen mit einem schwarzen Ohr durch einige unterschiedliche Lebensbereiche von verschiedenen Tieren. ...

Im Such – Buch „Such mich! Wo bin ich?“ von Kathrin Wessel und Bernd Penners begleiten wir ein Eichhörnchen mit einem schwarzen Ohr durch einige unterschiedliche Lebensbereiche von verschiedenen Tieren. Durch einen Park, über eine Wiese, in einen Garten, auf einen Bauernhof, an den Bach, in die Berge und in den Wald geht die abenteuerliche Reise. Jede Seite ist sehr schön illustriert, die Bilder sind klar und ohne Schnörkel, mit einem hohen Wiedererkennungswert auch für kleinere Kinder. Zu jeder Doppelseite gibt es einen kindgerechten Reim, aus der Sicht des Eichhörnchens geschrieben. Am unteren Rand sind die zu suchenden Tiere abgebildet, mit jeweils passendem Adjektiv. Auf jeder Seite sind Sprechblasen über den Tieren mit den passenden Lauten oder Tätigkeiten – meine Lieblingsstelle: ein „köttelndes“ Schaf… In diesem Buch gibt es wirklich sehr viel, auch für kleine Kinder, zu entdecken. Meine 1 ½ jährige Enkelin war ebenso begeistert wie meine 2 und 4jährigen Enkel. Ein tolles Kinderbuch, in das man garantiert öfter mal hinein schaut.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2020

Menschenverachtende Verbrechen

Feuerland
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Die derzeit beurlaubte Kriminalkommissarin Vanessa Frank weiß mit ihrer Zeit nichts Besseres anzufangen als das, was sie gut kann – Ermittlungsarbeit. Ihre Nachforschungen beginnen mit den Entführungsfällen ...

Die derzeit beurlaubte Kriminalkommissarin Vanessa Frank weiß mit ihrer Zeit nichts Besseres anzufangen als das, was sie gut kann – Ermittlungsarbeit. Ihre Nachforschungen beginnen mit den Entführungsfällen zweier reicher Geschäftsmänner und führen sie immer weiter in einen widerlichen Sumpf aus menschenverachtender Geldgier und Größenwahn. Privat muss sie sich nach der unschönen Trennung von ihrem Mann neu orientieren und entdeckt ganz neue Seiten an sich selber. Die Arbeit mit jungen Flüchtlingen gibt ihr mehr als sie sich zuerst eingestehen möchte.
Der schwedische Autor Pascal Engman startet mit dem Thriller „Feuerland“ eine neue Reihe um die unkonventionelle Ermittlerin Vanessa Frank. Verschiedene interessante Handlungsstränge in ganz unterschiedlichen Zonen unserer Erde ergeben ein spannendes Ganzes und gipfeln in einem tollen Finale. Pascal Engman versteht es, den Leser zu fesseln, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Der flüssige, nüchterne Schreibstil hat einen guten Anteil am durchgängig hohen Spannungsbogen. Die Protagonisten sind recht sympathisch, haben aber durchaus auch ihre dunklen Seiten, was sie menschlich und realer macht. Das Thema wühlt auf, es schockiert, wie grausam und kalt Menschen sein können, denn auch wenn es sich hier um Fiktion handelt, liegt dem doch manche Wahrheit zu Grunde. Der Autor hat es geschafft, unmenschliche Verbrechen in einen Roman zu packen und dadurch den Leser für diese Untaten zu sensibilisieren. Sehr gelungen finde ich auch die Episoden in Chile, sie bringen mir ein bis dato mir recht unbekanntes Land näher.
Das feuerrote Cover ist mir direkt aufgefallen und passt vor Allem gut zum Titel „Feuerland“. Dieser passt für mich aber nicht hundertprozentig zum Buch, weil das Geschehen sich etwas außerhalb vom historischen Feuerland abspielt. Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um ein tolles Buch, dessen Lektüre ich wärmstens empfehlen kann!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere