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Veröffentlicht am 06.01.2020

Würdiger Nachfolger

1794
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Jean Michael Cardell, Stadtknecht in Stockholm im Jahr 1794, erhält Besuch einer ihm unbekannten Frau, die ihn bittet, den grausamen Tod ihrer Tochter Linnea in deren Hochzeitsnacht zu untersuchen. Der ...

Jean Michael Cardell, Stadtknecht in Stockholm im Jahr 1794, erhält Besuch einer ihm unbekannten Frau, die ihn bittet, den grausamen Tod ihrer Tochter Linnea in deren Hochzeitsnacht zu untersuchen. Der frisch angetraute Ehemann wurde des Mordes an ihr beschuldigt und ins Irrenhaus eingewiesen. Alle Indizien scheinen auf ihn als Mörder hinzuweisen, doch Cardell ist sich dieser Sache nicht wirklich sicher. So ermittelt er gemeinsam mit Emil, dem Bruder seines verstorbenen Kollegen Cecil, in diesem furchtbaren Verbrechen. Zeitgleich macht Cardell sich auf die Suche nach Anna Stina, die er aus vergangener Zeit kennt, die jetzt aber vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Ein schwieriges Jahr liegt vor dem Stadtknecht.
Der Roman „1794“, geschrieben vom schwedischen Autoren Niklas Natt och Dag, führt den Leser in ein stinkendes und verruchtes Stockholm im Jahr 1794. In einem tollen Schreibstil lässt der Schriftsteller Bilder in den Köpfen des Lesers entstehen, die diesen nicht so schnell loslassen. Man hat diese dreckige Stadt tatsächlich vor Augen, so genau beschreibt er diesen Ort in einer anderen Zeit. Jean Michael Cardell und Emil Winge sind zwei wirkliche Typen, der eine grobschlächtig und aufbrausend, der andere sensibel und weich, beide aber gerechtigkeitsliebend und von ihrer Arbeit überzeugt. Es ist ein fruchtbares Zusammenspiel dieser Protagonisten, die im Übrigen auch ihre dunklen Seiten haben, was dem Buch sehr gut tut. Die Geschichte, die uns Niklas Natt och Dag erzählt, ist sehr grausam, aber auch spannend bis zum Schluss, obwohl man schon bald weiß, wer der Mörder ist. Dieser Roman ist ein würdiger Nachfolger für „1793“, das ich auch schon verschlungen habe. Es ist sicher hilfreich, wenn man den Vorgängerband kennt, aber nicht absolut notwendig.
Das Cover mit der seitenfüllenden Zahl 1794 mit Teilen einer Ansicht von Stockholm (das denke ich jedenfalls)fällt auf und passt sehr gut in die Reihe, ebenso wie der Titel. Ich hoffe schon auf „1795“!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Abenteuer auf dem Bauernhof

Die Heuboden-Bande - Ermittler mit Scha(r)fsinn
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Auf dem Bauernhof Kraut und Rüben haben Schaf Wolle und Huhn Hilde ein Detektivbüro gegründet. Denn nicht alles ist hier so friedlich wie es auf den ersten Blick aussieht: Das Ferkel Pigsel hat einen Fremden ...

Auf dem Bauernhof Kraut und Rüben haben Schaf Wolle und Huhn Hilde ein Detektivbüro gegründet. Denn nicht alles ist hier so friedlich wie es auf den ersten Blick aussieht: Das Ferkel Pigsel hat einen Fremden auf dem Hof gesehen! Es vermutet sogar, dass es sich bei dem Eidringling um einen gefürchteten Wolf handelt! Wolle findet das sehr unheimlich, schließlich sind Wölfe und Schafe bekanntlich nicht die besten Freunde. Da muss ei sehr gut überlegter Plan her, um den Fremden zu enttarnen und Böses vom Hof abzuwenden…
Die Autorin Ann-Katrin Heger hat zusammen mit dem Illustrator Dominik Rupp ein liebenswertes Buch rund um einen ebenso liebenswerten Bauernhof geschaffen. Die Sprache ist kindgerecht, geeignet sowohl zum Vorlesen wie auch zum Selberlesen bei etwas älteren Grundschülern. Die Bilder sind witzig und detailreich gestaltet. Die Geschichte ist originell und regt die kindliche Fantasie an.
Das Cover zeigt das Ermittlerduo mit passenden Requisiten und tierischen Freunden, es wirkt sehr ansprechend und fällt auf. Der Titel „Die Heuboden-Bande“ mit dem scha(r)fsinnigen Untertitel „Ermittler mit Scha(r)fsinn“ ist toll gewählt und macht neugierig. Er weist auf die tierischen Protagonisten hin.
Dieses Buch ist ein kurzweiliges Gesamtpaket für Kinder im Grundschulalter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Auf der Jagd

Missing Boy
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Der Privatermittler Ted Conkaffey und seine skurrile Kollegin Amanda Pharrell arbeiten an einem mysteriösen Fall: Ein kleiner Junge ist spurlos aus einem Hotel verschwunden. Keine Überwachungskamera hat ...

Der Privatermittler Ted Conkaffey und seine skurrile Kollegin Amanda Pharrell arbeiten an einem mysteriösen Fall: Ein kleiner Junge ist spurlos aus einem Hotel verschwunden. Keine Überwachungskamera hat Bilder des Jungen gemacht, er ist einfach vom Erdboden verschwunden. Für Ted kommt der Auftrag zu einem denkbar unpassenden Zeitpunkt, erwartet er doch den ersten Besuch seiner kleinen Tochter, die ihn, nachdem er unschuldig eines Verbrechens bezichtigt wurde, lange Zeit nicht sehen durfte. Doch nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, mit jeder Stunde, die vergeht, wird die Chance, den kleinen Jungen lebend zu finden, kleiner. Ted versucht, beide Ereignisse so gut es ihm möglich ist, zu meistern. Einige örtliche Polizisten haben allerdings etwas gegen den Einsatz der Detektive in diesem Fall…
Die australische Autorin Candice Fox hat mit „Missing Boy“ den dritten Band ihrer Crimson Lake Reihe geschrieben, und auch dieses Buch schließt nahtlos an die spannungsgeladenen Geschichten der Vorgängerteile an. Ihr Schreibstil ist flüssig und lässt den Leser atemlos durch diesen Thriller eilen, die privaten Probleme der Protagonisten tragen zum Spannungsbogen bei. In anderen Büchern stören mich oft die privaten Schwierigkeiten (oft sind es ja Beziehungsprobleme) der handelnden Personen, bei Candice Fox ist es anders, die Probleme sind so speziell, dass sie schon wieder sehr interessant sind. Die Figuren, insbesondere Amanda ist sehr besonders, manchmal mit etwas autistischen Zügen. Die Geschichte wird von einer tollen Grundidee getragen, spannend ausgearbeitet und zu Papier gebracht. Bis zum letzten spektakulären Showdown hat mich dieser Thriller gefesselt. Mich hat auch dieses Buch von Candice Fox wieder restlos überzeugt!
Das Cover passt gut zum Inhalt, hier zu den krokodilbesetzten Sümpfen um Cairns herum. Der Titel passt natürlich gut zum Buch, ist aber nicht besonders originell

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.12.2019

Spannender Thriller

Die perfekte Strafe
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DI Luc Callanach und DCI Ava Turner ermitteln in einem neuen mysteriösen Fall: eine junge Frau wird tot aufgefunden. Nach anfänglichen Zweifeln deutet alles auf Mord hin. Doch es bleibt nicht bei dem einen ...

DI Luc Callanach und DCI Ava Turner ermitteln in einem neuen mysteriösen Fall: eine junge Frau wird tot aufgefunden. Nach anfänglichen Zweifeln deutet alles auf Mord hin. Doch es bleibt nicht bei dem einen Todesfall. Ist hier ein Serienmörder am Werk? Die Polizei arbeitet im Wettlauf gegen die Zeit und gegen einen perfiden Verbrecher. In einem zweiten Handlungsstrang wird Avas ehemaliger Vorgesetzter und Freund tot in seinem Auto entdeckt. Die zuständigen Polizisten gehen von einem Selbstmord aus, doch warum sollte dieser integere Beamte sich das Leben nehmen? Ava kann es nicht fassen und ermittelt auch hier, vorerst inoffiziell.
Der Thriller „Die perfekte Strafe“ ist der dritte Band der Autorin Helen Fields um das Ermittlerduo Callanach und Turner. Ich kenne die ersten beiden Teile dieser Reihe nicht, konnte aber trotzdem recht gut in die Geschichte finden. Alles versteht man nicht auf Anhieb, das meiste erschließt sich jedoch beim Lesen des Buches. Der Thriller basiert auf zwei großen Handlungssträngen, denen die verschiedenen Verbrechen zu Grunde liegen, und auch auf die Privatleben der Ermittler wird noch genauer eigegangen. Und hier liegt mein erster Kritikpunkt: Für mein Empfinden ist die Geschichte etwas überfrachtet. Das stiftet ab und zu Verwirrung, allein schon wegen der Vielzahl der handelnden Personen. Schade, denn ansonsten ist das Buch gut geschrieben, durch den flüssigen Schreibstil liest man schnell durch die Geschichte. Der Täter ist schon relativ früh bekannt, deshalb gibt es in der Beziehung keine großen Überraschungen mehr, trotzdem ist das Buch spannend zu lesen.
Das düstere Cover mit einem Nachtfalter mit gebrochenem Flügel gefällt mir gut und es passt gut in die Reihe, einen direkten Bezug zu diesem Band sehe ich nicht. Auch der Titel „Die perfekte Strafe“ passt gut zu einem Thriller, speziell zu diesem Buch erschließt sich mir der Zusammenhang allerdings nicht.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 31.10.2019

Super!

Zack Herry / In den Klauen des Falken
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Kommissar Zack Herry ist in einer schrecklichen Situation: Er muss blitzschnell entscheiden, ein junges Mädchen zu töten, dass im Begriff ist, ein Selbstmordattentat zu verüben. Das führt bei ihm natürlich ...

Kommissar Zack Herry ist in einer schrecklichen Situation: Er muss blitzschnell entscheiden, ein junges Mädchen zu töten, dass im Begriff ist, ein Selbstmordattentat zu verüben. Das führt bei ihm natürlich zu einem psychischen Problem, doch er hat gar keine Zeit, sich professionelle Unterstützung zu holen, denn ein Kollege von ihm, der undercover im Drogenmilieu tätig war, wird bestialisch ermordet. Dieser Fall hat nun selbstverständlich Priorität, Zack und seine Kollegen setzen alles daran, den skrupellosen Mörder zu finden. Privat hat Zack eine geheimnisvolle schöne Frau für sich entdeckt, die ihn fasziniert und in ihren Bann zieht.
„In den Klauen des Falken“ ist der fünfte Band der Reihe um Zack Herry und seine Kollegin Deniz. Den direkten Vorgängerband habe ich leider nicht gelesen, konnte der Geschichte trotzdem problemlos folgen. Das schwedische Autorenduo Mons Kallentoft und Anna Karolina schreibt einen tollen schnörkellosen Stil, der den Leser nur so durch das Buch jagen lässt. Der Spannungsbogen wird über die 366 Seiten hoch gehalten, das Buch ist voller Action und spannender Entwicklungen im beruflichen wie auch im privaten Bereich der Ermittler. Zack ist ein sehr unkonventioneller Polizist mit viel Herz und dem Mut auch mal die Regeln zu brechen, wenn es der Gerechtigkeit dient. Seine hoffentlich überwundene Drogensucht hat seine Empathie anderen problembeladenen Menschen gegenüber verstärkt. Mit Deniz hat er eine fähige und loyale Partnerin zur Seite. Das traurige und beängstigende Thema dieses Buches ist ein leider sehr aktuelles, hier wunderbar spannend umgesetzt. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass manche Szenen nichts für zartbesaitete Mitmenschen sind, es entsteht ein sehr blutiges Kopfkino. Ein tolles Buch mit starken Protagonisten!
Das Cover mit dem Falken ist ungewöhnlich und fällt auf, außerdem passt es sehr gut zum Titel. Auch der gelbe Rahmen ist außergewöhnlich, das Gesamtbild gefällt mir gut.