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Veröffentlicht am 17.05.2026

Gekonnter Abschluss

The Ruby Circle (3). All unsere Wahrheiten
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Der letzte Band der Highclare Academy hat mich wieder richtig hineingezogen – nicht sofort, aber irgendwann war ich wieder komplett drin. Dieses Gefühl, langsam in eine vertraute, leicht düstere Welt zurückzufinden, ...

Der letzte Band der Highclare Academy hat mich wieder richtig hineingezogen – nicht sofort, aber irgendwann war ich wieder komplett drin. Dieses Gefühl, langsam in eine vertraute, leicht düstere Welt zurückzufinden, mochte ich sehr. Und dann ging alles Schlag auf Schlag: Geheimnisse, Misstrauen, kleine Funken zwischen den Figuren und dieses ständige „Wer steckt hinter dem Master?“. Ich habe wirklich bis zum Schluss im Dunkeln getappt.

Was mich am meisten berührt hat, war die Dynamik zwischen den Charakteren.
Louisa, die versucht, stark zu bleiben, obwohl ihr Vertrauen immer wieder Risse bekommt.
Theo, der ihr näherkommt, als sie es zulassen will.
Atlas, der in diesem Band eine Wärme zeigt, die ich so nicht erwartet hätte.
Diese kleinen Momente, in denen sie als Team funktionieren, haben mich richtig abgeholt – nicht perfekt, nicht glatt, sondern menschlich.

Manchmal war das Spiel des Masters für meinen Geschmack etwas drüber, fast schon zu böse oder zu theatralisch, aber es hat mich trotzdem nicht losgelassen. Und als dann die Enthüllung kam, war ich komplett überrascht. Ich hätte wirklich auf niemanden getippt. Genau das hat die Geschichte für mich lebendig gehalten.

Emotional getroffen hat mich auch alles rund um Twister. Da merkt man, wie eng die Figuren miteinander verwoben sind und wie sehr sie einander brauchen, selbst wenn sie es nicht aussprechen.

Das Ende fühlt sich rund an – nicht perfekt, nicht alles beantwortet, aber stimmig. So ein Abschluss, bei dem man das Buch zuklappt und kurz nachspürt, was man da eigentlich alles mit diesen Figuren erlebt hat.

Fazit:
Ein packender, atmosphärischer Abschluss, der mich mitgerissen hat, auch wenn nicht alles für mich funktioniert hat. Aber das Herz der Reihe – Freundschaft, Geheimnisse, Zusammenhalt – schlägt hier noch einmal besonders laut.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Detailverliebt

Wenn das Eis bricht
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Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen in dieses Buch gestartet: eine grausam zugerichtete Leiche, ein verschwundener Geschäftsmann und ein alter, ungelöster Fall – das klang nach genau der Art Psychothriller, ...

Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen in dieses Buch gestartet: eine grausam zugerichtete Leiche, ein verschwundener Geschäftsmann und ein alter, ungelöster Fall – das klang nach genau der Art Psychothriller, der mich normalerweise sofort packt. Und tatsächlich hat die Geschichte anfangs etwas Versprechendes, eine leise, fast schleichende Spannung, die vor allem durch den Schreibstil entsteht.

Doch je weiter ich gelesen habe, desto deutlicher wurde: Der Fokus liegt weniger auf dem Fall und viel mehr auf den drei Hauptfiguren. Hanne, Peter und Emma werden so ausführlich gezeichnet, dass man fast das Gefühl hat, ihnen beim Denken zuzusehen. Das ist einerseits interessant, weil man wirklich tief in ihre Leben eintaucht – andererseits nimmt es dem Thriller viel Tempo. Manche Passagen fühlten sich für mich eher wie Umwege an, die den eigentlichen Plot ausbremsen.

Die Auflösung konnte mich dann auch nicht mehr richtig überraschen, weil ich schon recht früh eine Ahnung hatte, wohin das Ganze führt. Erst gegen Ende kommt noch einmal etwas Schwung auf, aber da war für mich schon viel Spannung verpufft.

Was ich der Autorin lassen muss: Die Figuren wirken glaubwürdig, manchmal schmerzhaft echt. Nur sympathisch wurde mir leider keiner so richtig – vielleicht, weil ihre privaten Probleme so viel Raum einnehmen, dass der Fall dahinter fast verblasst.

Fazit
Ein Buch, das viel Atmosphäre und starke Charaktere bietet, aber sich in Details verliert und dadurch an Spannung einbüßt. Kein schlechtes Leseerlebnis, aber eben auch keines, das lange nachhallt. Für mich ein „okay“, aber kein „wow“.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Völlig fremde Welt

Unorthodox
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Deborah Feldmans Geschichte hat mich auf eine Weise getroffen, die ich nicht erwartet hatte. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, in zwei Zeiten gleichzeitig zu stehen: hier das moderne New York, dort ...

Deborah Feldmans Geschichte hat mich auf eine Weise getroffen, die ich nicht erwartet hatte. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, in zwei Zeiten gleichzeitig zu stehen: hier das moderne New York, dort ein Leben, das sich wie ein Echo aus dem Mittelalter anfühlt. Die Strenge, die Regeln, die völlige Kontrolle über jede weibliche Entscheidung – das alles wirkt so beklemmend, dass man manchmal den Atem anhält.

Was mich besonders berührt hat, ist Feldmans innere Unruhe. Dieses stille Aufbegehren, das schon in ihrer Kindheit spürbar ist, obwohl sie kaum Worte dafür hat. Dass sie sich heimlich Bücher besorgt, dass sie sich nach etwas sehnt, das sie nicht einmal benennen kann – das macht sie unglaublich nahbar. Gleichzeitig gab es Momente, in denen sie mich irritiert hat. Ihre gelegentliche Überheblichkeit, dieses „Ich werde es besser machen als die anderen“, schafft eine kleine Distanz, die nicht nötig gewesen wäre. Und gerade der Teil, in dem sie die Gemeinde verlässt, bleibt erstaunlich knapp. Da hätte ich mir mehr Offenheit gewünscht, mehr Einblick in das, was sie durchstehen musste.

Auch die vielen jiddischen Begriffe haben mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Ein Glossar ist hilfreich, aber das ständige Blättern nimmt der Geschichte ein wenig von ihrer Wucht.

Trotzdem bleibt das Buch ein starkes, mutiges Zeugnis. Feldman schreibt klar, reflektiert und mit einer leisen, aber spürbaren Verletzlichkeit. Man spürt, wie viel Kraft es sie gekostet haben muss, sich aus diesem Leben zu lösen und sich selbst neu zu erfinden. Und man spürt auch, wie sehr sie damit anderen Frauen eine Stimme gibt, die sonst nie gehört würde.

Für mich ist es ein Buch, das nachhallt – erschütternd, lehrreich, manchmal schwer auszuhalten, aber wichtig. Ein Blick in eine Welt, die man kaum für möglich hält, und gleichzeitig eine Erinnerung daran, wie wertvoll Freiheit ist. Vier Sterne, weil es mich bewegt hat, auch wenn nicht alles rund war.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Viel drum, aber wenig Tiefe

Sieben Tage im Juni
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Sieben Tage im Juni war für mich ein Buch, in das ich mit einer Mischung aus Neugier und hohen Erwartungen gestartet bin. Die Prämisse klang nach genau der Art Geschichte, die mich normalerweise sofort ...

Sieben Tage im Juni war für mich ein Buch, in das ich mit einer Mischung aus Neugier und hohen Erwartungen gestartet bin. Die Prämisse klang nach genau der Art Geschichte, die mich normalerweise sofort packt: zwei Autor*innen, eine gemeinsame Vergangenheit, viel unausgesprochene Spannung. Und tatsächlich gibt es Momente, in denen ich richtig in der Geschichte versunken bin – besonders dann, wenn Eva und Shane aufeinandertreffen und man spürt, wie viel zwischen ihnen unausgesprochen geblieben ist.

Was mich am meisten berührt hat, war Evas Umgang mit ihrer Migräne. Da steckt so viel Realität drin, so viel Belastung, die oft unsichtbar bleibt. Diese Passagen fühlten sich für mich unglaublich authentisch an und haben dem Roman eine Tiefe gegeben, die ich mir an anderen Stellen öfter gewünscht hätte. Auch die Beziehung zwischen Eva und ihrer Tochter hat mich immer wieder zum Lächeln gebracht – warm, lebendig, liebevoll.

Trotzdem hat mich das Buch nicht so mitgerissen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Geschichte zu viel will: zu viele Themen, zu viele Nebenhandlungen, zu viele Figuren, die alle gleichzeitig Raum beanspruchen. Dadurch verliert sich die eigentliche Liebesgeschichte manchmal im Hintergrund. Und gerade die Chemie zwischen Eva und Shane – die ja das Herzstück sein sollte – hat für mich nicht durchgehend funktioniert. Ich habe nicht immer gespürt, warum diese sieben Tage damals so lebensverändernd gewesen sein sollen.

Auch stilistisch war ich zwiegespalten. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, man kommt gut voran. Gleichzeitig gab es Passagen, die mir zu überladen oder zu sprunghaft waren, sodass ich emotional nicht so tief eintauchen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Manche Szenen wirkten fast wie kleine Inseln, die nicht ganz miteinander verbunden sind.

Am Ende bleibt für mich ein Roman, der viel Potenzial hat und in einzelnen Momenten wirklich glänzt – aber nicht konsequent genug, um mich vollständig zu überzeugen. Ich hatte schöne Lesemomente, aber auch solche, in denen ich gedanklich abgeschweift bin.

Für mich sind es deshalb solide 3 von 5 Sternen: ein Buch mit Herz, wichtigen Themen und starken Szenen, das aber nicht die emotionale Wucht entfaltet, die ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Ein leises, warmes Wohlfühlbuch über Mut und erste Liebe

Wie Wellen im Sturm
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Wie Wellen im Sturm hat mich sofort abgeholt – nicht mit großen Dramen, sondern mit dieser stillen, ehrlichen Art, die direkt unter die Haut geht. Louise war mir von Anfang an nah: ein Mädchen, das sich ...

Wie Wellen im Sturm hat mich sofort abgeholt – nicht mit großen Dramen, sondern mit dieser stillen, ehrlichen Art, die direkt unter die Haut geht. Louise war mir von Anfang an nah: ein Mädchen, das sich jahrelang unsichtbar gefühlt hat und plötzlich an einem Ort landet, an dem sie zum ersten Mal wirklich atmen kann. Das Internat an der Nordsee, das Fußballteam, die neuen Freundschaften – all das fühlt sich an wie ein vorsichtiges Wiederankommen im eigenen Leben.

Besonders berührt hat mich, wie behutsam Louises Gefühle für Mika beschrieben werden. Dieses leise Staunen, das Zögern, die Unsicherheit – es wirkt so echt, dass ich vieles davon sofort wiedererkannt habe. Gleichzeitig bleibt Mika lange schwer greifbar, was die Spannung zwischen den beiden nur verstärkt. Als sich ihre Beziehung dann endlich bewegt, ging mir das Tempo allerdings etwas zu schnell. Gerade weil beide so viel mit sich selbst ausmachen, hätte ich mir ein paar Zwischentöne mehr gewünscht.

Sehr mochte ich die Atmosphäre: das Meer, das Internat, die kleinen Alltagsmomente, die zeigen, wie selbstverständlich queere Identität hier gelebt wird. Das tut gut. Auch Louises Entwicklung – vom schüchternen Rückzug hin zu mehr Selbstvertrauen – ist schön zu beobachten.

Ein Punkt, der mich etwas rausgebracht hat, waren die vielen Passagen aus ihrer selbstgeschriebenen Fantasy‑Geschichte. Ich verstehe, was sie erzählerisch leisten sollen, aber für mich nahmen sie etwas zu viel Raum ein und haben mich manchmal aus der eigentlichen Handlung gezogen.

Trotzdem bleibt das Buch für mich ein warmes, queeres Jugendbuch, das Mut macht und ein wohliges Gefühl hinterlässt. Ein schöner Auftakt, der Lust auf die weiteren Bände macht.

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