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Veröffentlicht am 26.12.2020

Integre Ermittler braucht das Land

Mitten im kalten Winter
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Eine Gruppe von Schülerinnen aus einem Elitegymnasium verschwindet samt ihrem Lehrer während einer Klassenfahrt. Kriminalrat Tinus Geving wird die Leitung der Ermittlung übertragen. Schon bald ahnt er ...

Eine Gruppe von Schülerinnen aus einem Elitegymnasium verschwindet samt ihrem Lehrer während einer Klassenfahrt. Kriminalrat Tinus Geving wird die Leitung der Ermittlung übertragen. Schon bald ahnt er und seine SoKo, nicht nur in einer Mordermittlung, sondern mitten in einem Politthriller zu stecken.
Der Fall ist ziemlich verworren, aber durch die verbissene Beharrlichkeit des Ermittlers, an der wir Leser teilhaben dürfen, lüften er und sein Team nach und nach prekäre Geheimnisse. Die gesammelten Fakten lassen immer mehr Zeugen zusammenbrechen und auspacken.
Natürlich ich das Buch geprägt von der mühevollen Ermittlungsarbeit, aber der Autor versteht es, den Leser durch Auflockerungen bei Laune zu halten. Abwechslungsreich streut er Abschnitte mit Kommunikation mittels sms und email zwischen zunächst Unbekannten ein, dann folgen einige Flashbacks des Ermittlers zu einem alten Fall, der ihn ziemlich traumatisiert hat. Auch Rückblicke eines der Opfer kommen vor, desweiteren Ausschnitte aus Fernsehsendungen. Darüberhinaus gibt es viele Szenen-und Ortswechsel. Ich hatte aber nie das Gefühl verloren zu sein.
Das Buch ist meiner Meinung nach richtig gut aufgezogen. Es handelt sich zwar um eine komplexe Geschichte, aber sie ist gut ausgeklügelt und vollständig. Bei mir sind am Ende keine offenen Fragen hängen geblieben. Das Buch endet nicht abrupt, sondern es folgt eine komplette Aufarbeitung des Falls, was ich richtig gut fand. Dadurch habe ich langsam aus der Geschichte gefunden und musste nicht mehr über Unklarheiten nachgrübeln.
Tinus Geving ist ein integrer Ermittler, der sein Päckchen zu tragen hat. Er ist teamfähig und fair. Ein persönlicher Verlust lässt ihn sehr menschlich wirken. Er eignet sich hervorragend als Protagonist für weitere Bände.
Mir hat die Lektüre spannendes Lesevergnügen geschenkt. Deshalb möchte ich die volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2020

Macht Lust auf Eis, auch im Winter

Cremig zart verführt
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Nachdem der Besitzer des walisischen Eiscafés Ambrosial Ice Cream verstirbt, erbt nicht wie erwartet seine langjährige Mitarbeiterin Carys das Traditionscafe, sondern sein im beschaulichen Ort bis dahin ...

Nachdem der Besitzer des walisischen Eiscafés Ambrosial Ice Cream verstirbt, erbt nicht wie erwartet seine langjährige Mitarbeiterin Carys das Traditionscafe, sondern sein im beschaulichen Ort bis dahin völlig unbekannter Großneffe Logan. Von einer großstädtischen Aura umgeben laufen ihm die Einheimischen nicht gerade scharenweise entgegen. Doch Carys muss sich wohl oder übel mit ihm arrangieren, wenn sie weiterhin im Café arbeiten will. Sehr bald erkennt Logan, daß sie die Seele der Eisdiele ist und niemand ihren Kreationen das Wasser reichen kann.
Die Autorin hat die bezaubernde Liebesgeschichte in die wunderbare walisische Landschaft platziert. Carys schafft es, nicht nur Logan für dieses tolle Land zu begeistern, sondern auch mich. Außerdem sind mir ihre Eiskreationen ebenso wie Logan auf der Zunge zergangen. Wie gerne würde ich auch von ihren außergewöhnlichen Sorten wie Whisky-Sahne-Karamell oder Ziegenkäse-Honig-Brombeere probieren.
Die Beziehung zwischen Carys und Logan entspinnt sich ganz zart und blüht langsam auf. Das ist so schön und gefühlvoll beschrieben. Beide umfliegen sich so vorsichtig wie zwei zarte Schmetterlinge. Ein bißchen Drama darf nicht fehlen, sonst ist es allzu rosarot.
Alles in allem ein sehr schöner liebevoller Roman um zwei sympathische Protagonisten, die uns im zweiten Band, in dem es um Carys‘ Schwester Maddie geht, hoffentlich wieder begegnen werden.
Ich kann das Buch für alle Romantiker mit Wunsch auf ein Happy End empfehlen, nicht nur für solche, die Eis lieben.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 14.12.2020

Von Pferden und Beifußhühnern

Die große Liebe fängt man mit dem Lasso
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Tina Wagner hat gerade ihr Architektur-Studium in Berlin abgeschlossen und einen Job in den USA in Aussicht. Vorher macht sie mit ihren beiden besten Freundinnen Urlaub in den Rocky Mountains. Gemeinsam ...

Tina Wagner hat gerade ihr Architektur-Studium in Berlin abgeschlossen und einen Job in den USA in Aussicht. Vorher macht sie mit ihren beiden besten Freundinnen Urlaub in den Rocky Mountains. Gemeinsam nehmen sie an einem 1-wöchigen Abenteuerurlaub zu Pferd teil. Schon auf der Internetseite der Ranch hat ihr der Chef Cody Parker sehr gut gefallen, ein Cowboy wie er im Buche steht.
Diese Abenteuerwoche ist so plastisch beschrieben, daß ich das Gefühl hatte dabei zu sein. Man merkt, daß die Autorin ihre persönlichen Erlebnisse beschrieben hat. Auch war mir stets klar, daß der Umgang mit den Pferden nicht angelesen war, sondern auf Erfahrung beruht. Dieser Ausflug in die Wildnis von Utah hat im Buch berechtigterweise einen großen Raum eingenommen. Leider waren nachfolgende Themen dafür etwas knapper gehalten. Sie hätten meiner Meinung nach mehr Raum verdient.
Es gab lustige Momente, in denen ich herzhaft lachen musste, auch wundersame und nicht zuletzt romantische. Die Geschichte kommt Gott sei Dank ohne künstliche Konflikte und Missverständnisse aus, wofür ich sehr dankbar bin. Das hat das Buch auch gar nicht nötig. Es birgt genug Potential, um die Seiten zu füllen. Wie schon erwähnt, es hätten auch mehr sein können.
Mich hat die Geschichte wunderbar unterhalten und mir dieses tolle Land Utah näher gebracht. Wieso taucht es nicht häufiger in Romanen auf? Es hat alles, was ein romantisches Leserherz sich wünscht.
Auch Nicht-Reiter kommen bei der Lektüre übrigens voll auf ihre Kosten.
Am Ende schließt sich der Kreis und nimmt nochmal Bezug auf den Titel, was ich sehr originell finde.
Von mir gibt es die volle Punktzahl für dieses Wohlfühl-Buch und eine unbedingte Leseempfehlung.

  • Cover
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Veröffentlicht am 09.12.2020

Überwinde Deine Komplexe und gewinne

Eigentlich bin ich eine Traumfrau
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Juli Sommer ist freie Journalistin und lebt eigentlich ein schönes Leben in der Traumstadt Hamburg. Sie geht regelmäßig mit ihren Freunden in das gemeinsame Lieblingsrestaurant Weinstein. Dort analysieren ...

Juli Sommer ist freie Journalistin und lebt eigentlich ein schönes Leben in der Traumstadt Hamburg. Sie geht regelmäßig mit ihren Freunden in das gemeinsame Lieblingsrestaurant Weinstein. Dort analysieren sie gemeinsam ihre Alltage, wie das Freunde eben so machen.
Juli ist allerdings nicht ganz zufrieden mit ihrem Leben, denn zum einen ist das Geld knapp und zum anderen fehlt ihr ein Mann.
Als sie in einer Buchhandlung die Ankündigung einer Lesung mit dem Thriller-Autor Rafael Bleibtreu entdeckt, beschließt sie, daß eben genau dieser Autor ihr Zukünftiger wird. Sie fantasiert sich die gemeinsame Zukunft haargenau zusammen. Leider ist es für eine 30-jährige gar nicht angemessen, so einen Plan durchziehen zu wollen und sich dabei auch noch jede Menge Tips aus Frauenzeitschriften zu holen. Und das ist auch schon mein Kritikpunkt am Buch. Juli agiert oft so naiv und präpubertär, so gar nicht ihrem Alter entsprechend, daß es mich manches Mal genervt hat. Letztendlich hat sie aber die Kurve gekriegt und mich dann wieder befriedet.
Ich mag ihre Freunde sehr gerne. Unterschiedliche, nette, normale Leute. Auch Noah, der Weinstein-Wirt hat mir gut gefallen. Ich hätte mir gewünscht, daß die Atmosphäre im Restaurant deshalb mehr Raum bekommt, nicht zuletzt weil der Titel darauf schließen lässt, daß das Restaurant einen wichtigeren Part in der Geschichte spielt.
Der Schreibstil der Autorin ist komplex: intelligent mit jeder Menge literarischer Stilmittel, wie sie in dem Genre eher unüblich sind: verschachtelte Sätze, Neologismen, Wortspiele, Ironie, Paradoxa und voller Philosophie. „erstaunliche Sanftmut einer Hysterikerin“, „gelassenes und auratisches Wesen von entwaffnender Aufrichtigkeit“, „serviler Schleimer“.
Aber die Figuren und der Verlauf der Geschichte sind nicht so komplex ausgearbeitet, wie man dabei annehmen könnte. So schafft sie den Spagat zwischen anspruchsvollem Schreibstil und leichter Liebesgeschichte.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 09.12.2020

Der Griesgram mit der langen Zündschnur und der Engel von Eden Bay

Ein bisschen Liebe, bitte! (Verliebt in Eden Bay 5) (Chick-Lit;Liebesroman)
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Man kann dem Neuen in Eden Bay viel nachsagen, und das meiste stimmt auch: Waldschrat, Griesgram, unnachgiebiger Dickkopf. Daß er mit dieser Art kräftig bei Ava, dem emotionalen Engel von Eden Bay aneckt, ...

Man kann dem Neuen in Eden Bay viel nachsagen, und das meiste stimmt auch: Waldschrat, Griesgram, unnachgiebiger Dickkopf. Daß er mit dieser Art kräftig bei Ava, dem emotionalen Engel von Eden Bay aneckt, ist da vorauszusehen. Aber genau das ist das spannende. Die beiden haben eigentlich keine Schnittpunkte, begegnen sich aber ständig und fetzen sich ordentlich. Wie man es aus der Eden Bay-Reihe gewöhnt ist, liefern sie sich herrliche Wortgefechte.
Saskia Louis hat aber auch gut dosierten Tiefgang eingebaut. So unterschiedlich die beiden sind, brauchen sie einige Zeit, die Gemeinsamkeiten zu finden und zu schätzen. Dabei hat Wyatt eindeutig die längere Leitung. Beide Protagonisten machen aber letztendlich eine eindrückliche und nachvollziehbare Entwicklung durch.
Mir hat die Mischung aus Liebesgeschichte, prickelnden Szenen, Wortwitz, Kleinstadtleben und einem Hauch Psychologie richtig gut gefallen. Ich finde es erfrischend, daß Saskia Louis ohne künstliche Dramen auskommt. Auch die mir verhassten Verwechslungsgeschichten und Konflikte aufgrund von Nicht-Miteinander-Reden findet man bei ihr vergeblich. Auch liebe ich es, die Protagonisten aus den anderen Bänden wiederzutreffen. Dazu muss man die anderen Bände allerdings nicht alle gelesen haben.
Ich mag die Bewohner von Eden Bay. Am Ende bin ich immer traurig, den Ort verlassen zu müssen. Ist der vorliegende Band wirklich der letzte? Jax und Ethan brauchen doch auch noch den Partner fürs Leben...
Für diesen Lesegenuss vergebe ich die volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung.

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