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Veröffentlicht am 03.09.2025

Will zu viel und liefert nicht

I Know Where You Buried Your Husband
5

“I know where you buried your husband” ist der Debütroman von Marie O’Hare und wird als “Pageturner mit viel schwarzem Humor” angeteasert.
Die Story klingt erstmal vielversprechend: Sofia und ihre vier ...

“I know where you buried your husband” ist der Debütroman von Marie O’Hare und wird als “Pageturner mit viel schwarzem Humor” angeteasert.
Die Story klingt erstmal vielversprechend: Sofia und ihre vier Freundinnen sind seit der Schulzeit eine eingeschworene Gemeinschaft, obwohl die fünf Frauen kaum unterschiedlicher sein könnten. Eines Abends finden sie Sofias Ehemann tot im Wohnzimmer liegen und treffen die - vielleicht etwas fragwürdige - Entscheidung, den Leichnam verschwinden zu lassen, bevor die Polizei zu viele Fragen stellen kann. Danach brechen sie sicherheitshalber den Kontakt untereinander ab und gehen getrennte Wege.
Es scheint so, als ob ihr Plan funktioniert, bis sich sieben Jahre später ein Erpresser meldet, der offensichtlich sehr genau über die Frauen und ihre Vertuschungsaktion Bescheid weiß und droht, alles ans Licht zu bringen.

Nach der Leseprobe dachte ich mir: "Cool, ein Thriller mit schwarzem Humor, einer leicht verrückten Story und starken weiblichen Charakteren”.
Leider konnte das Buch keinen dieser Punkte erfüllen.
Die Story ist zwar nicht langweilig, aber auch nicht sonderlich spannend. Es gab ein paar überraschende Wendungen, aber die konnten mich auch nicht vom Hocker reißen. Pageturner ist also das falsche Wort, aber der flüssige Erzählstil sorgt dafür, dass sich die Seiten beim Lesen locker flockig umklappen lassen.
Der schwarze Humor fehlt meiner Meinung nach vollständig. Auch wenn das Setting dafür passend wäre, fand ich alles zu nüchtern beschrieben, um als schwarzer Humor durchgehen zu können.
Und die starken Frauen sind leider viel zu überzogen dargestellt, so dass ich mich überhaupt nicht mit ihnen identifizieren konnte. Das wäre an sich verkraftbar, aber von einem Buch, das in seinem Klappentext “das Patriarchat beerdigen” möchte, erwarte ich Figuren, die die Frauenwelt nicht nur irrational, krankhaft oder einigermaßen gaga aussehen lassen.

Fazit:
Das Buch verliert sich darin, zu viele Dinge gleichzeitig zu wollen und schafft dadurch mehr Verwirrung als Spannung. Es ist weder Thriller noch Charakterstudie und reißt dabei viele Themen und Probleme in unserer Gesellschaft an, ohne sie zu Ende zu bringen. Mich lässt es etwas ratlos zurück, weil ich nicht weiß, was mir die Autorin sagen möchte.

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  • Schwarzer Humor
Veröffentlicht am 07.08.2025

Instagram in analog

Quarks. Das Journal, das dich schlauer macht
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Die Macher des Quarks Instagram Kanals haben in diesem Buch das geballte Wissen aus der digitalen Welt in die analoge geholt.
Auf ca. 150 Seiten wird pro Seite ein neues Thema behandelt. Die Themen sind ...

Die Macher des Quarks Instagram Kanals haben in diesem Buch das geballte Wissen aus der digitalen Welt in die analoge geholt.
Auf ca. 150 Seiten wird pro Seite ein neues Thema behandelt. Die Themen sind hochaktuell und aus dem Alltag der meisten Menschen gegriffen. Durch kleine Zeichnungen und Statistiken sorgfältig aufbereitet, wird man als Leser:in schnell und unkompliziert informiert. Von Zeitumstellung über Klimakrise oder ‘Teacup Dogs’ ist alles mit dabei.
Jede Seite besteht aus einem Informationsteil und einer kleinen Challenge oder einem Anreiz zur Selbstreflexion.
Von der Art her ist das Buch meiner Meinung nach eher an Jugendliche gerichtet. Gerade die Challenge-Teile haben mich als Erwachsene nicht hundertprozentig angesprochen. Die Texte hingegen fand ich überaus informativ und vor allem auch leicht zu lesen - also super für Zwischendurch, genau wie das digitale Pendant. Diese Kürze könnte auch Lesemuffel zu durchblättern animieren und damit wäre ein Ziel bereits erreicht: uns alle ein wenig mehr in die analoge Welt zu holen.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Leider etwas zäh

Holmes & Moriarty
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Als ich “Holmes & Moriarty” entdeckt habe, war ich von der Idee begeistert, die beiden Erzfeinde zusammen arbeiten zu lassen und die Story aus den zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen.
Erzählt ...

Als ich “Holmes & Moriarty” entdeckt habe, war ich von der Idee begeistert, die beiden Erzfeinde zusammen arbeiten zu lassen und die Story aus den zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen.
Erzählt wird aus der Sicht von Watson (Assistent von Sherlock Holmes) und Moran (Assistent von Professor Moriarty. Die Sichtweisen und Erzählstile der beiden sind unterschiedlich und geben Einblick in ihre Denkmuster, beziehungsweise in die ihrer “Chefs”. Insbesondere die Ansichten von Moriarty sind dem Leser eher neu und somit, wie ich finde, sehr interessant.

Beim Lesen habe ich mich allerdings ziemlich schwer getan: Die teilweise ziemlich verschachtelten Sätze lassen sich nicht so leicht lesen. Ich musste immer mal wieder neu ansetzen und kam insgesamt recht schleppend voran.
Die Story an sich hat mir gut gefallen, aber der Aspekt des Zusammenarbeitens kam irgendwie zu kurz. Das Ganze entwickelt sich zuerst in zwei parallelen Handlungssträngen, in denen jedes Entwicklerteam für sich bleibt. Das wäre an sich nicht so schlimm, aber widerspricht meinen Erwartungen an das Buch und trübt meine Bewertung somit leider deutlich.

Als Fan von Sherlock Holmes Geschichten, würde ich das Buch aber trotzdem immer wieder lesen, wenn ich es entdecke. Und das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, weil es die Stimmung gut rüberbringt und die analytische Denkweise von Holmes und Moriarty unterstreicht.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Die Chemie stimmt

Summer in the City
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“Summer in the City” ist eine perfekte Strandlektüre, humorvoll, angenehm zu lesen und mit zwei Hauptfiguren, bei denen die Chemie stimmt.
Elle ist Drehbuchautorin und hat eine Deadline und eine Schreibblockade. ...

“Summer in the City” ist eine perfekte Strandlektüre, humorvoll, angenehm zu lesen und mit zwei Hauptfiguren, bei denen die Chemie stimmt.
Elle ist Drehbuchautorin und hat eine Deadline und eine Schreibblockade. Deswegen greift sie zu drastischen Mitteln und zieht den Sommer über nach New York, eine Stadt, in der sie zwar studiert hat, in die sie aber eigentlich niemals zurückkehren wollte. Der Grund dafür heißt Parker, ein Start-Up-Millionär, mit dem sie vor 2 Jahren in einem Club rumgeknutscht hat und den sie seitdem hasst. Allerdings äußert sich dieser Hass in sehr produktiven Schreib-Sessions. Also beschließt Elle, sich dem Ganzen zu stellen und hofft, dass New York ihre Schreibblockade beendet. Natürlich trifft sie dort auf Parker, der sich als ihr neuer Nachbar entpuppt, und der bittet sie auch noch, sein Fake-Date zu spielen…
Wenn das Buch nach drei Vierteln beendet gewesen wäre, dann hätte ich definitiv 5 Sterne vergeben. Alex Aster schreibt sehr flüssig, so dass man geradezu durch die Seiten fliegt. Und auch wenn ich mich das eine oder andere Mal über Parker oder Elle aufregen musste, konnte ich das Buch nicht zur Seite legen. Das Aufeinandertreffen von Parker und Elle hat von Anfang an Charme: einerseits ergeben sich ziemlich witzige Situationen und Dialoge und andererseits ist das Knistern zwischen den beiden förmlich zu spüren, die Chemie stimmt definitiv. Ansonsten liefert die Autorin solides RomCom-Material, vielleicht etwas erwartbar, aber deswegen lieben wir es doch .
Und dann kommt das Ende, was mich dazu bewegt, einen Stern abzuziehen. Meiner Meinung nach war das etwas zu bemüht und vor allem drüber. Schade, ich finde, das hätte sich besser lösen lassen…es trübt das Lesevergnügen leider ein wenig.
Nichtsdestotrotz hatte ich großen Spaß beim Lesen und kann “Summer in the City” als Sommerlektüre nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Spannend wie eh und je

Ostseedämmerung
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“Ostseedämmerung” ist bereits der zwanzigste Fall von Pia Korritki vom Lübecker K1, es geht auch noch um einen Cold Case und trotzdem liefert Eva Almstädt Spannung wie eh und je.
Wie immer passiert das ...

“Ostseedämmerung” ist bereits der zwanzigste Fall von Pia Korritki vom Lübecker K1, es geht auch noch um einen Cold Case und trotzdem liefert Eva Almstädt Spannung wie eh und je.
Wie immer passiert das Verbrechen in einem kleinen Dorf an der Ostsee, in dem “man zusammenhält” und “es auf jeden Fall keiner aus der Dorfgemeinschaft war”.
Aber genau dieses “wie immer” (und doch anders) ist es, was mir an den Ostsee-Krimis gefällt. Eva Almstädt schreibt einfach gute Geschichten, die sich schön lesen lassen.

Normalerweise lebt die Reihe für mich vor allem auch von dem Ermittlerteam und dem ganzen Umfeld, aber in diesem Buch stehen die Ermittlungen im Vordergrund und sind so spannend, dass ich das Buch am Ende kaum aus der Hand legen konnte.

Wenn ihr noch nichts von der Reihe kennt, dann ist es immer noch ein spannender Kriminalfall, allerdings kann ich nicht so genau abschätzen wie “störend” das ganze Drumherum ist, das man als Einsteiger natürlich nicht zuordnen kann.
Für alle Fans der Reihe: unbedingt lesen!

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