Wenn Grundrisse beginnen, zu flüstern - Alptraum hinter geschlossenen Türen!
HEN NA IE - Das seltsame HausIn "Hen na e - Das seltsame Haus" von Uketsu bedient sich der anonyme Autor einer ungewöhnlichen Erzählweise, bei der Zeichnungen und Skizzen selbst zu entscheidenden Hinweisen auf das Rätsel der geheimnisvollen ...
In "Hen na e - Das seltsame Haus" von Uketsu bedient sich der anonyme Autor einer ungewöhnlichen Erzählweise, bei der Zeichnungen und Skizzen selbst zu entscheidenden Hinweisen auf das Rätsel der geheimnisvollen Handlung werden. Dieses spannende Konzept eines sogenannten "Sketch Mystery" verknüpft visuelle Details mit dem Prozess des Entschlüsselns, sodass Leserinnen und Leser durch genaues Betrachten der Illustrationen Stück für Stück dem Geheimnis auf die Spur kommen.
Ein vermeintlich perfektes Heim, das sich bald als Spiegel tiefster Ängste entpuppt. Ein Mann interessiert sich für den Kauf einer Immobilie und bittet einen Freund, die Grundrisse auf mögliche Auffälligkeiten zu prüfen. Dieser zieht daraufhin einen Architekten hinzu, und gemeinsam enthüllen sie Schritt für Schritt die verborgenen Rätsel, die in den ungewöhnlichen Plänen zweier Häuser liegen. Dabei stoßen sie auf die düstere Vergangenheit einer alten japanischen Familie, deren Geschichte von Intrigen, Verrat und generationsübergreifenden Fehden geprägt ist - ein Geheimnis, das tief in den Mauern verborgen scheint und sich erst allmählich offenbart.
Die Handlung entfaltet sich schleichend. Wie ein kalter Hauch, der langsam Raum gewinnt. Uketsu versteht es meisterhaft, Spannung nicht durch laute Schocks, sondern durch subtile Störungen aufzubauen. Die Figuren wirken zunächst alltäglich, beinahe banal, doch in ihrem Zusammenspiel offenbaren sie seelische Risse, die sich im Verlauf der Geschichte zu Abgründen weiten.
Die visuelle Gestaltung arbeitet eng mit der Erzählstruktur zusammen, wodurch Text und Bild zu einer unheilvollen Symbiose verschmelzen.
Sprachlich nutzt Uketsu Wiederholungen, Metaphern und elliptische Sätze, die von Heike Platzschke gekonnt übertragen wurden, um das Gefühl der Mystik zu verstärken. Der Aufbau gleicht einem Labyrinth - jedes Kapitel führt tiefer hinein, ohne Ausweg, bis Leserinnen und Leser unweigerlich selbst Teil des Familiengeheimnisses werden.
"Hen na e - Das seltsame Haus" ist kein klassischer Horror, sondern mysteriöser Thrill in visueller Begleitung . Wer Geschichten liebt, die mit Wahrnehmung und Wirklichkeit spielen, wird hier jede Seite verschlingen. Eine eindringliche Empfehlung für alle, die bereit sind, sich in den dunklen Fluren der menschlichen Psyche zu verlieren.