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Veröffentlicht am 08.11.2020

Harte Schicksalsschläge und emotionale Wendungen

All das Ungesagte zwischen uns
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Ein Autounfall macht das Familienleben von Morgan zunichte, denn sie verliert ihren Mann und ihre Schwester. Als wäre das nicht schon genug, muss sie feststellen, dass sie jahrelang belogen wurde. Von ...

Ein Autounfall macht das Familienleben von Morgan zunichte, denn sie verliert ihren Mann und ihre Schwester. Als wäre das nicht schon genug, muss sie feststellen, dass sie jahrelang belogen wurde. Von nun an zählt für Morgan nur noch, ihre Tochter Clara vor all dem zu beschützen. Doch je mehr sie sich darum bemüht, ihre Fassade aufrecht zu erhalten, desto mehr entgleitet ihr ihre Tochter.

Meine Meinung
Endlich wieder ein Colleen Hoover Roman! Ich habe mich so sehr auf dieses Buch gefreut, dass ich direkt zu lesen begonnen habe, als es in meinem Briefkasten landete.

Um ehrlich zu sein, konnten mich die ersten paar Seiten nicht wirklich begeistern. Meiner Meinung nach dauerte es viel zu lange, bis endlich etwas passierte. Vor allem, da ja sogar im Klappentext angedeutet wird, was passieren würde (ich finde sowieso, dass der Klappentext zu viel vorwegnimmt). Da sollte man doch nicht noch so lange warten müssen, oder?

Dafür konnte ich es nach etwa 100 Seiten nicht mehr aus der Hand lesen und habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen. Wobei ich zum Teil aus meinem Lesefluss gerissen wurde, wenn die Kapitel aus der Sicht von Clara kamen. Leider war mir Morgans Tochter nicht so sympathisch wie erwünscht und ich wartete jedes Mal gespannt darauf, dass wieder Morgans Sicht kam.

Leider muss ich etwas erwähnen, das mir schon bei einigen Colleen Hoover Büchern aufgefallen ist. Mir fehlt zum Teil die Nähe zu den Charakteren. Obwohl das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, hatte ich nicht wirklich das Gefühl bei den Charakteren gewesen zu sein oder sie richtig zu kennen. Es fehlten die Bezüge zu den Gefühlen und selbst gewonnene Erkenntnisse der Personen. Den Schreibstil fand ich ansonsten sehr schön fliessend und angenehm zu lesen.

Die Spannung wurde sehr gut aufgebaut und hat mich definitiv gepackt. Zwischenzeitlich war die Handlung etwas vorhersehbar, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Mehr bewegte mich das dazu, auf gewisse Dinge hinzufiebern.

Emotional hat mich das Buch sehr mitgerissen, da ich mir einige Male die Tränen wegwischen musste, auch wenn ich sagen muss, dass es meiner Meinung nach nicht der beste Roman der Autorin war. Dafür fehlte mir eine gewisse Magie, die in meinen Lieblingsbüchern von ihr mitschwebt.

Fazit
Die Mischung aus Spannung und Liebe ist Colleen Hoover wieder mal gelungen. Die Geschichte hat mich emotional sehr mitgerissen und mich nicht losgelassen. Wobei ich fand, dass der Anfang sich etwas zog. Dafür wurde die Spannung gegen Ende des Buches toll aufgebaut.
Den Schreibstil fand ich wie gewohnt angenehm und flüssig zu lesen. Jedoch fehlte mir eine gewisse Nähe zu den Charakteren. Nichtsdestotrotz eine wunderschöne und emotionale Geschichte, die mich einige Male zu Tränen gerührt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Fesselnder und detailreicher Roman über das frühe Mittelalter

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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Edgar wartet im Morgengrauen auf seine Geliebte, doch alles kommt anders: Die Stadt Combe wird komplett von den Wikingern zerstört. Edgars Familie bleibt nichts anderes übrig, als die Stadt zu verlassen ...

Edgar wartet im Morgengrauen auf seine Geliebte, doch alles kommt anders: Die Stadt Combe wird komplett von den Wikingern zerstört. Edgars Familie bleibt nichts anderes übrig, als die Stadt zu verlassen und an einen verlassenen Bauernhof zu ziehen. Zeitgleich streiten andere um Reichtum und Macht in England: Der skrupellose Bischof Wynstan, der idealistische Mönch und Aldred und die Tochter eines normannischen Grafen, Ragna. All ihre Schicksale sind unweigerlich miteinander verbunden, inmitten einer verhängnisvollen Zeit.

Meine Meinung
Ich merke zuerst an, dass es mein erster historischer Roman und mein erster Ken Follett-Roman ist. Während des Lesens habe ich dann auch noch erfahren, dass dieses Buch eine Vorgeschichte ist, aber ich weiss nicht, inwiefern dieser Fakt wichtig für eine Bewertung ist.
Den Anfang fand ich ziemlich packend. Man startet direkt mit Zerstörung und harten Schicksalsschlägen in die Geschichte. Leider ging es dann aber wieder ziemlich schnell herab. Ich hatte keine Lust mehr weiterzulesen, weil nicht wirklich viel geschah. Kaum kam ich wieder ein wenig in die Geschichte rein, wechselte die Sichtweise und man wurde in eine neue Geschichte geschmissen, wo man zuerst herausfinden musste, wo man sich befand, wer dieser Mensch war und was er mit dem Buch zu tun hatte. Ich musste mich sehr oft von Neuem orientieren, was ich sehr anstrengen fand, vor allem am Anfang.
Das Buch war angenehm geschrieben, auch wenn durch den Schreibstil eine gewisse Distanz zu den Personen herrschte, fand ich es passend für das Zeitalter und auch für die Geschichte.
Tatsächlich habe ich hier von der Karte Gebrauch gemacht, da ich sogar nach 300 Seiten nicht wirklich verstand, wo wir uns befanden und was gerade in dem Buch passierte. Wenn es wieder einen Ortswechsel gab, dann war die Karte sehr hilfreich und erleichterte mein Verständnis.
Edgar, der Protagonist, ist sehr schlau, für das, dass er aus einer einfachen Familie kommt. Er hat ein natürliches Verständnis dafür, wie man Boote, Gebäude oder auch Brücken baut. Manchmal wurde dieser Vorgang im Buch beschrieben, wie er seine Überlegungen in die Tat umsetzte oder anderen erklärte, was er gerade tat. Einerseits fand ich es beeindruckend, wie genau das beschrieben wurde und wie viel Wissen dieser junge Mann mit sich trug, andererseits, überflog ich diese Passagen immer, da ich absolut nichts daraus mitnehmen konnte.
Die Charaktere fand ich sehr spannend, denn alle waren so unterschiedlich und alle machten eine Entwicklung durch. Auch die Nebencharaktere fand ich sehr authentisch und glaubhaft. Zum Teil hat mich die Grausamkeit der Menschen zu dieser Zeit sehr erschüttert, aber diese pure Boshaftigkeit, die der Autor damit rübergebracht hat, erstaunte mich.
Gegen Ende, also bei den letzten 400 Seiten, konnte ich das Buch dann fast nicht mehr aus der Hand legen. Zwar gab es auch dort etwas längere Stellen, aber sie waren gut wegzustecken.

Fazit
Obwohl der Einstieg in die Geschichte ziemlich lang war und sich etwas zog, konnte mich die zweite Hälfte sehr gut überzeugen. Der Schreibstil ist angenehm und passt sehr gut in dieses frühe Zeitalter. Am meisten mochte ich die Charaktere und die Entwicklung, die sie alle durchmachten. Sie erschienen alle so authentisch, ob sie jetzt herzlich oder böse waren. Etwas enttäuscht haben mich die ab und zu auftretenden Durststrecken, die sich leider durch das ganze Buch zogen, die man hätte weglassen können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2020

Lustige und interessante Erfahrungsberichte

Happy Eating
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Anastasia Zampounidis ernährt sich zuckerfrei. Aber bis sie zu diesem Punkt in ihrem Leben kam, musste sie vieles hinterfragen und recherchieren und durch viele Selbstversuchte kam sie schliesslich auf ...

Anastasia Zampounidis ernährt sich zuckerfrei. Aber bis sie zu diesem Punkt in ihrem Leben kam, musste sie vieles hinterfragen und recherchieren und durch viele Selbstversuchte kam sie schliesslich auf die Lösung. Was braucht der Körper wirklich, damit wir glücklich sind?

Meine Meinung
Zu Beginn des Buches fühlte ich mich sehr unterhalten von ihrem lockeren und leicht verständlichen Ton. Es gab lustige Kommentare von der Autorin, die die Distanz zwischen ihr und den Lesern verringerte und eine erfreute Atmosphäre erschuf – als würde Anastasia Zampounidis direkt vor uns stehen und uns voller Tatendrang ihre Erfahrungen erzählen.

Für den Anfang fand ich das auch okay, aber mit der Zeit wurde es mir zu «privat» für einen Ratgeber (oder ist es doch eine Biografie?), der einem helfen sollte. Die lustigen Kommentare und persönlichen Anekdoten, die die Stimmung aufgelockert hatten, zogen sich durch das gesamte Buch durch, was an sich grundsätzlich überhaupt nicht verkehrt wäre – wenn das hier eine Biografie wäre. Aber das ist es nicht und deshalb (so lustig und wahr sie auch waren), passten sie für mich hier nicht hinein. Dementsprechend waren es für mich auch zu viele unnötige Informationen, mit denen ich nichts anfangen konnte.

Ich habe leider keine neuen Erkenntnisse durch das Lesen dieses Buches erlangt, was ich sehr schade finde, da mich das Thema wirklich interessiert und ich schon einige Bücher dazu in meinem Bücherregal habe. Es freut mich, dass Anastasia ihre persönliche Lösung gefunden hat und wirklich glücklich damit ist, aber für mich hat es sich nicht gelohnt, das zu lesen. So sympathisch (und manchmal etwas verrückt) Anastasia mir erschien, konnte sie mir nichts Neues beibringen – so gerne ich das auch gewollt hätte.

Fazit
Das Buch wird begleitet von lustigen Kommentaren und interessanten Erfahrungsberichten von Anastasia Zampounidis, die für mich aber eher in eine Biografie als einen Ratgeber passen. Mir gefiel der lockere Ton der Autorin, aber leider habe ich nichts Neues lernen können und habe dementsprechend auch nichts daraus mitgenommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2020

Eine berührende Geschichte über eine starke Frau

Dream Big
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Zeina Nassars grosse Leidenschaft ist das Boxen, aber der Kampf, um ihren Traum ausleben zu dürfen, fand ausserhalb des Rings statt. Sie ist Muslima und hat sich dafür eingesetzt, dass alle mit Kopftuch ...

Zeina Nassars grosse Leidenschaft ist das Boxen, aber der Kampf, um ihren Traum ausleben zu dürfen, fand ausserhalb des Rings statt. Sie ist Muslima und hat sich dafür eingesetzt, dass alle mit Kopftuch an internationalen Wettkämpfen boxen dürfen.

Meine Meinung
Ich bin ehrlich: Anfangs war ich etwas überrumpelt. Irgendwie wusste ich nicht, was mich genau erwartete und wie ich mich mental auf diese Geschichte vorbereiten sollte. Denn gleich zu Beginn wurde man mit Zeinas Familie bekannt gemacht und diese intime Atmosphäre zog sich durch das ganze Buch hindurch. Ich war nicht auf so einen privaten Einblick in Zeinas Leben vorbereitet gewesen und war dementsprechend überrascht, wie ehrlich und offen alles geschrieben war.

Es war schön geschrieben, mit mutmachenden Zitaten von Zeina oder von anderen berühmten Persönlichkeiten, die wiederum Zeina selbst Mut gemacht haben. Aufgrund der Worte, die direkt Zeinas Gedanken zu entspringen schienen, fühlte ich so sehr mit wie selten bei einer Geschichte. Mir ging alles so nahe und ich hatte einige Male Tränen in den Augen, wenn sie berichtete wie sie nach einer Niederlage wieder aufgestanden war und wortwörtlich weitergekämpft hatte. Oder wie sie sich schwierigen Entscheidungen stellen musste und dabei lediglich auf ihr Bauchgefühl vertraute, das sie in eine bestimmte Richtung führte.

Auf jeden Fall werden hier wichtige Themen angesprochen. Einerseits das Kopftuch, weswegen Zeina anfangs nicht an Wettkämpfen antreten durfte. Andererseits aber auch die Rolle der Frau. Ob Muslima oder nicht spielt hier keine Rolle (wie Zeina auch immer wieder betonte, wollte sie nicht nur über ihren Glauben definiert werden). Dieses Buch motiviert einen, spricht einem direkt ins Herz und macht Mut, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und tatsächlich etwas verändern zu wollen.

Fazit
Zeina Nassar erzählt hier von ihren Höhen und Tiefen auf ihrer Karriere, die mich nicht selten tief berührt und bewegt haben. Es herrschte stets eine offene und ehrliche Atmosphäre während des Lesens, was eine gewisse Nähe zur Autorin schaffte.
Dieses Buch macht allen Mut, die Schwierigkeiten auf ihrem eigenen Weg haben und motiviert zum Weitermachen. Wirklich schön!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2020

Eine aussergewöhliche Geschichte über starke Frauen

Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut
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Deka war aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe schon immer eine Aussenseiterin in ihrem Dorf. Als sie dann auch noch goldenes statt rotes Blut besitzt, wird sie als Alaki – ein Dämon gekennzeichnet. Der Kaiser ...

Deka war aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe schon immer eine Aussenseiterin in ihrem Dorf. Als sie dann auch noch goldenes statt rotes Blut besitzt, wird sie als Alaki – ein Dämon gekennzeichnet. Der Kaiser von Otera ist der einzige, der ihr helfen kann. Zuerst aber muss Deka für ihr Land kämpfen – in Alaki-Truppen, wo sie nicht nur lernt zu kämpfen, sondern auch die Gebote infrage zu stellen, die die Frauen schon lange Zeit unterdrücken.

Meine Meinung
Der Anfang dieser Geschichte war packend – und erschreckend. Deka, die in ihren Gedanken so stark und unbefangen wirkt, stellt die Unterdrückung der Frauen in ihrem Land gar nicht infrage. Denn man erfährt, dass Deka nicht rein ist, also goldenes Blut in ihren Adern fliesst, woraufhin sie verstossen wird. Ab diesem Moment beginnt der Prozess ihrer Entwicklung. Deka hinterfragt ihr Leben, ihre Familie, die Regeln und Strukturen, in denen sie aufgewachsen ist und merkt, dass das nicht richtig ist. Ich mochte Deka als Protagonistin auf Anhieb, weil sie einfach eine starke und ergreifende Persönlichkeit ist.

Der Schreibstil war einfach, schön und fliessend. Auch die Geschichte an sich mochte ich sehr gerne, da ich Geschichten mit Dämonen liebe. Es waren zwar nicht so typische Dämonen wie man sie sonst kennt, aber das hat überhaupt nicht gestört – es hat der Geschichte sogar eine gewisse Besonderheit verliehen.

Leider aber ging die Handlung nach dem Einstieg sehr schleppen voran. Es kam nichts wirklich Neues hinzu und es war praktisch derselbe Tagesablauf, der mehrere Male geschildert wurde. Auch die Charaktere machten in dieser Zeitspanne keine merkliche Entwicklung durch, weshalb ich froh war, als nach der Mitte endlich mal wieder ein wenig Spannung aufkam.

Die Beschreibungen dieses westafrikanischen Settings waren gut, aber ich hatte trotzdem grosse Mühe damit, mir vieles vorzustellen. Zwar gibt es eine Karte, aber auch diese hat kein markantes Merkmal an sich, das mir bei der Vorstellung hätte helfen können. Normalerweise kann ich mir schnell Gebäude oder eine gewisse Welt vorstellen, aber hier hat mir das leider gefehlt …

Womit ich auch schon zu meinem nächsten Kritikpunkt komme: Mir fehlte die Atmosphäre – das Feeling in dieser Welt. Jede erfundene Welt hat so ein gewisses Etwas, das sie ausmacht. Hier konnte ich das einfach nicht spüren. Es war nichts da, das mich hätte einnehmen oder für dieses Setting begeistern können. Es wirkte auf mich fast zu wenig durchdacht, was ich sehr schade finde.

Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass mir die Spannung fehlte, die sich durchs gesamte Buch zog. Natürlich gab es Szenen oder Erkenntnisse, die den Fortlauf spannender machten, aber wie bereits erwähnt, gab es nichts, das mich so richtig gepackt und mitgezogen hat. Es gab in der Geschichte Fragen, die fortwährend offen waren – auf die aber leider nicht so gut eingegangen wurde, weshalb sie in den Hintergrund rückten und auch die Spannung mit dahin nahmen.

Fazit
Der Einstieg, die Protagonistin und die Idee der Geschichte gefielen mir sehr gut. Ich mag, wie das Thema der Gesellschaft und den Stellenwert dieser in diesem Buch behandelt werden. Vor allem aber wird auf die Unterdrückung der Frauen eingegangen.
Sehr schade fand ich, dass mir eine gewisse Grundspannung fehlte, die zwar irgendwo im Hintergrund herumlungerte, aber nicht greifbar war. Genau wie die Atmosphäre dieses eigentlich sehr schönen Settings. Es gab nichts in dieser Welt, das mich richtig gepackt hat, auch wenn sie gefüllt war mit Überraschungen, traf ich auf nichts wirklich Besonderes.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere