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Veröffentlicht am 10.03.2026

Zwischen düsterer Distanz und Hoffnung

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Von Beginn an hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen und nicht wieder losgelassen. Es lebt nicht von sonderlich viel Handlung, sondern von dem Zwischenmenschlichen, Philosophischen und Nicht-Greifbaren. ...

Von Beginn an hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen und nicht wieder losgelassen. Es lebt nicht von sonderlich viel Handlung, sondern von dem Zwischenmenschlichen, Philosophischen und Nicht-Greifbaren. Eine düstere Atmosphäre und Ungewissheit sind permanent präsent. An manchen Stellen ist diese kaum auszuhalten, ließ das Buch aber trotz wenig Handlung sehr kurzweilig erscheinen. Ich wollte immer weiterlesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen - nur um mehr Klarheit zu erlangen. Gerade die Unklarheit des Buches sehe ich als seine größte Stärke.
Trotzdem wirkt die Erzählung nicht nur beklemmend, sondern wird auch von lauter kleinen Lichtblicken und Hoffnung durchzogen.
Im zentralen Fokus steht die Frage, was Menschlichkeit bedeutet. Was macht Leben aus? Hier wurde versucht, der Sinnhaftigkeit der menschlichen Existenz auf den Grund zu gehen, grob angerissen, ohne zu einer abschließenden Schlussfolgerung zu gelangen. Die Erzählung steht für sich, ohne dabei allgemeingültig sprechen zu wollen. Vielmehr wird Raum gelassen, selbst zu eigenen Schlüssen und Interpretationsansätzen zu kommen.

Der Schreibstil ist schlicht und wahrt eine gewisse Distanz zum Geschehen. Damit ist dieser auch passend zur Perspektive der Ich-Erzählerin gewählt - wie sich im Laufe der Erzählung herausstellt. Feinfühlige, detailreiche Schilderungen lassen die beschriebenen Charaktere lebendig wirken, zutiefst menschlich und nachvollziehbar.

Diese einzigartige Erzählung ist mehr ein abstraktes Gedankenspiel. Sie scheint realitätsfern zu sein, während sie zeitgleich den tiefsten philosophischen Fragen nachgeht, die den Menschen ausmachen. Für alle Fans offener Enden möchte ich hiermit meine Empfehlung aussprechen, aber auch darüber hinaus ist es eine durchaus lohnenswerte Lektüre.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Düsteres Retelling

Medea
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Der Mythos rund um Medea und die Argonauten: Auf dieses Buch habe ich mich - nicht nur wegen des schönen Covers - unglaublich gefreut. Generell bin ich ein großer Fan von Neuerzählungen, die stereotypische ...

Der Mythos rund um Medea und die Argonauten: Auf dieses Buch habe ich mich - nicht nur wegen des schönen Covers - unglaublich gefreut. Generell bin ich ein großer Fan von Neuerzählungen, die stereotypische Mythen auf den Kopf stellen und einen Perspektivenwechsel ermöglichen, insbesondere feministische Retellings.

Vor einigen Jahren beeindruckte mich auch Christa Wolfs "Medea. Stimmen" und obwohl Bücher für sich selbst stehen sollten, verglich ich ungewollt diese Neuerzählung von Medea häufig mit Christa Wolfs Buch. Aus diesem Grund wurde bei mir auch das Gefühl geweckt, dass in dieser Neuerzählung noch nicht das volle Potenzial des Medea-Mythos' ausgeschöpft wurde. Viele Entscheidungen wirkten auf mich zu konstruiert und nicht wirklich authentisch.
Zwar fand ich den Beginn des Buches noch stark, Medeas Handlungen waren nachvollziehbar und auch das Ende des Buches hat gut gepasst, aber der mittlere Teil überzeugte mich handlungstechnisch nur teilweise. Auf der einen Seite fand ich das Zusammenspiel aus kaputten Elternhaus, keiner wirklichen Perspektive und einer toxischen Beziehung sehr wichtig für die Handlung und auch nachvollziehbar für alles Kommende. Auf der anderen Seite habe ich Medeas weitere Facetten und ihre Vielschichtigkeit vermisst. Ihr Umfeld hat sie gebrochen und ich denke, ihre Rolle als Opfer war auch eine wichtige Botschaft in diesem Buch. Allerdings wirkte sie plötzlich flach, kopflos und hatte nicht mehr wirklich viel mit der eigentlichen Medea zu tun.
Der Schreibstil hat mich von sich überzeugt und hat einen flüssigen Lesefluss ermöglicht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich von dieser Neuerzählung ein wenig enttäuscht war. Das Buch konnte mich nicht in allen Aspekten, wie der Handlung und Medeas Charakterentwicklung, überzeugen. Trotzdem war es ein spannendes und düsteres Retelling, das ich gerne gelesen habe. Viele Themen, wie Perspektiv- und Wurzellosigkeit, die Suche nach Zugehörigkeit und der Sinnsuche im Leben, sind heute immer noch aktuell und fanden durch dieses Buch Gehör.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Eine astronomisch gute Liebesgeschichte

Atmosphere
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An das neue Buch von Taylor Jenkins Reid hatte ich hohe Erwartungen - und diese wurden nicht nur erfüllt, sondern noch übertroffen.

Ich persönlich bin ein kleiner Astronomie Nerd und dass ausgerechnet ...

An das neue Buch von Taylor Jenkins Reid hatte ich hohe Erwartungen - und diese wurden nicht nur erfüllt, sondern noch übertroffen.

Ich persönlich bin ein kleiner Astronomie Nerd und dass ausgerechnet TJR eine Liebesgeschichte geschrieben hat, in welcher die Raumfahrt eine so zentrale Rolle spielt, hat mich mehr als glücklich gemacht. Die Thematik war wundervoll umgesetzt, es gab an geeigneten Stellen sinnvoll eingewobenes Fachwissen über Astronaut:innen, Sterne und die NASA, welches die Geschichte sehr glaubhaft wirken ließ. Spürbar war, wie intensiv die Autorin sich mit der Thematik im Vorhinein auseinander gesetzt hat und wie viel Recherche dahintersteckt. Im Endeffekt ist "Atmosphere" aber spürbar kein reines Fachbuch, sondern eine Liebesgeschichte, welcher entsprechend viel Raum gegeben wird.

Der Schreibstil war wie gewohnt sehr angenehm, ich hatte durchgängig einen guten Lesefluss. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Vergangenheit und Gegenwart. Dadurch wurde von der ersten bis zur letzten Seite eine unglaubliche Spannung aufgebaut, welche mich das Buch kaum aus der Hand hat legen lassen. Das Ende hat wie ein Meteorit bei mir eingeschlagen: unerwartet und voller Emotionen, es hat mich zu Tränen gerührt (das passiert äußerst selten). Ob im positiven oder negativen Sinne, bleibt offen.

Dazu haben auch die Charaktere beigetragen, sie waren authentisch, was ihre Beziehungen untereinander nur echt und deren Entwicklung glaubwürdig wirken ließ. Joan ist so stark und gleichzeitig so menschlich, ich habe sie und viele der anderen Charaktere absolut in mein Herz geschlossen (Frances!). Was es bedeutet, in diesen Zeiten als eine der ersten Astronautinnen in einem männerdominierten Feld sich selbst und die eigenen Fähigkeiten permanent vor anderen nicht nur beweisen zu müssen, sondern zusätzlich dazu auch noch Queerfeindnis ausgesetzt zu sein, stellt TJR hier gesellschaftskritisch da.
Besonders inspirierend fand ich es, die (fiktive) Reise einer der ersten NASA-Astronautinnen bis zum Erreichen ihres Traumes miterleben zu können. Diese Geschichte ist auch eine Erinnerung an alle Frauen und Mädchen da draußen, dass sie alles schaffen können.

Dieses Buch war bis zum Überlaufen gefüllt mit Mut, Vorbildern, herzerwärmenden Momenten, gesunder Kommunikation, Queerness, Feminismus, was es bedeutet, ein Zuhause für jemanden zu sein und vor allem Liebe.
Es ist ein neues Herzenshighlight von mir und ich kann es wirklich jeder Person da draußen nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 02.04.2024

Durchwachsen, aber unterhaltsam

Corpus Delicti
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Für den Schreibstil gibt es 10/10! Bei der Handlung hat mir noch etwas gefehlt, etwas, das mich komplett in seinen Bann zieht. Außerdem wirkte der Ernst der Lage nicht in allen Situationen greifbar, sondern ...

Für den Schreibstil gibt es 10/10! Bei der Handlung hat mir noch etwas gefehlt, etwas, das mich komplett in seinen Bann zieht. Außerdem wirkte der Ernst der Lage nicht in allen Situationen greifbar, sondern auf eine für mich unpassende Art zu humorvoll. Trotzdem ein durchweg interessantes Buch, auch das offene Ende hat mich nach einigem Nachdenken überzeugt.

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Veröffentlicht am 02.04.2024

Idyllisch

No Longer Yours - Mulberry Mansion
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Ein wundervolles Buch. Atmosphärisch, authentisch und so wundervoll bildlich geschrieben. Ich bin verliebt in den Schreibstil von Merit Niemeitz! Absolute Leseempfehlung.

Ein wundervolles Buch. Atmosphärisch, authentisch und so wundervoll bildlich geschrieben. Ich bin verliebt in den Schreibstil von Merit Niemeitz! Absolute Leseempfehlung.

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