Profilbild von bookdragoonNele

bookdragoonNele

aktives Lesejury-Mitglied
offline

bookdragoonNele ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookdragoonNele über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2020

wundervolles tiefgründiges Buch mit Humor und genauso viel Gefühl

It was always love
0

In den letzten Jahren hat sich mein Verhältnis zu Buchreihen immer mehr verändert. Besonders was New Adult und Liebesromane als solches angeht, konnte ich immer mehr für mich herausfinden, was ich mag ...

In den letzten Jahren hat sich mein Verhältnis zu Buchreihen immer mehr verändert. Besonders was New Adult und Liebesromane als solches angeht, konnte ich immer mehr für mich herausfinden, was ich mag und was mir eher weniger gefällt. Die größte Schwierigkeit bezüglich Reihen, bei denen jeder Band von einem neuen Paar handelt, war für mich die Distanzierung von den jeweiligen Charakteren. Jedes Mal fiel es mir schwer, mich auf die Geschichte von zwei neuen Protagonisten einzulassen, wenn mein Herz noch an dem Paar aus dem ersten Band hing. Vielleicht erging es euch mal ähnlich. Doch mittlerweile ist das anders und je nachdem, wie sehr ich die Nebencharaktere bereits im ersten Buch geliebt habe, freue ich mich umso mehr auf ihre Geschichte.

Bei dem ersten Band von Nikola Hotel „It was always you“ erging es mir genau so. Ich mochte Noah von Anfang an wirklich sehr. Deswegen habe ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet und das Buch gleich angefangen, als es bei mir zu Hause eingetrudelt ist. Ein riesengroßes Dankeschön geht an den wundervollen Kyss-Verlag! Ich freu mich jedes Mal, wenn ich eines eurer Bücher als Rezensionsexemplar lesen darf:)

Auch in diesem Schätzchen waren die Handletterings sehr schön gestaltet und wundervoll im Lesefluss integriert. Ich liebe diese Details wirklich sehr, da es den Charakteren gleich viel mehr Leben einhaucht und sie greifbarer für den Leser werden. An dieser Stelle auch ein großes Lob an die Illustratorin! Die Geschichte von Aubree ging mir schon direkt auf den ersten Seiten sehr nahe. Nach einer Nacht, an die sie jegliche Erinnerung verloren hat, fliegt die Studentin von der Uni und will einfach nur noch weg. Kurzerhand packt sie ihre Sachen und zieht zu ihrer besten Freundin Ivy nach New Hampshire. Sie versucht die Gedanken an die Party zu vergessen und auch das Foto, das von ihr im Internet kursiert, zu ignorieren. Doch so leicht, wie sie es sich vorgestellt hat, ist es nicht und zu ihrer Überraschung trifft sie nicht auf ihre beste Freundin, sondern Ivys Stiefbruder, der mit seiner impulsiven und doch einfühlsamen Art sofort hinter die Fassade blickt, die sie mit aller Kraft aufrecht zu halten versucht.

Bereits die ersten fünfzig Seiten vergingen, ohne auch nur einmal ordentlich durchatmen zu können. Man ist sofort im Geschehen, fühlt sich Aubree unsagbar nahe und inhaliert jedes Wort. Das liegt vor allem an Nikolas flüssigen Schreibstil, der einen nur so durch die Seiten fliegen lässt. Sie schafft es auf wundervolle, ergreifende Weise Humor und Tiefgründigkeit zu verbinden und einen emotionalen Roman zu erschaffen, der einen sofort unter die Haut geht. Ich habe viel gelacht – sehr viel sogar, aber genauso viele Tränen sind vergossen. Im Mittelpunkt der Handlung steht nicht unbedingt die Liebesgeschichte der beiden Hauptprotagonistin, sondern die menschliche Entwicklung und das Wachsen an Herausforderungen. Man begleitet Aubree von einem Tiefpunkt ihres Lebens, wie sie wieder Vertrauen fasst – sowohl in andere, aber auch in sich selbst. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Gefühle beider Protagonisten werden deutlich, obwohl man nur aus der Sicht von Aubree auf das Geschehen blicken kann. Auch die Protagonisten aus dem ersten Band bekommen einen kleinen Auftritt und Ivy als beste Freundin spielt somit eine doch größere Rolle im Roman. Asher bleibt ein wenig im Hintergrund, jedoch liegt das vor allem an der Beziehung zwischen den beiden Brüdern. Insgesamt gab es viele Momente, in denen ich kurz Pause machen musste. Doch ist besonders das charakterliche Wachsen der Protagonisten ein Prozess, der sehr authentisch und berührend behandelt wurde und das Buch zu weit mehr als einem simplen 0815-Roman macht. Damit will ich keinesfalls sagen, dass die behandelten Themen nicht schon in irgendeiner Weise in einem New Adult Buch aufgegriffen wurde, sondern, dass hier auf jeden Fall der nötige Tiefgang vorhanden war, wodurch es einem versagt wurde, sich nicht in das Geschehen hineinreißen zu lassen.

Noah war ein sehr interessanter Charakter, der auch wie Aubree einiges durchgemacht hat. Die Familiengeschichte kannte ich bereits aus dem ersten Band, doch der Einblick in Noahs Kopf bzw. seine Gefühlswert war lediglich am Rande beleuchtet und blieb mehr oder weniger außen vor. Ich mochte die Szenen auf der Reitanlage sehr und musste mich eigentlich gleich in ihn verlieben. Da ich selbst reite, hatte er schon im ersten Teil gewisse Pluspunkte 😀 Im Gesamten ist es der Autorin auf jeden Fall gelungen, all die aufkommenden Fragen zu beantworten und einen wundervollen Abschluss zu kreieren. Leider heißt es jetzt Abschied nehmen von Hampshire und den Charakteren.

Ich kann beide Bücher wirklich nur jedem empfehlen und lege euch die Reihe wirklich ans Herz. Es ist perfekt, um sich vollkommen auf den Seiten zu verlieren und die Realität zu vergessen. Für mich steht jetzt schon fest, dass ich die Romane auf jeden Fall noch ein weiteres Mal lesen werde.

5 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2020

Gelungener Auftakt mit ein paar Schwächen

Celestial City - Akademie der Engel
1

Jeder, der mich etwas genauer kennt, weiß, wie sehr ich Geschichten von Engeln und Dämonen liebe. Für mich ist das das Nonplusultra im Fantasygenre. Leider gibt es bisher nicht wirklich viele Reihen im ...

Jeder, der mich etwas genauer kennt, weiß, wie sehr ich Geschichten von Engeln und Dämonen liebe. Für mich ist das das Nonplusultra im Fantasygenre. Leider gibt es bisher nicht wirklich viele Reihen im Deutschen, deswegen war ich sofort begeistert, als ich in den Neuerscheinungen vom One-Verlag die Übersetzung des ersten Teils der Fallen Academy-Reihe von Leia Stone entdeckt habe.

Schon auf den ersten Seiten wird klar, wie humorvoll und sarkastisch die Autorin die Geschichte von Brielle erzählt. So viel gelacht habe ich schon lange nicht mehr. Man findet schnell in die Geschichte herein, wird gleichzeitig nicht von den vielen Informationen zum Wordbuilding überrannt und lernt Brielle gut kennen. Sie entspricht mehr dem typischen toughen Mädchen, musste schon früh lernen sich in der Welt zu behaupten und durchzusetzen. Ich mochte ihre Stärke sehr gerne und habe ihre Gedanken und Entscheidungen mit großer Freude verfolgt. An dieser Stelle muss ich unbedingt betonen, wie schwer es mir gefallen ist, nicht weiter zu lesen und die Leseabschnitte einzuhalten.

Die Handlungen reißt einen sofort mit, obwohl sie nicht unbedingt unvorhersehbar ist. Trotzdem macht es einfach nur Spaß zu lesen und das ist wohl das Wichtigste. Wie die Thematik der Engel und Dämonen aufgegriffen wurde, hat mir sofort zugesagt. So begleiten wir Brielle in einer Welt, in der sich Engel und Dämonen im Krieg befinden und eine Stadt in zwei gespalten wurde, während hinter den Grenzen der Kampf wartet. Ich will zu den Hintergründen gar nicht viel sagen, da ich es immer besser finde, wenn man so wenig wie möglich vor dem Lesen weiß und sich unvoreingenommen auf die Geschichte einlassen kann.

Die Beziehung zwischen Lincoln und Brielle war – wie soll ich es am besten ausdrücken? – sehr schön zu verfolgen. Lincoln hat mir von Anfang an sehr gefallen. Das liegt vermutlich daran, dass mein Herz für seine mürrische und auf besondere Weise liebevolle Art schlägt und ich die Wortgefechte zwischen den beiden mit jede Menge Lachen genossen habe. Was mir nicht so zugesagt hat, war die Entwicklung Brielles im Bezug zu Lincoln. Ziemlich schnell werden die Gefühle recht stark und Brielle verliert ein bisschen ihrer Stärke. An dieser Stelle stach besonders der jugendliche Touch heraus, der mir zuvor nicht wirklich aufgefallen ist. Zum Glück fasst sie sich jedoch schnell und man wird als Leser von den nachfolgenden Geschehnissen mitgerissen. Außerdem kamen mir manche Szenen nicht sehr gut ausgearbeitet vor. Mir persönlich fehlte das Detail und die zeitdehnenden Beschreibungen, um die Gefühle richtig auskosten zu können. Dadurch ging alles viel zu schnell und bevor man richtig realisieren konnte, was gerade geschieht, war es leider schon vorbei.

Im Grunde kann ich den Reihenauftakt aber nur jedem ans Herz liegen, der genauso gerne Engelsgeschichten liest. Ich warte nun gespannt auf den nächsten Band und hoffe wirklich, dass die gesamte Reihe ins Deutsche übersetzt wird. Das Potential ist auf jeden Fall da!

4 von 5 Sternen

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 15.08.2020

Ein Roman über Angst, Liebe und das Über-sich-hinauswachsen

Forever Free - San Teresa University
0

Sommerliche Vibes, große Gefühle und realitätsnahe Charaktere – das hatte ich mir von diesem Buch erhofft und gefunden. Obwohl ich wohl sagen kann, dass ich mit vollstem Herzen ein Herbstkind bin und mich ...

Sommerliche Vibes, große Gefühle und realitätsnahe Charaktere – das hatte ich mir von diesem Buch erhofft und gefunden. Obwohl ich wohl sagen kann, dass ich mit vollstem Herzen ein Herbstkind bin und mich in der Kälte unheimlich Zuhause fühle, ist diesen Sommer besonders überraschend der Wunsch nach sommerlichen Geschichten aufgekommen. Von Forever Free habe ich zuvor schon einiges gehört und die positiven Meinungen führten letztendlich dazu, dass der Roman bei mir einziehen durfte.

Schon auf den ersten Seiten begrüßte mich die Wärme der Jahreszeit. Die Autorin schaffte es mit wenigen, aber gezielten Worten, das sommerliche Flair an den Leser heranzutragen und konnte dafür sorgen, dass man sich schnell Zuhause fühlte. Auch in den nächsten Seiten waren die Beschreibungen schöne Untermalungen, ihr Schreibstil ist flüssig zu lesen, bringt die Geschichte voran, lässt den Leser aber ebenso an den Gefühlen und Ängsten der Protagonisten teilhaben. An Emotionen hat es keinesfalls gefehlt. So haben mich die Charaktere auf eine Reise voller Lachen und Weinen mitgenommen, mich fühlen lassen, was sie fühlten.

Die Charaktere sind nicht überdreht und besitzen alle eine gewisse Glaubhaftigkeit, sodass ich sie sehr schnell in mein Herz schließen konnte. Raelyn ist mir sofort sympathisch gewesen. Ihre Ängste und ihre Schüchternheit waren für mich greifbar und nachvollziehbar. In gewisser Art wurde mir durch sie ein Spiegel vorgehalten, den ich an manchen Stellen lieber nicht gewollt hätte. Zugleich gibt ihre Entwicklung jedoch auch Mut und Hoffnung und zeigt, dass manchmal alles nicht so schlimm ist, wie man denkt. Oft wollte ich sie einfach nur in den Arm nehmen und ihr sagen, dass es okay ist, Angst zu haben, und dass sie genau das Richtige tut. Sie will über sich hinauswachsen, arbeitet an sich und erzielt Erfolge.

Zu Hunter muss ich leider sagen, dass er mir nicht ganz so zugesagt hat: Ich empfand seine ruppige Art an manchen Stellen ganz gut und mochte im Grunde seinen Charakter. Er bringt Raelyn dazu, sich mit ihren Ängsten auseinanderzusetzen und aus ihrer sicheren Komfortzone hinauszuwagen. Manchmal hätte ich ihm deswegen gerne den Kopf abgerissen, doch leider war es genau das, was Raelyn brauchte. Trotzdem konnte ich mich nicht so in ihn verlieben, wie es Raelyn getan hat. Vielleicht lag es einfach daran, dass er nicht mein Typ war.

Der Verlauf der Geschichte lässt vor allem viel Freiraum für die Charakterentwicklung von Raelyn, man lernt sie Stückchen für Stückchen besser kennen, erfährt den Grund, weshalb sie so ist, wie sie ist. Die Gefühle für einander entwickeln sich langsam, zugleich ist die Anziehung zwischen den beiden schon von Beginn an spürbar. An manchen Stellen gibt es einige Klischees, doch die haben der Geschichte keinesfalls geschadet. Ein bisschen origineller hätte es zwar schon sein können, aber ich habe trotzdem jede Sekunde des Lesens genossen. Auch die Nebencharaktere haben erheblich zum Lesevergnügen beigetragen und mir sogar noch besser gefallen als die eigentlichen Hauptprotagonisten. Ein paar Kritikpunkte muss ich dennoch nennen:

Mir fehlte es manchmal an Tiefe. Besonders die Beziehung von Raelyn zu ihrer Mutter hätte noch mehr in den Vordergrund gestellt werden können, da sie wesentlichen Einfluss auf Raelyns Persönlichkeit zu haben schien. Der Grund für ihre Ängste fiel in meinen Augen etwas zu oberflächlich aus. Ich hätte einfach mehr erwartet. Auch die große Auflösung von Hunters Geheimnis hatte mich etwas enttäuscht. Ich hatte bereits damit gerechnet, wodurch ich nicht sonderlich überrascht wurde. Dazu muss ich noch sagen, dass der im Klappentext genannte Satz „…obwohl er doch alles verkörpert, was Raelyn endlich hinter sich lassen wollte“ auch im Nachhinein für mich nicht ganz klar ist. Entweder habe ich irgendetwas falsch verstanden oder es ging einfach nicht so richtig aus der Geschichte heraus. Für mich verkörpert er gerade nicht das, was Raelyn hinter sich lassen wollte. Stattdessen ist er eher das, was sie sich von ihrer Zukunft wünscht.

Zusammenfassend kann ich den New Adult Roman dennoch jedem empfehlen, der auf der Suche nach etwas Zartem und Schönem für zwischendurch ist. Auf die Folgebände freue ich mich sehr und hoffe, dass diese mir noch besser gefallen werden.

4 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2020

spannungsvolle Fantasy mit interessanten SciFi Elementen und starken Charakteren – eine Geschichte, die einen von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen hat

Elbendunkel 1: Kein Weg zurück
0

Schon als ich die erste Zeile des Klappentextes gelesen hatte, wusste ich: Dieses Buch musst du lesen! Mittlerweile hat sich Fantasy für mich als das Genre herauskristallisiert, in dem ich mich am wohlsten ...

Schon als ich die erste Zeile des Klappentextes gelesen hatte, wusste ich: Dieses Buch musst du lesen! Mittlerweile hat sich Fantasy für mich als das Genre herauskristallisiert, in dem ich mich am wohlsten fühle. Fantasy erinnert mich vor allem an kuschelige Abende in der Herbst- oder Winterzeit. Dennoch hat sich in diesem Jahr herausgestellt, das auch SciFi zu einem Genre geworden ist, in das ich gerne eintauche. Also war ich sehr gespannt, was der Roman „Elbendunkel“ mit seinem Setting in der Zukunft bereit hält. Und es hat mich nicht nur gekonnt überrascht, ich wurde von Luz in ihr Abenteuer gezogen und habe mich ohne Umwege besonders in einen Charakter verliebt.

Gerade die Verbindung von Fantasyelementen in einer sonst eher SciFi angehauchten Welt war interessant umgesetzt. So hat die Autorin das Märchenhafte und Fantastische der Elbenwelt in eine technologisch weiterentwickelte Welt niedergelassen und eine ganz eigene Atmosphäre erschaffen. Ich kann nur sagen: Mehr davon! Das überwiegend dystopische Setting ist besonders durch eine aggressive und fanatische Regierung ausgezeichnet und bringt so eine sehr düstere Stimmung an den Leser heran. Dennoch war ich von der Welt gefesselt und wollte meinen Wissensdurst stillen, sodass ich bereits auf den ersten Seiten den Roman kaum aus der Hand legen konnte.

Wir begleiten Luz – die Tochter eines mächtigen Mannes, der gegen die Elben vorgeht und sehr festgefahrene Ansichten hat, die er gewaltsam durchsetzt. Luz erscheint mir zu Beginn ein wenig verloren und in einer rosaroten Seifenblase, die erst durch die Festnahme zerplatzt und sie in die Realität zerrt. Von da an macht sie eine unfassbare Entwicklung durch, bleibt sich selbst jedoch treu. Sie gewinnt an Stärke, geht gefasst mit der Situation um und zeigt in den richtigen Momenten Schwäche. Besonders dadurch war sie mir sympathisch und glaubhaft und wuchs mir schnell ans Herz. Ich liebte ihre neckischen Kommentare, ihre Schlagfertigkeit und zugleich ihre innere Verletzlichkeit.

Die Dreiecksbeziehung gefiel mir überraschenderweise ziemlich gut. Es ist kein ewiges Hin und Her oder die Unschlüssigkeit der Protagonistin, die mir auf die Nerven geht. Stattdessen erlebt man, wie sich der eine entfremdet und der andere langsam in eine Rolle rutscht, die auf beiden Seiten für Unbehagen sorgt. Gerade zu Beginn hatte ich in in Niall einen sympathischen und liebenswürdigen Protagonisten gefunden, den ich eigentlich sogar ziemlich passend für Luz fand. Doch die Entwicklung der Geschichte verändert die Hauptprotagonistin und so verlor ich ebenfalls wie sie sehr schnell mein Herz an den geheimnisvollen und düsteren Darel.

Darel war mir von der ersten Begegnung an ein ziemliches Mysterium. Ich wusste ihn nicht einzuschätzen und doch war ich sofort von ihm begeistert. Er stellt mit dem dunklen Schleier aus Geheimnissen einen sehr interessanten Charakter da, aus dessen Sicht ich wohl am liebsten gelesen habe. Sobald ich mehr von ihm erfahren hatte, war schnell klar, dass er von nun an wohl immer einen Platz in meinem Herzen besetzen wird. Er hat mehr als nur Bookboyfriend-Potenzial.

Die Handlung nimmt schnell an Fahrt auf und erst nach ein paar Seiten hatte ich wirklich Zeit, in der Welt anzukommen. Doch das empfand ich gar nicht als schlimm. Man lernt Luz schnell kennen und gerade die Charakterentwicklung, die sie durchlebt, ist ein weitaus interessanter Teil der Handlung. Das Abenteuer und die aufkommenden Probleme haben die Spannung erhalten und dazu geführt, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen und die Geschichte letztendlich viel zu schnell zu Ende war.

Von mir gibt es ganz klar eine große Empfehlung. Ich hoffe wirklich, dass das Printexemplar in nächster Zeit bei mir einziehen wird und nun warte ich sehnsüchtig auf den nächsten Teil.

5 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2020

Besondere Charaktere und ein Hof voller Intrigen

Golden Heart 1: Die Kriegerin des Prinzen
0

Golden Heart ist ein Roman, der mich schon vor Erscheinungsdatum sehr neugierig gemacht hat. Der Klappentext wirkte interessant und ließ mich auf eine starke Protagonistin und eine Hass-zu-Liebe Beziehung ...

Golden Heart ist ein Roman, der mich schon vor Erscheinungsdatum sehr neugierig gemacht hat. Der Klappentext wirkte interessant und ließ mich auf eine starke Protagonistin und eine Hass-zu-Liebe Beziehung zwischen den Hauptcharakteren hoffen. Doch die Geschichte und besonders die Charaktere haben mich zu Beginn überrascht.

Der Einstieg in die Geschichte verlief schnell. Die Geschehnisse reihten sich aneinander und die Protagonisten Inga war mir doch eher unsympathisch. Inga hatte bereits seit ihrem fünften Lebensjahr den Wunsch, eine Goldene Schwester zu werden und die Königin mit ihrem Leben zu beschützen. Kurz darauf wird es ihr erlaubt, die Ausbildung anzutreten und die nächsten zwanzig Jahre vergehen mehr oder weniger wie im Flug. Man bekommt nur einen kleinen Einblick in die Zeit ihrer Ausbildung, wodurch mir vor allem der Zugang zur Protagonistin gefehlt hat. Am Hofe erschien sie mir oft etwas voreilig. Sie schießt mehrfach über ihr Ziel hinaus, ist ziemlich übermotiviert und vergisst, erst einmal nachzudenken und sich nicht immer auf eine Meinung festzusetzen. Einige Entscheidungen erschienen mir naiv und auch hier zeigte sich wieder, dass sie einfach zu wenig nachdenkt bevor sie zur Handlung ansetzt. Das kann einerseits gut sein, andererseits ging sie mir damit sehr auf die Nerven.

Der Kronprinz hat mir zu Beginn auch vielerlei meiner Nerven gekostet: Jede seiner wörtlichen Rede wird ständig mit „Ääm“ unterbrochen. Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen. Danach wurde er dadurch jedoch sehr interessant. Mit seiner untypischen Art und auch dem nicht gerade klischeehaften Äußeren steht er in einem harten Kontrast zu den sonst überwiegend gewählten Protagonisten in anderen Fanatayromanen. Seine Stärken liegen weder im Kampf noch in einem ehrfürchtigen Auftreten. Stattdessen wirkt er eher verletzlich, klein und „schwach“. Dennoch besitz er weit aus andere Interessen, die ihn jedoch nicht unbedingt in der Rolle des Kronprinzen und damit zukünftigen Herrscher bestärkten. Die Gefühle zu Inga entwickelten sich meiner Meinung nach viel zu schnell und auch die Rede von „Liebe“ wurde zu einem völlig verfrühten Augenblick ausgewählt. Dadurch erschien mir Constantin mehr als ein unreifer Jugendlicher und seine Gefühle sehr unglaubwürdig.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und bringt die Handlung schnell voran. Besonders die Dialoge sind für die Zeit authentisch und vermitteln der Geschichte den nötigen Charme. Insgesamt war die Handlung unterhaltsam, doch der Verlauf hätte weniger vorhersehbar sein können. Manche Geschehnisse wurden zu schnell abgehandelt, obwohl die Folgen meines Erachtens größer ausfallen, bzw. die Szenen mehr ausgearbeitet hätten sein können. Was mir sehr gut gefallen hat, waren die verschieden Sichten, aus denen man die Geschichte verfolgen konnte. So wurden nicht nur die Gedanken von Inga und dem Prinzen Constantin an den Leser herangetragen, sondern auch ein Einblick in weitere Charaktere ermöglicht.

Zusammengefasst war der Roman wirklich lesenswert und die Charaktere im Gegensatz zum sonst Stereotypischen anders und auf ihre Art liebenswert. Mir persönlich hat es allerdings an der nötigen Spannung bei der Handlung gefehlt.

3 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere