Profilbild von bookdragoonNele

bookdragoonNele

aktives Lesejury-Mitglied
offline

bookdragoonNele ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookdragoonNele über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2020

Margaret Rodgerson hat es geschafft, einer einzigartigen Geschichte mit Worten Leben einzuhauchen. Magisch und gefühlvoll mit einem Hauch Düsternis.

Rabenprinz
0

Kennt ihr dieses eine Buch, das euch den Kopf mit Dingen füllt, die ihr zwar kennt, aber sich trotzdem unglaublich neu anfühlen? Rabenprinz ist ein solches Buch. Es hat sich angefühlt wie ein Märchen, ...

Kennt ihr dieses eine Buch, das euch den Kopf mit Dingen füllt, die ihr zwar kennt, aber sich trotzdem unglaublich neu anfühlen? Rabenprinz ist ein solches Buch. Es hat sich angefühlt wie ein Märchen, wie ein Märchenfilm, der jeden Sonntag um Punkt 12:00 im Ersten läuft und mich für eine kurze Zeit lang in seinen Band zieht.

Die Geschichte von Isobel lässt sich gar nicht mit Worten beschreiben. Man muss sie selbst lesen, sich selbst hinfort tragen lassen in eine Welt, die nicht schöner und gleichzeitig nicht grausamer sein könnte.

Zu Beginn war ich wirklich skeptisch, aber mit jeder verschlungenen Seite hat sich die Geschichte immer mehr wie eine Reise in eine fremde Welt angefühlt. Isobel ist eine begabte Porträtmalerin, die aufgrund ihrer Kunst überwiegend Kontakt zu den Elfen hat. Sie besitzt eine beinah übernatürliche Menschenkenntnis und ist in ihrem Verhalten sehr bedacht und wohl überlegt – bis Rook in ihr Leben tritt. Bereist von Beginn an hatte ich ein genaues Bild vom Setting in meinem Kopf und es hat einfach unglaublichen Spaß gemacht, die Zeit mit Isobel zu verbringen – und besonders zusammen mit Rook.

„Wir müssen über das reden, was Ihr letzte Nacht gesagt habt.“

„Ich hasse es, wenn Leute so etwas sagen“, erwiderte er. „Das führt nie zu etwas Gutem“
S.146

Rook ist der Herbstprinz des Reiches – und das gibt schon einen kleinen Einblick in die Magie des Landes: Jede Jahreszeit hat seine eigenen Elfen und jeder Elf besitzt unterschiedliche Fähigkeiten – eins haben sie jedoch gemeinsam, trotz ihres langen Lebens, sind sie nicht in der Lage, etwas zu kreieren oder zu erschaffen – kein Kochen, Malen oder sonst etwas, das für Menschen zur Normalität gehört. Aus eben diesem Grund sind die Elfen von Isobels Arbeiten unglaublich angetan. Eine weitere Eigenschaft, die sie ausmachen, ist der sogenannte „Glimmer“. Eigentlich könnte man sagen, dass sie sich hinter einem Trugbild der vollkommenen Schönheit verstecken, die lediglich durch einen einzigen Makel an Perfektion verliert. Was sich hinter diesem Trugbild versteckt, ist angsteinflößend, verdorben, aber auf eine eigenartige Weise furchtbar interessant, – wie ich finde. Je mehr man von den Facetten der Welt und der Elfen in Erfahrung bringt, desto hervorstechender wird die tatsächliche Wahrheit, die die Elfen hinter dem ganzen „Glimmer“ verstecken wollen.

War ich verliebt in das, was er verkörperte – den wehmütigen Herbstwinden und das Versprechen, den ewigen Sommer zu beenden?
S.180

Rook war von Anfang an unglaublich faszinierend. Anders als bei den anderen Elfen erkennt man in seinen Augen und seinem Verhalten etwas Menschliches. Und eben diese Gefühle bringen sowohl ihn als auch Isobel in eine äußerst missliche Lage. Ich mochte seine Art wirklich sehr, manchmal war er wie ein Kleinkind, störrisch, arrogant und dann wieder liebevoll. Er hat mich unaufhörlich zum Lächeln gebracht und sich ohne Umwege sofort in mein Herz gekämpft.

Die Storyline fand ich gut durchdacht, jedoch nicht unbedingt unvorhersehbar. An manchen Stellen verliefen die Momente viel zu schnell ab. Ich hätte mir da gewünscht, dass es ein wenig langsamer vonstattengeht. Andersrum folgten dann auch wieder Augenblicke, die sich gezogen haben. Durch den Schreibstil empfand ich es zwar nicht als sonderlich schlimm, aber dennoch hat es mich manchmal gestört.

Zuletzt ein weiter riesengroßer Pluspunkt: Rogersons Beschreibungen sind traumhaft. Erst ihre Worte verliehen der Geschichte ein ganz besonders Flair und hauchten den Charakteren Leben und Einzigartigkeit ein. Es hat mir unfassbaren Spaß bereitet, ihren Worten zu folgen.

Rabenprinz ist ein Herzensstück – für mich. Es ist nicht perfekt, aber gerade diese Unvollkommenheit spiegelt so viel der Geschichte wieder. Ich bin mir sicher, dass es keine Geschichte für jedermann ist, aber ich fand es einfach nur toll. Ein Buch, das ich immer wieder lesen könnte!

5 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2020

Super schöne Geschichte mit viel Gefühl & Schmerz

Finding Back to Us
0

Bevor ich mit meiner Meinung beginne, möchte ich noch ein paar Worte loswerden: Ein Riesen großes Dankeschön geht an den Lyx-Verlag. Das mir zugesendete Bloggerpaket ist der absolute Wahnsinn gewesen & ...

Bevor ich mit meiner Meinung beginne, möchte ich noch ein paar Worte loswerden: Ein Riesen großes Dankeschön geht an den Lyx-Verlag. Das mir zugesendete Bloggerpaket ist der absolute Wahnsinn gewesen & ich habe mich unfassbar dolle darüber gefreut. Danke!

Als ich bereits im Klappentext gelesen habe, dass es sich um eine Stiefgeschwister-Geschichte handelt, hat sich dieser Titel in mein Gedächtnis gebrannt. Ich glaube, jeder New Adult Leser hat in dem Genre so seine Lieblingsecke und meine ist ganz klar Liebesgeschichten zwischen Stiefgeschwister – und natürlich Musiker! Viele haben damit so ihre Problem, was ich auf der einen Seite auf jeden Fall nachvollziehen kann, aber trotzdem ist es wohl ein Überbleibsel aus Wattpad-Zeiten, das ich gerne zwischendurch mal wieder aufleben lasse.

Zu den Charakteren: Keith war mir von Anfang an sympathisch. Ich mochte die Art, wie er sich gegenüber Callie verhält, dass er sie immer auf die Palme bringt und gleichermaßen auch das Gebrochene an seiner Seele. Während Callie Zuflucht in ihrem Studium gesucht hat, ging Keith zur Army und dieser Hintergrund hat ihn irgendwie noch viel anziehender gemacht.

Callie mochte ich ebenfalls von der ersten Sekunde an, konnte sie in ihrer Wut gegenüber Keith allerdings nicht ganz nachvollziehen. Im Verlauf der Geschichte und mit jeder verflogenen Seite verstand ich sie dann immer mehr. Trotzdem blieb sie immer eine gewisse Distanz von mir entfernt.

Die Handlung gestaltete sich von Anfang bis Ende durchgehend spannend und hat nie an Reiz verloren. Sie war gutdurchdacht und hat – obwohl sie nicht unbedingt unvorhersehbar war – von vorne bis hinten gestimmt. Besonders toll fand ich die kleinen Details, die die Charaktere ausgemacht haben, bspw. das Klavierspielen oder die Namensgebung der Geschwister. Vor allem die Szene, in der Keith und Callie gemeinsam Klavier spielen, hat mich wirklich berührt und gehört definitiv zu meinen liebsten. Auch der Titel „Finding Back To Us“ passt einfach hundertprozentig. Mir gefällt er sogar besser als der erste.

Ein paar Kritikpunkte liegen mir jedoch noch auf dem Herzen. Ersteres ist Callies Schwester, mir erschien sie als Nebencharakter mit ihren achtzehn Jahren doch sehr kindlich und nicht annähernd ihrem Alter angemessen. Auch empfand ich die Szene, in der Callies Freundin ihr ihren Verlobten vorstellte und – ich nenne es mal – Differenzen zwischen den beiden auftauchen, irgendwie ‚unnötig‘, da sie keine wichtige Rolle für den weiteren Verlauf der Geschichte gespielt hat. Was mir ebenfalls aufgefallen ist, waren die oftmaligen Wortwiederholungen, aber auch inhaltliche Beschreibungen, die sich wiederholt haben. Zwar nicht oft, aber oft genug, sodass es mich gestört hat. Biancas Schreibstil ist im Grunde wirklich toll, jedoch hat das eindeutig den Lesefluss unterbrochen.

Das Buch bekommt von mir 4,5 Sterne. Über die paar Kritikpunkte kann ich hinwegsehen, da sie die Story nicht unbedingt großartig beeinträchtigt haben. Es ist eine tolle Geschichte, die im Grunde für jeden NA-Fan etwas ist. Ich kann das Buch wirklich empfehlen.

4,5 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2020

Magie der Monde, eine Protagonistin auf der Suche und ein unglaublich schöner Schreibstil – Shadow Tales hat mich entführt und nicht mehr fortgehen lassen.

Shadow Tales - Das Licht der fünf Monde
1

Fantasy ist vielfaltig, gibt Ideen und Möglichkeiten, die alle etwas Einzigartiges an sich haben, sich nicht an Naturgesetze halten müssen. Und Shadow Tales hat mich mit seiner Magie wirklich umgehauen. ...

Fantasy ist vielfaltig, gibt Ideen und Möglichkeiten, die alle etwas Einzigartiges an sich haben, sich nicht an Naturgesetze halten müssen. Und Shadow Tales hat mich mit seiner Magie wirklich umgehauen. Jede Zeile sprühte Funken und jeder Satz gab ein leichtes Zischen von sich. Die Geschichte rund um Lelani ist unglaublich detailreich und vielschichtig, weist zwar Stärken und Schwächen auf, aber im Grunde hat es von Seite eins bis zum letzten vergangenen Vers mein Herz erwärmt, es schneller schlagen lassen und mit Phantasie erfüllt, nach der ich in der letzten Zeit vergeblich gesucht hatte.

Dank Lesejury durfte ich das Manuskript vorab lesen, deswegen ein Riesen großes Dankeschön!

Isabells Schreibstil hat mich bereits bei der Leseprobe vollkommen begeistert. Ihre Schreibweise hat etwas Poetisches an sich, ihre Worte sind magisch und zugleich treffsicher mit ihren Emotionen. Mich hat es nicht nur gecatcht, sondern wirklich mitgerissen.

Durch die malerischen Beschreibungen wurde das Bild in meinem Kopf zu einem Spielfilm, der sich in bahnbrechender Geschwindigkeit abgespielt hatte und zugleich nicht detailreicher hätte sein können. Ich würde euch jetzt so gern mehr über die Magie und den Ort bzw. die Welt erzählen, aber ich will keineswegs zu viel verraten. Deswegen kann ich nur sagen, liest es und lasst euch überraschen. Geht vielleicht ein klein wenig blind an die Sache heran und lasst euch von Isabells Worten hinfort tragen, ohne Erwartungen oder voreingenommenen Theorien zu haben.

Lelani als Hauptprotagonisten hat mich oft etwas überrascht. Aufgewachsen in einem wohlbehüteten Dorf ist sie Gefahren nie aus nächster Nähe entgegengetreten, musste sich nicht der Fremde des Landes stellen oder gar den Angelegenheiten am Königshofe der High Lady Beachtung schenken. Als sie dann mit ihrem besten Freund Haze auf eine Reise geht, ihre Sachen packt und das Dorf verlässt, ist sie nicht unbedingt von Angst erfasst. An die ein oder andere Angelegenheit mag sie in meinen Augen trotz ihrer Unerfahrenheit zu blauäugig herangehen, zu naiv. Dennoch finde ich, dass sie eine deutliche Charakterentwicklung durchmacht, sie gewinnt an Selbstvertrauen, an Selbstbewusstsein, vielleicht gerade dadurch, dass sie ihre Schwächen auf der ereignisreichen Reise näher kennenlernt.

Magie war nicht nur ein Werkzeug, das man nach Belieben einsetzen konnte, sie veränderte auch denjenigen, der sie wirkte.

S. 102
Neben Lelani stellen sich noch die Charaktere Haze, Lelanis bester Freund seit Kindertagen, und Kyran, ein -wie soll ich sagen- Krieger der Regentin des Landes, in den Mittelpunkt der Geschichte. Zwischen den Dreien entwickelt sich eine gewisse Dreiecksbeziehung und obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von solch einem „Drama“ bin, hat es mich bei Shadow Tales doch wirklich gepackt. Haze ist mehr verschlossener, rationaldenkend und auf jede Gefahr gefasst. Wohingegen Kyran das komplette Gegenteil darstellt. Er ist arrogant, viel zu sehr von sich selbst überzeug, immer mit einem Lächeln bei jeder noch so komplizierten Angelegenheit. Sie sind wie Mond und Sonne, wie eine rote und eine weiße Rose. Und ich bin beiden verfallen.

Die Handlung wird einmal aus der Sicht von Lelani erzählt und zusätzlich aus der dritten Person der High Lady. Dadurch gelang es Isabell auf jeden Fall Spannung zu erzeugen und das Geheimnisvolle der Geschichte beizutragen. Was mich hier doch etwas gestört hatte, war die Vorhersehbarkeit gewisser Aspekte: Viele Dinge lassen sich bereits erahnen und später finden sie Bestätigung. Ich hätte mir hier gewünscht, dass es überraschender gewesen wäre und die ein oder andere unvorhersehbare Wendung stattgefunden hätte.

Dennoch war es eine wunderschöne Geschichte, die ich jedem Fantasyliebhaber nur ans Herz legen kann. Jetzt heißt es: warten, bis der nächste Teil erscheint 🙂

4 von 5 Sternen

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Fantasie
Veröffentlicht am 15.03.2020

Gutes für Zwischendurch, richtig überzeugend allerdings nicht

Duty & Desire – Verboten sinnlich
0

Obwohl mich der erste Teil der Duty&Desire-Trilogie zum Ende hin ein wenig enttäuscht hatte, wollte ich dennoch den zweiten Band der Reihe lesen. Ausschlaggebender Grund war vor allem die Leseprobe gewesen. ...

Obwohl mich der erste Teil der Duty&Desire-Trilogie zum Ende hin ein wenig enttäuscht hatte, wollte ich dennoch den zweiten Band der Reihe lesen. Ausschlaggebender Grund war vor allem die Leseprobe gewesen. Jack schien mehr nach meinem "Lesegeschmack" zu sein. Und zu Beginn der Geschichte hat sich mein erstes Gefühl bestätigt. Ein Dankeschön geht an den Kyss-Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat! 

Tessa Schreibstil war mal wieder flüssig und angenehm zu lesen. Der Grundaufbau der Handlung hat mir eigentlich auch ganz gut gefallen, da das Einbeziehen der Polizeiakademie noch größer als im ersten Band ausgefallen ist. Bei den ersten zwei Dritteln hat mir das Lesen wirklich gefallen, obwohl mich von Beginn an die Story nicht so richtig fesseln konnte.

Katie fand ich von der ersten Sekunde an sympathisch. Ihr Charakter präsentierte eine starke, ehrliche und zugleich auch sehr verletzliche Frau. Hinter ihrer Fassade steckt viel verborgen, dass man im Laufe der Geschichte mehr zu verstehen lernt. Von Tessa hat sie Eigenschaften und Interessen bekommen, die mal nicht dem typischen Rahmen entsprachen. Trotzdem war viel von ihr immer noch auf die klischeehafte Irin zurückzuführen, wodurch sie mich dann doch nicht ganz von sich überzeugen konnte. 

Mit Jack verlief es ähnlich: Einerseits mochte ich ihn, seine Art ging mir aber irgendwann einfach ... an die Nieren. 

Ein weiterer großer Minuspunkt war auf jeden Fall der Sextalk. Ich habe nichts gegen den Erotikanteil, wirklich nicht, aber die Unterhaltung der beiden und vor allem Jacks Worte waren mir irgendwann zu viel. Einiges habe ich letztendlich nur noch überflogen. Leider war die Storyline auch nicht unbedingt unvorhersehbar. Man konnte sich im Verlauf immer mehr zusammenreimen und wusste irgendwann, worauf das ganze hinauslaufen würde. Dadurch fehlte mir der Drang weiterlesen zu wollen und die Spannung war einfach nicht greifbar.

Ebenso konnte man auch keine wirkliche Charakterentwicklung wahrnehmen. Natürlich sind die beiden am Ende anders als am Anfang, aber die zentralen Probleme schienen einfach durch einen Windhauch hinfort geweht worden zu sein. Ähnlich verlief es mit den Gefühlen. Bereits von der ersten Begegnung an spüren die Protagonisten für den jeweils anderen etwas, das sie noch nie zuvor empfunden haben - an dieser Stelle: Hallo Klischee! - und der weitere Tiefgang der Gefühle blieb vollkommen auf der Strecke. Wie im ersten Band verlief auch das Ende zu kitschig und teils unrealistisch. 

Im Vergleich zu Ever & Charlie liegt der zweite Teil der "Duty&Desire" etwa gleich auf. Wer nach einer Geschichte für zwischendurch sucht, sollte die Reihe vielleicht mal ausprobieren. Ich bin mir sicher, für manche sind die Bücher gefühlvoll genug, mir hat allerdings einfach ein wenig gefehlt.

3 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2020

düstere Highfantasy mit asiatischem Flair

Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin
0

Highfantasy hat sich bei dem ersten Leseversuch nicht unbedingt als ein Genre herausgestellt, das das richtige für mich zu sein scheint. Trotzdem habe ich mich vor ein paar Wochen dazu entschieden, diesen ...

Highfantasy hat sich bei dem ersten Leseversuch nicht unbedingt als ein Genre herausgestellt, das das richtige für mich zu sein scheint. Trotzdem habe ich mich vor ein paar Wochen dazu entschieden, diesen Roman anzufragen. In diesem Jahr möchte ich ein wenig aus meiner Komfortzone hinaustreten und neue Dinge ausprobieren. Da mich der Klappentext sofort angesprochen und wirklich neugierig gemacht hat, wollte ich mit diesem Roman meinen ersten Schritt wagen. Und ich bin keinesfalls enttäuscht worden.

Die Geschichte von Rin, unsere Protagonistin, die wir im gesamten Buch begleiten werden, beginnt im Süden des Landes Nikan. Auf ihrem Weg an die Akademie in Sinegard lernt man sie erst einmal genau kennen und obwohl sich dieser Zeitraum auf zwei Jahre weitet, geht die Zeit schneller um, als man denkt. Vielleicht zieht sich hier für ein paar Leser die Handlung, aber ich kann nur sagen, dranbleiben lohnt sich. Für Rin entwickelt man eine gewisse Empathie, ein Gespür für ihre Denkweise und gleichzeitig auch eine Verbindung zu ihr als Charakter. Sie ist mir schnell ans Herz gewachsen, da ich mich in ihrer sturen, kämpferischen Art selbst sehr gut wiederfinden konnte.

Durch den einfach gehaltenen Schreibstil gelingt es der Autorin auf wenigen Seiten viel passieren zu lassen, wodurch ich keinesfalls das Gefühl hatte, es würde sich ziehen oder langweilig werden. Ein bisschen eingewöhnen musste ich mich schon, da es im Vergleich zum NA oder Romantasy doch etwas ganz anderes ist. Besonders gut gefallen hat mir die Konversationen der Charaktere; mehr als einmal musste ich wirklich laut auflachen. Und genau das hat einen interessanten und entspannten Hauch gegenüber der rauen, düsteren und teilweise auch gewalttätigen Art der Geschichte ergeben.

Die anderen Charaktere waren ebenso wie Rin gut ausgearbeitet und jeder hatte auf eine Weise seinen Teil zur Geschichte beizutragen. Je mehr sich die Lage im Land zuspitzt und ein Krieg droht, desto mehr erfährt man auch über den Fantasyaspekt der Geschichte. Viel darüber möchte ich jedoch nicht erzählen. Es ist beinahe wie ein Puzzle, das man mit den einzelnen Teilen, die man zwischendurch hingeworfen bekommt, zusammenlegt. Als die ersten kriegerischen Ereignisse stattfinden, ist bereits ein weiteres Jahr an der Akademie vergangen, das man Rin begleitet hat. Ich fand es wirklich interessant, wie viel man auf den Seiten über militärische Strategien und die Geschichte des Landes erfährt. Die Ausarbeitung dieser Bereiche der Story ist unfassbar detailreich. Dennoch habe ich es nie als zu viel empfunden und mich eher den Protagonisten ein Stück näher gefühlt, da man die kritische Situation des Kaiserreiches besser verstehen konnte.

Nachdem der Krieg dann tatsächlich ausgebrochen ist, werden die Lehrlinge an der Akademie in die unterschiedlichen Regionen geschickt. Man lernt neue Charaktere kennen, trifft auf bereits bekannte wieder und genau das habe ich richtig gemocht. Die Spannung bleibt die gesamte Zeit über erhalten und ich war kaum in der Lage, das Buch zur Seite zu legen.

Leider wurde ich zum Ende hin ein wenig uneins mit Rin; Sie entwickelt sich in eine Richtung, die ich zwar einerseits verstehen konnte, andererseits jedoch nicht wirklich gut fand. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Band noch ändern wird und sie vielleicht wieder ein Stück mehr zu sich selbst finden wird. Trotzdem war ich von Anfang an wirklich mit dem Herzen bei der Geschichte und hatte sogar meine Lieblingscharaktere in ein paar Nebenrollen gefunden.

Insgesamt fand ich das Buch dennoch richtig gut und bin gespannt, wie es weitergehen wird. Wenn ich euch neugierig machen konnte und ihr darüber nachdenkt, das Buch zu kaufen, dann kann ich euch nur empfehlen, für die Geschichte ein Wochenende Zeit zunehmen und für die Stunden in diese Welt einzutauchen. Denn so schnell werdet ihr vermutlich nicht mehr wieder loslassen können:)

4,5 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere