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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2025

Sag es mit Blumen...

The Florist
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Heute ist Valentinstag. Mein Mann hat mich nicht nur mit einem wunderschönen Blumenstrauss überrascht, sondern auch mit einem neuen Buch, das auf meiner Wunschliste stand. Wie steht es um euch? Gefällt ...

Heute ist Valentinstag. Mein Mann hat mich nicht nur mit einem wunderschönen Blumenstrauss überrascht, sondern auch mit einem neuen Buch, das auf meiner Wunschliste stand. Wie steht es um euch? Gefällt euch die Kombination Buch und Blumen? Liebt ihr nicht nur spannende Psychothriller, sondern auch ausgefallene Blumen- und Pflanzenarrangements? Dann möchte ich euch das Buch "The Florist" der britischen Schriftstellerin C. L. Pattison ans Herz legen, das um toxische Freundschaften und dunkle Familiengeheimnisse kreist.

Das Cover ist ein Hingucker. Es wirkt wie ästhetisches floristisches Kunstwerk, geschaffen von einem Könner. Die Komposition aus rotem Klatschmohn und weißen Lilien gefällt mir sehr, sie bildet einen klaren Kontrast zu dem düsteren Hintergrund und zieht alle Blicke auf sich. Bei näherer Betrachtung entdeckt man einige Blutstropfen, die auf kommendes Unheil verweisen und eine Gänsehaut über den Rücken jagen. Der Titel ist auf die wesentliche Information konzentriert, die versetzt gestaltete weiße Schrift fällt aus dem Rahmen des Üblichen.

Der Psychothriller spielt mitten in London, wo die künstlerisch begabte Floristin Amy Mckenzie den kleinen, feinen Blumenladen "Darling Blossoms" führt. Mit ihren floralen Kreationen hat sie sich einen guten Namen erarbeitet, aber in der Metropole ist Networking (über-) lebenswichtig. Auf der Suche nach vermögenden Kund*innen, die nicht nur regelmässige Aufträge vergeben, sondern auch gesellschaftlichen Aufstieg in die High Society ermöglichen, setzt sie auf den Kontakt mit dem angesehenen Architekten James Elliott, der - zusammen mit seiner Frau - eine Überraschungsparty anlässlich des 40. Geburtstages seiner Schwägerin Izzy ausrichten will. Die allein lebende, ehrgeizige Floristin Amy Mckenzie fühlt sich von der Welt der Reichen und Schönen im Allgemeinen und der glamourösen geschiedenen Frau im Besonderen magisch angezogen; sie heftet sich an ihre Fersen, sucht ihre Freundschaft und will ein Teil ihres Lebens werden.

Das Geschehen spielt auf mehreren zeitlichen Ebenen und wird aus verschiedenen Perspektiven vermittelt. Hierbei kommt vor allem Amy Mckenzie in der Ich-Perspektive zu Wort. Durchbrochen werden ihre Schilderungen von offiziellen Vernehmungsprotokollen, die sich um die Aufklärung eines Verbrechens drehen, umrahmt von einem Prolog und Epilog, wiederum aus der Sicht von Amy Mckenzie. Auf diese Weise kann man tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin eintauchen. Sie ist eine gebrochene literarische Figur, traumatisiert von folgenschweren Ereignissen in ihrer Vergangenheit, die sie um jeden Preis geheimhalten will. Sympathie kann man ihr kaum entgegenbringen, eher Mitleid. Amy Mckenzie will alles wissen, aber nichts von sich preisgeben. Sie kann kein Vertrauen schenken, aber sie will alles über die Menschen erfahren, die mehr oder weniger zufällig ihren Weg kreuzen.

Mich hat dieser ausgefallene, auf eine subtile Weise spannende Psychothriller sehr beeindruckt. Bereits die ersten Zeilen lassen ein ungutes Bauchgefühl entstehen, das sich nach und nach zur festen Gewissheit steigert. Alle handelnden Personen sind sehr vielschichtig angelegt, sie hüten eigene (dunkle) Geheimnisse und sind in kaum zu durchschauende toxische Beziehungen untereinander verstrickt. Auch wenn die dargebotene Lösung in sich schlüssig ist, hätte man sie so nicht erwartet, denn C. L. Pattison ist es mühelos gelungen, viele falsche Fährten zu legen, die für zusätzliche Verwirrung sorgen. Genau das Richtige für alle Lesenden, die zum Sterben schöne, tiefgründige Psychothriller schätzen.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Das Fenster zum Hotel

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Liebt ihr Suspense? Habt ihr eine Schwäche für True Crime Podcasts? Dann solltet ihr euch den packenden young adult Krimi "Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht" von Katie Kento nicht entgehen lassen.

Optisch ...

Liebt ihr Suspense? Habt ihr eine Schwäche für True Crime Podcasts? Dann solltet ihr euch den packenden young adult Krimi "Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht" von Katie Kento nicht entgehen lassen.

Optisch betrachtet, ist das Cover gut aufgemacht. Im Fokus steht ein altmodisches Hotel, das eine geheimnisvolle, düstere Aura verströmt. Ein Zimmer ist hell erleuchtet, und die Umrisse einer Person sind zu erkennen. Die anderen Räume sind in Dunkelheit getaucht, und man fragt sich unwillkürlich, was sich hinter den geschlossenen Vorhängen verbergen mag. Der Titel rekurriert auf das Hotel, der Untertitel klingt wie eine latente Drohung und sorgt für eine Gänsehaut.

Das Setting entspricht den Kriterien für ein locked-in mystery. Das Geschehen spielt in den USA. Im Mitelpunkt steht die 17jährige Robyn. Durch eine unheilbare Krankheit an eine kleine Wohnung im sechsten Stock eines Mietshauses gefesselt, hat sie kaum Kontakt zur Außenwelt. Ihre einzige feste Bezugsperson ist ihre Tante, eine ausgebildete Krankenschwester, die um ihr Wohlergehen besorgt ist. Mangels anderer Alternativen nutzt Robyn die modernen Medien, um sich über das Weltgeschehen zu informieren, sie ist fasziniert von einem True Crime Podcast entgehen und recherchiert auf eigene Faust die Geschichte des Hotels Ambrosia, das im Laufe der Zeit zum Schauplatz von merkwürdigen Begebenheiten geworden ist. Mit Hilfe eines vor dem Hotel herumlungernden Jungen versucht sie, vor Ort zu ermitteln, um sich ein eigenes Bild machen und die ungelösten Fälle lösen zu können, auch wenn sie nur in ihrem Rollstuhl sitzen, durch ein Fernglas sehen und per Handy Anweisungen erteilen kann. Als Leser fühlt man sich an den Klassiker "Das Fenster zum Hof" von Alfred Hitchcock erinnert; Ähnlichkeiten mit der Serie "Only murders in the building" sind gleichfalls nicht von der Hand zu weisen.

Das Geschehen wird aus der Ich-Perspektive von Robyn vermittelt, durchbrochen von Chat-Nachrichten, E-Mails, Gedächtnisprotokollen und Zeichnungen. Sie kann nicht zwingend als eine zuverlässige Erzählerin angesehen werden, denn sie steht unter dem Einfluss von starken Medikamenten, die ihre Wahrnehmung beeinflussen können. Auf diese Weise verschwimmen Fakten und Fiktion, und man fragt sich, was sich tatsächlich ereignet hat oder was nicht. Charakterlich ist die naive, starrköpfige Protagonistin Robyn verwandt mit Pippa Fitz-Amobi, der Hobby-Detektivin in dem Buch "A good girls guide to murder."

Der Young adult Krimi nimmt langsam Fahrt auf. Nachdem man in die (Krankheits-) Geschichte von Robyn eingetaucht ist, mag man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist leicht und locker geschrieben, die Spannung bleibt dank einiger verwirrender Twists auf einem hohen Niveau bis zu einem unerwarteten dramatischen Show-Down im Hotel Armbrosia. Absolute Empfehlung, für junge und junggebliebene Lesende!

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Bachelor Party

Die Villa
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¡Hola!

Wer kennt nicht ausgelassene Junggesell*innenabschiede, die "den letzten Abend in Freiheit" feiern? Was als bleibende Erinnerung fürs Leben gedacht ist, kann mitunter außer Kontrolle geraten. Von ...

¡Hola!

Wer kennt nicht ausgelassene Junggesell*innenabschiede, die "den letzten Abend in Freiheit" feiern? Was als bleibende Erinnerung fürs Leben gedacht ist, kann mitunter außer Kontrolle geraten. Von traumatischen Erlebnissen erzählt die Schriftstellerin Jess Ryder in ihrem Psychothriller "Die Villa", die zum Schauplatz einer (typisch britisch anmutenden) weiblichen Bachelor Party wird.

Das wunderschöne Cover stimmt auf einen traumhaften Urlaub ein. Der Sonnenuntergang in einer modernen Villa mit einem von Palmen gesäumten Pool ist atemberaubend. Wer träumt nicht von einer unbeschwerten Reise ans Mittelmeer? Dahingegen holt der nüchterne Titel wieder in die Realität zurück. Hier läuft nicht alles so, wie man es sich wünscht

Der Psychothriller spielt in der für einen Urlaub angemieteten, privat geführten Villa Floriana, nicht allzu weit vom touristischen Hot Spot Marbella, einer Küstenstadt an der südspanischen Costa del Sol in der Region Andalusien, entfernt. Kennzeichnend sind zwei zeitliche Ebenen, differenziert nach "Damals" (vor drei Jahren) und "Heute" (in der Gegenwart). Vermittelt wird das Geschehen aus mehreren Perspektiven. Zu Wort kommen Dani, Tiff, Beth und Cecile, vier junge Frauen aus Großbritannien, die wenig gemeinsam haben außer ihre Beziehung zu der vor drei Jahren in der Villa Floriana unter mysteriösen Umständen verstorbenen Aiofe. Keine Protagonistin ist eine positiv besetzte Identifikationsfigur, alle sind gebrochene Charaktere, die dunkle Geheimnisse hüten.

Es ist eine durchaus spannende Lektüre, aber mich hat sie nicht wirklich abgeholt. Meiner Ansicht nach ist sie an einigen Stellen etwas zu ordinär geraten. Der von Tiff akribisch organisierte Junggesellinnen-Abschied artet zu einem wahren Exzess aus. Kein gängiges Klischee wird ausgelassen. Geld spielt (fast) keine Rolle, Alkohol fließt in Strömen, die betrunkenen Gäste taumeln von einem Event zum nächsten. Sie vergnügen sich in einem viel zu teuren Beach Club, veranstalten alberne Party-Spiele und ergötzen sich an den Darbietungen von Strippern, welche die Stimmung anheizen sollen. Der Besuch in einem von zwielichtigen Gestalten geschätzten, mondänen Nachtclub entwickelt sich zu einem absoluten Desaster, die Braut überschreitet alle Regeln des guten Geschmacks (und des Anstands), die Gäste pflegen persönliche Animositäten und führen einen nervtötenden Kleinkrieg gegeneinander. Jeder hetzt gegen jeden. Sorry. Das ist nicht meine Welt. Für mich ist es too much. Aber letztendlich muss jeder Lesende selbst entscheiden.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Vivre libre ou mourir

Die Farben der Revolution. Éléonore und Robespierre
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Bonjour!

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - diese drei Begriffe stehen für die Französische Revolution (1789 - 1794). Wichtige Daten und folgenschwere Ereignisse werden in allen Schulen vermittelt, ...

Bonjour!

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - diese drei Begriffe stehen für die Französische Revolution (1789 - 1794). Wichtige Daten und folgenschwere Ereignisse werden in allen Schulen vermittelt, das Schicksal von in dieser Zeit lebenden Menschen gerät allzu oft in den Hintergrund. Diese Leerstellen füllt der historische Roman "Die Farben der Revolution" von Jeannette Limbeck, welche den Politiker Maximilien de Robespierre und die Malerin Eléonore Duplay in den Mittelpunkt rückt.

Das Cover zeigt ein (Selbst-) Portrait von Eléonore Duplay. Bewusst sind dunkle Farben (Dunkelblau und Schwarz) als vorherrschende Töne gewählt worden. Auf diese Weise liegt der Fokus auf ihrem Gesicht, das in einem hellen, fast blendenden Weiß gehalten ist. Das Portrait übt eine starke (erotisch konnotierte) Anziehungskraft aus. Eléonore Duplay scheint ihre Betrachterinnen direkt anzublicken. Sie wirkt sehr selbstbewusst, ein leichtes Lächeln liegt auf ihren Lippen, und die dunklen Haare fallen offen über ihre Schultern. Der Titel rekurriert auf die (Liebes-) Beziehung der zwei Protagonisten Eléonore Duplay und Maximilien de Robespierre.

Der historische Roman spielt mitten in der Französischen Revolution, er thematisiert die Zeit zwischen 1791 - 1794. Das Geschehen wird vermittelt aus der Ich-Perspektive von Eléonore Duplay, einer jungen Frau aus der Mittelschicht, deren Vater eine Schreinerei in Paris führt. Auch wenn ihre bescheidene formelle Bildung den Konventionen ihrer Zeit entspricht, zeichnet sich Eléonore durch ihre Wissbegierde aus. Künstlerisch begabt, will sie ihr autodidaktisch erworbenes Wissen an einer renommierten Schule fortsetzen, die in erster Linie Männern vorbehalten ist. Gleichzeitig nimmt sie lebhaften Anteil an dem politischen Geschehen in Paris, sehr zum Missfallen ihrer Mutter.

Nach ersten Begegnungen im Klub der Jakobiner lernt Eléonore Duplay Maximilien de Robespierre in ihrem Elternhaus kennen, wo er auf Einladung ihres Vaters aufgrund der politischen Wirren ein (ihr) (Mal-) Zimmer bewohnen darf. Aus der losen Bekanntschaft entsteht im Laufe der Zeit eine außergewöhnliche (Liebes-) Beziehung. Maximilien de Robespierre und Eléonore Duplay eint ihr Idealismus. Maximilien de Robespierre träumt von einer freien französischen Republik, Eléonore Duplay teilt seine Interessen, wobei sie sich vor allem für den rechtlichen Status von Frauen einsetzt. Als freie Künstlerin ist sie hautnah mit Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechtes konfrontiert, sie stößt immer wieder an Grenzen, die ihr von Männern auferlegt werden.

Mich hat dieser mitreißende historische Roman von Jeanette Limbeck sehr beeindruckt. Ausgehend von einer schwierigen Quellenlage hat sie viele wertvolle Informationen zusammengetragen und Fakten mit Fiktion zu einer packenden Lektüre miteinander verwoben. Über Eléonore Duplay ist wenig bekannt, sie gilt als Verlobte von Maximilien de Robespierre, aber sie hat keine autobiographischen Aufzeichnungen hinterlassen, ihre künstlerischen Werke sind verloren gegangen, erhaltene Werke wie das (Selbst-) Portrait können ihr nicht eindeutig zugeschrieben werden. Aus diesem Grunde ist man auf die (persönlich gefärbten) Erinnerungen von Zeitgenoss
innen wie ihrer jüngeren Schwester Elisabeth Le Bas angewiesen. Dahingegen ist Maximilien de Robespierre eine berühmt-berüchtigte Persönlichkeit aus der französischen Geschichte, die von ihren Biographen entweder gerühmt oder verteufelt wird. Seine politischen Vorstellungen lassen sich aus seinen hinterlassenen Texten entnehmen, sein privates Leben hat er nicht thematisiert. Die (Liebes-) Beziehung von Eléonore Duplay und Maximilien de Robespierre ist noch nicht klar historisch belegt. Auf Basis ihrer umfassenden Literaturrecherche interpretiert Jeanette Limbeck ihr Verhältnis, sie zeigt in ihrem historischen Roman "Die Farben der Revolution" auf, was und wie geschehen sein könnte. Es ist eine emotional anrührende, lebendig geschriebene Lektüre, die von Hoffnung und Schrecken in einer umwälzenden Epoche der Weltgeschichte erzählt. Unbedingt lesenswert, nicht nur für (kunst-) geschichtlich interessierte Leser*innen!

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Familienbande

Die Inselfamilie
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Moin!

Mit dem Roman "Die Inselfamilie" präsentiert Jette Hansen den zweiten Band aus ihrer erfolgreichen "Amrum"-Reihe, die auf der gleichnamigen nordfriesischen Insel spielt. Wieder dreht sich alles ...

Moin!

Mit dem Roman "Die Inselfamilie" präsentiert Jette Hansen den zweiten Band aus ihrer erfolgreichen "Amrum"-Reihe, die auf der gleichnamigen nordfriesischen Insel spielt. Wieder dreht sich alles um Anne, die sich ein neues Leben auf Amrum aufbaut.

Das Cover atmet maritimes Flair. Es zeigt einen blau-weiß gestreiften Strandkorb mitten in den Dünen. Am blauen Himmel ziehen Möwen ihre Kreise. Wer möchte nicht einen glücklichen Tag an der Nordsee verbringen? Wie im ersten Band, fokussiert sich der Titel auf die Insel Amrum, wobei im zweiten Band die Bindungen der einzelnen Protagonist*innen in den Fokus gerückt werden.

Diese Fortsetzung knüpft nahtlos an das Geschehen im ersten Band an, konzentriert sich allerdings auf die familiären Beziehungen von Anne zu den anderen literarischen Figuren. Während ihr Verhältnis zu ihrer leiblichen Mutter Emma etwas angespannt ist, vertieft sich ihre Bindung an Ben. Nach und nach muss sie sich mit großen und kleinen Problemen auseinandersetzen, wie man sie aus dem eigenen Alltag kennt. Anne entscheidet sich gegen einen sicheren Job im Krankenhaus und wagt den ersten Schritt in die Selbstständigkeit, um ihrer gutmütigen, aber naiven Mutter Emma aus einer schwierigen Situation zu helfen, in die sie sich selbst durch Unwissenheit und Sturheit manövriert hat. Auch sieht sie sich mit der Vergangenheit von Ben konfrontiert, die im Zuge von dramatischen Entwicklungen zu einer echten Belastungsprobe für ihre Liebe wird. Des Weiteren sorgt sie sich um die Gesundheit der betagten Ärztin Edith, die ihr im Laufe der zeit zu einer mütterlichen Freundin geworden ist.

Alles in allem hat mir der zweite Band der "Amrum"-Reihe gut gefallen. Die literarischen Figuren sind realistisch gezeichnet, sie besitzen Stärken und Schwächen, wie im richtigen Leben. Es ist eine angenehme, leicht lesbare, zum Nachdenken anregende Geschichte für zwischendurch, durchzogen von Melancholie, Verlust und Trauer, aber auch Hoffnung, Liebe und Zuversicht. Nun freue ich mich auf ein Happy-End für Anne auf Amrum!

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