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Veröffentlicht am 09.11.2021

Gelungene, großartig erzählte Fortsetzung

Revolution der Träume
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MEINE MEINUNG

Nach seinem grandiosen Auftakt „Schatten der Welt“ hat der deutsche Erfolgsautor Andreas Izquierdo mit „Revolution der Träume“ eine äußerst fesselnde Fortsetzung seiner lehrreichen historischen ...

MEINE MEINUNG

Nach seinem grandiosen Auftakt „Schatten der Welt“ hat der deutsche Erfolgsautor Andreas Izquierdo mit „Revolution der Träume“ eine äußerst fesselnde Fortsetzung seiner lehrreichen historischen Saga vorgelegt, die mich wieder sehr begeistern konnte. Die gelungene Mischung aus historischem Roman und berührender Geschichte über die unverbrüchliche Freundschaft zwischen den faszinierenden Protagonisten Carl, Artur und Isi hat mich wieder von Beginn an in ihren Bann gezogen.

Auch ohne den ersten Teil zu kennen, lässt sich dieser Roman gut lesen; doch ist es um einiges spannender, die Vorgeschichte der drei Jugendfreunde aus dem westpreußischen Thorn und ihre Entwicklung im Laufe der Zeiten mit zu verfolgen.

Dank des lebendigen, bildhaften und sehr mitreißenden Schreibstils fällt es nicht schwer, ins schillernd ambivalente Berlin der Goldenen 20ger Jahre einzutauchen. Mühelos entführt uns Izquierdo in die damalige Hauptstadt, die sich kurz nach Ende des 1. Weltkriegs in einer politisch höchst instabilen und krisengeschüttelten Lage befindet und nach zahlreichen blutigen Aufständen erst langsam ruhigeren Zeiten entgegensieht. Allgegenwärtig sind die Auswirkungen des verlorenen Kriegs sichtbar, Mangelversorgung, Elend und bittere Armut stehen in starken Kontrast zu dem unermesslichen Reichtum der Adligen und ihrer Vergnügungssucht.

Gekonnt vermittelt Izquierdo ein sehr stimmiges und authentisches Bild der damaligen bewegten Zeit und einer pulsierenden Metropole voller Kontraste zwischen Luxus, Reichtum, Vergnügungssucht, dekadentem Nachtleben, Existenzkampf, Kriminalität und Armut. Lebendig und atmosphärisch dicht portraitiert er das Alltagsleben in der Hauptstadt in all seinen Facetten. Izquierdo versteht es hervorragend, die sorgsam recherchierte Zeitgeschichte anschaulich und spannend mit seiner Handlung zu verweben und uns hautnah am Schicksal der Menschen teilhaben zu lassen.

Mit seinem einfühlsamen Schreibstil gelingt es ihm mühelos, uns in seine abwechslungsreiche, berührende und emotionsgeladene Geschichte rund um die drei Freunde Carl, Artur und Isi hinein zu ziehen.

Aus der rückblickenden Perspektive des jungen Protagonisten Carl erleben wir die Geschehnisse rund um das ungleiche, sehr sympathische Freundestrio und verfolgen voller Anteilnahme und Spannung ihre persönliche Entwicklung. Äußerst packend ist es, wie die so unterschiedlichen Protagonisten in dieser bewegten Zeit voller Umbrüche, Wandel und neuer Chancen jeder für sich zu bestehen versuchen und ihr Schicksal meistern.

Die Geschichte lebt neben der tollen eingefangenen, zeitgeschichtlichen Kulisse vor allem aber von seinen äußerst facettenreich angelegten Figuren. Die verschiedenen Charaktere sind allesamt detailliert ausgearbeitet, so dass sie mit ihren vielen Ecken und Kanten sehr lebensnah wirken.

Es sind so wundervolle, vielschichtige Charaktere, so dass ich sie schon im ersten Band ins Herz geschlossen und mit ihnen gebangt habe. Ob nun der sensible, immer noch etwas schüchterne Carl, der inzwischen unter Ernst Lubitsch als Kameramann arbeitet oder der clevere, vom Krieg gezeichnete Artur, der als sehr geschäftstüchtiger Boss einige Unterwelt-Etablissements leitet oder die selbstbewusste, kämpferische Isi mit ihrem etwas flatterhaften, rebellischen Wesen, die sich zunächst als Revolutionärin beim Spartakusbund engagiert – trotz all ihrer charakterlichen Unterschiede stehen sie bedingungslos füreinander ein und helfen einander in diesen schwierigen und turbulenten Zeiten.

Nach einer Fülle von fesselnden Verwicklungen, unerwarteter Wendungen und bewegender Momente endet die Geschichte mit einem recht offenen Ausklang.
Ich bin schon sehr gespannt, was das Schicksal für die drei sympathischen Freunde Carl, Artur und Isi noch alles bereithalten wird und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!

FAZIT
Eine fesselnde und mitreißend erzählte Fortsetzung mit tollem Berliner Lokalkolorit der 1920ger Jahre, einem fundierten zeitgeschichtlichen Hintergrund und lebendigen, sympathischen Charakteren!
Eine sehr lehrreiche Geschichtsstunde und ein ganz besonderes, sehr empfehlenswertes Leseerlebnis!!

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Viel Wissenswertes über die Kunst der Widerstandskraft

Resilienz - die Kunst der Widerstandskraft
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MEINE MEINUNG
Unsere gegenwärtige, sehr bewegte Epoche ist geprägt von sich rasch verändernden Prozessen, die tiefgreifende soziale, ökonomische sowie ökologische Umbrüche in unserer Welt umfassen, und ...

MEINE MEINUNG
Unsere gegenwärtige, sehr bewegte Epoche ist geprägt von sich rasch verändernden Prozessen, die tiefgreifende soziale, ökonomische sowie ökologische Umbrüche in unserer Welt umfassen, und für jeden einzelnen von uns extreme Herausforderungen mit sich bringen und eine permanente Anpassungsfähigkeit erfordern. Verschiedenste Krisen und schwierige Lebensverhältnisse sind zu bewältigen und dies betrifft nicht nur das von psychischen Belastungen geprägte Arbeitsumfeld.
Doch wie kann man mit stressigen Situationen umgehen und wie reagiert man adäquat auf Niederlagen, Rückschläge und Misserfolge? Das Modewort unserer Zeit ist „RESILIENZ“ – eine quasi magische psychische Widerstandskraft, die uns zu innerer seelischer Stabilität verhilft und uns auf Dauer vor dauerhafter Überforderung, psychischen Erkrankungen oder dem gefürchteten Burn-out zu schützen vermag.

In ihrem sehr informativen Sachbuch „Resilienz - die Kunst der Widerstandskraft: Was die Wissenschaft dazu sagt“ vermittelt uns das Experten-Team, bestehend aus der Psychologin Dr. Donya Gilan, der psychologische Psychotherapeutin und Expertin für Gesundheitsprävention Dr. Isabella Helmreich sowie dem Stressforscher am Zentrum für Kardiologie der Universität Mainz Dr. Omar Hahad, eine Menge Basiswissen zu verschiedenen Aspekten des brandaktuellen Themas Resilienz. Die am Buch mitwirkenden Autoren arbeiten zugleich alle am Fachbereich „Resilienz und Gesellschaft“ des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung in Mainz.

Das Autoren-Team nimmt uns in ihrem in 5 Haupt-Kapitel untergliederten Fachbuch mit auf eine spannende und hochinformative Reise in die Welt der Resilienz.
So erhalten wir im ersten Kapitel einen umfassenden Überblick über die Geschichte der psychologischen Resilienzforschung, bekommen Spannendes über die neuesten Erkenntnisse der Forschung aus Psychologie und Neurologie aber auch über die Möglichkeiten und Grenzen der Resilienz vermittelt.
Im zweiten Kapitel erfahren wir anhand von 3 lebensnahen Fallbeispielen von resilienten Menschen mehr über das Geheimnis resilienter Erfolgsgeschichten.
Im nächsten, sehr theorie-lastigen Kapitel beleuchten die Autoren die wechselseitigen Beeinflussungen von Genen und Umwelt, geben interessante Einblicke in die Neurobiologie des Gehirns, den faszinierenden Themenbereich der Epigenetik und Bedeutung des Mikrobioms.
Äußerst gut gefallen hat mir das nächste, sehr informative Kapitel über die Trainierbarkeit der Resilienz, in dem wir viel darüber erfahren, wie die verschiedenen evidenzbasierten Resilienzfaktoren eingesetzt werden können, um unsere Resilienz im Alltag aktiv zu stärken und gute Stressbewältigungsstrategien zu trainieren. Sehr anschaulich zeigen die Autoren auf, wie es in der Praxis gelingen kann, vor Stress und dessen Folgen zu schützen und präventiv Erkrankungen vorzubeugen und auch Methoden wie Bio- und Neurofeedback einsetzen kann, um das Gehirn zu trainieren.
In den letzten beiden Kapiteln des Buchs geht es dann noch um die Schaffung von Rahmenbedingungen zur Entwicklung von Resilienz als gesellschaftspolitische Aufgabe. Schließlich wird auch der Frage nachgegangen, wie angesichts dynamischer Wandlungsprozesse der Zusammenhalt moderner Gesellschaften gesichert werden kann.
Insgesamt ist das Buch für absolute Neulinge als Einstieg in die Thematik wenig geeignet und versteht sich auch nicht als ein praxisbezogener Ratgeber. Vielmehr richtet es sich an eine Leserschaft, die bereits über ein solides Grundwissen verfügt und Neues hinzulernen möchte.
Das Autoren-Team bietet interessierten Lesern einen guten Überblick über das aktuelle Fachwissen, neue Erkenntnisse und einen fundierten Einblick in die wissenschaftlichen Aspekte der Resilienzforschung. Zudem findet sich nach jedem Kapitel ein Literaturverzeichnis. Zahlreiche Erläuterungen und Beispiele erleichtern das Verständnis des Textes und helfen dabei bisweilen komplexe Themen gut zu verstehen, was allerdings wegen der recht umständlichen Formulierungen nicht immer ganz einfach ist.

FAZIT
Ein sehr informatives und gut verständlich geschriebenes Fachbuch zu dem brandaktuellen Thema Resilienz, das einen fundierten Überblick über die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Resilienzforschung bietet!
Sehr empfehlenswert für alle Interessierten, die ihr Basiswissen rund um Resilienz vertiefen wollen!

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Gelungene Fortsetzung der packenden Histo-Krimi-Reihe

Goldtod
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MEINE MEINUNG
Der historischen Kriminalroman „Goldtod“ von dem deutschen Autoren Axel Simon ist die packende und sehr gelungene Fortsetzung seiner neuen Krimireihe um den eigenwilligen Sonderermittler ...

MEINE MEINUNG
Der historischen Kriminalroman „Goldtod“ von dem deutschen Autoren Axel Simon ist die packende und sehr gelungene Fortsetzung seiner neuen Krimireihe um den eigenwilligen Sonderermittler Gabriel Landow, die im Berlin der bewegten Kaiserzeit zum Ausgang des 19.Jahrhunderts angesiedelt ist. Nach dem fesselnden Auftakt „Eisenblut“ war ich sehr neugierig, wie es nach den dramatischen Ereignissen des Vorgängerbands mit dem unkonventionellen, etwas heruntergekommenen Protagonisten Landow und seinem trickreichen einarmigen Kompagnon Orsini und ihrer neuen Detektei weitergehen wird, insbesondere da mir die beiden sehr ans Herz gewachsen sind.
Mit seiner Vielzahl an interessanten Charakteren und Handlungssträngen ist auch der zweite Fall für das ungewöhnliche Ermittlerteam wieder hochspannend und alles andere als vorhersehbar.
Der Autor hat einen äußerst komplexen und clever konzipierten Krimiplot entworfen, der mich mit seiner sehr atmosphärischen und leicht düsteren Stimmung rasch in seinen Bann ziehen konnte. Axel Simon nimmt uns mit auf eine faszinierende Zeitreise, die uns dank seines lebendigen und dichten Erzählstils mühelos in die Kaiserstadt der Wilhelminischen Zeit eintauchen lässt und uns aufschlussreiche Einblicke in das damalige Leben gewährt. Sehr anschaulich und lehrreich hat der Autor historische Details und politische Hintergründe in seine faszinierende Geschichte eingewoben. Sehr gut gefallen hat mir auch der sehr eloquente, lebendige Erzählstil des Autors. Durch humorvolle Einschübe - gewürzt mit Landows sarkastischen Spitzen - sorgt er er dafür, dass die etwas abgründige Handlung immer wieder aufgelockert wird.
Die vielschichtige Kriminalgeschichte gewinnt durch die geschickten Wechsel der Perspektiven und Schauplätze zunehmend an Dynamik und Spannung. Durch die vielen eingeflochtenen Details und sich entwickelnden Verstrickungen erfordert es schon einiges an Aufmerksamkeit beim Lesen um der anspruchsvollen Handlung zu folgen, lässt einem dadurch aber auch viel Raum für eigene Spekulationen und liefert viel Stoff zum Miträtseln, was mir großen Spaß bereitet hat.
Der Krimi zeichnet sich vor allem durch seine hervorragend ausgearbeiteten, facettenreichen und sehr lebensnahe Charaktere aus. Im Mittelpunkt steht der sehr eigenwillige Ermittler Gabriel Landow, das schwarze Schaf einer einst wohlhabenden Familie des Ostpreußischen Landadels, der sich inzwischen mit seiner kleinen Detektei durchzuschlagen versucht. Er verkörpert mit seiner unverwechselbaren, meist mürrischen Art, seinem prekären Lebensstil und genialen Geist den typischen Antihelden und konnte mich mit seiner vielschichtigen Persönlichkeit wieder begeistern. Eine äußerst gelungene, liebenswerte Figur ist auch Landows Kompagnon Orsini, der clevere, ehemalige Taschendieb mit seinem großen Herz, der Landow nicht nur bei den Ermittlungen eine große Stütze ist. Dieses recht verschrobene Ermittler-Team mit ihren Ecken und Kanten lässt in ihren amüsanten Interaktionen bisweilen schon gewisse Parallelen zu den berühmten Figuren Sherlock und Watson erkennen.
Sehr glaubwürdig und lebendig sind auch die vielen faszinierenden Nebenfiguren angelegt.
Gekonnt führt Simon seine unterschiedlichen Handlungsstränge zusammen und lässt seine Geschichte schließlich in einem unglaublich mitreißenden Showdown gipfeln. So wird am Ende der Kriminalfall sehr nachvollziehbar und stimmig aufgelöst. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit diesem sympathischen Ermittler-Team Landow & Orsini weitergehen wird und mit welchem spannenden Fall sie im nächsten Band konfrontiert werden.

FAZIT
Eine fesselnde, abwechslungsreich erzählte Fortsetzung dieser faszinierenden historischen Krimi-Reihe! Mit einem vielschichtigen, sehr undurchsichtigen Kriminalfall, tollen eigenwilligen Protagonisten und viel Zeitkolorit – so folgt man dem ungewöhnlichen Ermittlergespann gerne durch das wilhelminische Berlin!

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Faszinierendes Portrait einer untergehenden Stadt

Als ich einmal in den Canal Grande fiel
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MEINE MEINUNG
In ihrem neuesten, sehr unterhaltsamen Sachbuch „Als ich einmal in den Canal Grande fiel – Vom Leben in Venedig" nimmt uns die deutsche Autorin Petra Reski mit auf einen sehr persönlichen ...

MEINE MEINUNG
In ihrem neuesten, sehr unterhaltsamen Sachbuch „Als ich einmal in den Canal Grande fiel – Vom Leben in Venedig" nimmt uns die deutsche Autorin Petra Reski mit auf einen sehr persönlichen Ausflug nach Venedig. Schon nach wenigen Seiten war ich gefangen von Reskis wundervoll lebendigen, humorvollen und mitreißenden Erzählstil.
Bereits seit 1991 hat sie sich in „die schönste Stadt der Welt“ verliebt und zu ihrer Wahlheimat auserkoren –natürlich aber auch der Liebe zu „ihrem Venezianer“ wegen, wie uns die „Wahlvenezianerin“ gesteht.
Kein Wunder, dass sie die Stadt mit all ihren Besonderheiten und kleinen Wundern, die liebenswerten alteingesessenen Bewohner und unberührten Ecken wie keine Zweite kennt. Aber leider bekommt sie auch die vielfältigen Schattenseiten zu spüren, muss sie doch tagtäglich die negativen Auswirkungen des Massentourismus miterleben .
Äußerst anschaulich und kenntnisreich führt Reski uns vor Augen, was es bedeutet in dieser pittoresken Lagunenstadt zu leben, denn Tag für Tag erlebt sie hautnah mit, wie dieses Sehnsuchtsziel von Touristen aus aller Welt gnadenlos überrannt oder fast alljährlich vom obligatorischen Hochwasser bedroht wird.
Als Expertin kann sie uns aus erster Hand von vielen schockierenden Fehlentwicklungen in dieser Stadt und ihren zahllosen Bedrohungen im Laufe der Zeiten berichten und lässt uns einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen werfen.
Nicht nur der immense Kreuzfahrttourismus, die zunehmende Wasserverschmutzung setzen der Stadt immer mehr zu, sondern auch skrupellose Immobilienspekulationen, die die letzten echten Venezianer ans Festland vertreiben, oder korrupte Kommunalpolitiker, die eher für den eigenen Profit als das Wohl ihrer Wählerschaft und dem einzigartigen Unesco Kulturerbe am Herzen liegt.
Gekonnt und detailreich zeichnet die Autorin ein melancholisch stimmendes, aufrüttelndes und schonungsloses Portrait von Venedig.
Doch auch an den vielfältigen faszinierenden Seiten Venedigs und der beeindruckenden Historie lässt sie uns teilhaben. Leidenschaftlich und voller Liebe zu ihrer neuen Heimat erzählt Reski von den alten Traditionen, der tiefen Verwurzelung der Venezianer und nimmt uns mit zu den vielen mystischen Geheimnissen und kulturellen Schönheiten der romantischen Lagunenstadt.
So bleibt es auch nicht aus, dass man vom besonderen Zauber dieser einzigartigen Stadt gefangengenommen wird! Großen Spaß beim Lesen haben mir beispielsweise die Schilderungen über die abenteuerlichen Exkursionen der Autorin mit ihrem kleinen Boot bereitet, wenn sie sich todesmutig unter den misstrauischen Blicken der Gondolieri in Zentimeterarbeit durch das Gewirr in den Kanälen vorbei an Gondeln navigiert.
Petra Reski ist ein vielschichtiges Portrait und leidenschaftliche Hommage mit kurzweiligen, mitreißend erzählten Anekdoten und auch nachdenklich stimmenden Geschichten über ihre Wahlheimat Venedig gelungen.

FAZIT
Ein wundervoll unterhaltsames und sehr persönliches Buch, das sehnsüchtiges Fernweh weckt und neugierig macht, auf eine faszinierende, dem schleichenden Untergang geweihte Stadt, für die es sich aber unbedingt zu kämpfen lohnt.
Eine sehr empfehlenswerte und hochinteressante Lektüre für alle Venedig-Liebhaber und solche, die es noch werden wollen!

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Mitreißendes Finale der Spannungstrilogie aus Island

Der Käfig
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MEINE MEINUNG
»Der Käfig« von der isländischen Autorin Lilja Sigurðardóttir ist der fesselnde abschließende Band, ihrer in Island angesiedelten Trilogie, die mit den behandelten gesellschaftlichen Themen ...

MEINE MEINUNG
»Der Käfig« von der isländischen Autorin Lilja Sigurðardóttir ist der fesselnde abschließende Band, ihrer in Island angesiedelten Trilogie, die mit den behandelten gesellschaftlichen Themen für frischen Wind im hart umkämpften Markt der sogenannten „Nordic Noir“ sorgen sollte.
Leider ist das Finale des Spannungsromans zwar recht unterhaltsam zu lesen, aber längst nicht so packend wie die beiden vorangegangenen Bände. Da die Autorin uns einen zufriedenstellenden Ausklang ihrer Geschichte schuldig geblieben ist, und zu viele Aspekte bis zum Ende hin offen blieben, hinterlässt der nicht ganz runde Abschluss der Island-Trilogie bei mir einen etwas schalen Nachgeschmack.
Thematisch kreist die Handlung erneut um Drogenschmuggel und das skrupellose Drogengeschäft, um Wirtschaftskriminalität, politische Intrigen und Verrat.
Im Mittelpunkt des letzten Bands steht diesmal Agla, Finanzexpertin und Sonjas Ex-Geliebte, die wegen ihrer Rolle in einem großen isländischen Bankenskandal eine längere Haftstrafe abgesessen hat und nun bald entlassen wird. Agla erhält den Auftrag, den illegalen Aktivitäten eines undurchsichtigen, international tätigen Geschäftskonglomerats im lukrativen Aluminiumgeschäft auf die Spur zu kommen. Zusammen mit ihrer ehemaligen Erzfeindin Maria, die inzwischen als freiberufliche Investigativ-Journalistin arbeitet, versucht sie dubiose Manipulationen aufzudecken und Hintermänner zu ermitteln – doch viel zu spät bemerken sie, in welches gefährliches Komplott sie da geraten sind. In einem zweiten Nebenstrang erfahren wir eher nur am Rande, wie es mit der weiteren bereits bekannten Akteurin Sonja, die ehemalige Kokain-Kurierin, die sich mit ihrem Sohn Tómas nach London abgesetzt hat, weitergegangen ist. Anton, der 15-jährige Sohn des skrupellosen und sehr zwielichtigen Ingimar steht im Zentrum eines weiteren Handlungsstrangs, der mit Fremdenhass und Islamfeindlichkeit hochaktuelle gesellschaftliche Themen behandelt und mich sehr fesseln konnte.
Die Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungssträngen sind dramaturgisch gut gewählt, sodass die Spannung immer mehr gesteigert wird. Die recht kurzen Kapitel und raschen Perspektivwechsel sorgen zudem für viel Tempo.
Vom Plot her ist die komplexe Geschichte hochinteressant und abwechslungsreich angelegt. Die verschiedenen Handlungsfäden ziehen sich durch die gesamte Geschichte und sind von der Autorin gekonnt ineinander verwoben. Je mehr man in die undurchsichtige Geschichte dringt, umso deutlicher wird, dass hier so einiges im Argen liegt und nichts ist, wie es zunächst scheint. Erst allmählich offenbaren sich die Verstrickungen der Charaktere, ihre ausweglose Lage aber auch die Abgründe ihres Handelns, die die Autorin sehr anschaulich vermittelt.
Obwohl die Autorin ihre Charaktere sehr vielschichtig und lebensnah angelegt hat, und wir Einblicke in die Gedankenwelt und Beweggründe für ihr Verhalten erhalten, wurde ich diesmal allerdings nicht so richtig warm mit ihnen. Insbesondere die Weiterentwicklung von Sonjas Charakter konnte mich keineswegs überzeugen und hat mich sehr enttäuscht zurückgelassen. Schade auch, dass ihr Sohn Tómas keinen zusätzlichen Part erhalten hat.
Lange Zeit ist es sehr undurchsichtig, welche Zusammenhänge zwischen den Figuren und ihren Taten bestehen und wie sehr ihre Schicksale miteinander verwoben sind. Nach einigen unerwarteten Wendungen ziehen Tempo und Spannung zum Ende hin enorm an, die Ereignisse überschlagen sich regelrecht und die Handlung mündet in einem sehr unvorhersehbaren Finale.

FAZIT
Ein fesselnder Abschluss der Island-Trilogie über Drogenschmuggel, Finanzkriminalität und kriminelle Machenschaften, der so einige Überraschungen für uns bereit hält - mich aber nicht völlig überzeugen konnte!

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