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Veröffentlicht am 03.09.2022

Die Kunst des Hennas

Die Hennakünstlerin
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Eine junge Hennakünstlerin aus schwierigen Familienverhältnissen, baut sich in Indien der 1950er Jahre eine eigene Existenz auf. Sie hat zahlreiche einflussreiche Kundinnen und gewinnt immer mehr an Beliebtheit. ...

Eine junge Hennakünstlerin aus schwierigen Familienverhältnissen, baut sich in Indien der 1950er Jahre eine eigene Existenz auf. Sie hat zahlreiche einflussreiche Kundinnen und gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Da taucht ihre kleine Schwester auf, von der sie bisher nichts wusste, und es ändert sich auf einmal alles und die Grundfeste die sie sich selbst errichtet hat geraten ins Wanken.
Von Anfang an war ich von der Atmosphäre gebannt die die Autorin mit Schreib- und Erzählstil kreiert. Sie ist ruhig, teilweise melancholisch, sehr sanft und vor allem sehr eindringlich. Die Kultur Indiens wird so eindrucksvoll beschrieben, dass ich noch mehr von diesem Land fasziniert bin als ich es sowieso vorher schon war. Lakshmi ist eine unglaublich starke Frau und noch stärkere Protagonistin. Sie hat einen schier unbrechbaren Willen und Ehrgeiz und kämpft für ihre Ziele und Ansichten. Immer mit dem Hintergrund ihre Existenz und das was sie sich aufgebaut hat auf gar keinen Fall zu gefährden. Darunter leidet manchmal auch ihre wesentlich jüngere Schwester Rata, die ihr in ihrer Freiheit doch manchmal im Weg zu stehen scheint. Das Zusammenspiel der beiden und die Entwicklung der Beziehung der beiden miteinander, entwickelt sich langsam und stetig und nimmt den Leser behutsam Schritt für Schritt mit. Man kann sowohl die ältere Schwester, als auch die jüngere Schwester in ihrem Handeln verstehen und begleiten. Jedoch war mir Rata tatsächlich an manchen Stellen etwas zu anstrengend. Aber auch Lakshmi hätte ich gerne in manchen Szenen an den Schultern gefasst und gerne geschüttelt. Dennoch halten sie in den meisten Fällen zusammen und wollen dennoch nur das Beste für den Anderen. Das Buch ist definitiv geprägt von starken Frauenfiguren, denn auch die Nebencharaktere strahlen vor Selbstbewusstsein und Willensstärke. Die Männer hingegen scheinen mir etwas blasser, aber dennoch nicht weniger relevant für die Handlung und den Ausgang der Geschichte. Die Wendungen und die Schwierigkeiten die auftreten waren in meinen Augen jetzt nicht wirklich überraschend, haben es aber dennoch sehr spannend gemacht. Das Ende hat mir sehr gut gefallen und rundet das insgesamt sehr starke Buch gut ab.
Ein wirklich tolles Buch über eine starke Frau die für ihre Freiheit kämpft, mit ihrer Herkunft hadert und wieder Familie findet, hatte sie diese doch schon aufgegeben. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen für dieses wunderbare Werk. Klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 03.09.2022

Hätte mir mehr erwartet

Wie man sich einen Lord angelt
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England zur Zeit der Lords und Ladies. Kitty braucht dringend eine Hochzeit. Als ihr Verlobter kurzfristig abspringt, reist sie mit einer ihrer Schwestern zu ihrer Tante nach London um dort einen geeigneten ...

England zur Zeit der Lords und Ladies. Kitty braucht dringend eine Hochzeit. Als ihr Verlobter kurzfristig abspringt, reist sie mit einer ihrer Schwestern zu ihrer Tante nach London um dort einen geeigneten Heiratskandidaten zu finden der die Schulden ihrer Familie ausgleichen kann. Und als ob das Glück ihr hold wäre, läuft ihr direkt ein reicher junger Mann über die Füße und sie beginnt ihn zu umwerben. Doch dessen großer Bruder durchschaut ihr Spiel und die Liebe hat sowieso andere Pläne.
Ich hatte das Gefühl das die Geschichte nur sehr langsam in die Gänge kommt. Gerade am Anfang habe ich sie als sehr zäh und langatmig empfunden, ja fast schon langweilig. Vom Setting dieses Londons hatte ich mir ebenfalls etwas mehr versprochen. Die royale, pompöse, elegante Atmosphäre die ich mir vorgestellt hatte kam einfach nicht bei mir an. Es tröpfelte so vor sich hin und wurde der eigentlich fantastischen Kulisse Londons leider nicht gerecht. Das fand ich sehr schade. Auch den Charakteren fehlte es in meinen Augen an Tiefgang und Facettenreichtum. Sie wirkten sehr flach und nicht wirklich authentisch. Bis die Geschichte in Fahrt kommt vergeht gefühlt eine halbe Ewigkeit und selbst dann hat sie mich leider nicht vom Hocker gehauen. Da ein Spannungsbogen fast gänzlich fehlt habe ich zum Schluss auch kein großes Highlight mehr erwartet. Vielmehr fährt das Buch immer wieder mit typischen Klischees der damaligen Zeit, über die Heiratskultur, Männer und Frauen auf. Das war einfach nicht meins. Gegen Ende legt die Erzählung dann aber doch noch ein wenig an Tempo zu und das Ende ist nicht überraschend, aber dennoch besser als der Rest des Buches. So rettet es die Story doch noch halbwegs.
Ja es ist stellenweise humorvoll und das Setting hätte definitiv mehr Potential gehabt. Die Geschichte konnte mich nicht abholen und die Chemie zwischen den Charakteren war für mich auch nicht wirklich greifbar. Deswegen gibt es von mir 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 03.09.2022

Nicht ganz meins

Nur du und ich
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Die Studentin Ellie fährt mit ihrem Geliebten, ihrem Professor auf eine einsame Hütte um dort ein romantisches Wochenende zu verbringen. Doch dann kommt ein Schneesturm auf und die beiden werden eingeschlossen. ...

Die Studentin Ellie fährt mit ihrem Geliebten, ihrem Professor auf eine einsame Hütte um dort ein romantisches Wochenende zu verbringen. Doch dann kommt ein Schneesturm auf und die beiden werden eingeschlossen. Und dann kommen Dinge ans Licht, bei denen nicht klar ist wer diese Hütte tatsächlich wieder lebendig verlassen wird…
Die Autorin schafft es von Anfang an eine überaus düstere, ja fast schon gruselige Stimmung zu kreieren. Diese ist durchweg sehr aufgeladen und staut sich immer mehr auf. Das Wechselspiel zwischen den beiden Protagonisten trieft vor Begehren, Besessenheit und Abartigkeit. Die Rückblicke in die Vergangenheit der Beiden unterstreicht die aufkochenden Emotionen nur noch. Sprachlich ist das Ganze sehr derb und wüst gehalten und man muss sich zunächst daran gewöhnen. Die Spannung hält sich leider in Grenzen und erreicht auch nicht das was ich von einem ordentlichen Thriller erwarte. Die Wendungen sind nichtsdestotrotz recht gut gelungen und überraschen den Leser doch immer wieder mal. Die Charaktere haben für mich leider nicht ganz an Farbe gewonnen und bleiben die Geschichte über sehr dünn und blass. Das Setting kommt nicht wirklich zur Geltung, da eher der Schlagabtausch zwischen den beiden im Vordergrund steht. Die Handlung an sich ist nur an manchen Stellen vorhersehbar, überrascht einen im Endeffekt aber dann doch nicht mehr. Das Buch hat recht gut gestartet, der Mittelteil war okay, und gegen Ende wurde es allerdings wieder schlechter. Insgesamt zu wenig um für mich ein guter Thriller zu sein. Schade.
Insgesamt konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Die Charaktere zu blass, die Handlung so lala, die Spannung hielt sich auch in Grenzen und die Auflösung hat einen auch nicht vom Hocker gerissen. Schade ich hatte tatsächlich mal wieder Lust auf einen guten Thriller, leider konnte mich dieses Werk nicht begeistern. Es bekommt von mir 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.08.2022

Schwedenliebe

Fast bis zum Nordkap
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Bea braucht eine Auszeit, denn Job und Beziehung schlauchen sie sehr. Also kauft sie sich einen türkisenen Bully und fährt nach Norden in Richtung Schweden. Als in einem kleinen Ort ihr Bully liegen bleibt, ...

Bea braucht eine Auszeit, denn Job und Beziehung schlauchen sie sehr. Also kauft sie sich einen türkisenen Bully und fährt nach Norden in Richtung Schweden. Als in einem kleinen Ort ihr Bully liegen bleibt, bleibt ihr nichts anderes übrig als dort ihr vorübergehendes Domizil einzurichten. Dabei begegnet sie nicht nur liebenswerten Menschen die ihren schwedischen Charme versprühen, sondern auch Peer der mit seinen zwei Töchtern dort lebt.
Hach, der perfekte Roman für leichte Stunden in der Hängematte mit einer ordentlichen Prise Schwedencharme. Ich liebe Schweden und die Autorin beschreibt dieses Lebensgefühl dort mit einer solchen Leichtigkeit, dass man denken könnte man wäre selber dort. Die Charaktere sind locker, leicht gezeichnet, bringen jetzt nicht unbedingt viel Tiefe mit, aber das brauchen sie bei einem solchen Buch auch nicht. Es lebt von der Wohlfühlatmosphäre, den liebevollen Nebencharakteren, der Landschaft, den Elchen und Snorre dem Hund. Man taucht ein in diesen Roadtrip, fiebert mit Bea mit und freut sich über die zarten Funken die entstehen. Peers Töchter sorgen mit ihren kleinen und größeren Eskapen für Abwechslung und Lacher und auch die anderen Bewohner haben den ein oder anderen flotten Spruch auf den Lippen. Die Geschichte ist sehr kurzweilig, humorvoll und ist hervorragend für die leichte Lektüre zwischendurch. Wer etwas tiefsinniges sucht ist hier definitiv an der falschen Adresse und sollte sich ein anderes Buch zur Hand nehmen. Wer aber leichte, liebevolle, romantische Sommerlektüre sucht, ist hier genau richtig.
Mehr kann man zu dieser wundervollen Wohlfühlgeschichte auch gar nicht sagen. Schweden als Setting hatte mich sowieso schon von sich überzeugt, aber auch die rasch dahinplätschernde Liebesgeschichte mit seinen quirligen, verschrobenen und liebevollen Charakteren konnten mich vollends von sich überzeugen. Definitiv eine kleine Empfehlung für Schwedenfans und diejenigen die eine schöne Geschichte für leichte Lesestunden suchen. 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.08.2022

Echt.

Nebelschimmer
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Calla kehr aus Los Angeles nach Lübeck zurück. Ausgerechnet läuft sie hier am ersten Tag direkt ihrem Ex-Freund Jasper über den Weg. Die Gefühle der beiden sind nicht ganz verschwunden, aber können sie ...

Calla kehr aus Los Angeles nach Lübeck zurück. Ausgerechnet läuft sie hier am ersten Tag direkt ihrem Ex-Freund Jasper über den Weg. Die Gefühle der beiden sind nicht ganz verschwunden, aber können sie das überstehen was zwischen ihnen steht und was Los Angeles aus Calla gemacht hat? Gibt es für die beiden eine zweite Chance?
Ich liebe, liebe, liebe Anya Omahs Schreibstil einfach. Es ist wie als würde man direkt darin versinken und nur so durch die Seiten schweben. Die vertrauensvolle und liebevolle Atmosphäre die sie das ganze Buch über aufrechterhält, lässt den Leser nachhause kommen. Denn bereits Simons und Alissas Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen. Und nun auch Callas und Jaspers. Beide Charaktere bringen so viel Tiefe und Authentizität mit, dass man das Gefühl hat selbst mit den beiden befreundet zu sein. Die Dialoge sind unglaublich gefühlvoll und lassen nicht einmal das Gefühl aufkommen es wäre aufgesetzt oder nicht ernst gemeint. Alles an dieser Geschichte, alles an diesem Buch ist schlichtweg ECHT. Und das macht so viel aus. Man fühlt sich abgeholt, mitgenommen, leidet und liebt mit den beiden mit. Die Gefühle zwischen den beiden sprühen fast zwischen den Zeilen hindurch und man kann dabei nur ins Träumen und Schwärmen geraten. Gleichzeitig ist es emotional so intensiv, dass mir stellenweise wirklich die Tränen kamen, so sehr habe ich mitgefühlt. Ich kann dieses Leseerlebnis tatsächlich nur sehr, sehr schwer in Worte fassen. Anya Omahs Geschichten haben einfach etwas Magisches, was einen so schnell nicht wieder loslässt. Ich habe dieses Buch mit jeder seiner Seiten genossen und hatte Angst es zu beenden. Und am Ende kommt noch mal der große Knall, die Wendung oder wie man es auch nennen möchte, die den Leser und die Charaktere aus der Bahn wirft. Einfach nur Wow. Ich war sprachlos und auch traurig als ich die letzten Seiten gelesen hatte. Die Autorin spricht in diesem Buch auch das wichtige Thema des „Alltagsrassismus“ an und scheut sich nicht den Leser auch unangenehme Leseminuten zu bescheren, wenn man sich bei manchen Stellen tatsächlich ertappt fühlt. Sehr sensibel greift sie dieses Thema auf und regt auch den Leser dazu an sich mehr damit auseinander zu setzen. Das hat mir sehr gut gefallen und auch ich habe über meine Verhaltensweisen in diesem Bezug noch einmal nachgedacht und werde in manchen Situationen jetzt mehr auf meine sensible Wortwahl achten.
Ach was soll ich sagen, das Buch überzeugt in allen Punkten. Emotional, mitreißend, tolle Charaktere, schönes Setting – was will man mehr. Klare 5 von 5 Sterne.

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