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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2020

Obsession kann viele Gesichter haben

Je tiefer das Wasser
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Zwei Töchter, die nach dem Selbstmordversuch ihrer Mutter zu ihrem Vater kommen, der sie seit Jahren nicht gesehen hat und Schriftsteller ist. Für die eine, das Beste was ihnen passieren konnte – für die ...

Zwei Töchter, die nach dem Selbstmordversuch ihrer Mutter zu ihrem Vater kommen, der sie seit Jahren nicht gesehen hat und Schriftsteller ist. Für die eine, das Beste was ihnen passieren konnte – für die andere beinahe ein Alptraum. Die Autorin beschreibt die Macht von Obsession in ihren verschiedensten Formen und das in meinen Augen überaus gekonnt.
Man wird regelrecht in die Geschichte geworfen - ins kalte Wasser. Der Erzählstil ist kurz und prägnant gehalten und was durch den knappen, fast schon aneinander gereihten Schreibstil noch verstärkt wird. Die Autorin wählt manchmal kurze Sätze um bestimmte Gefühle und Gedanken noch einmal zu unterstreichen. Zudem spielt sie in manchen Kapiteln mit der Groß- und Kleinschreibung was den Charakter der darin erzählenden Person noch einmal verdeutlicht. Das hat mir sehr gut gefallen, weil es zur Geschichte und zum Gesamtkonzept des Buches passt. Die Perspektiven wechseln relativ schnell und nicht immer ist man sich direkt sicher um wen es sich jetzt handelt. Jedoch löst sich das ganze häufig sehr schnell wieder auf, so dass es in meinen Augen zu wenig Verwirrung kommt. Die beiden Hauptcharaktere Mae und Edie könnten als Schwestern unterschiedlicher nicht sein. Und beide werden von unterschiedlichen Mächten, Wünschen und Sehnsüchten zu ihrem Handeln getrieben. Und so war es interessant zu beobachten wie unterschiedlich sich deren Wege nach der Tat ihrer Mutter entwickeln. Zugegebenermaßen ich habe tatsächlich ein wenig gebraucht um mit der Idee hinter der Geschichte warm zu werden, doch von Seite zu Seite hat es mich mehr überzeugt.
Es ist ein Buch auf das man sich einlassen muss. Tut man es hat, man eine Geschichte die, die tiefsten menschlichen Abgründe auftut und zeigt wie viel von unserem Inneren unser äußeres Handeln antreibt. In meinen Augen eine sehr spezielle und doch spannende Erzählung, die man wie gesagt mögen muss. Ansonsten wirklich gelungen.

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Veröffentlicht am 05.02.2020

Wunderschön!

Die andere Welt
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Louise und Louis unterscheidet nur eines: ihr Geschlecht. Sie wachsen beide zu selbstbewussten jungen Menschen heran, die nach einer Nacht das ganze Leben in Frage stellen. Dreizehn Jahre später müssen ...

Louise und Louis unterscheidet nur eines: ihr Geschlecht. Sie wachsen beide zu selbstbewussten jungen Menschen heran, die nach einer Nacht das ganze Leben in Frage stellen. Dreizehn Jahre später müssen sich beide dieser Vergangenheit stellen und kehren in ihre Heimat zurück. Wie verlaufen die Wege der beiden, die mit nur einem Unterschied beginnen?
Die Idee hinter der Geschichte fand ich von Anfang an unglaublich spannend und von der Autorin raffiniert umgesetzt. Der Schreibstil ist fließend und man kommt wunderbar fliegend durch die Seiten. Man schließt die Charaktere sofort ins Herz und lacht, weint und liebt mit den beiden. Die eigentlich ein und dieselbe Person sind – sich nur eben im Geschlecht unterscheiden. Außerordentlich sensibel erzählt Julie Cohen die Geschichte dieser beiden selbstbewussten und doch empfindsamen Charaktere. Und auch die Nebencharaktere Allie und Benny die in beider Leben eine Rolle spielen, sind prägnant und authentisch gezeichnet und füllen die Geschichte mit noch mehr Farbe und Lebendigkeit. Dabei ist der Erzählstil unglaublich feinfühlig und vor allem echt. „Es geht um den Menschen – nicht um das Geschlecht“, fand ich eines der prägendsten Zitate des Buches und fasst die Botschaft dahinter wunderbar zusammen. Die Autorin schafft es die gesellschaftlichen Unterschiede die manchmal noch vorherrschen, wenn es um Mann und Frau geht aufzuzeigen – gerade wie Männer und Frauen denken und fühlen. Das lässt einen selbst noch einmal nachdenken.
Mich hat die Geschichte in ihrer Intensität und ihrer Authenzität unglaublich berührt und ins Herz getroffen. Die Autorin konnte mich sowohl mit Schreib- und Erzählstil für sich gewinnen und ich habe direkt nach weiteren Werken der Autorin gegriffen.

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Veröffentlicht am 05.02.2020

Ganz großes Fantasykino!

Das Schwert der Vorsehung
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Mit „Das Schwert der Vorsehung“ schafft der Autor einen weiteren Kurzgeschichtenband zur Vorgeschichte des Hexers Geralt von Riva und ist das zweite Buch, wenn man die Geschichte chronologisch lesen möchte. ...

Mit „Das Schwert der Vorsehung“ schafft der Autor einen weiteren Kurzgeschichtenband zur Vorgeschichte des Hexers Geralt von Riva und ist das zweite Buch, wenn man die Geschichte chronologisch lesen möchte.
Der Schreibstil ist wie schon im Band zuvor sehr anspruchsvoll und bedarf einiges an Konzentration um den Faden nicht zu verlieren. Doch dranbleiben lohnt sich auch hier. Die Geschichten strotzen nur so von spritzigen, humorvollen Dialogen und blutrünstigen Monstern und actionreichen Kämpfen, die man bildhaft vor Augen hat. Die Charaktere wie Yennefer und Geralt selbst, sind unglaublich speziell und einzigartig gezeichnet. Wie schon in „Der letzte Wunsch“ setzt der Autor einiges an Vorwissen für diese Welt voraus, an manchen Stellen hätte ich mir tatsächlich eine Weltkarte gewünscht um den Überblick zu behalten.
Aber wie schon der erste Band hat mich „Das Schwert der Vorsehung“ absolut begeistert und ich bin nun voller Vorfreude auf die Serie und die Folgebände rund um den Hexer. Für mich ein absolutes Fantasyhighlight und klare Empfehlung für jeden (High-) Fantasyfan!

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Veröffentlicht am 21.01.2020

Hat mich leider nicht ins Herz getroffen

The Light in Us
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Von der Grundidee hat mich das Buch sehr angesprochen. Eine begnadete Geigerin und ein blinder Extremsportler denen den Boden unter den Füßen auf tragische Weise weggerissen wurde, treffen aufeinander ...

Von der Grundidee hat mich das Buch sehr angesprochen. Eine begnadete Geigerin und ein blinder Extremsportler denen den Boden unter den Füßen auf tragische Weise weggerissen wurde, treffen aufeinander und verlieben sich. Und auch das Cover ist wunderschön und der Titel sehr passend zum Inhalt. Denn beide Charaktere suchen nach dem Licht in sich um wieder ins Leben zurückzukehren und finden es im Anderen. Es ist das erste Buch, welches ich von dieser Autorin gelesen/gehört habe.
Die Geschichte schreitet sehr schnell voran – für meinen Geschmack fast schon zu schnell. Die Ereignisse wirken manchmal etwas zu willkürlich herbeigeführt und gewollt. Deswegen fiel es mir sehr schwer zu den beiden Charakteren Noah und Charlotte eine wirkliche Bindung aufzubauen und auch die Beziehung die sich zwischen den beiden entwickelt, konnte mich nur selten erreichen. Beide waren mir zu sehr auf ein Podest gestellt und mit ihren Talenten und Aussehen zu hoch in den Himmel gelobt. Das hat an manchen Stellen ebenfalls ein wenig dazu geführt, dass das Ganze unrealistisch wirkte. Dennoch ist der Schreibstil der Autorin und die Erzählweise der Sprecher sehr angenehm und leicht und man hört/liest das Buch schnell weg. Leider haben mir manche Szenen vor Kitsch etwas zu sehr getrieft – aber vielleicht ist das auch einfach nicht mein Geschmack. Generell hat mich das Buch sehr an „Ein ganzes halbes Jahr“ erinnert, nur das Noah blind ist und nicht im Rollstuhl sitzt. Ein positiver Aspekt ist, dass die Autorin sehr behutsam und einfühlsam mit dem Thema der Blindheit umgeht. Aber wie schon gesagt, manchmal war es mir einfach ein wenig zu over the top.
Insgesamt eine schöne Liebesgeschichte für Zwischendurch, die mich aber leider nicht wirklich berühren konnte – schade, denn ich hatte viel Gutes über dieses Buch gehört. Mal sehen ob ich noch weiteren Werken von Emma Scott eine Chance geben werde.

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Veröffentlicht am 12.01.2020

Ein fantastisches Leseerlebnis

Der letzte Wunsch
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Da die Witcher-Serie gerade in aller Munde ist und ich jemand bin der zuerst die Bücher liest und dann die Serie schaut habe ich zu diesem ersten Buch der Reihe gegriffen. Hierbei handelt es sich um Kurzgeschichten ...

Da die Witcher-Serie gerade in aller Munde ist und ich jemand bin der zuerst die Bücher liest und dann die Serie schaut habe ich zu diesem ersten Buch der Reihe gegriffen. Hierbei handelt es sich um Kurzgeschichten über den Hexer Geralt der um sich sein tägliches Brot zu verdienen, Monster und Ungeheuer beseitigt. Dabei schlägt sein Herz stets für die Zauberin Yennefer.
Es hat eine Weile gebraucht bis ich mich an Schreib- und Erzählstil des Autors gewöhnt hatte. Hier handelt es sich nicht um ein Buch was man mal eben so nebenher liest, ich habe doch einiges an Konzentration gebraucht, um den Handlungen genau folgen zu können. Man wird direkt in eine fantastische Welt geworfen ohne dass der Autor groß etwas dazu erklärt und somit viel voraussetzt. Einiges wird im Laufe des Buches erklärt, einiges bleibt offen. Diese Art und Weise des Erzählens muss man mögen. Lässt man sich darauf ein, bekommt man ein facettenreiches Leseerlebnis. Der humorvolle Ton den der Autor anschlägt, macht einiges wieder wett und die Kurzgeschichten leben vor allem durch die spritzigen, temporeichen Dialoge zwischen den Charakteren. Das Buch beleuchtet Geralts Hintergründe und Ursprung und gibt den Leser einen Einblick in seinen Charakter und seine Beweggründe.
Alles in allem ein fantastisches Erlebnis in einer epischen Welt, die nicht umsonst bereits einige Bücher und eine Videospielreihe umfasst. Ich greife direkt zum nächsten Buch, denn ich kann es kaum erwarten mehr von Geralts Abenteuern zu lesen.

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