Kipppunkte
Hundertsiebenundachtzig Tage
Ludovic Lecomtes Jugendroman ‚Hundertsiebenundachtzig Tage‘ erzählt die Geschichte eines 16jährigen Jungen, der sich scheinbar ohne offensichtlichen Grund aus der Welt zurückzieht.
Der Erzähler verlässt ...
Ludovic Lecomtes Jugendroman ‚Hundertsiebenundachtzig Tage‘ erzählt die Geschichte eines 16jährigen Jungen, der sich scheinbar ohne offensichtlichen Grund aus der Welt zurückzieht.
Der Erzähler verlässt von einem Tag auf den anderen das Haus nicht mehr. Es ist nichts vorgefallen, dass diesen Rückzug erklärt. Hundertsiebenundachtzig Tage lähmt ihn die Angst. Er bekommt bereits Panikanfälle beim Gedanken daran vor die Tür zu treten. Er schafft es nicht mal die Katze vor die Tür zu lassen. Er kann sich eigentlich selbst nicht verstehen, macht sich Selbstvorwürfe, empfindet Schuld seinen Eltern gegenüber, die alles für ihn tun. Erst Manon, ein Mädchen aus einem Forum, die es geschafft hat, sich aus ihrer Isolation zu lösen, macht ihn Mut.
Der Roman ist in einer ganz besonderen Form geschrieben. Tagbuchartig erzählt der Junge von seinen Gedanken. Er führt Listen, die es abzuhaken gilt. Es gibt Chatverläufe mit Manon. Die Panikanfälle werden spürbar, plötzlich fehlen im Text Interpunktion und Satzzeichen, es gibt nur Satzfragment. Da bleibt einem selbst beim Lesen die Luft weg.
Ein ganz besonders Buch, das zum Nachdenken anregt.