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Veröffentlicht am 04.02.2026

Verstörende Freundschaft

Spielverderberin
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Marie Menke legt mit ihrem Debüt "Spielverderberin" einen eindringlichen Roman über die Dynamik zwischen Freundschaft, Abhängigkeit und Selbstfindung vor.

Spielverderberin erzählt von drei Freundinnen, ...



Marie Menke legt mit ihrem Debüt "Spielverderberin" einen eindringlichen Roman über die Dynamik zwischen Freundschaft, Abhängigkeit und Selbstfindung vor.

Spielverderberin erzählt von drei Freundinnen, die sich nach ihrer Schulzeit aus den Augen verloren haben, jedoch nach Jahren wieder treffen um ihre Freundschaft aufleben zu lassen, doch die Vorkommnisse in der Vergangenheit lassen eine wirkliche Nähe nicht mehr zu.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Sophie erzählt, die in der Rückschau auf ihre Jugend blickt. Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen, sie stammen aus derselben Bauerschaft im Süthland. Erst in der Oberstufe kommt Romy, das Mädchen aus der Stadt dazu. Dadurch wird Sophia in die Beobachterrolle gedrängt. Denn Lotte und Romy sind nun unzertrennlich. Sophia ist ebenfalls von Romy fasziniert und wäre auch gerne ihr befreundet. Sie fühlt sich ausgeschlossen. Drei sind einer zu viel.

Die Autorin Marie Menke schreibt in einer sehr schönen klaren schnörkellosen Sprache. Die Story ist atmosphärisch dicht, mit Zwischentönen, die in Andeutungen auf die Geschehnisse in der Vergangenheit hindeuten. Dadurch fiel es mir schwer zu den Protagonistinnen eine echte Verbindung aufzunehmen. Ich fragte mich, fast bis zum Schluss, was ist mit denen eigentlich los. Freundschaft geht für mich anders. Ich empfand es als seltsam, wie Sophia hinter Romy her schnüffelte, jeden ihrer Schritte auf Instagram verfolgte. Das hatte für mich schon krankhafte Züge. Mir persönlich war gerade Romy, in ihrer Unzuverlässigkeit am unsympathischsten.

Sophias Minderwertigkeitsgefühle als Landmädel gegenüber Stadtmenschen konnte ich nachvollziehen. In meiner Jugend dachte ich ähnlich.

Insgesamt ein eher bedrückender Roman.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

What is love?

Gibt's das auch mit Liebe?
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„Gibt’s das auch mit Liebe?“ ist ein typischer Ellen-Berg-Roman. Humorvoll, leichtfüßig, und unterhaltsam.

Laura ist frisch geschieden und befindet sich in einem mentalen Tief. Ihre Ehe war rückblickend ...



„Gibt’s das auch mit Liebe?“ ist ein typischer Ellen-Berg-Roman. Humorvoll, leichtfüßig, und unterhaltsam.

Laura ist frisch geschieden und befindet sich in einem mentalen Tief. Ihre Ehe war rückblickend ein einziger Fake. Als Influencerin hatte sie ihre angebliche Bilderbuchehe mit einem gutaussehenden Fitnesstrainer lückenlos und voll geschönt auf Instagram gepostet. Jetzt ist sie dabei sich von 1000 Bildern zu verabschieden.

Beruflich ist Laura Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift. Und auch da läuft es im Moment nicht rund. Ihr Chef möchte ausgerechnet von Laura eine Serie über die romantische Liebe. Er setzt sie gewissermaßen unter Druck. Sie soll eine Auszeit auf dem Biohof ihrer Schwester Vivi nehmen.

Die Autorin schreibt sehr humorvoll, teils sogar mit Sätzen, die nachdenklich stimmen. Das gefällt mir sehr gut. Also nicht nur unterhaltsam, sondern auch mit leichtem Tiefgang. Aber an keiner Stelle langweilig. Ellen Bergs Stärke sind definitiv ihre humorvollen Dialoge. Ich musste oft herzhaft lachen. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. In der WG geht es mitunter turbulent zu, aber es ist ein Zuhause. Das Verhältnis zwischen den Schwestern ist nicht gerade eitel Sonnenschein. Da ist einiges im Argen und zu klären. Der angeblich ‚böse‘ Nachbar Finn kommt für mich sympathisch rüber.

Tja, was macht eine gute Beziehung aus? Gefühle allein reichen jedenfalls nicht. Man muss daran arbeiten.

Einen Satz habe ich mir notiert: Es geht nicht darum, bequem zu leben, es geht nicht darum, alles zu haben. Die Dinge bekommen erst eine Bedeutung, wenn wir ihnen eine geben.
Gefällt mir.

Und noch ein Satz an dem ich hängen geblieben bin: Wenn du dein Leben wirklich zum Positiven verändern willst, sei stärker als deine stärkste Ausrede.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman für entspannende Stunden.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Dämonen

Waldmann
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„Waldmann – Flucht in den Tod“ ist der Start einer neuen Krimireihe von Thomas Ziebula. Ich habe schon mehrere Bücher von Thomas Ziebula gelesen und jedes überrascht immer wieder aufs Neue.

Im Zentrum ...



„Waldmann – Flucht in den Tod“ ist der Start einer neuen Krimireihe von Thomas Ziebula. Ich habe schon mehrere Bücher von Thomas Ziebula gelesen und jedes überrascht immer wieder aufs Neue.

Im Zentrum steht Kommissar Johannes Waldmann, der nach einer nicht ganz freiwilligen Auszeit in den Dienst zurückkehrt. Seit dem Verlust seiner Frau im Jahre 2016 in Lagos, kämpft Hannes Waldmann gegen seine Dämonen. Jetzt bekommt er es auch gleich mit einem Mord an einem prominenten Lokalpolitiker und dem Verschwinden einer jungen Ukrainerin zu tun.

Waldmann taucht ein in ein Milieu von Menschenhandel, Missbrauch und Zwangsprostitution. Junge Ukrainerinnen verschwinden, die nigerianische Mafia Black Axe mit ihrem weitverzweigten Netzwerk hat hier ihre schmutzigen Hände im Spiel. Die Spuren führen sogar ins benachbarte Ausland. Auch die Journalistin Pia Luninger ist an dem Fall dran. Und wer ist die mysteriöse Suse?

Ziebula schreibt wie immer atmosphärisch dicht und temporeich, mit überraschenden Wendungen. Ich habe mit klopfenden Herzen gelesen. Mitunter ist sein Schreibstil sogar poetisch, was mir gefällt. Waldmann erlebt immer wieder Flashbacks, so heißt es z.B.: Er stürzte plötzlich auf der Zeitleiste seines Lebens sieben Jahre rückwärts. Mir gefällt auch sein Therapeut, der ehemalige Jesuitenpater. Pater Franz gibt ihm ein Mantra aus der Bibel: Und ob ich schon wanderte im tiefen Tale. So fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir und tröstest mich. Er rät Waldmann, lege alles in einen Tresor: Bilder, Worte, Wut.

Das Schicksal der Frauen hat mich tief berührt. Unvorstellbar wie grausam Menschen sein können, wie man Frauen behandelt, die lediglich ein Stück Ware, mit der sich Kohle machen lässt, für diese Unmenschen sind. Ziebula greift hier ein brisantes Thema auf, das leider aktuell ist. Er hat für seinen Krimi sehr viel und gute Recherchearbeit geleistet.

Fazit: Ein absolut spannender Krimi mit Realitätsbezug, intelligent umgesetzt. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Waldmann.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Wann, wenn nicht jetzt…

Geht's noch?
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In diesem Buch lernen wir den Schauspielers Simon Schwarz, bekannt aus den Eberhofer-Krimis und zahlreichen anderen Filmen und Serien, von einer ganz anderen Seite kennen. Seine Gedanken zu den Themen ...



In diesem Buch lernen wir den Schauspielers Simon Schwarz, bekannt aus den Eberhofer-Krimis und zahlreichen anderen Filmen und Serien, von einer ganz anderen Seite kennen. Seine Gedanken zu den Themen Klima-/Umweltschutz zeigen den ernsthaften Simon. Es geht um die Rettung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Geprägt durch seine Mutter und ihrem unermüdlichen Einsatz für Umwelt und Gerechtigkeit kommt er schon als Junge mit diesen Themen in Berührung. Er erzählt von seiner Kindheit, dem Umgang mit ADHS und seinem Engagement für die Umwelt. Und klar ist dabei kein Wohlfühlbuch herausgekommen, es ist viel eher ein autobiografisches Wutbuch.

Simon Schwarz hat ein Anliegen, dass er mit Unterstützung seiner Co-Autorin Ursel Nendzig den Leuten mitteilen möchte. Das Buch ist relativ ernst und persönlich geraten. Ergänzt wird es durch zahlreiche Fotos aus dem Familienarchiv. Schwarz gibt Impulse für ein Umdenken, plädiert an jeden Einzelnen von uns und vor allem an die Politik, unsere Ressourcen zu schützen. Ich hoffe, er erreicht mit dem Buch tatsächlich Menschen, die bisher noch gleichgültig mit diesen Themen umgegangen sind. Leider bin ich pessimistisch. Ich sehe die Gefahr, dass dieses Buch nur von Lesern zur Hand genommen wird, die ohnehin offen für die Problematik sind.

Fazi: Ein Plädoyer für den Schutz unserer Umwelt.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Leerstellen

Niemands Töchter
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Judith Hoersch legt mit „Niemands Töchter“ ein einfühlsames, atmosphärisch dichtes Debüt vor. Der Roman verwebt die Lebensgeschichten von vier Frauen: Marie, Gabriele, Alma und Isabell, und umspannt ...



Judith Hoersch legt mit „Niemands Töchter“ ein einfühlsames, atmosphärisch dichtes Debüt vor. Der Roman verwebt die Lebensgeschichten von vier Frauen: Marie, Gabriele, Alma und Isabell, und umspannt mehrere Jahrzehnte. Schauplätze sind Berlin und die Eifel. Jede von den Frauen trägt ihre eigenen Wunden, Geheimnisse und Sehnsüchte in sich, und doch sind ihre Schicksale unsichtbar miteinander verbunden.

Alma wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel auf. Sie fühlt sich fremd in ihrer Familie. Instinktiv fühlt sie, dass man ihr etwas verschweigt. Zu einer anderen Zeit, 2019 in Berlin: Isabell, junge Mutter und ehemalige Balletttänzerin, vermisst ihre Mutter. Sie war noch ein Kind als ihre Mutter starb. Diese Leerstelle hat ihre Vergangenheit geprägt, und beeinflusst noch immer ihre Gegenwart.

Wie bei einem Puzzle erkennen wir nach und nach das Gesamtbild. Die Autorin schreibt zum Teil in einer sehr poetischen Sprache. Manche Sätze habe ich mir auf der Zunge zergehen lassen wie leckere Eiscreme. Besonders die Liebesgeschichte zwischen Marie und Leonhard hat mich tief berührt. Ich mochte Marie, die Momentesammlerin. Wunderschön wie sie Leonhard beschreibt. Darin konnte ich mich finden. Seine zärtlichen braunen Augen, die so besonders sind, sein warmes Lachen. Für Marie war Leonhard der schönste Mann der Welt.

Es geht in diesem Roman um Identitätssuche, familiäre Prägungen und nicht zuletzt um das verhängnisvolle Schweigen in Familien, aber auch um die Suche nach dem persönlichen Glück und Heilung.

Ein wunderschönes und so wahres Zitat möchte ich herausgreifen: Manchmal ist man mitten drin in seinem eigenen Glücksfilm und merkt es nicht mal.

Fazit: Ein Buch das zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt.

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