Ich hätte es gelesen!
Schwund
Ich hatte das Buch noch gar nicht angefangen zu lesen, schon musste ich herzhaft lachen. Verantwortlich dafür war das angebliche Zitat von Marcel-Reich-Ranicki im Vorspann. Das steht doch ganz frech: ...
Ich hatte das Buch noch gar nicht angefangen zu lesen, schon musste ich herzhaft lachen. Verantwortlich dafür war das angebliche Zitat von Marcel-Reich-Ranicki im Vorspann. Das steht doch ganz frech: „Ich hätte es gelesen!“ Allein die Vorstellung… einfach herrlich!
Doch worum geht es in diesem humorvollen Krimi, den die Autorin Krimödie nennt. Überall in Deutschland tauchen plötzlich Leichen auf, eingepackt in Folie, tiefgefroren, skalpiert und mit leeren Augenhöhlen. Außerdem sind sie tätowiert mit „Bi-Ba-Butzemann“. Echt skurril. Wer steckt hinter diesen Morden. Eine Sonderkommission wird gebildet, die den Leichenfunden hinterher reist, von Bremen über Goslar und Halle bis nach Pottenstein. Es ist Eile geboten. Anscheinend spielen Drogen eine große Rolle. Haben da zwei verfeindete Drogenclans ihre Hände mit im grausigen Spiel?
Die beiden Ermittler Messner und Sisu waren mir von Anfang an sympathisch, deren Chef Kinski erinnert stark an seinen berühmten Namensträger. Die Autorin beschreibt Kinski mit folgenden Worten: Kinski war nicht immer ein unausstehlicher Stinkstiefel, manchmal war er auch nur ein ganz normaler A…! Köstlich! Die Charaktere sind alle sehr witzig gezeichnet. Man hat sie als Leser sofort vor Augen. Die Dialoge sind zum Schmunzeln. Der Humor ist teils sehr schwarz.
Mich amüsierten vor allem die witzigen Zitate über den jeweiligen Kapiteln, wie: ‚Kein Keks ist auch keine Lösung‘ oder Was immer du tust, tu es mit der Selbstsicherheit eines Vierjährigen im Superman-Pyjama. Mein Lieblingssatz war: Manchmal trifft man einen Menschen und weiß vom ersten Augenblick an, dass man sein ganzes restliches Leben … ohne diesen Menschen verbringen will.
Das Ende war dann echt der Hammer und völlig unerwartet.
Fazit: Der Krimi macht Spaß, wenn man die Handlung nicht tierisch ernst nimmt. Echte Krimifans werden vielleicht enttäuscht sein, denn obwohl es viele Leichen gibt, kommt die Krimispannung nicht auf.