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Veröffentlicht am 19.10.2021

Ich hätte es gelesen!

Schwund
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Ich hatte das Buch noch gar nicht angefangen zu lesen, schon musste ich herzhaft lachen. Verantwortlich dafür war das angebliche Zitat von Marcel-Reich-Ranicki im Vorspann. Das steht doch ganz frech: ...


Ich hatte das Buch noch gar nicht angefangen zu lesen, schon musste ich herzhaft lachen. Verantwortlich dafür war das angebliche Zitat von Marcel-Reich-Ranicki im Vorspann. Das steht doch ganz frech: „Ich hätte es gelesen!“ Allein die Vorstellung… einfach herrlich!

Doch worum geht es in diesem humorvollen Krimi, den die Autorin Krimödie nennt. Überall in Deutschland tauchen plötzlich Leichen auf, eingepackt in Folie, tiefgefroren, skalpiert und mit leeren Augenhöhlen. Außerdem sind sie tätowiert mit „Bi-Ba-Butzemann“. Echt skurril. Wer steckt hinter diesen Morden. Eine Sonderkommission wird gebildet, die den Leichenfunden hinterher reist, von Bremen über Goslar und Halle bis nach Pottenstein. Es ist Eile geboten. Anscheinend spielen Drogen eine große Rolle. Haben da zwei verfeindete Drogenclans ihre Hände mit im grausigen Spiel?

Die beiden Ermittler Messner und Sisu waren mir von Anfang an sympathisch, deren Chef Kinski erinnert stark an seinen berühmten Namensträger. Die Autorin beschreibt Kinski mit folgenden Worten: Kinski war nicht immer ein unausstehlicher Stinkstiefel, manchmal war er auch nur ein ganz normaler A…! Köstlich! Die Charaktere sind alle sehr witzig gezeichnet. Man hat sie als Leser sofort vor Augen. Die Dialoge sind zum Schmunzeln. Der Humor ist teils sehr schwarz.

Mich amüsierten vor allem die witzigen Zitate über den jeweiligen Kapiteln, wie: ‚Kein Keks ist auch keine Lösung‘ oder Was immer du tust, tu es mit der Selbstsicherheit eines Vierjährigen im Superman-Pyjama. Mein Lieblingssatz war: Manchmal trifft man einen Menschen und weiß vom ersten Augenblick an, dass man sein ganzes restliches Leben … ohne diesen Menschen verbringen will.

Das Ende war dann echt der Hammer und völlig unerwartet.

Fazit: Der Krimi macht Spaß, wenn man die Handlung nicht tierisch ernst nimmt. Echte Krimifans werden vielleicht enttäuscht sein, denn obwohl es viele Leichen gibt, kommt die Krimispannung nicht auf.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

It's a kind of magic

Simple & Clever Cooking
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'Dein Lieblingsgemüse mit Salz gewürzt, ist schon ein Rezept', sagt Stevan Paul der Autor dieses innovativen Kochbuchs.

Die Rezepte sind tatsächlich sehr simpel und dennoch läuft einem beim Durchblättern ...

'Dein Lieblingsgemüse mit Salz gewürzt, ist schon ein Rezept', sagt Stevan Paul der Autor dieses innovativen Kochbuchs.

Die Rezepte sind tatsächlich sehr simpel und dennoch läuft einem beim Durchblättern der tollen Aufnahmen das Wasser im Munde zusammen.

Interessant war für mich, dass die Art, wie wir Gemüse schneiden, entscheidend ist für den Geschmack. Deshalb ist gutes Handwerkszeug das A und O in der Küche. Lieber weniger an Küchenutensilien, dafür aber von guter Qualität. Und niemals geht ein Messer in die Spülmaschine, dort wird es schnell stumpf.

Ein Aha-Erlebnis vermittelte mir der Salz-Trick. Genial finde ich den Tipp mit den zerbröselten Erdnussflips auf der Suppe. Den Tomaten-Pfirsich-Salat habe ich ausprobiert. Extrem Lecker. Und da ich ein absoluter Brot-Fan bin, gefielen mir die Stullen-Beläge super. Mein Favorit: das Pizza-Brot.

Fazit: Ein rundum gelungenes Kochbuch für alle, die einfache und doch raffinierte Rezepte mögen. Wie der Titel sagt, ‚Simple & clever

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Veröffentlicht am 02.10.2021

Selbstverliebt und manipulativ

Die perfiden Spiele der Narzissten
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Wie schon das erste Buch des Narzissmus-Doc »Gestatten, ich bin ein Arschloch« ist auch dieser Band sehr aufschlussreich für mich gewesen.

Prof. Dr. med. Pablo Hagemeyer ist ein Experte auf diesem Gebiet. ...


Wie schon das erste Buch des Narzissmus-Doc »Gestatten, ich bin ein Arschloch« ist auch dieser Band sehr aufschlussreich für mich gewesen.

Prof. Dr. med. Pablo Hagemeyer ist ein Experte auf diesem Gebiet. Er berichtet aus seiner Praxis von Opfern, denen von Narzissten das Leben schwer gemacht wurde. Nicht nur in Paar-Beziehungen gibt es diese perfiden Spielchen, auch im Job greifen Vorgesetzte zum Mittel der Manipulation um Mitarbeiter auf Spur zu bringen. Psychiater Pablo Hagemeyer gibt konkrete Tipps und Handlungsanweisungen, um deren Maschen zu erkennen und sich aus dem Umfeld von Narzissten zu befreien.

Das Buch liest sich leicht und flüssig und ist für Betroffene spannend wie ein Krimi. Auch ich hatte mit einer Narzisstin zutun. Meine ehemalige Chefin, verstand es dreizehn Jahre an den verschiedenen Stellrädchen zu drehen, um mich für ihre Zwecke gefügig zu machen. Sie war eine Meisterin der Manipulation. Und leider erwachte ich, wie Prof. Dr. med. Pablo Hagemeyer schreibt, viel zu spät aus der Narkose. Aber immerhin, für sie war meine Kündigung von heute auf morgen ein Schock. Ich erkenne so viele Aspekte in dem Buch wieder, es ist total erschreckend. Aber zum Glück bin ich aus dieser seelisch sehr zermürbenden Situation heraus und kann jetzt entspannt darüber reflektieren.

Die Fall-Beispiele die Prof. Dr. med. Pablo Hagemeyer gehen zum unter die Haut. Zu lesen wie hilflos das Opfer in dieser Situation ist. Die Geschichte Hannelore Kohls hat mich berührt. Sie ist am Machtmenschen Helmut Kohl zugrunde gegangen. So hatte ich es nie gesehen, aber da ist was dran.

Das Herrschaftsinstrument des Narzissten, das Halten von Monologen um einem niederzubügeln, dazwischen zu grätschen, einem nicht zu Wort kommen lassen, ist wohl vielen bekannt. Oft schlagen sie einen Ton an, der gar nicht geht, der Grenzen überschreitet.

Und leider werden Betroffene oft nicht ernst genommen, wenn sich deren Verärgerung und Wut entlädt, dann steht das Opfer immer blöd da. Narzissten stellen sie als überempfindlich, überfordert usw. auf jeden Fall als nicht ganz voll zu nehmen dar.

Empathie ist hochmanipulativ einsetzbar, erklärt Prof. Dr. med. Pablo Hagemeyer. Der Narzisst oder die Narzisstin beherrschen die Fertigkeit meisterhaft, den Empathieschalter ein – und auszuknipsen. Auch gezielte emotionale Erpressung, um schlechte Gefühle beim anderen auszulösen.

Die Formulierungshilfen um die Wogen zu glätten, wenn Gespräche anfangen auszuarten, finde ich gut, auch die Empathie-Übungen.

Insgesamt erfahren wir vor allem über die Paar-Problematik. Sehr, sehr schade finde ich, dass in diesem Buch keine Frauen als Täter vorkommen. Aber vielleicht gibt es ja mal auch ein Buch speziell über weiblichen Nazissmus.

Fazit: Ein sehr erhellendes Buch und unbedingt lesenswert.


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Veröffentlicht am 30.09.2021

Ermittlungen an der Algarve

Stürmische Algarve
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Die Journalistin Anabela Silva stößt beim Joggen auf ein Wohnmobil, dass ihr Interesse erweckt. Schnell stellt sich heraus, im Wagen liegt eine tote Frau. Die Österreicherin Barbara Leitner scheint bei ...

Die Journalistin Anabela Silva stößt beim Joggen auf ein Wohnmobil, dass ihr Interesse erweckt. Schnell stellt sich heraus, im Wagen liegt eine tote Frau. Die Österreicherin Barbara Leitner scheint bei einem Unfall ums Leben gekommen zu sein. Sie hatte ihr Wohnmobil mit dem Holzgrill beheizt. Ihr Mann ist allerdings verschwunden. Im Körper der Frau werden verschiedene toxische Stoffe festgestellt. Anabelas Freund Chefinspektor João Almeida nimmt die Ermittlungen auf.
Bisher war mir die Autorin Carolina Conrad noch kein Begriff. ‚Stürmische Algarve‘ ist bereits der 4. Band einer Reihe um die Journalistin Anabela Silva. Kein Problem. Ich bin dennoch gut in die Geschichte reingekommen. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben und wecken Urlaubsfeeling. Mit den portugiesischen Ausdrücken und Namen tat ich mir anfangs ein bisschen schwer.

So richtig warm geworden bin ich allerdings mit keiner Figur. Das Verhalten der Schwester des Österreichers empfand ich als sehr befremdlich. Auch wenn das Verhältnis zwischen den Geschwistern zuletzt angespannt war, so war es doch ihr Bruder und Barbara war ihre Schwägerin.
Etwas Dramatik brachte die Demenzerkrankung von Anabelas Vater in die Geschichte. Der Schreibstil ist leicht und locker, die Handlung eher unaufgeregt. Insgesamt fehlte es mir persönlich an Nervenkitzel und Spannung.

Fazit: Eine nette Urlaubslektüre

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Veröffentlicht am 30.09.2021

Eat the Rainbow

Mein grünes Familienkochbuch
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Ich verrate es gleich vorne weg: Inhalt: super. Cover: ein Desaster.

Vegetarische und vegane Ernährung der Familie näherzubringen und vor allem Kindern schmackhaft zu machen, ist die Intension von TV-Ernährungsdoc ...

Ich verrate es gleich vorne weg: Inhalt: super. Cover: ein Desaster.

Vegetarische und vegane Ernährung der Familie näherzubringen und vor allem Kindern schmackhaft zu machen, ist die Intension von TV-Ernährungsdoc Dr. Silja Schäfer. Und tatsächlich finden sich in diesem Kochbuch alltagstaugliche Rezepte, die sich ohne großen Aufwand zubereiten lassen.

„Eat the Rainbow“ empfiehlt die Autorin, denn bunt ist gesund. Es ist egal zu welcher Gemüsesorte wir greifen, mit Gemüse kann man nichts falsch machen. Ob grün, rot, violett, gelb oder weiß bis hellgrün, alle Sorten sind top. Bei Obst sollten wir uns jedoch auf zwei Portionen am Tag beschränken. Ein NO-Go sind dagegen Smoothies oder Fruchtsäfte, denn beides sind regelrechte Fruchtzuckerbomben. Zucker ist ohnehin problematisch. Nur wie schafft man es bei Kindern die Süß-Schwelle zu senken? Nicht leicht, aber machbar. Das fängt schon bei den Durstlöscher an, Wasser und Früchtetee statt gesüßter Limonade. Aber: Süßes nicht komplett verbieten, nur einschränken, sonst wird die Gier danach umso größer.

Mittlerweile gibt es vegetarische und vegane Lebensmittel in großer Vielfalt. Doch nicht alle sind empfehlenswert, die Autorin rät die Zutatenliste aufmerksam zu studieren, denn oft enthalten diese Lebensmittel viele Zusatzstoffe oder zu viel an Zucker und Salz.
Einen guten Ansatz bietet Frau Dr. Silja Schäfer, wie man Kinder zu Gemüsefans macht. Sie empfiehlt den Probierlöffel zur Regel zu machen. Das heißt: Was auf den Tisch kommt wird zumindest probiert. So gewöhnt man Kinder an neue und ungewohnte Lebensmittel. Wichtig ist es auch Kinder beim Kochen miteinzubeziehen oder auch schon beim Einkauf entscheiden zu lassen, welches Gemüse im Einkaufswagen landet. Ein guter Trick ist das Gemüse zu verstecken, d.h. als Püree, Sauce oder Gemüsepuffer auf den Tisch zu bringen.

Die Rezepte haben mich ehrlich begeistert. Das Low-Carb-Brot habe ich bereits einige Male gebacken. Extrem lecker! Die Brotbeläge sind ideenreich, es gibt sowohl süße wie herzhafte Ideen. Für Porride-Fans gibt es wandlungsfähige Toppings. Das Schokoladen Granola ist bei meinen Kids der Hit. Und der leckere Blechpfannkuchen kann eine Pizza locker ersetzten. Aber … es gibt auch eine Schüttelpizza und die ist absolut mega. Da kann man sehr schön variieren und dazufügen nach Lust und Liebe bzw. was der Kühlschank so hergibt.
Wie eingangs erwähnt: Inhalt TOP mit vielen ansprechenden Fotos. Doch wer hat sich bloß dieses Cover ausgedacht? Ich meine hier nicht die Abbildung. Die ist okay. Es geht hier um die Haptik. Ich habe das Buch ja nun einige Zeit auch praktisch benutzt. Und ich muss sagen, das Cover ist ein einziges Desaster. Die Kante vom Buchrücken hat sich bereits nach kurzer Zeit abgenutzt und leider war auf dem Tisch ein Topfen Wasser, der sich sofort in das Papp-Cover gegraben hat und beim Darüberwischen ist ein Stück vom Titelbild im Lappen verschwunden. Na herrlich!!! Ich finde, für den stolzen Preis, sollte das Buch besser geschützt sein. Und genau das gibt für mich einen Punkte-Abzug. Sorry.

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