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Veröffentlicht am 02.09.2025

Düster und brutal

Schwüre, die wir brechen
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"Schwüre, die wir brechen" ist ein spannender Kriminalroman des deutsch-schwedischen Autorenpaars Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen. Es ist bereits der zweite Band einer Reihe, der sich lässt ...



"Schwüre, die wir brechen" ist ein spannender Kriminalroman des deutsch-schwedischen Autorenpaars Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen. Es ist bereits der zweite Band einer Reihe, der sich lässt jedoch ohne Probleme unabhängig vom ersten Band lesen lässt. Ich persönlich kannte den Vorgängerband ebenfalls noch nicht.

Die beiden Ermittlern Jon Nordh und Svea Karhuu bekommen es mit einem äußerst bizarren Fall zu tun. In Malmö wird eine Leiche mit einem Krokodilkopf gefunden. Rätsel geben die Hieroglyphen der ägyptischen Götterwelt auf, die das Opfer trägt. Was will der Täter damit sagen? Lange wird auch nicht klar, wie die kursiv gesetzten Kapitel in die Geschichte passen. Das Schiffsunglück und der schlimme Missbrauch von Peter in Colonia Dignidad um den Sektengründer Paul Schäfer.

Die Autoren schreiben spannend, aber doch mit einigen Längen. Insgesamt ist die Stimmung in diesem Roman eher düster. Die beiden Ermittler Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhu kommen sympathisch rüber. Beide haben jedoch eigene Probleme, die in Nebenhandlungssträngen behandelt werden. Auch das restliche Ermittlerteam ist kompetent und macht einen guten Job. Die True-Crime-Podcasterin, die in diesen Fall verwickelt ist, empfand ich als authentisch gezeichnet.

Ich liebe ja Schwedenkrimis, aber so ganz konnte mich "Schwüre, die wir brechen" nicht überzeugen. Vielleicht lag es auch an diesem äußerst brutalen Vorgehen des Täters.

Fazit: Ein spannender Schwedenkrimi, düster und brutal.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Wehret den Anfängen

Tomorrow Land
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„Tomorrow Land“ vom Autorenduo Peer Martin und Antonia Michaelis zeichnet eine fiktionales Zukunftsbild. Die dargestellte Welt wirkt erschreckend realistisch, und leider kann ich sie sich nur zu gut ...



„Tomorrow Land“ vom Autorenduo Peer Martin und Antonia Michaelis zeichnet eine fiktionales Zukunftsbild. Die dargestellte Welt wirkt erschreckend realistisch, und leider kann ich sie sich nur zu gut als mögliches Zukunftsszenario vorstellen. Es ist eine spannende Fluchtgeschichte und noch so viel mehr.
Erzählt wird die Geschichte von Hannes, der aus einem autoritären Regime flieht, nachdem ein Sturm die Mauern seines Gefängnisses zerstört. Auf seiner Flucht bekommt er Hilfe von Moa, einem nigerianischen Flüchtling. Doch das Sicherheitssystem ist beiden auf den Fersen. Das Mädchen Anna-Greta, von beiden Prinzessin genannt, ist die Tochter des obersten Sicherheitschef, sie bieten den beiden erst mal Unterschlupf, bevor sie sich mit den beiden auf den Weg nach Norwegen macht. Weitere Regimegegner schließen sich der kleinen Gruppe an.

Die Autoren greifen Themen auf, die bereits heute schon brandaktuell sind. Es geht um Widerstand und Zivilcourage in einem autoritären System, der derzeitige Rechtsruck lässt grüßen!!!, um die Ausgrenzung von Flüchtlingen, um Umweltzerstörung und die Klimakatastrophe. Die Autoren wollen mit ihrem Werk aufmerksam machen: Leute lasst es nicht so weit kommen. Wehret den Anfängen. Man kann wirklich nur hoffen, dass so eine Zukunft niemals eintreffen wird. Wann wacht die Menschheit auf. Diese Partei, die die Demokratie aushebeln will und der so viele folgen, macht mir schon jetzt Angst. Einziger Kritikpunkt, mit wurde das Ganze zu hektisch abgehandelt, es fehlte die Tiefe. Eine wirkliche Verbindung zu den Protagonisten konnte ich nicht aufbauen.

Fazit: „Tomorrow Land“ ein Buch das aufrüttelt und nachdenklich macht.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Influenzercosmos

Bestie
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Der Debütroman Bestie von Joana June spielt im Influenzermilieu. Eine ganz eigene Welt. Aber leider keine Welt die ich mir wünsche.

Die Influencerin Anouk sucht nach einer neuen Mitbewohnerin. Lilly ...




Der Debütroman Bestie von Joana June spielt im Influenzermilieu. Eine ganz eigene Welt. Aber leider keine Welt die ich mir wünsche.

Die Influencerin Anouk sucht nach einer neuen Mitbewohnerin. Lilly macht das Rennen. Was sie nicht weiß, Lilli heißt eigentlich Delia. Warum der falsche Name? Lilly ein und will endlich die werden, die sie immer sein wollte. Sie will sich neu erfinden und eine selbstbewusste Bühnenautorin werden. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine Freundschaft mit Spannungen, Geheimnissen und Intrigen.
Die Autorin schreibt sehr dicht und atmosphärisch, aber sie konnte mich dennoch nicht erreichen. Das liegt zum einen daran, dass dieser Influenzercosmos nicht meine Welt ist. Hier läuft alles über Schein und Sein, zu viel Selbstinszenierung, Beautyrituale, Schönheits-OPs und Aufstyling und zu wenig wirkliche Gefühle. Es geht um Klicks und Likes und um Reichweite. So waren mit die beiden Hauptprotagonistinnen nicht unbedingt sympathisch.

Anouk ist durchaus bewusst, dass sich ihre Bekanntschaften mit ihr ihr eigenes Ego aufpolieren wollen. Das tut sie ja auch. Sie ist immer auf der Jagd nach angesagten Menschen, will dazugehören zu den Promis. Irgendwie schon arm, wenn man danach sein Leben ausrichtet.

Fazit: Kein Roman für mich. Aber evtl. etwas für junge Menschen, die das Influenzerleben mal von innen kennenlernen möchten.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Narben auf der Seele

Nur ein Sterbenswort
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Britt Reißmanns Kriminalroman Nur ein Sterbenswort ist der Auftakt einer Reihe um die Ermittlerin Meike Masur.

Die Stralsunder Kommissarin Meike Masur wird nach Stuttgart versetzt und muss sich dort ...


Britt Reißmanns Kriminalroman Nur ein Sterbenswort ist der Auftakt einer Reihe um die Ermittlerin Meike Masur.

Die Stralsunder Kommissarin Meike Masur wird nach Stuttgart versetzt und muss sich dort nicht nur in einem neuen Team behaupten, sondern auch mit einem verstörenden Mordfall auseinandersetzen: Die Theaterstudentin Katie wird stranguliert in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Tat wirkt intim, fast persönlich – doch es fehlt jede Spur zum Täter. Ihre Ermittlungen führen Meike ans Set einer erfolgreichen Serie, in der Katies Rolle hart umkämpft schien. In der ersten Staffel war sie noch durch eine andere Studentin besetzt, die aber zu alldem schweigt.

Britt Reißmanns schreibt gut lesbar und flüssig, man findet problemlos in die Geschichte rein, jedoch hat der Roman für meinen Geschmack einigen unnötigen Längen. Es gibt zahlreiche Wendungen, die immer wieder Spannung aufbauen. Allerdings glaube ich, dass ich das Buch schon mal gelesen habe, vor längerer Zeit, vielleicht unter einem anderen Titel? Denn verschiedene Szenen kamen mir sehr bekannt vor, so dass die Auflösung für mich nicht wirklich eine Überraschung bot. Ich konnte auch keine rechte Verbindung zu den Protagonisten herstellen, was ich schade fand. Der Hintergrund der Protagonisten wird gut beschrieben. Die psychologischen Themen die in Nur ein Sterbenswort angerissen werden sind vielschichtig, wie Narzissmus und Egoismus, Missbrauch und Kindestrauma.

Fazit: Ein gut lesbarer solider Krimi.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ungleiches Ermittlerpaar

Kommissar Aiwanger - Prost du Sack
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Ich frage mich: War die Namensgleichheit mit dem Politiker beabsichtigt? Martin Ehrensbergs Kommissar hat zum Glück außer dem Namen mit seinem Namensvetter nichts gemeinsam.

Kommissar Aiwanger und ...



Ich frage mich: War die Namensgleichheit mit dem Politiker beabsichtigt? Martin Ehrensbergs Kommissar hat zum Glück außer dem Namen mit seinem Namensvetter nichts gemeinsam.

Kommissar Aiwanger und seine Kollegin Frida Karlsson-Konrad stoßen auf eine Reihe mysteriöser Todesfälle - alle auf Volksfesten, alle ältere Männer, alle „unauffällig“. Und alle werden als ‚gestorben eines natürlichen Todes‘ eingestuft. Es gibt also keine Ermittlungen. Aber seltsam ist das schon. Aiwanger und FKK sehen das jedenfalls so, zumal bei Aiwanger wieder dieses verdächtige Jucken hinter seinem rechten Ohr einsetzt und das ist immer ein sicheres Zeichen, dass da was nicht stimmt.

Martin Ehrensberger legt mit „Kommissar Aiwanger – Prost, du Sack“ einen Krimi vor, der die bayerische Lebensart mit schrägem Humor kombiniert. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Der Hauptkommissar Aiwanager ist schrullig, schwergewichtig, mit Ecken und Kanten, aber scharfsinnig. Seine Kollegin FKK, Frida Karlsson-Konrad, ist eine Zuagroaste aus dem Norden. Und gerade diese Kombination macht aus den beiden ein Super-Team. Der Schreibstil ist gut lesbar, so dass es Spaß macht mit den beiden Ermittlern auf Tätersuche zu gehen. Die vereinzelten sprachlichen Ausflüge in den Dialekt fand sich atmosphärisch passend. Und auch der Lokalkolorit kam nicht zu kurz.

Fazit: Ein unterhaltsamer Oberpfalzkrimi, den ich gerne weiterempfehle. Ich hoffe, es gibt bald wieder einen Aiwanger-Krimi.


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