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Veröffentlicht am 21.08.2025

Narben auf der Seele

Nur ein Sterbenswort
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Britt Reißmanns Kriminalroman Nur ein Sterbenswort ist der Auftakt einer Reihe um die Ermittlerin Meike Masur.

Die Stralsunder Kommissarin Meike Masur wird nach Stuttgart versetzt und muss sich dort ...


Britt Reißmanns Kriminalroman Nur ein Sterbenswort ist der Auftakt einer Reihe um die Ermittlerin Meike Masur.

Die Stralsunder Kommissarin Meike Masur wird nach Stuttgart versetzt und muss sich dort nicht nur in einem neuen Team behaupten, sondern auch mit einem verstörenden Mordfall auseinandersetzen: Die Theaterstudentin Katie wird stranguliert in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Tat wirkt intim, fast persönlich – doch es fehlt jede Spur zum Täter. Ihre Ermittlungen führen Meike ans Set einer erfolgreichen Serie, in der Katies Rolle hart umkämpft schien. In der ersten Staffel war sie noch durch eine andere Studentin besetzt, die aber zu alldem schweigt.

Britt Reißmanns schreibt gut lesbar und flüssig, man findet problemlos in die Geschichte rein, jedoch hat der Roman für meinen Geschmack einigen unnötigen Längen. Es gibt zahlreiche Wendungen, die immer wieder Spannung aufbauen. Allerdings glaube ich, dass ich das Buch schon mal gelesen habe, vor längerer Zeit, vielleicht unter einem anderen Titel? Denn verschiedene Szenen kamen mir sehr bekannt vor, so dass die Auflösung für mich nicht wirklich eine Überraschung bot. Ich konnte auch keine rechte Verbindung zu den Protagonisten herstellen, was ich schade fand. Der Hintergrund der Protagonisten wird gut beschrieben. Die psychologischen Themen die in Nur ein Sterbenswort angerissen werden sind vielschichtig, wie Narzissmus und Egoismus, Missbrauch und Kindestrauma.

Fazit: Ein gut lesbarer solider Krimi.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ungleiches Ermittlerpaar

Kommissar Aiwanger - Prost du Sack
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Ich frage mich: War die Namensgleichheit mit dem Politiker beabsichtigt? Martin Ehrensbergs Kommissar hat zum Glück außer dem Namen mit seinem Namensvetter nichts gemeinsam.

Kommissar Aiwanger und ...



Ich frage mich: War die Namensgleichheit mit dem Politiker beabsichtigt? Martin Ehrensbergs Kommissar hat zum Glück außer dem Namen mit seinem Namensvetter nichts gemeinsam.

Kommissar Aiwanger und seine Kollegin Frida Karlsson-Konrad stoßen auf eine Reihe mysteriöser Todesfälle - alle auf Volksfesten, alle ältere Männer, alle „unauffällig“. Und alle werden als ‚gestorben eines natürlichen Todes‘ eingestuft. Es gibt also keine Ermittlungen. Aber seltsam ist das schon. Aiwanger und FKK sehen das jedenfalls so, zumal bei Aiwanger wieder dieses verdächtige Jucken hinter seinem rechten Ohr einsetzt und das ist immer ein sicheres Zeichen, dass da was nicht stimmt.

Martin Ehrensberger legt mit „Kommissar Aiwanger – Prost, du Sack“ einen Krimi vor, der die bayerische Lebensart mit schrägem Humor kombiniert. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Der Hauptkommissar Aiwanager ist schrullig, schwergewichtig, mit Ecken und Kanten, aber scharfsinnig. Seine Kollegin FKK, Frida Karlsson-Konrad, ist eine Zuagroaste aus dem Norden. Und gerade diese Kombination macht aus den beiden ein Super-Team. Der Schreibstil ist gut lesbar, so dass es Spaß macht mit den beiden Ermittlern auf Tätersuche zu gehen. Die vereinzelten sprachlichen Ausflüge in den Dialekt fand sich atmosphärisch passend. Und auch der Lokalkolorit kam nicht zu kurz.

Fazit: Ein unterhaltsamer Oberpfalzkrimi, den ich gerne weiterempfehle. Ich hoffe, es gibt bald wieder einen Aiwanger-Krimi.


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Veröffentlicht am 04.08.2025

Das Thannbergische Erbe

Ein verhängnisvolles Testament
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Mit dem historischen Roman ‚Ein verhängnisvolles Testament‘ entführt uns Iny Lorentz Roman ins Jahr 1590. Es um den erbitterten Kampf um Besitz, Macht und Gerechtigkeit.
Elisabeth von Thannberg ist eben ...



Mit dem historischen Roman ‚Ein verhängnisvolles Testament‘ entführt uns Iny Lorentz Roman ins Jahr 1590. Es um den erbitterten Kampf um Besitz, Macht und Gerechtigkeit.
Elisabeth von Thannberg ist eben erst Witwe geworden, da droht der jungen Frau auch noch der Verlust ihres ganzen Besitzes: Der Kurfürst von Trier pocht auf die Einhaltung eines alten Vertrages. Demzufolge fällt Thannberg an den Trierer, wenn es keinen männlichen Erben mehr gibt. Die Brüder von Kellberg versuchen mit hinterhältigen Intrigen den Besitz der Thannberger an sich zu reißen.

Der Roman findet in Anna, einer Cousine Elisabeths, eine starke Frauenfigur, die sich in der patriarchalischen Welt zu behaupten weiß. Sie ist klug, mutig und entschlossen, mit einem losen Mundwerk, doch mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Auch in Mathilde, der Tante des verstorbenen Thannberger, lesen wir von einer Frau mit wachem Verstand. Von Elsabeths Verhalten war ich ein bisschen enttäuscht. Die Gegenspieler waren ebenfalls gut gezeichnet, man konnte sie so richtig hassen 😉.

Iny Lorentz bleibt ihrem Stil treu, schnörkellose und klare Sprache, mit kurzen Kapiteln, die den Lesefluss fördern. Die Spannung wird meisterhaft durch überraschende Wendungen und gut platzierte Enthüllungen erzeugt.

Fazit: Ein solider, unterhaltsamer historischer Roman mit einer packenden Handlung und starken Charakteren. Ein MUSS für alle Fans von Iny Lorentz.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Gretas Villa kunterbunt

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Mich haben Titel und Cover gleich angesprochen. Pinguine gleiten elegant durchs Wasser. Ein poetisches Sinnbild.

In Henriette Krohns Roman »Pinguine fliegen nur im Wasser« treffen zwei Charaktere aufeinander, ...



Mich haben Titel und Cover gleich angesprochen. Pinguine gleiten elegant durchs Wasser. Ein poetisches Sinnbild.

In Henriette Krohns Roman »Pinguine fliegen nur im Wasser« treffen zwei Charaktere aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Vincent der Unternehmensberater, dem sein Leben unter sich wegbricht und die chaotische Taxifahrerin Greta. Vincent verliert nicht nur seinen Job, er verliert auch seine Wohnung. Greta bietet Vincent einen Platz zum mietfreien Wohnen an, im Gegenzug muss er ihr bei der Renovierung der alten Villa helfen.

Die Autorin hat ihre Protagonisten sehr sympathisch gezeichnet, wenn auch nicht unbedingt realistisch, aber sie wachsen einem Herz. Die Geschichte der beiden liest sich leicht und flüssig. Aber Achtung, in dem Roman geht es nicht nur um Liebe, auch Wohlstandsverwahrlosung und Mobbing sind ein Thema.

Leichte Urlaubslektüre, für unterhaltsame Lesestunden zu empfehlen.


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Veröffentlicht am 14.07.2025

Emery und die Zwischenwelt

Bis mein Herz wieder schlägt
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In Becky Hunters Roman geht es um Leben und Tod.

Emery leidet an einer seltenen Krankheit. Ihr Herz bleibt sekundenlang stehen und sie erleidet einen klinischen Tod. In der Zwischenwelt trifft sie auf ...

In Becky Hunters Roman geht es um Leben und Tod.

Emery leidet an einer seltenen Krankheit. Ihr Herz bleibt sekundenlang stehen und sie erleidet einen klinischen Tod. In der Zwischenwelt trifft sie auf Nick. Er hilft denen, die auf dem Weg ins Jenseits sind, sich zu verabschieden. Normalerweise sieht Nick jeden Menschen nur einmal, doch Emery begegnet er im Lauf ihres Lebens immer wieder. Doch Emery wird immer wieder ins Leben zurückgeholt – und mit jedem Wiedersehen wächst ihre Bindung zu Nick. Bald ist diese so stark, dass sich Emery ihre Herzanfälle fast herbeiwünscht.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht lesbar und flüssig. Mir tat Emery zwar leid, die ihre Leben nicht unbeschwert genießen konnte, aber ich hatte auch Verständnis für ihre Eltern, die in Sorge waren und versuchten sie vor Gefahren zu schützen. Trotzdem sollte man bedenken, das Leben ist immer ein Risiko, ob mit Krankheit oder ohne. Für jeden von uns kann es von einer Sekunde auf die andere zu Ende sein. Wenig Verständnis hatte ich für Emerys impulsives Verhalten. Ich gewann den Eindruck, dass sie mit ihrem Leben spielte, z.B. in der Szene mit dem Sprung in einen eiskalten Fluss. Ihre Verhaltensweise wirkte auf mich manchmal sehr unrealistisch und machte sie mir nicht unbedingt sympathisch.

So ganz gepackt hat mich die Geschichte nicht. Trotzdem ist Becky Hunters ‚Bis mein Herz wieder schlägt‘ ein gut lesbarer und nachdenklich stimmender Roman.

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