Der Dichter und seine Muse
Bis unsre Seelen Sterne sind. Rilke und Lou Andreas-Salomé
In ‚Bis unsere Seelen Sterne sind‘ hat die Autorin Maxine Wildner die Verbindung des 22-jährigen Rainer Maria Rilke mit der der fast fünfzehn Jahre älteren Psychoanalytikerin und ebenfalls erfolgreichen ...
In ‚Bis unsere Seelen Sterne sind‘ hat die Autorin Maxine Wildner die Verbindung des 22-jährigen Rainer Maria Rilke mit der der fast fünfzehn Jahre älteren Psychoanalytikerin und ebenfalls erfolgreichen Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé verarbeitet.
Lou von Salomé führt in Berlin mit den Orientalisten Friedrich Carl Andreas eine Scheinehe. Rilke ist von Lou fasziniert, sie unterstützt ihn in seiner Karriere, ist seine Kritikerin und seine Geliebte. Eine Amour fou jenseits aller Konventionen. Aber Rilke engt die freiheitsliebende Lou mehr und mehr ein.
Die Sprache ist zum Teil ungewohnt, ist aber der Gesellschaftsschicht und der Zeit angemessen. Besonders Lou Andreas-Salomé hat mich als Protagonistin beeindruckt. Rilke wurde in seiner Zerrissenheit und in seiner Egozentrik sehr gut gezeichnet. Mit Lous Mann habe ich gelitten. Dennoch bin ich mit den Protagonisten nicht warm geworden. Sie haben mich nicht wirklich erreicht. Ich empfand das Buch stellenweise als langatmig und zäh. Dennoch habe ich viel mitgenommen, über die Menschen dieser Zeit, die Begegnungen mit Tolstoj, Friedrich Nietzsche und Paul Rée, mit Malwida von Meysenbug und den Verbindungen nach Bayreuth und der Wagner-Familie.
Fazit: Ein Buch mit vielen interessanten Menschen.