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Veröffentlicht am 12.04.2026

Leider recht zäh, obwohl die Idee doch so gut ist!

Eternity Online 2
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Nachdem ich Band 1 von Eternity Online super fand, waren meine Erwartungen an Band 2 groß. Die Verbindung von (Fantasy-/Science-Fitction-) Romanen und Games hat mich bei Richard Schwartz‘ Fluchbrecher ...

Nachdem ich Band 1 von Eternity Online super fand, waren meine Erwartungen an Band 2 groß. Die Verbindung von (Fantasy-/Science-Fitction-) Romanen und Games hat mich bei Richard Schwartz‘ Fluchbrecher überrascht und begeistert; Eternity Online 1 fühlte sich ein bisschen wie ein Ableger davon an. In dem Wissen, dass Mikkel Robrahn so einiges an Erfahrung in dem Bereich Gaming mitbringt, erwartete ich auch in Band 2 unterhaltsame Quests und Spielmechaniken, die irgendwie besonders sind.

Aber leider fühlte sich Eternity Online 2 dort zäh und chaotisch an, wo Band 1 überraschend und frisch war. Obwohl es gerade einmal rund 50 Seiten mehr waren als in Band 1, kam mir das Buch doppelt so lang vor. Beim Lesen fühlte ich mich so plan- und ratlos wie die Hauptfigur Rob: Es war nicht klar, wohin die Reise gehen sollte.

Es ist ja nicht falsch, dass man nicht von Anfang an weiß, wer gut oder böse ist oder wenn mehrere Nebenstränge und plötzliche Miniquests die Helden auf ihrem Weg ans Ziel vorübergehend aufhalten. Aber wenn außer der Rettung einer wichtigen Figur nicht deutlich wird, was genau der rote Faden sein soll, und man viel Zeit damit verbringt, Botendienste oder kleinere Monster zu erledigen, ist das ziemlich frustrierend. Besonders gezogen haben sich ständige Wiederholungen von unwichtigen hol-dies-bringt-mir-das-Quests. Auch hier gilt meiner Meinung nach: Ich verstehe, wenn diese Elemente bewusst eingebaut wurden, um den Frust von Gamer:innen bei RPGs als Buchform abzubilden. Das macht es nur leider nicht weniger langatmig.

Die Idee mit der Arena finde ich spannend; auch, was gegen Ende an Bedeutung und Hintergrund hierfür aufgedeckt wird. Ich glaube, mir hätte Eternity Online 2 sehr viel besser gefallen, wenn mehr Kapitel aus der Sicht von Robert in der realen Welt erzählt würden. Wenn man die Hintergründe weiß, bevor man der Handlung in Avataris folgen soll, und dadurch mehr Hinweise und Details bemerken kann – das hätte für mich vielleicht besser funktioniert.

Dass die eingespielte Gruppe sich außerdem stetig verändert, sorgt zwar für eine gewisse Abwechslung, die ich sonst bei den Quests und den Fortschritten in Richtung unbekanntes Ziel vermisst habe. Gleichzeitig wurden dadurch aber viele neue Stränge aufgemacht, die irgendwie ins Leere führen: Was steckt wirklich hinter dem Gemütswechsel der Person, die Rob in Band 1 verraten hatte und nun auf einmal dem Team beitreten will? Wer ist diese neue Figur – steckt vielleicht mehr dahinter?

Haben noch mehr Menschen neben Robert Harlow ihre Finger im Spiel? Was ist jeweils mit Marten und Ethan los? Woher kommt dieser neue Scharfrichter? Können die Held:innen nun doch in-game sterben, für immer? Oder gibt es vielleicht ein neues Hintertürchen in Eternity Online 2, das es den verstorbenen Personen, deren Bewusstsein in Avataris fortdauert, ermöglichen könnte, in der realen Welt wiederbelebt zu werden – quasi das Bewusstsein auf einen Chip laden, den mit dem (hoffentlich bewusstseinslosen) Gehirn eines Körpers verknüpfen und dann: Systemneustart?

Wenn man die Handlungsebene außerhalb der Onlinewelt und die Ebene im Spiel getrennt voneinander betrachtet, mögen diese und andere Details mehr Sinn ergeben. Ich habe jedoch beim Lesen von Eternity Online 2 ständig versucht zu verstehen, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, schließlich ist die Suche nach Antworten für Robert die große neue Mission in diesem zweiten Band. Deshalb waren die Miniquests, die die Handlung am Fortschreiten gehindert haben, die immer neue Teamzusammensetzung und vor allem das Fehlen des Gruppenanführers beim Lesen ziemlich frustrierend. Ich hatte den Eindruck: Wenn der Gruppenanführer der Held:innen fehlt und die Gilde dem Chaos verfällt, dann hat auch die Handlung keinen roten Faden mehr.

Band 1 hat mir richtig gut gefallen. Eternity Online brachte so viel Potenzial für eine richtig tolle neue Romanreihe mit, deren Thema ich als bisher vernachlässigt bezeichnen würde und das mit Gamern eine große neue Zielgruppe erreichen könnte. Aber wie auch schon der letzte Band der Eisraben-Chroniken von Richard Schwartz erzeugt Eternity Online 2 bei mir eher den Eindruck, als ob man nach dem Vorgänger keine konkrete Idee hatte, wohin die Reise gehen soll – und müsste nun auf Teufel komm raus irgendwie die Handlung weiter strecken, wobei die Ziele entweder aus den Augen verloren wurden oder mit dem obligatorischen dritten Band so weit in die Ferne rückten, dass der Weg dahin unnötig in die Länge gezogen werden musste.

Bitte versteht mich nicht falsch; der Schreibstil und die einzelnen Momente waren gut. Die einzelnen Quests, die einzelnen Dialoge, die einzelnen kleinen Erkenntnisse und die einzelnen Konflikte. In Kombination wurde daraus leider ein großer Einheitsbrei aus „das habe ich doch gerade eben erst gelesen“ und „Oh, ein spannendes neues Element. Wie geht es damit jetzt weiter? Ach, okay, ist nicht so wichtig, die Handlung konzentriert sich lieber auf diesen anderen Bereich, den wir schon dreimal durchgekaut haben.“ Es fühlt sich nach verschenktem Potenzial an.

Ich glaube momentan nicht, dass ich Band 3 lesen werde. Vielleicht nur deshalb, um zu wissen, wie die Rahmenhandlung mit Robert ausgeht und was außerhalb von Avataris und den anderen Onlinewelten passiert. Der Cliffhanger zum Ende hin war dafür super gesetzt. Aber ich glaube nicht, dass es noch einmal 400 Seiten dazu braucht, wenn nicht etwas wirklich Großes in Band 3 auf uns wartet.

Übrigens: Auf Steam gibt es ein kostenloses Minispiel, in dem man selbst einen Charakter in Avataris erstellen und die ersten Schritte in der Online-Welt machen kann – die Ratten-Quest im Wirtshaus! Eine schöne Idee, bei der ganz nebenbei auch noch Werbung für die Bücher von mit Mikkel Robrahn befreundeten Autpor:innen gemacht wird. Aber es ist wirklich nur ein Prolog, wie der Titel des Spiels schon sagt, und nach wenigen Minuten vorbei.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Rezension zu Band 1 und 2

Türkisgrüner Winter
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Als ich einen Gutschein für einen online-Gebrauchtbuchhändler geschenkt bekommen habe sind mir Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter aufgefallen. Nicht mehr ganz neu, aber mit einem vielversprechenden ...

Als ich einen Gutschein für einen online-Gebrauchtbuchhändler geschenkt bekommen habe sind mir Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter aufgefallen. Nicht mehr ganz neu, aber mit einem vielversprechenden Klappentext. Ich wurde neugierig, wie sehr sich New Adult in den letzten paar Jahren verändert hat – vor allem, da diese Bezeichnung damals auf dem deutschen Buchmarkt noch gar nicht so geläufig war.

In dieser Rezension gehe ich auf meine Meinung zu beiden Bänden ein, sodass es keine Spoiler für den zweiten Band Türkisgrüner Winter gibt. Klappentext, inhaltliche Beschreibungen und auch die kurzen Meinungen anderer Rezensent:innen am Ende des Beitrags beziehen sich deshalb nur auf Band 1.

Erwartet habe ich einen sehr kitschigen Collegeroman voller Klischees und eine halbwegs überzeugende Handlung. Kurz: Meine Ansprüche an diese beiden Bücher waren gering und ich war auf Enttäuschung eingestellt. Warum? Weil schon viele Bücher, die sich in erster Linie an junge Frauen richten und von deutschen Autor:innen geschrieben wurden, bei mir diese Eindrücke hinterlassen haben. Insbesondere Bücher, die in den späten 1990ern und frühen 2000ern veröffentlicht wurden, sind (sofern mich meine Erinnerung nicht im Stich lässt) oft betont mädchenhaft, wollen ganz dringend über irgendetwas belehren und am besten noch Verhütungsmittel- oder Zigarettenwerbung machen. Ich war also neugierig, aber auch sehr skeptisch.

Deshalb war ich nicht überrascht, als der Anfang sich etwas schleppend las. Doch schon nach drei oder vier Kapiteln zog die Handlung an und es wurde kontinuierlich besser. Der Schreibstil ist großartig zu lesen und die Figuren realistisch: teilweise komplex und mit Tiefgang, aber doch mit so einigen Klischees bestückt. Es gibt zum Beispiel den sexy Typ, der eigentlich nett und tiefgründig ist, obwohl man Oberflächlichkeit erwartet und die tollpatschige Leseratte mit kleiner Körbchengröße und großer Bodenständigkeit.

Die Handlung ist unterhaltsam, enthält aber auch Szenen, die einen wirklich Schlucken lassen, wenn es doch mal ernst wird. Diese Balance zu halten und nicht von einem Extrem ins andere zu wanken, das muss man als Autor:in erst einmal schaffen. Carina Bartsch gelingt es in beiden Büchern mit viel Fingerspitzengefühl. Was mir aber am besten gefällt ist der durchgehend gute Humor und das Necken zwischen den beiden Protagonist:innen. Ich mag solche Liebesgeschichten, die mit gegenseitigem Piesacken anfangen (was ja grundsätzliche Sympathie impliziert) und sich humorvoll und erst im Lauf der Zeit weiterentwickeln. Sie erscheinen mir realistischer als gegenseitiges Anschmachten ab der ersten Begegnung.

So gut mir aber die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren und auch die Geschichte an sich gefällt: Meiner Meinung nach sind beide Bücher etwas zu lang. Es gab ein paar Durchhänger, in denen nicht genug passierte, um die Seiten zu füllen, und Szenen, die einfach zu lang waren, sodass zwischenzeitlich die Spannung flöten ging. Ich glaube, 50-100 Seiten weniger hätten beiden Büchern, aber insbesondere Türkisgrüner Winter gut getan.

Einige Zeit nach dem Lesen habe ich entdeckt, dass die Reihe um Emely und Elyas tatsächlich noch weitergeht. Weil auf der Seite des Rowohlt Verlags nur diese beiden Bücher aufgelistet werden, war ich davon ausgegangen, dass die Reihe damit beendet ist. Mit großem zeitlichem Abstand von 11 Jahren ist allerdings noch ein dritter Band, Sonnengelber Frühling, erschienen, der die Geschichte fortsetzt. Warum dieser nicht (mehr?) auf der Verlagsseite gelistet wird und auch in den gängigen Online-Shops nicht mit den ersten beiden Büchern verknüpft ist, kann nur vermutet werden. Er steht jedenfalls schon in meinem Regal und wartet auf meine Aufmerksamkeit.

Fazit
Alles in allem wurde ich von dieser Reihe sehr positiv überrascht – auch, weil ich nun wirklich kaum etwas erwartet hatte. Der Schreibstil ist super und der Humor noch besser. Die gesamte Stimmung hat mich ein bisschen an Der letzte erste Blick von Bianca Iosivoni denken lassen, und das ist für mich etwas Gutes. Ich kann Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter also wirklich sehr empfehlen. Dass diese Bücher schon 12 Jahre alt sind ist nicht spürbar – sie hätten genauso gut jetzt veröffentlich werden können, so gut passen sie in den aktuellen New-Adult-Collegeroman-Trend.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Rezension über Band 1 und 2

Kirschroter Sommer
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Als ich einen Gutschein für einen online-Gebrauchtbuchhändler geschenkt bekommen habe sind mir Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter aufgefallen. Nicht mehr ganz neu, aber mit einem vielversprechenden ...

Als ich einen Gutschein für einen online-Gebrauchtbuchhändler geschenkt bekommen habe sind mir Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter aufgefallen. Nicht mehr ganz neu, aber mit einem vielversprechenden Klappentext. Ich wurde neugierig, wie sehr sich New Adult in den letzten paar Jahren verändert hat – vor allem, da diese Bezeichnung damals auf dem deutschen Buchmarkt noch gar nicht so geläufig war.

In dieser Rezension gehe ich auf meine Meinung zu beiden Bänden ein, sodass es keine Spoiler für den zweiten Band Türkisgrüner Winter gibt. Klappentext, inhaltliche Beschreibungen und auch die kurzen Meinungen anderer Rezensent:innen am Ende des Beitrags beziehen sich deshalb nur auf Band 1.

Erwartet habe ich einen sehr kitschigen Collegeroman voller Klischees und eine halbwegs überzeugende Handlung. Kurz: Meine Ansprüche an diese beiden Bücher waren gering und ich war auf Enttäuschung eingestellt. Warum? Weil schon viele Bücher, die sich in erster Linie an junge Frauen richten und von deutschen Autor:innen geschrieben wurden, bei mir diese Eindrücke hinterlassen haben. Insbesondere Bücher, die in den späten 1990ern und frühen 2000ern veröffentlicht wurden, sind (sofern mich meine Erinnerung nicht im Stich lässt) oft betont mädchenhaft, wollen ganz dringend über irgendetwas belehren und am besten noch Verhütungsmittel- oder Zigarettenwerbung machen. Ich war also neugierig, aber auch sehr skeptisch.

Deshalb war ich nicht überrascht, als der Anfang sich etwas schleppend las. Doch schon nach drei oder vier Kapiteln zog die Handlung an und es wurde kontinuierlich besser. Der Schreibstil ist großartig zu lesen und die Figuren realistisch: teilweise komplex und mit Tiefgang, aber doch mit so einigen Klischees bestückt. Es gibt zum Beispiel den sexy Typ, der eigentlich nett und tiefgründig ist, obwohl man Oberflächlichkeit erwartet und die tollpatschige Leseratte mit kleiner Körbchengröße und großer Bodenständigkeit.

Die Handlung ist unterhaltsam, enthält aber auch Szenen, die einen wirklich Schlucken lassen, wenn es doch mal ernst wird. Diese Balance zu halten und nicht von einem Extrem ins andere zu wanken, das muss man als Autor:in erst einmal schaffen. Carina Bartsch gelingt es in beiden Büchern mit viel Fingerspitzengefühl. Was mir aber am besten gefällt ist der durchgehend gute Humor und das Necken zwischen den beiden Protagonist:innen. Ich mag solche Liebesgeschichten, die mit gegenseitigem Piesacken anfangen (was ja grundsätzliche Sympathie impliziert) und sich humorvoll und erst im Lauf der Zeit weiterentwickeln. Sie erscheinen mir realistischer als gegenseitiges Anschmachten ab der ersten Begegnung.

So gut mir aber die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren und auch die Geschichte an sich gefällt: Meiner Meinung nach sind beide Bücher etwas zu lang. Es gab ein paar Durchhänger, in denen nicht genug passierte, um die Seiten zu füllen, und Szenen, die einfach zu lang waren, sodass zwischenzeitlich die Spannung flöten ging. Ich glaube, 50-100 Seiten weniger hätten beiden Büchern, aber insbesondere Türkisgrüner Winter gut getan.

Einige Zeit nach dem Lesen habe ich entdeckt, dass die Reihe um Emely und Elyas tatsächlich noch weitergeht. Weil auf der Seite des Rowohlt Verlags nur diese beiden Bücher aufgelistet werden, war ich davon ausgegangen, dass die Reihe damit beendet ist. Mit großem zeitlichem Abstand von 11 Jahren ist allerdings noch ein dritter Band, Sonnengelber Frühling, erschienen, der die Geschichte fortsetzt. Warum dieser nicht (mehr?) auf der Verlagsseite gelistet wird und auch in den gängigen Online-Shops nicht mit den ersten beiden Büchern verknüpft ist, kann nur vermutet werden. Er steht jedenfalls schon in meinem Regal und wartet auf meine Aufmerksamkeit.

Fazit
Alles in allem wurde ich von dieser Reihe sehr positiv überrascht – auch, weil ich nun wirklich kaum etwas erwartet hatte. Der Schreibstil ist super und der Humor noch besser. Die gesamte Stimmung hat mich ein bisschen an Der letzte erste Blick von Bianca Iosivoni denken lassen, und das ist für mich etwas Gutes. Ich kann Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter also wirklich sehr empfehlen. Dass diese Bücher schon 12 Jahre alt sind ist nicht spürbar – sie hätten genauso gut jetzt veröffentlich werden können, so gut passen sie in den aktuellen New-Adult-Collegeroman-Trend.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Schöner Sammelband zum Einstieg in die Reihe

Das Reich der sieben Höfe
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Den ersten Band der Reihe Das Reich der Sieben Höfe hatte ich schon vor Jahren halb gelesen und musste das Buch abbrechen, weil die Leihfrist der Bibliothek ablief. Irgendwie kam ich danach davon ab, das ...

Den ersten Band der Reihe Das Reich der Sieben Höfe hatte ich schon vor Jahren halb gelesen und musste das Buch abbrechen, weil die Leihfrist der Bibliothek ablief. Irgendwie kam ich danach davon ab, das Buch erneut auszuleihen. Als ich dann dieses eBook-Bundle der ersten drei Bände der Reihe entdeckte, das zwischendurch für einen super Preis zu bekommen war, habe ich einen neuen Versuch gestartet. Auch, weil ich in der Zwischenzeit die Reihe Throne of Glass von Sarah J. Maas gelesen hatte, die mir sehr gut gefiel.

Schon früh bekam ich das Gefühl, dass Feyre und Tamlin eine Nacherzählung von Die Schöne und das Biest sein könnten. Es gab einfach sehr viele Parallelen zwischen diesen beiden Geschichten. Das Worldbuilding hat viele spannende Ansätze, aber für meinen Geschmack wird etwas zu schwarz-weiß gezeichnet: Menschen sind schwach, Fae stark. Graubereiche zwischen diesen Extremen gibt es nicht. Am ärgerlichsten ist, dass Feyre – die Hauptfigur, in deren Kopf wir uns beim Lesen befinden – mir mit ihrer Art ziemlich auf die Nerven ging, fast den gesamten ersten Band Dornen und Rosen hindurch. Tamlin ist da auch nicht viel angenehmer.

Ab Band 2 – Flammen und Finsternis – wird die Geschichte dann recht gut. Band 3 – Sterne und Schwerter – ist wieder etwas schwächer, aber besser als Band 1. Inzwischen gibt es noch zwei Fortsetzungsbände mit den Titeln Frost und Mondlicht und Silbernes Feuer, die ich noch nicht gelesen habe. Zu dem Zeitpunkt, als ich diesen Sammelband von Das Reich der Sieben Höfe gelesen habe, war das noch nicht abzusehen, sodass ich davon ausging, dass das Ende dieses Sammelbands – das mir ganz gut gefiel – auch das Ende der Reihe wäre. Soweit ich weiß führen die beiden neuen Bände aber auch nicht direkt die Story fort.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Bände 4 und 5 nicht mehr lesen werde. Mit Throne of Glass kann Das Reich der Sieben Höfe meiner Meinung nach bei weitem nicht mithalten. Ganz egal, was man auf TikTok dazu sagt.

Zum Beispiel ist das Thema Diversity zu oberflächlich eingewoben in die Geschichte. Es wirkt viel zu gezwungen und passt oft überhaupt nicht in die jeweiligen Szenen. An vielen Stellen kam mir der Gedanke, dass diese Elemente in letzter Sekunde vor der Veröffentlichung irgendwie in den Plot gequetscht werden mussten, um den jugendlichen Lesenden eine Moral mitzugeben. Das fiel mir besonders bei der Figur Mor auf.

Gleichzeitig finde ich es aber gelungen, mit Mor – oder, nicht abgekürzt, Morrigan – eine existierende Mythologie mit der eigenen Fantasy zu verweben. Wie sehr das in den Folgebänden ausgebaut wird, kann ich noch nicht beurteilen, aber der Ansatz war nicht schlecht. Auch Rhysand mag ich als Charakter sehr gern. Wichtige Unterscheidung: als Charakter, nicht als Person. Rhys ist interessant, nicht unbedingt gut. Die ganze Truppe, die ihn umgibt, ist sehr sympathisch (besonders im Vergleich zu Tamlins Hofstaat und Feyre als Hauptfigur). Ich habe den Eindruck bekommen, dass die Autorin in die Entwicklung von Rhys viel mehr Zeit und Fingerspitzengefühl gesteckt hat als in den Großteil der anderen Figuren.

Der Schreibstil ist, wie ich es aus Throne of Glass schon kannte, sehr flüssig und lässt sich gut stundenlang herunterlesen. Da dieses eBook beinahe 2000 Seiten hat – ein Sammelband eben -, habe ich nach den jeweiligen Bänden immer kurz pausiert und die Geschichte erst einmal sacken lassen – aber die Pause zwischen Band 2 und Band 3 war wesentlich kürzer als die erste. Ich wollte wissen, wie es weitergeht! Im Vergleich mit den dicken physischen Büchern war es sehr angenehm, das eBook einfach mitnehmen zu können, ohne schwer schleppen zu müssen.

Was mir an dem eBook aber so gar nicht gefallen hat, ist, dass die obligatorische Karte quasi nicht nutzbar war. Wie in vielen Fantasy-Romanen lebt auch Das Reich der Sieben Höfe davon, sich von A nach B zu bewegen, auf Reisen zu gehen und ganze Kontinente zu überqueren. Die Karte ist deshalb durchaus hilfreich dabei, einen Überblick über die jeweiligen Reiche und das ständige Wer-gegen-wen zu behalten. Wenn man diese aber im eBook kaum im Verzeichnis findet und beim Hin- und Herblättern aufpassen muss, um die richtige Position im Text wiederzufinden, dann ist das einfach nicht so praktisch.

Vielleicht hätte ich mir die Karte ausdrucken und beim Lesen in Reichweite halten müssen. Die Lektion nehme ich mit in die Zukunft. 🙂

Insgesamt hat mich Das Reich der Sieben Höfe also recht gut unterhalten, nachdem ich mich im Lauf des ersten Bandes an Feyres anstrengende Art gewöhnt hatte. Mit Throne of Glass kann diese Reihe meiner Meinung nach aber lange nicht mithalten und ich verstehe wirklich nicht, warum diese und nicht die andere Reihe von Sarah J. Maas im Internet und ganz besonders auf TikTok so gehypt wird.

Übrigens gibt es inzwischen – auf der anderen Seite der Hype-Welle – auch ordentlich Kritik an der Reihe, insbesondere an der Tatsache, dass die US-amerikanische Autorin viele Elemente irischer Kultur übernimmt (angefangen bei der Landkarte) und sich dabei nicht besonders feinfühlig anstellt. Die Dinge, die ich bisher aufgeschnappt habe, sind folgende: Der Name der Insel, auf der die „bösen“ Fae leben, ist quasi derselbe wie der lateinische Name für Irland. Die „guten“ Fae leben auf einem Fleckchen Erde, das aussieht wie Großbritannien. Das allein bringt schon Konfliktpotenzial mit sich, wenn man die irisch-britische Geschichte berücksichtigt. Die „bösen“ Fae wollen aber ihr Reich erweitern und in den Krieg ziehen – das schlägt in dieselbe Kerbe wie Vorurteile gegenüber Irland.

Ich habe zu dieser speziellen Kritik der Appropriation (noch) keine fundierte Meinung, weil mir im Moment der nötige Blickwinkel fehlt. Dass Das Reich der Sieben Höfe aber zu generisch und unoriginell ist, um diesen extremen Hype um die Reihe zu rechtfertigen; dieser Kritik schließe ich mich an.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Viele Perspektiven

The future is female!
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The Future is Female ist eine Sammlung von Essays diverse großer und kleiner Namen zu allen möglichen Facetten des großen Themas Feminismus. Beworben wird das Buch prägnant auf dem Cover mit Emma Watson ...

The Future is Female ist eine Sammlung von Essays diverse großer und kleiner Namen zu allen möglichen Facetten des großen Themas Feminismus. Beworben wird das Buch prägnant auf dem Cover mit Emma Watson und Keira Knightley, aber das Buch enthält nicht nur Beiträge von Schauspielerinnen. Es ist ein vielseitiger Einblick in die Köpfe von mir bekannten und auch unbekannten Personen, deren Perspektiven ich nicht immer nachvollziehen konnte. Trotzdem habe ich den Eindruck, meinen Horizont durch das Lesen irgendwie erweitert zu haben.

Zumindest habe ich es als Anlass genommen, die Menschen zu recherchieren, die hier zu Wort kommen dürfen. Ich fände es interessant, ein Buch mit genau diesem Aufbau alle paar Jahre neu herauszubringen, um die Veränderungen über bestimmte Zeiträume hinweg abzubilden: Wie verändert sich das gesellschaftliche Bild von Feminismus, welche politischen Entwicklungen haben Einfluss darauf, welche Personen sind im jeweiligen zeitlichen Kontext relevant? Das wäre spannend – zumal The Future is Female nun schon 7 Jahre alt ist.