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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2021

Perfekt und überzeugend

Die Täuschung
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Beim Illusionisten Victor Adams hat ein Narkosemittel nach einer Zahnwurzelbehandlung starke Auswirkungen, er verirrt sich auf dem Rückweg und trifft auf sonderbare Häuser, die etwas in ihm auslösen. In ...

Beim Illusionisten Victor Adams hat ein Narkosemittel nach einer Zahnwurzelbehandlung starke Auswirkungen, er verirrt sich auf dem Rückweg und trifft auf sonderbare Häuser, die etwas in ihm auslösen. In der Folge treten Albträumen, Halluzinationen, Flashbacks und Erinnerungsaussetzer auf.

Damit nicht genug, verliert der weltbekannte Magier während einer Show seine Assistentin Julia, sie taucht am Ende einer Nummer einfach nicht mehr auf und mehr noch als das Verschwinden selbst beunruhigt Victor, dass er nicht nachvollziehen kann, wie Julia es angestellt hat.

Der Wechsel zwischen Rückblenden in Victors Kindheit und Jugend und den Ereignissen in der Gegenwart lässt den Leser Victors Egozentrik und vollständige Konzentration auf seine Fähigkeiten und deren Perfektion erkennen, die Menschen um ihn spielen nur in Bezug auf seine Illusionen eine Rolle in seinem Leben. Psychologisch sehr gekonnt und glaubhaft entwickelt Astrid Korten die Charaktere bis zuletzt und gibt auch Einblicke in die Welt der Illusionisten, auch das hat mir sehr gefallen. Der Schreibstil ist bildhaft und auf den Punkt, jede Zeile ist von Bedeutung, nichts ist überflüssig, der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten. Die Auflösung ist unerwartet und nicht vorhersehbar und hat mich überrascht.

Der Klappentext verspricht nicht zu viel, ich kann das Buch mit dem schönen, bezaubernden und magischen Cover uneingeschränkt jedem Leser von Psychothrillern empfehlen. Mich hat das Buch bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.11.2021

Unterhaltsam und kurzweilig

Nicht ganz dicht
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Dieser sehr unterhaltsame Gedichtband macht schon mit seinem bunten fröhlichen Cover und dem sprichwörtlichen Titel gute Laune. Das Gedicht auf der Rückseite ist eine treffende Einladung zum Buch. Einem ...

Dieser sehr unterhaltsame Gedichtband macht schon mit seinem bunten fröhlichen Cover und dem sprichwörtlichen Titel gute Laune. Das Gedicht auf der Rückseite ist eine treffende Einladung zum Buch. Einem gereimten Prolog folgen Gedichte zu den verschiedensten Themen wie „In der Natur“ oder „Rund um die Liebe“, sie eröffnen aber auch fantasievoll ganz neue Sichtweisen auf zum Beispiel Zigaretten oder Regentropfen.

Ob einfacher Reim, Sonett, Ode, Limerick, die Gedichte sind humorvoll, modern, witzig oder auch tiefsinnig, sie sind schräg, mit Pointe, nonsense-Verse, die mich schmunzeln oder lachen lassen oder mich auch zum Nachdenken bringen. Die Gedichte sind ehrlich und auf den Punkt. Sie sind stimmungsvoll und machen Spaß, eine willkommene Ablenkung vom Alltagstrott.

Katharina Lankers ist Mathematikerin und Autorin, sie hat bereits Romane, einen Reisebericht und Kinderbücher veröffentlicht und ihre Texte finden sich auch in verschiedenen Anthologien. Ich freue mich, dass ich diese Schriftstellerin entdeckt habe.

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Ein fesselnder Krimi

Die Früchte, die man erntet
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Ein Heckenschütze tötet scheinbar wahllos Menschen in Karlshamn, es sind weder Motive noch Spuren auszumachen und deshalb rückt die Reichsmordkommission an und nimmt die Ermittlungen auf. Die aus den Vorgängerbänden ...

Ein Heckenschütze tötet scheinbar wahllos Menschen in Karlshamn, es sind weder Motive noch Spuren auszumachen und deshalb rückt die Reichsmordkommission an und nimmt die Ermittlungen auf. Die aus den Vorgängerbänden bekannten Mitglieder der Mordkommission werden kurz eingeführt und der Leser auf den aktuellen Stand gebracht. Nicht nur im echten Leben, auch im Buch sind 3 Jahre vergangen seit dem letzten Fall. Für Vanja ist es der erste große Fall seit sie die Leitung übernommen hat. Ihr Vater Sebastian Bergman arbeitet wieder als Therapeut und unterstützt sie bei der Betreuung ihrer kleinen Tochter Amanda.
Vor allem die Liebe zur Enkelin und auch zu Ursula, die ebenfalls bei der Mordkommission arbeitet, haben Sebastian verändert, er ist nicht mehr das rücksichtslose Ekel der Vergangenheit.

Der Heckenschützenfall ist relativ schnell aufgeklärt und es geht mit den zwei anderen Erzählsträngen weiter, die sich um den Ermittler Billy, der bald Vater wird, und seinen unheilvollen Zwang drehen und um Sebastians unerwartetes Zusammentreffen mit einem Klienten, der auch 2004 den Tsunami in Thailand erlebt hat und wie Sebastian unter einem Trauma leidet. Besonders gut hat mir gefallen, wie Sebastian seinen wiederkehrenden, sich allmählich verändernden Traum analysiert und er dennoch nicht aus seiner Haut kann.

Die zweite Hälfte des Buchs ist noch spannender als die erste und steuert auf einen nervenaufreibenden Höhepunkt zu. Hier fiebert der Leser wirklich mit, geht es doch um die gesamte Reichsmordkommission sowie Vanjas Familie. Zweifellos ist es ein großer Pluspunkt der Reihe, dass der Leser die Entwicklung der Protagonisten und ihre wechselnden Beziehungen zueinander über Jahre mitverfolgen kann. Die Ausarbeitung der Charaktere geht in diesem Band nicht weiter in die Tiefe, außer bei Sebastian vielleicht.

Das Cover zeigt wie die anderen Bände der Reihe Sebastian Bergmans Umriss und hat so einen hohen Wiedererkennungswert. Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und gewohnt angenehm zu lesen, die beiden verstehen ihr Handwerk. Kurze Kapitel und verschiedene Perspektiven sorgen für anhaltende Spannung. Und zwei Cliffhanger am Ende des Buchs lassen den Leser eindringlich hoffen, dass der nächste Band nicht wieder jahrelang auf sich warten lässt.

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Gelungener Science Thriller

Der große Knall
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Karen C. Mulladon und ihr Team von der Mordkommission der Alaska State Troopers stoßen bei der Untersuchung eines tödlichen Unfalls in einer Kohlenmine auf Ungereimtheiten. Auch der amerikanische Geheimdienst ...

Karen C. Mulladon und ihr Team von der Mordkommission der Alaska State Troopers stoßen bei der Untersuchung eines tödlichen Unfalls in einer Kohlenmine auf Ungereimtheiten. Auch der amerikanische Geheimdienst ist auf den Fall aufmerksam geworden und fordert Karen zur Unterstützung an, beeindruckt von ihren logischen, analytischen Fähigkeiten und ihrer schnellen Auffassungsgabe. Zusammen mit John Smith macht sich die Ermittlerin nach Deutschland auf, um die Hintergründe des merkwürdigen Vorfalls aufzudecken.

Sehr schnell fesselt dieser Wissenschaftsthriller mit seiner rasanten Action und dem unvermeidlich einsetzenden Kopfkino. Während Karens Persönlichkeit sich erst durch ihre Handlungen allmählich erschließt, werden die Gegenspieler – ein skrupelloser, nach immer mehr Reichtum und Macht strebender Wirtschaftsboss und von ihm angeheuerte Wissenschaftler – etwas detaillierter charakterisiert, so dass ihre Beweggründe und Vorhaben nachvollziehbar werden.

Erich H. Franke ist selbst Wissenschaftler und weiß, wovon er schreibt. Glaubhaft und gut verständlich vermittelt er wissenschaftliche Hintergründe und scheint sich auch mit Geheimdiensten auszukennen. Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd und angenehm zu lesen, sehr unterhaltsam mit augenzwinkerndem Humor. Die Geschichte ist eine Mischung aus Thriller und Science-Fiction. Die Anwesenheit Außerirdischer auf der Erde vor Millionen von Jahren liegt im Bereich des Möglichen – nachweisbar wäre das normalerweise nicht nach so langer Zeit.

„Der große Knall“ ist der erste Fall einer inzwischen auf 9 Bände angewachsenen erfolgreichen Reihe. Ich bin jetzt erst auf Karens Jobs gestoßen und freue mich auf die anderen Folgen!

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Unverarbeitete Traumata und ihre Auswirkungen

Das Geheimnis
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Ulla steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag und hat ihr Leben lang darunter gelitten, dass ihre Mutter Helga sie als Sechsjährige verlassen und den Kontakt völlig abgebrochen hat, als sie neun war.
Ulla beschließt ...

Ulla steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag und hat ihr Leben lang darunter gelitten, dass ihre Mutter Helga sie als Sechsjährige verlassen und den Kontakt völlig abgebrochen hat, als sie neun war.
Ulla beschließt im Corona-Sommer 2020, in dem Häuschen ihrer Mutter am Chiemsee, das sie geerbt hat, Urlaub zu machen und stößt unerwartet auf Kassetten, die Helga 1975 für sie besprochen hat, um sich und ihr Verhalten zu erklären.

Helga erzählt auf den Kassetten von sich ab ihrer Jugend. Nach der Trennung von Mann und Tochter lebt sie als Künstlerin in einer Hippiekommune, malt Bilder, die sich dem Betrachter nicht erschließen und veranstaltet verstörende Performances, von denen es Fotos und Filme gibt.
Sie ist nur mit sich und ihrem Trauma beschäftigt, das sich Ulla nur langsam erschließt. Der Spannungsbogen bleibt erhalten, da Ulla die Kassetten nicht chronologisch hört, sondern so, wie sie sie findet.

Die dritte Protagonistin ist Luise, sie stellt eine Verbindung zwischen 1975 und 2020 dar, da sie Helga kannte. Es bleibt lange unklar, welche Rolle die verbitterte, neidische und auch raffinierte Frau spielt.

Ellen Sandberg hat einen flüssigen, lebendigen Schreibstil, wechselnde Erzählperspektiven und Zeitebenen sorgen für Spannung. Jedem Kapitel ist der Name einer der Protagonistinnen und das Jahr der Handlung vorangestellt. Manche für den Handlungsverlauf eher unwichtige Details sind zu ausführlich beschrieben, was meine Leselust zwischendurch auch mal gedämpft hat. Kritisch möchte ich auch anmerken, dass Ullas aktuelle Lebenssituation mir klischeehaft und nicht wirklich realistisch erscheint.

Die Themen des Romans sind Schuld und die Auswirkung unverarbeiteter Traumata innerhalb einer Familie. Die Autorin lässt Geschichte lebendig werden und das gelingt ihr überzeugend. Die Zeitgeschichte der verschiedenen Jahrzehnte finde ich authentisch wiedergegeben, auch die Charaktere sind psychologisch spannend beschrieben. Alle drei Protagonistinnen kreisen um sich selbst und lassen so keine Nähe zu. Dennoch haben sie und ihre Geschichte mich berührt und auch erschüttert.

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