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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2025

Spannungsroman mit überraschenden Wendungen

Die unsichtbare Hand
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Die Ghostwriterin Olivia braucht aus finanziellen Gründen dringend einen neuen Auftrag und so nimmt sie trotz großer Bedenken an, als der erfolgreiche Autor Vincent Taylor sie anfragt, denn es handelt ...

Die Ghostwriterin Olivia braucht aus finanziellen Gründen dringend einen neuen Auftrag und so nimmt sie trotz großer Bedenken an, als der erfolgreiche Autor Vincent Taylor sie anfragt, denn es handelt sich um ihren Vater, zu dem sie seit fast 20 Jahren keinen Kontakt mehr hat.
Als sich herausstellt, dass es sich nicht um ein Romanprojekt, sondern die Memoiren des kranken Schriftstellers handelt, hofft Olivia herausfinden zu können, was vor fast 50 Jahren passiert ist, als die beiden Geschwister des Vaters ermordet wurden und Vincent kurzzeitig unter Tatverdacht geriet.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt – 1975 und heute – und aus verschiedenen Ich-Perspektiven, so dass ich die Gedanken und Gefühle der Protagonisten unmittelbar teile. Das Lebensgefühl Jugendlicher und die Atmosphäre der 70er Jahre fängt Julie Clark gut ein. Und sie zeigt sehr deutlich, wie die Vergangenheit die Gegenwart prägt und auch die Entwicklung der Persönlichkeit bei den damals Beteiligten. Der flüssige Schreibstil ist einfühlsam und ruhig, der Handlung angepasst. Die Figurenzeichnung ist gelungen, die Charaktere sind komplex und glaubwürdig.
Sich steigernde Spannung entsteht nicht nur durch die ungeklärten Ereignisse in der Mordnacht, wobei ich als Leser bis zum Ende miträtseln kann, sondern auch auf psychologischer Ebene, hier vor allem, aber nicht nur, bei Olivia.

Ich habe das berührende Familiendrama gern gelesen, es hat mich gut unterhalten. Interessant und mir neu war die Beschreibung der Arbeitsweise und -bedingungen einer Ghostwriterin und die damit verbundenen Risiken für ihr berufliches Ansehen.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Fesselnder Thriller um Schuld, Schmerz und Rache

Der dunkle Sommer
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Die Architektin Tilda kauft zum symbolischen Preis von einen Euro ein heruntergekommenes Haus im Geisterdorf Botigalli, ein seit über 40 Jahren aufgegebener Ort in der einsamen und zerklüfteten Barbagia ...

Die Architektin Tilda kauft zum symbolischen Preis von einen Euro ein heruntergekommenes Haus im Geisterdorf Botigalli, ein seit über 40 Jahren aufgegebener Ort in der einsamen und zerklüfteten Barbagia im Osten Sardiniens.

Nach monatelanger Renovierung steht plötzlich ihr Bruder Nino überraschend vor der Tür und sie lernt ihn ganz neu und näher als zuvor kennen, so ohne Ablenkung durch Medien jeglicher Art und in der abgeschiedenen Umgebung. Eines Tages verschwindet Nino spurlos.

Der Journalist Enzo recherchiert zur Geschichte des Dorfes und versucht die Ereignisse vor 40 Jahren aufzuklären.

Auf einer weiteren Zeitebene erzählt die Jugendliche Franca aus Botigalli ab dem Tag des Fußball-WM-Endspiels 1982, als das Dorf Italiens Sieg die ganze Nacht lang feierte.

Franca, Tilda und Enzo erzählen kapitelweise abwechselnd aus der Ich-Perspektive, so dass ich ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar teile. Die Figurenzeichnung wird erst allmählich vervollständigt, manche Details überraschen und berühren mich.

Von Beginn an ist die Atmosphäre düster und geheimnisvoll, das fängt schon mit dem verstörenden Prolog an und auch das passende Cover mit der undurchdringlich erscheinenden Umgebung des Dorfes verstärkt diese Wirkung. Vera Bucks anschaulicher und bildhafter Schreibstil trägt ebenfalls zu dieser bedrohlichen Stimmung bei.

Erst gegen Ende der spannenden Geschichte zeigt sich, wie die dramatischen Ereignisse vor über vier Jahrzehnten bis in die Gegenwart hinein wirken und die tragischen Zusammenhänge werden aufgeklärt.

Ein beeindruckendes Nachwort der Autorin zu den realen Hintergründen des Thrillers runden diese spannende Geschichte um Schuld, Schmerz und Rache ab. 'Der dunkle Sommer' ist raffiniert konzipiert, gut durchdacht und fesselnd geschrieben. Mir hat das Buch sehr gefallen und mir auch die Barbagia und die Menschen dort und ihre Vergangenheit näher gebracht.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Unterhaltsam und tiefgründig

Wut und Liebe
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Obwohl sie sich lieben, trennt sich Camilla, Alleinverdienerin des Paares, von Noah, sie will nicht mehr jeden Cent umdrehen müssen, sie will mehr, will ein anderes Leben führen. Noahs Ziel ist es, sie ...

Obwohl sie sich lieben, trennt sich Camilla, Alleinverdienerin des Paares, von Noah, sie will nicht mehr jeden Cent umdrehen müssen, sie will mehr, will ein anderes Leben führen. Noahs Ziel ist es, sie zurück zu gewinnen, da kommt ihm ein Angebot der wohlhabenden Betty Hasler gerade recht.

Martin Suter erzählt 'Wut und Liebe' aus verschiedenen Perspektiven, die Charaktere sind nahbar und durch ihr Auftreten und ihre Dialoge glaubhaft beschrieben, ihre Emotionen erreichen mich und lassen mich mitfühlen, Noahs Trauer und Verzweiflung berühren mich genau so wie Camillas schmerzhafte Konsequenz oder auch Bettys Leid und Wut.
Die Geschichte zieht mich von Beginn an in ihren Bann, sie ist fesselnd, spannend und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Humor und Situationskomik haben mich auch schmunzeln lassen.

Suters Schreibstil ist klar, einnehmend und angenehm zu lesen.
Besonders einfallsreich und äußerst unterhaltsam geschildert finde ich, wie und wodurch Noah sich als Künstler weiter entwickelt.

Der Roman stellt nicht nur die Frage, welchen Stellenwert wir der Liebe im Leben einräumen, sondern konfrontiert auch das Sein mit dem Schein und zeigt, wie falsch Handeln auf der Basis unzureichender Informationen sein kann.

Mir hat Suters neuer Roman sehr gut gefallen, er ist unterhaltsam und gleichzeitig tiefgründig.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Spannend und mehr als ein Krimi, ein gelungener Spionagethriller

Lautlose Feinde
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Am Tag vor Soraias und Leanders Hochzeit wird der Zollbeamte Bento ermordet, seine Enkelin entführt. Das Kind kann befreit werden, die Entführer entkommen und es stellen sich viele Fragen zum Mord und ...

Am Tag vor Soraias und Leanders Hochzeit wird der Zollbeamte Bento ermordet, seine Enkelin entführt. Das Kind kann befreit werden, die Entführer entkommen und es stellen sich viele Fragen zum Mord und dessen Hintergrund. Während Leander und seine Kollegen mühsam Anhaltspunkte sammeln und versuchen, Merkwürdigkeiten zu verstehen, versorgt mich der Autor durch Rückblenden zum vergangenen Tag oder auch 'zwei Tage vorher' mit einem Informationsvorsprung über die Täter und deren Aktivitäten.
Es hat etwas gedauert, bis ich die Beteiligten und ihr Ziele identifiziert hatte, dennoch hat mich die raffinierte Spionagegeschichte schnell gefesselt, die Gil Ribeiro sich hat einfallen lassen, sie ist komplex, spannend und mitreißend geschrieben.

Auch das Lokalkolorit der Algarve, das Leben in Fuseta, die freundlichen Menschen und kulinarischen Köstlichkeiten werden wieder eindrucksvoll und atmosphärisch geschildert, so dass mich die Reiselust packt. Noch überzeugender ist die Figurenzeichnung, dem Autor gelingt es großartig, seine Charaktere nicht nur zum Leben zu erwecken, sie entwickeln sich auch von Buch zu Buch weiter, es gibt immer wieder neue Details zu entdecken, nicht nur bei Leander Lost, dem Autisten, der seine Routine und Ordnung braucht und diesmal auch Gefühl zeigt und zum ersten Mal Carlos erfolgreich verbal reinlegt. Sehr zugewandt und humorvoll beschreibt Ribeiro die Zusammenarbeit des Teams, ihren Zusammenhalt, gleichzeitig scharfsinnig analysiert er die Beziehungen der Kollegen zueinander und zu anderen Charakteren und auch die Gegenspieler erscheinen mir beängstigend realitätsnah und glaubhaft beschrieben.

Das schöne Cover passt zu den sechs Vorgängerbänden der Serie 'Lost in Fuseta', jeder Band kann auch eigenständig gelesen werden, da die Fälle unabhängig voneinander und jeweils abgeschlossen sind. Mehr Spaß macht es zweifellos, die Entwicklung der Figuren von Buch zu Buch zu verfolgen. Dieser siebte Band ist mehr als ein Krimi, er ist ein überzeugender Spionagethriller, der mich bestens unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Durchdachte Anleitungen für Neulinge und inspirierende Anregungen für jeden Balkongärtner

Keine Zeit zu gärtnern – Balkonglück mit wenig Aufwand
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Die Bloggerin Melanie Kolos hat selber mit dem Gärtnern auf einem kleinen Balkon angefangen und lässt an ihren Erfahrungen teilhaben.

Die Themen sind übersichtlich und informativ aufbereitet und detailliert ...

Die Bloggerin Melanie Kolos hat selber mit dem Gärtnern auf einem kleinen Balkon angefangen und lässt an ihren Erfahrungen teilhaben.

Die Themen sind übersichtlich und informativ aufbereitet und detailliert genug, so dass auch Anfängern im Gärtnern grundlegendes Wissen vermittelt wird. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin voraus schickt, wie wichtig vor allem ein planvolles Vorgehen ist, das beginnt mit den Voraussetzungen, die der Balkon bietet, über benötigtes Werkzeug, verschiedene Pflanzgefäße, bis zu den Aufgaben, die in jedem Monat des Jahres zu bedenken und erledigen sind.

Steckbriefe von Blumen, Kräutern, Gemüsen und Obst mit Details zu Pflanzzeit, -tiefe, Abstand, Lichtbedarf u.a. werden durch Fotos sehr anschaulich, genau so die Beetpläne, die auch mit Grafiken, genauen Anleitungen auch zum Zeitplan und anderen Details und darüber hinaus mit Tipps informieren. Melanie Kolos Liebe zum Gärtnern ist spürbar, sie vermittelt umfassendes Wissen, das sie sehr übersichtlich und strukturiert präsentiert, damit der Überblick nicht verloren geht.

Auch Hochbeete und der Vertikalanbau, Krankheiten und Schädlinge und sogar Dekotipps sind Themen.
Am Schluss gibt es noch leckere Rezepte, ebenfalls mit schönen Fotos und übersichtlich dargestellt, wie man die selber angebaute Ernte verarbeiten kann. Ich finde das Buch sehr inspirierend und hilfreich und kann es ohne Einschränkung empfehlen.