Was ist real und was nicht?!
YesteryearDen gängigen Social Media Plattformen versuche ich mich gezielt fernzuhalten und besitze keinen Account darauf, trotzdem stolpert man im Zeitalter des Internets natürlich immer mal wieder darüber. Ebenso ...
Den gängigen Social Media Plattformen versuche ich mich gezielt fernzuhalten und besitze keinen Account darauf, trotzdem stolpert man im Zeitalter des Internets natürlich immer mal wieder darüber. Ebenso hatte ich nach wenigen Kapitel dieses Buchs eine sehr bekannte Influencerin vor Augen wodurch ich mir ein gutes Bild von dem beschrieben Handlungsort machen konnte. Dass die Autorin Caro Clair Burke ebenfalls von dort ihre Inspiration hergeholt hat, ist kaum zu überlesen.
Der Roman stellt sich zahlreichen Fragen ganz im Sinne des modernen Zeitgeists zu Geschlechterrollen, wirklichem "Frei sein", Sozialen Medien, der extrem kritischen Manosphere, "Family" Influencern, "Trade Wifes", dem Zwiespalt der Karrierefrau und den stark polarisierenden politischen Ansichten vorallem zu Amerika. Zudem sehen sich die LeserInnen der moralisch grauen Hauptprotagonistin Natalie gegenüber, mit der man nicht wirklich sympathisieren kann, gleichzeitig hat sie jedoch die fesselnde Sogwirkung eines Autounfalls- ihr inauthentisches Selbst nach außen und ihre witzigen, zynischen Gedanken nach innen.
Ist Natalie, die Person an sich bloß problematisch oder ist sie nur das Produkt von den Leuten mit denen sie sich umgibt?
Es handelt sich eigentlich um einen literarischen Roman, aber in einigen Abschnitten fühlt es sich wie ein psychologischer Thriller an, da es die Autorin mit einem sehr bildhaften Schreibstil schafft eine in die Enge treibende Atmosphäre zu erschaffen. Das Ende ist Geschmackssache und war für mich leider zu wirr und somit der einzige Kritikpunkt in einem sonst sehr überzeugendem Erstlingswerk!
Fazit: Eine zynisch, stichelnde Anklage an unsere neumoderne, oberflächliche, nach außen perfekt inszenierte, falsche Welt, die laut nachhallt!