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Veröffentlicht am 05.05.2026

Was ist real und was nicht?!

Yesteryear
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Den gängigen Social Media Plattformen versuche ich mich gezielt fernzuhalten und besitze keinen Account darauf, trotzdem stolpert man im Zeitalter des Internets natürlich immer mal wieder darüber. Ebenso ...

Den gängigen Social Media Plattformen versuche ich mich gezielt fernzuhalten und besitze keinen Account darauf, trotzdem stolpert man im Zeitalter des Internets natürlich immer mal wieder darüber. Ebenso hatte ich nach wenigen Kapitel dieses Buchs eine sehr bekannte Influencerin vor Augen wodurch ich mir ein gutes Bild von dem beschrieben Handlungsort machen konnte. Dass die Autorin Caro Clair Burke ebenfalls von dort ihre Inspiration hergeholt hat, ist kaum zu überlesen.

Der Roman stellt sich zahlreichen Fragen ganz im Sinne des modernen Zeitgeists zu Geschlechterrollen, wirklichem "Frei sein", Sozialen Medien, der extrem kritischen Manosphere, "Family" Influencern, "Trade Wifes", dem Zwiespalt der Karrierefrau und den stark polarisierenden politischen Ansichten vorallem zu Amerika. Zudem sehen sich die LeserInnen der moralisch grauen Hauptprotagonistin Natalie gegenüber, mit der man nicht wirklich sympathisieren kann, gleichzeitig hat sie jedoch die fesselnde Sogwirkung eines Autounfalls- ihr inauthentisches Selbst nach außen und ihre witzigen, zynischen Gedanken nach innen.
Ist Natalie, die Person an sich bloß problematisch oder ist sie nur das Produkt von den Leuten mit denen sie sich umgibt?

Es handelt sich eigentlich um einen literarischen Roman, aber in einigen Abschnitten fühlt es sich wie ein psychologischer Thriller an, da es die Autorin mit einem sehr bildhaften Schreibstil schafft eine in die Enge treibende Atmosphäre zu erschaffen. Das Ende ist Geschmackssache und war für mich leider zu wirr und somit der einzige Kritikpunkt in einem sonst sehr überzeugendem Erstlingswerk!

Fazit: Eine zynisch, stichelnde Anklage an unsere neumoderne, oberflächliche, nach außen perfekt inszenierte, falsche Welt, die laut nachhallt!

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Memento mori- Bedenke, dass du sterben wirst

Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm
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Der Start in das Buch ist sehr unvermittelt, denn schon mit dem Prolog und den ersten Kapiteln befindet man sich mitten um die Geschehnisse eines merkwürdigen Todesfall und den ersten Ermittlungen. Der ...

Der Start in das Buch ist sehr unvermittelt, denn schon mit dem Prolog und den ersten Kapiteln befindet man sich mitten um die Geschehnisse eines merkwürdigen Todesfall und den ersten Ermittlungen. Der Polizist Wase und sein Team versuchen die Umstände zu dem Auffinden der toten Ex- Schauspielerin Rahel und einem alarmierenden Verschwinden einer weiteren Person zu klären.

Die Sätze sind recht kurz und können beim ersten Lesen abgehackt klingen, aber bringen gleichzeitig eine sehr angespannte Atmosphäre mit sich, das Rätseln ist vorprogrammiert und man flitzt schnell durch die Zeilen! Man kann nicht sofort eine Bindung zu einem Charakter aufbauen, trotzdem ist die detaillierte Art der beschriebenen Ermittlungen und des Teams durchaus sympathisch. Die Menge an Personen, das dabei hohe Erzähltempo mit Zeitsprüngen und vereinzelte Kapitel, die scheinbar ein Vorwissen aus dem 1. Teil voraussetzen, haben mich zeitweise leicht verwirrt.
Trotz alledem waren es authentische Gedankengänge, schlüssige Handlungsstänge und im richtigen Maß bedrohliche Situationen, die den Roman lesenswert machen.

Das Ende war außerordentlich emotional und in den plötzlichen Entwicklungen unerwartet, wenn auch in Kleinigkeiten unbefriedigend, dadurch jedoch lebensnahe. Besonders ein Kapitel hat mich stark getroffen und richtig traurig gemacht, wie hässlich Menschen tatsächlich zueinander sein können!

Fazit: Eine gelungene Mischung aus Thriller & Kriminalroman mit Sogwirkung und emotionalem Tiefgang!

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Superlative im Tierreich

WAS IST WAS Kids Supertiere. Rekordhalter an Land, in der Luft und im Wasser
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Die Reihe "Was ist Was" kenne ich bereits aus meiner Kindheit und war sehr erfreut, dieses Format in kindlich, moderner Aufmachung meinen Kindern ebenfalls zeigen zu können. Bei dem Thema der Supertiere, ...

Die Reihe "Was ist Was" kenne ich bereits aus meiner Kindheit und war sehr erfreut, dieses Format in kindlich, moderner Aufmachung meinen Kindern ebenfalls zeigen zu können. Bei dem Thema der Supertiere, also Rekorde in der Tierwelt an Land, in der Luft und zu Wasser, waren sie auch sofort Feuer und Flamme. Der Gepard ist ein Tier, dass viele Kinder aufgrund des Rekords bei seiner Geschwindigkeit wirklich gut kennen, trotzdem wird aber daneben auch dem kleinen, eher unbekannten Axolotl eine Bühne gegeben, wodurch das Cover sofort ins Auge springt!
Der erste Eindruck war, dass es sich jedenfalls um eine hochwertige Qualität bei der Verarbeitung vom Buch handelt und für Kinderhände mit dem größeren Format und den dickeren Seiten ideal ist.
Die Klappen sind für das Alter 3-4-5Jahre natürlich ein weiteres Highlight, denn dadurch kann die Aufmerksamkeit länger beim Inhalt selbst verweilen, während gelesen wird, da die oft noch ungeduldigen Hände auch eine Beschäftigung haben. Selbst als Erwachsener von einem Kind mit reichlich Wissensdurst in Sachen Tierbücher, gab es hier noch neue, überraschende Informationen z.B. zum Mimik Oktopus, viele teils witzig verpackte Fakten wie das "Elterntaxi" oder "Kacka mit Ecken"(natürlich sehr zur Erheiterung der Zuhörer) und kleine, interaktive Quizfragen sowie eine tolle Suchseite bei den Meistern der Tarnung.

Die Illustrationen sind zwar gezeichnet, aber dabei wahnsinnig detailgetreu und mit naturgetreuer Farbwahl, sodass sie sehr lebensnah und überzeugend wirken.

Fazit: Lehrreich, faszinierend, spannend und unterhaltsam gestaltetes Buch für kleine Tierfans!

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Royales Schauspiel

Royal Fake
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Der erste Teil aus dieser Reihe war für mich ganz zu Anfang des Jahres eine absolut positive Überraschung und nachdem es mit einem fiesen Cliffhanger endet, war es nur die Frage der Veröffentlichung, wann ...

Der erste Teil aus dieser Reihe war für mich ganz zu Anfang des Jahres eine absolut positive Überraschung und nachdem es mit einem fiesen Cliffhanger endet, war es nur die Frage der Veröffentlichung, wann ich den 2.Teil lesen würde!

Natürlich waren die Erwartungen dadurch auch sehr hoch und ehrlicherweise wurden diese nicht erfüllt. Für mich kehrte erst ab dem letzten Drittel richtig Spannung zurück und obwohl auch dieses Buch mit einem offenem Ende daherkommt, war es nicht so überzeugend. Natürlich muss nach dem ersten Buch eine Handlung entstehen, in der Tristan und Darcy wieder zueinander finden können, jedoch empfand ich die hier als wenig glaubhaft. Es geht viel um verletze Gefühle und vorallem fehlende Kommunikation, was eine Thematik ist, die mich einfach schnell nerven kann. Das Knistern zwischen den beiden kehrt jedoch definitiv zurück und als dann endlich auch die Robin Hood Crew zurückkehrt, hatte mich die Geschichte wieder für sich gewonnen.
Lena Kiefer hat wirklich einen sehr angenehmen, flüssigen, nicht allzu anspruchsvollen Schreibstil, der dennoch romantisch und verspielt ist. Dadurch und aufgrund der kurz gehaltenen Kapitel kommt man gesamt gut durch das Buch!

Fazit: Leider nur 3,5 Sterne, wenn ich mich auch trotzdem auf den letzten Teil freue und diesen definitiv auch lesen werde!

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Veröffentlicht am 21.04.2026

"Wie schweben."

Pina fällt aus
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Da ärgert man sich über die eigenen Kinder, die das "gesunde", selbstgekochte Essen mal wieder nicht essen wollen und liest anschließend diesen Roman, welcher alle Gedanken durcheinander wirft, nur um ...

Da ärgert man sich über die eigenen Kinder, die das "gesunde", selbstgekochte Essen mal wieder nicht essen wollen und liest anschließend diesen Roman, welcher alle Gedanken durcheinander wirft, nur um in anderer Art und Weise wieder Ordnung und Frieden zu bringen!
Denn da gibt es Pina und ihren 20 Jährigen Sohn Leo, der jeden Tag seine Frosties auf bestimmte Weise essen muss, damit er den Bus nicht verpasst. Eines Tages kommt Pina nach dem Einkaufen jedoch nicht mehr wieder und die Pensionistin Inge, die Videospielkriegerin Zola sowie der Einzelgänger Wojtek stehen vor der Herausforderung: Leo und sein Universum...

Die Autorin Vera Zischke bringt in ihrem Roman die Andersartigkeit in das Licht der Normalität und zeigt auf humorvoll, leicht zynische Art, dass die Gesellschaft neurodivergente Menschen nicht nur als versorgt betrachten, sondern viel mehr als Teil dieser Welt annehmen sollte.

»Es ist nicht nur eine Bürde, weißt du. Es ist auch ein Privileg. Leo hat mir Zutritt zu einer Welt verschafft, die die meisten Menschen niemals betreten. Ich habe mehr von ihm gelernt als von allen anderen Menschen auf der Welt.«

Das dies keineswegs eine einfache Aufgabe darstellt, lernen die Hausbewohner der Hansastraße 22 nach und nach, begegnen Verzweiflung, unerwarteten Freuden und wachsen dabei über sich selbst hinaus. Ich hatte während dem Lesen stark den Eindruck, es nicht bloß mit fiktiven Romanfiguren zu tun zu haben, sondern mit Menschen aus dem echten Leben- so nahbar, so gefühlvoll, so ehrlich, so abweichend, so selbstverständlich!

》Es ist eine Aufgabe, denkt Inge. Es ist eine große Aufgabe, die Welt für jemanden passend zu machen, die nicht für ihn geschaffen ist. Und da sind sie nun. Eine alte Frau, ein wütendes Mädchen und ein Einsiedler, das ist alles, was diesem Jungen bleibt. Drei schräge Vögel.《

Ein Highlight war für mich persönlich auf alle Fälle die Szene auf dem Parkplatz mit dem Bus, da ging mir erst das Herz auf um anschließend lachend und glücklich den Konsequenzen zu begegnen. Mein liebster Charakter war Pina, da ich als Mutter ihre Emotionen und Gedanken am meisten nachvollziehen konnte. Sie zeigt eine beeindruckendende Stärke und unendliche Liebe, trägt eine riesige Last auf ihren Schultern und ist dabei so authentisch geschrieben, dass mir die Tränen in die Augen kamen. Sie lernt auf hartem Weg -man muss nicht alles alleine schaffen- es gibt möglicherweise Menschen, die man als solche Hilfe gar nicht wahrnimmt, die jedoch als wertvolle Unterstützung in harten Lebenslagen zur Seite stehen.

»Genau, du hast uns. Leo, 20, Hansastraße 22, wird Busfahrer, hat drei Vögel.«

Fazit: Eine große Lesehighlight-Empfehlung! Ein unglaublich herzerwärmendes, emotionales, einfach nur großartiges Buch über die Besonderheit der Neurodiversität und das Erkennen der Liebe darin!

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