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Veröffentlicht am 30.08.2021

Eine Geschichte, von der jeder Teenager vermutlich geträumt hat.

Stand by Me
3

Worum geht es?

Als die Protagonistin Kaylin, welche mittlerweile eine erfolgreiche Fonds-Beraterin in einer Kanzlei geworden ist, eines Tages auf ihren Teenie-Schwarm und ehemaligen Schauspieler Daxton ...

Worum geht es?

Als die Protagonistin Kaylin, welche mittlerweile eine erfolgreiche Fonds-Beraterin in einer Kanzlei geworden ist, eines Tages auf ihren Teenie-Schwarm und ehemaligen Schauspieler Daxton Hughes trifft, reist dies zunächst längst verheilte Wunden wieder auf. Während ihrer Zeit im College ist sie ihm buchstäblich in den Schoß gefallen und aus der zufälligen Begegnung wurde schnell eine enge Freundschaft, die allerdings aufgrund der verspäteten Abgabe einer wichtigen Hausarbeit ein schnelles Ende nimmt. Dies wirft Kailyn ihm bis heute noch vor und dennoch kann sie nicht anders, als ihm zu helfen, als er acht Jahre später aufgrund eines schweren Schicksalsschlages um ihre Hilfe bittet. Schnell merkt Kailyn, dass die Teenie-Schwärmerei noch nicht vorüber ist und altbekannte Gefühle wieder entfacht werden. Auch Daxton scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen, doch kann Kailyn dem mittlerweile erwachsenen Mann vertrauen? Und wird das, was zwischen den Beiden passiert, mit ihrer Karriere kollidieren?


Meine Meinung

Mit „Stand by me“ veröffentlicht die Autorin Helena Hunting nun die deutschsprachige Übersetzung im Genre New/Young Adult. Für mich war „Stand by me“ der erste Roman der Autorin, bei welchem mich sowohl das Cover als auch der Klappentext sehr angesprochen haben.

Das Cover wirkt aufgrund der leichten Farbtöne und des gewählten Motivs sehr verträumt und romantisch; also entsprechend dem Genre. Rückblickend spiegelt der Klappentext eher weniger den Inhalt des Buches wieder, da den Leser:innen hierbei mehr vermittelt wird, dass es um diese Teenie-Schwärmerei geht, wobei sich der Hauptteil der Geschichte mit ganz anderen Themenschwerpunkten befasst.


(Achtung, der folgende Abschnitt enthält potenzielle Spoiler. Wenn nicht erwünscht, dann ab zum nächsten Abschnitt)

Es geht vielmehr um den Sorgerechtsstreit zwischen Daxton – auch Dax genannt – und seiner Tante Linda, als auch um den Karrieresprung von Kailyn. Dieses gesamte Konstrukt programmiert quasi das Drama vor, sobald einer dieser Sachen zum Vorschein kommt.

(Ab hier folgen keine Spoiler mehr)

Den Roman habe ich so schnell verschlungen, was demnach für sich spricht und dennoch hat mir irgendwas bei dieser Geschichte gefehlt. War es zu wenig Knistern? Zu wenig Drama? Ich kann es nicht genau erklären. Rückblickend lässt sich jedoch sagen, dass es mir besonders gut gefallen hat, dass die Geschichte kein besonders schnelles Tempo hatte und nahezu alle Handlungen realistisch wirkten. Das langsame Zueinanderfinden von Kailyn und Dax hat mir sehr gut gefallen, oftmals fallen die Protagonisten ja nach kurzer Zeit übereinander her und gewisse Szenen, beziehungsweise Situationen werden unrealistisch beschrieben. Dies war hier ganz und gar nicht der Fall.

Zu den Charakteren lässt sich schon mal eines sagen: Ich habe das Dreiergespann Kailyn-Dax-Emme geliebt! Alle drei Charaktere sind mir unglaublich an das Herz gewachsen. Sei es Kailyn, bei der ich mich insbesondere mit ihrem Ehrgeiz und Disziplin identifizieren konnte oder Dax, der wirklich alles Mögliche für seine kleine Schwester Emme tut. Aber auch Emme ist einfach ein liebes Mädchen, die mehr weiß, als es zu sein scheint. So hat sie auch früh bereits geahnt und auch mitbekommen, dass es zwischen Kailyn und Dax knistert und alles in ihrer Macht Stehende versucht, die Beiden irgendwie diskret zueinander zu bringen.

Wohingegen die Geschichte von Helena Hunting zu Beginn voller Humor steckt (oder Fremdscham über Kailyns Missgeschicke), entwickelt sich die Geschichte inhaltlich zu einer etwas erwachseneren Liebesgeschichte mit Protagonisten, die bereits mit beiden Beinen im Leben stehen und dennoch sowohl im Privat- als auch Berufsleben noch ungeplante Entwicklungen vor sich haben. Trotz der Übersetzung ins Deutsche ist der Schreibstil sehr flüssig und fesselnd. Helena Hunting schreibt aus der Ich-Perspektive und wechselt dabei geschickt zwischen den zwei Protagonisten Kailyn und Dax, was es als Leser:in umso spannender macht, da man in die Gefühlslage beider Personen hineinversetzt wird.

Der Titel des Buches verrät meines Erachtens nichts Konkretes über das Buch. Hat man das Buch allerdings beendet, ist der Titel meiner Meinung nach aus Dax‘ Perspektive zu verstehen, da er eindeutig auf Kailyns Hilfe angewiesen ist und Kailyn in der gesamten Zeit wie ein Rettungsanker für ihn ist.


Fazit

„Stand by me“ von Helena Hunting geschrieben und von Barbara Först ins Deutsche übersetzt ist ein typischer Liebesroman des Genres New- und Young-Adult. Es fühlt sich zu Beginn an wie ein Teenie-Traum: Der bekannte Schauspieler hat Interesse an einer unbekannten Frau, welche (wie kann es auch anders sein) für ihn schwärmt? Das weckt doch nahezu von jeder/jedem Erinnerungen an die Teenager-Zeit. Trotz der Übersetzung verliert der Text keinerlei an Emotionen. Der Schreibstil zieht Leser:innen in den Bann und aufgrund des vorhersehbaren Dramas möchte man unbedingt wissen, ob diese Geschichte ein gutes Ende nimmt.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 10.08.2021

Verflucht, mystisch und unglaublich fesselnd.

Underworld Chronicles - Verflucht
0

Eine düstere Welt mitten im Herzen von Detroit

Worum geht es?

Die junge Frau Nora Jacobs lebt als Einzelgängerin allein in Detroit – einer Stadt, in welcher es nur so vor gefährlichen Kreaturen wimmelt. ...

Eine düstere Welt mitten im Herzen von Detroit



Worum geht es?

Die junge Frau Nora Jacobs lebt als Einzelgängerin allein in Detroit – einer Stadt, in welcher es nur so vor gefährlichen Kreaturen wimmelt. Die Protagonistin ist eine der wenigen, die davon weiß und nicht nur das: Auch sie ist etwas Besonderes und kann sich durch Ihre Fähigkeiten bisher vor Schlimmerem bewahren. Doch ihre Fähigkeiten sind nicht immer nur ein Segen, denn Nora ist sich sicher: Auf ihr lastet ein Fluch, der eine magische Anziehungskraft auslöst. Als es zu einem nächtlichen Zwischenfall in einem düsteren Underworld Club kommt, ändert sich alles schlagartig: Der mächtigste Vampir der Stadt, Henry, wird auf sie aufmerksam und kommt hinter Noras kleines Geheimnis, ihre Fähigkeiten. Nun will er ihre Kräfte für sich nutzen, um eine von mehreren verschwundenen Unterweltlern ausfindig zu machen. Nora ist gefangen von der Unterwerfung des mächtigen Vampirs und so bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihm zu helfen. Je tiefer sie gräbt, desto mehr wird sie in das Geschehen verwickelt. Die Zeit wird allmählich knapp und Nora beginnt sich zu fragen, wie zum Teufel sie lebend aus dieser Situation herauskommen soll ...


Meine Meinung

Mit „Underworld Chronicles - Verflucht“ veröffentlicht die Autorin Jackie May, besser gesagt das Autorenduo Kelly und Josh Oram (in diesem Fall allerdings nur Kelly Oram), nun den Auftakt im Genre Young Adult und Fantasy.

Für mich war dies der erste Roman der Autorin, bei welchem mich sowohl das Cover als auch der Klappentext sehr angesprochen haben. Das Cover ist mystisch, düster und doch zugleich aufgrund der gewählten Farben visuell ansprechend. Was mir persönlich besonders gefällt ist das direkte Aufgreifen der Geschichte, denn unten ist die düstere Stadt Detroit zu sehen, auf welche die Protagonistin blickt. Der Klappentext verrät nicht zu viel und auch nicht zu wenig; also genau so wie es sein sollte.

Der Einstieg in die Welt des Mystischen ist der Autorin mehr als gelungen, denn als Leser:in erlebt man zunächst Noras Alltag und wird gemeinsam mit der Protagonistin in die Welt der besonderen Kreaturen gezogen. Von da an nimmt die Geschichte Fahrt auf und es wird eine Mischung aus Action, Spannung und Humor. Obwohl die Autorin viele Charaktere und Individuen einfließen lässt, wird dies zu keinem Zeitpunkt verwirrend. Ebenso kommt keiner der Charaktere zu kurz und fehlende Informationen zu gewissen Persönlichkeiten tragen sehr gut dazu bei, das Interesse der Leser:innen zu erwecken und demnach Spannung aufzubauen.

Für die Protagonistin Nora hatte ich von Anfang an Sympathie, denn trotz ihrer traumatischen Erfahrungen in der Vergangenheit, wirkt sie sehr taff und hat für jeden noch so dummen Spruch immer eine perfekte Antwort parat. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass die Geschichte Themen wie Depressionen, Panikattacken, sexuelle Belästigung und Missbrauch beinhaltet. Zu Beginn des Buches ist allerdings eine Triggerwarnung vermerkt, was ich persönlich sehr gut finde.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Erzählform aus der Ich-Perspektive, da dies ermöglicht, noch besser Noras Gedanken und Gefühle nachvollziehen zu können. Darüber hinaus schreibt die Autorin sehr bildhaft, wodurch Beschreibungen der Umgebung als auch weitere wichtige Charaktere greifbar sind. Generell habe ich den Schreibstil als sehr locker und zum Teil auch humorvoll empfunden und entspricht aufgrund dessen auch der gewünschten Zielgruppe.

(Achtung, ab hier können potenzielle Spoiler enthalten sein. Wenn nicht erwünscht, dann ab zum Fazit)

Mit Wehmut beende ich dieses Buch, denn ich weiß, dass ich nicht sofort den nächsten Band verschlingen kann. Ich will unbedingt wissen, ob Nora nun herausfinden wird, was es mit ihren Fähigkeiten auf sich hat und welches Unterweltler-Blut durch ihre Adern fließt. Und vor allem: Wird sie Parker eine Chance geben? Zwischen den Beiden hat es bereits ein wenig geknistert und ihre Zuneigung zu ihm hat sie schon ein paarmal zugegeben. Oder verliebt sie sich doch noch in ihre ursprüngliche Internetbekanntschaft Oliver, der für sie derzeit nicht mehr als ein bester Freund ist? Oder ist es doch der rätselhafte Nick, welcher sein Wesen nicht direkt preisgibt und dennoch äußerst charmante Gespräche mit Nora führt und dabei auch die Leser:innen gekonnt um den Finger wickelt. Natürlich gibt es auch die typischen unausstehlichen Antagonist Henry, der Meistervampir des größten Clans aus ganz Detroits und somit auch der stärkste der gesamten Stadt. Auch wenn er so verflucht böse ist, hat er dennoch seine Reize und weis diese stets einzusetzen. Als Leser:in löst dies eine Vielzahl an Emotionen aus: Von zerreißender Spannung bis hin zu Herzklopfen; Jackie May stößt einen regelrecht in ein Gefühlschaos und enttäuscht die Leser:innen an keiner Stelle.


Fazit

„Underworld Chronicles - Verflucht“ (Band 1) von Jackie May, beziehungsweise Kelly Oram, ist Fantasyroman des Genres Young-Adult, bei welchem Leser:innen komplett in die Welt der Vampire, Trolle, Feen & Co eintauchen und sich darin verlieren können. Es ist verflucht, mystisch und unglaublich fesselnd, sodass ich das Buch wortwörtlich nicht aus den Händen legen konnte. Ich war so gefesselt von der Geschichte, dass ich das Buch an einem Tag beendet habe. Keiner der Ereignisse waren für mich vorhersehbar und die Handlung war sehr gut ausgearbeitet. Der Spannungsbogen baut sich schön auf und obwohl so viele verschiedene Charaktere eingeführt wurden, behält man als Leser:in dennoch stets einen guten Überblick. Die Autorin lässt keinen einzigen Charakter außen vor, wodurch man sich über jede Person ein gutes Bild machen kann. Jackie May schreibt mitreisend und fesselt die Leser:innen somit an ihre Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir die Kombination aus Spannung und Liebe (wenn man das so nennen kann, es knistert jedenfalls an ein paar Stellen), denn Nora verdreht durch ihre atemberaubende Anziehungskraft buchstäblich jedem dem Kopf.

Die Handlung ist in sich abgeschlossen, wodurch kein offenes Ende vorhanden ist. Dennoch ist dies erst der Anfang von Noras Reise, denn der zweite Band steht schon in den Startlöchern und ich freue mich bereits so sehr, dass Buch bald in den Händen halten zu können und wieder in dieser düsteren und doch zugleich fesselnden Welt wieder einzutauchen. Ich kann dieses Buch jedem Fantasy-Fan nur ans Herz legen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2021

Für all diejenigen, die sich in einem nicht ganz klassischen Liebesroman verlieren möchten.

Like Gravity
2

- Gefühlswelt trifft Thriller-Momente.


»Es lässt sich nicht leugnen – wie Magnetkraft. Wie Anziehungskraft. Ich habe keinen Einfluss darauf, ich kann weder etwas daran ändern, noch kann ich es aufhalten. ...

- Gefühlswelt trifft Thriller-Momente.


»Es lässt sich nicht leugnen – wie Magnetkraft. Wie Anziehungskraft. Ich habe keinen Einfluss darauf, ich kann weder etwas daran ändern, noch kann ich es aufhalten. Es ist einfach so.«


Worum geht es?

Nachdem Brooklyns Mutter in ihrer Kindheit ermordet wurde, traut sich die Protagonistin nicht, sich emotional auf andere Menschen einzulassen. Trotz ihrer Distanz, die sie stets zu bewahren versucht, begleitet Lexi, ihre beste Freundin, sie durch ihren Alltag als junge Frau. Ebenso Finn Chambers, ein junger und gutaussehender Mann ihrer Universität, scheint ihre abweisende Art nicht abzuschrecken. Durch einen Zufall lernen sich Brooklyn und Finn näher kennen. Doch als die beiden sich schließlich immer näherkommen und es anfängt, zwischen den Beiden zu knistern, versucht Brooklyn ihn von sich zu stoßen. Desto mehr Brooklyn ihn von sich stößt, umso interessierter ist Finn daran, hinter ihre schützenden Mauern zu blicken. Und je mehr Zeit Brooklyn in seiner Nähe verbringt, desto stärker spürt sie die unausweichliche Anziehungskraft, welche die beiden miteinander verbindet. Schon bald muss Brooklyn sich gestehen, dass ihre Gefühle nicht zu leugnen sind, doch kann sie Finn wirklich vertrauen? Und noch schlimmer, steckt er vielleicht hinter den mysteriösen Vorfällen, die sich von Woche zu Woche häufen?


Meine Meinung

Mit „Like Gravity“ veröffentlicht die Autorin Julie Johnson nun die deutschsprachige Übersetzung ihres Debütromans im Genre New Adult. Ihre Bücher eroberten weltweit Plätze auf den verschiedensten Bestenlisten, wie zum Beispiel bei Kindle oder iTunes. Für mich war „Like Gravity“ der erste Roman der Autorin, bei welchem mich sowohl das Cover als auch der Klappentext sehr angesprochen haben. Vorab ist es wichtig zu erwähnen, dass dieses Buch neben expliziten Szenen auch Elemente enthält, welche potenziell triggern können. Dazu zählen Themen wie der gewaltsame Tod eines Familienmitglieds, welcher bereits zu Beginn des Buches thematisiert wird und somit einen sehr gewagten Einstieg in die Geschichte hat. Damit lernen Leser:innen zu Beginn des Buches bereits den Schicksalsschlag der Protagonistin Brooklyn kennen. Brooklyn, welche zugleich auch die Erzählerin der Geschichte ist, ist eine starke und dennoch aufgrund ihrer Vergangenheit sehr verschlossene junge Frau. Aufgrund ihrer sehr harten Schale und dennoch weichen Kerns, wird die junge Brooklyn sehr schnell in das Herz geschlossen. Auch wenn aus persönlicher Sicht wenig Gemeinsamkeiten mit der Protagonistin vorhanden sind, können dennoch parallelen zum eigenen Leben gezogen werden und somit Sympathie für Brooklyn gewonnen werden. Dennoch gibt es in dem Buch sehr oft Momente, bei welchen man die Protagonistin bei falschen und sehr naiven Entscheidungen am liebsten schütteln möchte.

(Achtung, ab hier können potenzielle Spoiler enthalten sein. Wenn nicht erwünscht, dann ab zum Fazit)

Im Gegensatz zur Protagonistin Brooklyn, sympathisiert man als Leser:in eher weniger mit ihrer besten Freundin Lexi, denn diese ist das komplette Gegenteil von Brooklyn. Wohingegen Brooklyn einfühlsam ist und auf Lexis Wünsche eingeht, gleicht Lexi vielmehr einer egozentrischen und narzisstischen Persönlichkeit. Insbesondere als Lexi von der verletzten Brooklyn erwartet, sie in die Bar zu begleiten und sie Brooklyn dann auch noch zur Krönung stehen lässt, hat es Lexi gänzlich bei mir verscherzt. Doch im Fortgang der Geschichte macht nicht nur Brooklyn eine Entwicklung durch, denn auch Lexi stellt sich doch noch als gute Freundin heraus und entwickelt sich somit zum Positiven. Eine weitere wichtige Persönlichkeit ist Finn, welcher auf dem ersten Blick dem Typ Bad Boy entspricht und zu Beginn nicht nur bei Brooklyn, sondern auch bei den Leser:innen Herzflattern auslöst. Insbesondere bei Momenten wie dem Streichen ihres Zimmers oder generell die Dynamik zwischen den beiden, die Neckereien gemischt mit Zuneigung, sind Schmetterlinge im Bauch vorprogrammiert. Doch ebenso dieser Eindruck von Finn bröckelt nach geraumer Zeit in zweierlei Richtungen und hinterlässt bei den Leser:innen eine Mischung aus Skepsis und Begeisterung. Skepsis, da Finn zum Teil sehr besitzergreifend ist und man das Gefühl bekommt, dass er Brooklyn als sein Eigentum sieht. Darüber hinaus verwendet Finn Kosenamen wie „Kleine“ oder „Prinzessin“, was ihn bis zum Ende der Geschichte irgendwie unsympathisch wirken lässt. Aber zugleich ist da ebenso diese Begeisterung für Finn, da er für Brooklyn da ist und ihr zeigt, wie schön Liebe sein kann. Wenn ich so daran zurückdenke, ist mir insbesondere die Szene mit den Glühwürmchen im Kopf hängen geblieben.

Der Roman hatte auf mich eine Sog-Wirkung und dennoch hat die Geschichte Ecken und Kanten, welche es zu erwähnen gilt. Das Buch ist geprägt von typischen Klischees und enthält keine unerwarteten Wendungen, da sich viele Ereignisse hervorsagen lassen und man als Leser:in über Brooklyns naives Verhalten oft nur den Kopf schütteln kann. Bereits in den ersten Kapiteln lässt sich also aufgrund vieler offensichtlicher Andeutungen bereits erahnen, wie das Buch ausgehen wird. Die Geschichte von Julie Johnson steckt dennoch voller spannenden Ereignisse, welche den Leser:innen den Atem anhalten lässt. Die Gefühlslage beim Lesen ähnelt einer Achterbahn, welche am Ende abrupt endet und aufgrund dessen gemischte Gefühle hinterlässt. Der Titel des Buches verrät bereits, das Liebe wie Anziehungskraft ist: unvermeidlich und unaufhaltbar. Dennoch ist die Liebe nicht der einzige Themenschwerpunkt des Buches, denn es geht vielmehr um die Persönlichkeitsentwicklung der Protagonistin. Es geht darum, über sich hinaus zu wachsen und sich zu akzeptieren, mit allen Ecken und Kanten. Wie die Autorin im Epilog bereits schreibt, ist dies eine Geschichte über ein kleines Mädchen, das sich selbst lieben lernte. Aussagekräftiger könnte ich dies nicht zusammenfassen.

Wie zuvor bereits beschrieben, wird das Buch mit gemischten Gefühlen zugeschlagen. Auf der einen Seite ist da dieses erleichternde Gefühl, dass diese Geschichte noch eine gute Wendung hatte und auf der anderen Seite ist da ein wenig Enttäuschung, da ich aufgrund des Covers und Klappentextes eine andere Erwartungshaltung hatte. „Like Gravity“ wird nichtsdestotrotz mit Sicherheit Leser:innen begeistern, welche auch sonst nicht zu typischen Liebesromanen greifen oder einfach mal eine Abwechslung suchen. „Like Gravity“ ist darüber hinaus viel mehr als nur ein Liebesroman und wird durch die passenden Worte im Epilog durch die Autorin nur noch mehr unterstrichen.


Fazit

„Like Gravity“ von Julie Johnson ist kein typischer Liebesroman des Genres New-Adult: Es fühlt sich an wie ein dramatischer Film, gepackt mit Thriller-Elementen, die leider heutzutage jeder Frau passieren können. Obwohl viele Ereignisse vorherzusehen waren, fieberte ich beim Lesen mit und habe währenddessen nur darum gebetet, dass dieses Drama ein baldiges und vor allem gutes Ende nimmt. Julie Johnson schreibt mitreißend und emotionsstark und zieht die Leser:innen mit ihrem Schreibstil sofort in den Bann und dennoch beendete ich dieses Buch mit gemischten Gefühlen, denn trotz dieses sehr gewalttätigen Einstiegs habe ich mehr Herzflattern bei dieser Geschichte erwartet. Das Cover ist unglaublich schön und auch der Klappentext lässt auf einem typischen Liebesroman schließen, wohingegen die Geschichte für mich einen kompletten Kontrast darstellt.

Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch all denjenigen ans Herz legen, welche mal eine Abwechslung zu klassischen Liebesromanen suchen und die Beschreibung von expliziten Szenen verkraften können.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere