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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2019

In Nullkommanichts durchgesuchtet

Blutrausch - Er muss töten
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Als eingefleischter Chris Carter-Fan musste ich natürlich auch den 9. Fall lesen, in dem Hunter und Garcia wieder als UV-Team Jagd auf einen Killer machen.

Diesmal hält ein Mörder mit Künstlerseele die ...

Als eingefleischter Chris Carter-Fan musste ich natürlich auch den 9. Fall lesen, in dem Hunter und Garcia wieder als UV-Team Jagd auf einen Killer machen.

Diesmal hält ein Mörder mit Künstlerseele die Detectives in Los Angeles in Atem. Die Leichen werden perfekt in Szene gesetzt. Doch sieht sich der Killer wirklich als Künstler? Oder steckt noch etwas ganz anderes dahinter?

Ich liebe den Schreibstil von Chris Carter! Seine Kapitel sind kurz und knackig, enden meist mit einem absoluten Cliffhanger und machen es einem beileibe nicht einfach, das Buch auch mal zur Seite zu lesen. Chris Carters Werke suchte ich in null komma nix durch und auch „Blutrausch“ hat mich komplett in den Bann gezogen. Hunter und Garcia habe ich schon im ersten Band ins Herz geschlossen und auch wenn Chris Carter auf seinen Lesungen bekannt gibt, es fiele im schwer, über die Privatleben von Hunter und Garcia zu schreiben, so würde ich mir dennoch wünschen, ich hätte in diesem Band etwas mehr Privates erfahren. Das ist allerdings mein einziger Kritikpunkt… nein, stop! Mir fällt da noch ein zweiter ein. So während des ersten Drittels hatte ich ständig das Gefühl, ich hätte eine ganz ähnliche Story schon mal gelesen. Leider fiel mir nicht ein, welche bzw. von welchem Autor, aber ich konnte nicht dem Gedanken entfliehen, ähnlichem schon mal begegnet zu sein. So ganz neu schien mir der Grundgedanke des Buches nicht. Dennoch: Ich habe jede einzelne Seite genossen! Und wie bereits in den 8 Bänden vorher war jede Aktion der Profiler zum Mitzittern und Mitfiebern.

Fazit:
Wieder ein hochkarätiger Thriller aus der Feder von einem genialen Autor! Ich freu mich auf den 10. Fall, der mit Sicherheit etwas persönlicher gestaltet wird. Die Hunter-Garcia-Reihe hat definitiv Suchtpotenzial!

Veröffentlicht am 19.08.2019

Ein Buch zum Durchquälen...

Der Ozean am Ende der Straße
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Der Name Neil Gaiman war mir schon lange ein Begriff. Immer wieder stolperte ich über seine Bestseller „American Gods“ und „Niemalsland“. Als mir „Der Ozean am Ende der Straße“ zum Schnäppchenpreis angeboten ...

Der Name Neil Gaiman war mir schon lange ein Begriff. Immer wieder stolperte ich über seine Bestseller „American Gods“ und „Niemalsland“. Als mir „Der Ozean am Ende der Straße“ zum Schnäppchenpreis angeboten wurde, schlug ich zu. Doch das hätte ich lieber lassen sollen…

„Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, er sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen ...“ Dieser Klappentext klang vielversprechend und ich habe mich richtig drauf gefreut, das Buch zu starten. Diese Freude hat leider nicht lange gehalten. Ein erwachsener Mann kehrt an den Ort zurück, an dem er aufgewachsen ist und erinnert sich plötzlich an längst vergessene Begebenheiten. Diese klingen zu fantastisch, um wahr zu sein. Oder basieren seine Erinnerungen wirklich auf der Realität? Was hat er als Junge erlebt oder hat er einfach nur eine blühende Phantasie?

Die Grundidee des Buches finde ich nach wie vor verlockend. Doch was Neil Gaiman daraus gemacht hat, ist meiner Meinung nach einfach nur komplett verschenktes Potenzial. Die Geschichte ließ mich unzählige Male verständnislos den Kopf schütteln. Weder war die Story spannend, noch witzig, noch tiefsinnig. Bis zur letzten Seite versuchte ich, einen Sinn hinter all den plump geschriebenen Sätzen zu entdecken, jedoch ohne Erfolg. Ich mag skurrile Geschichten und Phantasy, aber dieses Werk konnte mich kein bißchen packen.

Für mich war dieses Buch verlorene Zeit. Schade drum, meines Erachtens hätte man viel mehr aus den Anfängen hervorzaubern können.

Veröffentlicht am 06.08.2019

Borderline - ein Leben zwischen Extremen

Zerrissen zwischen Extremen
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Die Autoren Dr. Jerold J. Kreisman und Hal Straus greifen hier ein sehr komplexes Thema auf, die „Borderline-Störung“, wie sie selbst im Klappentext genannt wird. Es ist schwierig, dieses Buch zu bewerten, ...

Die Autoren Dr. Jerold J. Kreisman und Hal Straus greifen hier ein sehr komplexes Thema auf, die „Borderline-Störung“, wie sie selbst im Klappentext genannt wird. Es ist schwierig, dieses Buch zu bewerten, da es mit Bestimmtheit davon abhängt, aus welchem Grund es gelesen wird. Ich als absoluter Laie und mit keinerlei Erfahrung in diesem Bereich fand schnell in das Buch. Viele Fallbeispiele zeigen die zahlreichen Facetten, die mit Borderline in Verbindung gebracht werden. Die Symptome werden meist verständlich erklärt, jedes Kapitel endet mich Vorschlägen und Tipps, wie der Betroffene mit den Symptomen umgehen kann und auch für Angehörige und Therapeuten gibt es zahlreiche Strategien. Dennoch wurde es mir teilweise dann doch zu wissenschaftlich. Borderline wird in diesem Werk mit verschiedensten psychischen Erkrankungen verglichen, was dazu führte, dass ich irgendwann gar nicht mehr wusste, welches Symptom jetzt welcher Krankheit zugeordnet wird. Ebenso empfand ich es stellenweise als mühsam zu lesen, welche biochemischen Verbindungen bestehen und wie dies mit Borderline und/oder anderen Störungen zusammenhängt. Ich befürchte, diese Feinheiten werden nicht lange in meinem Gedächtnis hängen bleiben.

Dieses Buch ist mit Sicherheit kein Patentrezept, wie man mit Borderline umgeht und wer sich eine vollkommene Heilung verspricht, wird hier nicht fündig. Dennoch ein hilfreiches Werk, das unterstützend wirkt und einige Fragen in Bezug auf Borderline klärt.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Leider mehr erwartet

Liebes Kind
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Nachdem dieses Buch überall als „endlich mal was ganz ganz anderes“ angepriesen wurde, war ich sehr neugierig auf das Werk. Es ist das Thriller-Debüt von Romy Hausmann, die mit ihrer Familie in einem abgeschiedenen ...

Nachdem dieses Buch überall als „endlich mal was ganz ganz anderes“ angepriesen wurde, war ich sehr neugierig auf das Werk. Es ist das Thriller-Debüt von Romy Hausmann, die mit ihrer Familie in einem abgeschiedenen Waldhaus in der Nähe von Stuttgart lebt. Bestimmt die perfekte Location, um einen Thriller zu schreiben. Doch um was geht es denn nun in „Liebes Kind“?

Der Leser trifft auf Lena und schon sehr schnell stellt sich heraus, dass ihr Leben von morgens bis abends streng getaktet ist. Und nicht nur ihr Leben, auch das Leben ihrer Kinder ist minutiös durchgeplant. Lena existiert im Grunde nur noch… in einer verlassenen Hütte im Wald, in die über einen „Zirkulationsapparat“ Sauerstoff gepumpt wird. Ihr Peiniger, der Vater ihrer Kinder, versorgt seine Familie mit Lebensmitteln und mit allem Nötigen. Doch dann passiert das, womit er nie gerechnet hat: Lena und ihren Kindern gelingt die Flucht und sie kehrt völlig verstört in ihre „alte Welt“ zurück.

Anfangs fand ich es spannend, dass der Leser die Gedankenwelt verschiedener Protagonisten durch Ich-Erzählungen kennenlernt. Ich war gefesselt von der Frage, wer Lena wirklich ist und wie sie genau zu den Kindern steht. Allerdings konnte ich keinen richtigen Bezug zu ihr herstellen, was ich schade fand, denn ich liebe Bücher, in denen ich mit den Figuren wirklich mitfühlen kann. Mit Hannah gelang es mir genauso wenig, ganz im Gegenteil, dieses Mädchen fand ich teilweise eher beängstigend als alles andere. Generell war mir keine der Personen sympathisch, was sich im Laufe des Buches dahin entwickelt hat, dass mich die Story nicht mehr binden konnte. Die Thematik und die Idee des Buches ist interessant und auch die Tatsache, dass der Leser erst nach der gelungenen Flucht in die Geschichte geworfen wird, ist mal etwas neues, dennoch hat die Spannung meiner Meinung nach leider nach den ersten Kapiteln enorm nachgelassen. Dieses Werk hätte noch viel mehr Potenzial gehabt.

Mich hat dieser Thriller leider nicht überzeugt, nachdem ich aber die Grundidee klasse finde und es für ein Debüt gut geschrieben ist, werden es bei mir drei Sternchen.

Veröffentlicht am 26.04.2019

Der zweite Teil des zweiten Teils ;-)

Die Furcht des Weisen / Band 2
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„Die Furcht des Weisen – Teil 2“ knüpft unmittelbar an den ersten Teil an und man ist sofort wieder mitten drin im Geschehen. Der Leser begleitet Kvothe auf seinen Abenteuern und erlebt mit, wie er Felurian ...

„Die Furcht des Weisen – Teil 2“ knüpft unmittelbar an den ersten Teil an und man ist sofort wieder mitten drin im Geschehen. Der Leser begleitet Kvothe auf seinen Abenteuern und erlebt mit, wie er Felurian begegnet und ins Reich der Fae gelangt, wie er mit Tempi nach Haert zum Volk der Adem wandert und wie er nach einem „Zwischenstop“ in Severen bei seinem Gönner Maer Alveron zur Universiät zurück kehrt. Wie in „Der Name des Windes“ und im ersten Band des zweiten Teils erzählt der ältere Kvothe einem Chronisten und dem Fae Bast in seiner Gaststätte seine Lebensgeschichte.

Mein Eindruck vom Buch:
Patrick Rothfuss hat um Kvothe eine wunderbare Welt erschaffen. Ich war total begeistert von „Der Name des Windes“, dem ersten Band der Trilogie. Der Schreibstil Rothfuss' lässt einen über die Seiten fliegen und ich habe Kvothe, wie auch seine Studienkameraden sofort ins Herz geschlossen. „Die Furcht des Weisen – Teil 1“ hat mich zwar auch gepackt, jedoch nicht ganz so in den Bann gezogen wie der Anfang der Geschichte. Doch in diesem Teil bin ich wieder vollkommen in die Geschichte eingetaucht und meine Begeisterung kehrte mit voller Wucht wieder zurück. Nur die Kapitel, die von Kvothe in der Gegenwart erzählen, kamen mir wieder etwas zu kurz. Ich hätte gerne wieder mehr über ihn in der jetzigen Zeit erfahren. Mein Eindruck war, dass diese Abschnitte seltener waren als im ersten Band und der junge Kvothe noch weiter in den Vordergrund gestellt wurde. Dem Lesevergnügen hat das dennoch keinen Abbruch getan. Ich liebe Kvothes Welt einfach! Der Schluss ließ mich mit einigen Fragen zurück und ich hoffe sehr, diese werden bald mit dem letzten Band der Trilogie beantwortet.

Fazit:
Im Grunde ist Kvothe für jeden Fantasy-Fan ein Muss. Dennoch bin ich mit meiner Empfehlung vorsichtig, da das Erscheinen des dritten Bandes, und somit das Ende der Trilogie, nicht bestätigt ist und Fans seit Jahren darauf warten, Kvothe endlich wieder begleiten zu können. Aber selbst wenn es keinen Abschluss geben sollte, habe ich jede Zeile dieser wunderbaren Story genossen.