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chrissi_tina_testet

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2025

Magisch, spannend und voller Überraschungen – eine gelungene Fortsetzung

Aliya und der Silberexpress 2
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In „Aliya und der Silberexpress“ wird Aliya zusammen mit ihren Freunden in den geheimnisvollen Zug geschickt, um vor Dorian Darke in Sicherheit zu sein. Doch schon bald geschieht ein Mord, ihre Kräfte ...

In „Aliya und der Silberexpress“ wird Aliya zusammen mit ihren Freunden in den geheimnisvollen Zug geschickt, um vor Dorian Darke in Sicherheit zu sein. Doch schon bald geschieht ein Mord, ihre Kräfte spielen verrückt und sie muss sich fragen, wem sie noch vertrauen kann.

Die Autorin knüpft direkt an den ersten Band an und schafft es erneut, ihre Leserinnen und Leser sofort mitten ins Geschehen zu ziehen. Besonders beeindruckend finde ich, wie geschickt Laila Rifaat historische Elemente mit Fantasie und Spannung verbindet. Der Silberexpress selbst wird zu einer faszinierenden Bühne, die nicht nur durch die verschiedenen Zeitepochen begeistert, sondern auch eine dichte und teilweise unheimliche Atmosphäre aufbaut.

Aliya ist eine sehr greifbare Hauptfigur: Sie wächst an ihren Herausforderungen, zeigt Mut, aber auch Unsicherheit – genau das macht sie so nahbar. Gleichzeitig sorgen die Nebenfiguren für Dynamik, denn auch sie entwickeln eigene Stärken und Schwächen, die für Überraschungen sorgen.

Sehr gelungen finde ich außerdem, dass die Themen Freundschaft, Vertrauen und Selbstfindung unaufdringlich in die Handlung eingebettet sind. Gerade junge Leser können sich hier wiederfinden, ohne dass die Geschichte belehrend wirkt. Auch erwachsene Fantasy-Fans kommen auf ihre Kosten, weil Spannung, unerwartete Wendungen und die geheimnisvolle Jagd im Zug eine fast krimiartige Stimmung erzeugen.

Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, sodass man die Szenen sehr lebendig vor Augen hat. Besonders die Beschreibungen des Zuges und der Zeitreisen bleiben im Kopf. Auch das Cover überzeugt, es zieht sofort Blicke auf sich und spiegelt die Atmosphäre des Buches perfekt wider.

Alles in allem ist „Aliya und der Silberexpress“ eine packende und fantasievolle Fortsetzung, die Lust auf mehr macht. Wer den ersten Band mochte, sollte unbedingt weiterlesen – und wer spannende Geschichten über Zeitreisen liebt, wird auch hier bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein Kinderbuch über Veränderung und Nähe

Jakob und Jelena
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„Jakob und Jelena“ ist für mich ein Buch, das gerade durch seine ruhige Erzählweise überzeugt. Die Geschichte dreht sich um zwei Kinder, die beide mit Veränderungen und Unsicherheiten in ihrem Alltag umgehen ...

„Jakob und Jelena“ ist für mich ein Buch, das gerade durch seine ruhige Erzählweise überzeugt. Die Geschichte dreht sich um zwei Kinder, die beide mit Veränderungen und Unsicherheiten in ihrem Alltag umgehen müssen. Mal dürfen wir in Jakobs Kopf schauen, mal begleiten wir Jelena, und so entsteht nach und nach ein Bild davon, wie ähnlich ihre Sorgen sind, auch wenn sie auf den ersten Blick ganz verschieden wirken.

Besonders schön finde ich, dass hier keine „große“ Handlung im Vordergrund steht, sondern die leisen, alltäglichen Dinge: ein Gespräch auf dem Schulhof, das Gefühl, anders zu sein, die Angst, nicht dazuzugehören. Das macht die Figuren sehr nahbar und authentisch. Gerade Kinder, die selbst schon einmal erlebt haben, wie schwer Veränderungen sein können, finden sich hier bestimmt wieder.

Mir persönlich hat das Buch gefallen, weil es einen ruhigen Ton anschlägt und zeigt, dass man nicht immer laut oder stark sein muss, um wichtig zu sein. Die Illustrationen, die immer wieder auftauchen, geben der Geschichte zusätzlich Wärme und Leichtigkeit.

Es ist sicher kein Buch für jeden – wer Action oder Spannung erwartet, wird hier enttäuscht sein. Aber als stilles, tröstliches Kinderbuch über Freundschaft, Familie und das Ernst nehmen von Gefühlen hat es mich überzeugt. Ich sehe es als eine Erzählung, die Kindern Mut macht, ohne sie zu überfordern, und Erwachsenen einen liebevollen Blick in kindliche Gedankenwelten schenkt.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Ein bewegendes Buch zum Erfurter Amoklauf

Die Ausweichschule
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„Die Ausweichschule“ von Kaleb Erdmann ist kein klassischer Roman, sondern vielmehr ein Mosaik aus Erinnerungen, Reflexionen und literarischen Versuchen, das Unsagbare greifbar zu machen. Der Autor – selbst ...

„Die Ausweichschule“ von Kaleb Erdmann ist kein klassischer Roman, sondern vielmehr ein Mosaik aus Erinnerungen, Reflexionen und literarischen Versuchen, das Unsagbare greifbar zu machen. Der Autor – selbst als Kind Augenzeuge des Amoklaufs am Erfurter Gutenberg-Gymnasium – konfrontiert sich mehr als zwei Jahrzehnte später erneut mit jenem Tag, an dem 16 Menschen ihr Leben verloren. Doch wer eine minutiöse Nacherzählung erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen entwirft Erdmann ein vielschichtiges Bild der Nachwirkungen: Schuldgefühle, Sprachlosigkeit, das Schwanken zwischen Verdrängung und dem Drang nach Aufarbeitung.

Die Geschichte entfaltet sich auf zwei Ebenen: Zum einen werden Rückblenden in die Schulzeit und die beklemmenden Stunden des 26. April 2002 geschildert, zum anderen begleitet man den erwachsenen Erzähler bei dem Versuch, sein Trauma schreibend und durch Gespräche mit anderen (u. a. einem Dramatiker) zu verarbeiten. Dabei verschwimmen Grenzen zwischen autobiografischem Bericht, fiktionaler Verarbeitung und essayistischen Gedankengängen über Kunst, Erinnerung und gesellschaftliches Gedenken.

Mich hat besonders beeindruckt, wie sehr das Buch das Ringen um Sprache selbst thematisiert. Immer wieder wird sichtbar, wie schwer es ist, für ein solches Erlebnis Worte zu finden – und dass vielleicht genau darin die Wahrheit liegt: im Unausgesprochenen, im Fragment. Zugleich stellt sich die Frage, welche Rolle Literatur bei der Bewältigung kollektiver Traumata spielen kann und darf.

„Die Ausweichschule“ ist kein leichtes Buch, weder sprachlich noch inhaltlich. Man muss bereit sein, sich auf Sprünge und Umwege einzulassen. Wer sich darauf einlässt, findet allerdings eine sehr eindringliche Auseinandersetzung mit einem Stück deutscher Zeitgeschichte und mit der Suche nach einem Leben danach.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

Zwischen Pferdestall und Rampenlicht – eine gefühlvolle Sommergeschichte

Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück
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Mia hat in jungen Jahren schon viel erlebt: Der Tod ihrer Mutter und der Verlust ihres geliebten Pferdes Tiago haben Spuren hinterlassen. Als sie erfährt, dass Tiago in einem nahegelegenen Reitstall untergebracht ...

Mia hat in jungen Jahren schon viel erlebt: Der Tod ihrer Mutter und der Verlust ihres geliebten Pferdes Tiago haben Spuren hinterlassen. Als sie erfährt, dass Tiago in einem nahegelegenen Reitstall untergebracht ist, macht sie sich heimlich auf den Weg dorthin. Dort trifft sie Arvid, der sich auf dem Hof eine Auszeit nimmt – inkognito, denn er ist eigentlich ein berühmter junger Musiker.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Mias und Arvids Sicht erzählt, was beide Figuren greifbar macht. Mia ist entschlossen und verletzlich zugleich, Arvid schwankt zwischen dem Wunsch nach Normalität und der Angst, erkannt zu werden. Die Annäherung zwischen den beiden verläuft glaubwürdig und angenehm zurückhaltend – kein übertriebener Herzschmerz, sondern leise, ehrliche Gefühle.

Auch das Thema Pferde wird nicht verklärt dargestellt. Tiago ist nicht sofort das perfekte Wunderpferd, sondern ein Tier mit eigener Geschichte und Traumata. Das macht die Handlung realistisch und tiefgründig, gerade für junge Leserinnen, die Pferde wirklich kennen.

„Hearts & Horses“ ist ein tolles Jugendbuch über Verlust, Vertrauen und Neuanfänge. Ideal für Leserinnen ab ca. 10 Jahren, die nicht nur Pferdegeschichten mögen, sondern auch Charaktere, die wachsen und ihren Weg finden. Eine gelungene Mischung aus Emotion, Sommerstimmung und leiser Spannung.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Träume und das Leben am Meer

Der Krabbenfischer
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Es handelt sich hier um einen nachdenklichen Roman über die Suche nach Selbstbestimmung, Träumen und die Kraft der Musik. Die Erzählweise ist eher ruhig, was dem Buch einen besonderen Rhythmus verleiht ...

Es handelt sich hier um einen nachdenklichen Roman über die Suche nach Selbstbestimmung, Träumen und die Kraft der Musik. Die Erzählweise ist eher ruhig, was dem Buch einen besonderen Rhythmus verleiht – vergleichbar mit dem stetigen Kommen und Gehen der Gezeiten.

Wer rasante Handlung erwartet, könnte sich in der ersten Hälfte ein wenig in Geduld üben müssen: Die Geschichte entfaltet sich sehr gemächlich und lässt sich viel Zeit für Beschreibungen und innere Monologe. Doch genau darin liegt auch eine ihrer Stärken – man taucht in die Gedankenwelt des Protagonisten ein und kann die karge, aber faszinierende Küstenlandschaft mit seinen Augen zu sehen.

Es sind keine großen Gesten oder dramatischen Wendungen, sondern kleine Veränderungen, die den Charakter wachsen lassen. Im Verlauf gewinnt die Geschichte an Tiefe und lässt auch Raum für überraschende, neue Perspektiven.

Ein Roman für Leserinnen und Leser, die sich gern auf ein eher langsames Erzähltempo einlassen und Freude daran haben, zwischen den Zeilen zu lesen.

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