Samantha und Elsie
Das Versprechen von CornwallAufgrund beruflicher Unannehmlichkeiten in London, versucht Samantha bei ihrer Tante in Cornwall den Kopf freizubekommen. Aber anstatt dort die ruhige Küstenlandschaft zu genießen, forscht sie nach, woher ...
Aufgrund beruflicher Unannehmlichkeiten in London, versucht Samantha bei ihrer Tante in Cornwall den Kopf freizubekommen. Aber anstatt dort die ruhige Küstenlandschaft zu genießen, forscht sie nach, woher der unbekannte Verlobungsring am Dachboden des alten Hauses stammen könnte und lernt obendrein noch zwei interessante junge Männer kennen.
Spannende Szenen rund um Digitalforensikerin Samantha Fisher ziehen des Lesers Aufmerksamkeit sofort auf sich. Bestens ins Geschehen verwoben wird alsbald Elsie Hatchetts Geschichte aus den Jahren 1937/38, wodurch die Spannung gleich noch weiter angefacht wird. Auf berührende Art und Weise fängt Karin Lindberg das mutige Leben der kleinen Sekretärin bei der Londoner Times ein und zeigt – im Kontext von Politik und gesellschaftlichen Konventionen – wie rasch kleine Entscheidungen große Veränderungen nach sich ziehen können. Sowohl der Handlungsstrang in der Gegenwart als auch jener in der Vergangenheit präsentieren sorgfältig und realistisch gezeichnete Charaktere, die Atmosphäre im alten London ist ebenso gut eingefangen wie im malerischen Cornwall, wo es aber auch nicht ganz ohne Ränke und Intrigen zugeht. Nicht nur Sam und Elsie wachsen einem schnell ans Herz, auch die anderen Figuren (bis auf einige wenige Widerlinge, die halt nicht wegzudenken sind) wachsen über ihre (Neben)Rollen hinaus und bereichern das Geschehen auf angenehme Weise und schließlich sorgt auch noch der braun-weiße Springer Spaniel Drift für unterhaltsame Momente.
Auf den konkreten Inhalt kann ich gar nicht genauer eingehen ohne interessante Details zu verraten, es geht aber um nicht standesgemäße Verbindungen, um Ungleichheiten und Gegensätze, die einander anziehen, so viel sei gesagt. Lindbergs Schreibstil ist gewohnt bildreich und flüssig, sodass man von der ersten bis zur letzten Seite völlig abtauchen kann in eine wunderbare Geschichte, die mich auch diesmal wieder sehr berührt hat.
Eine wunderbare Reise zwischen zwei Zeitebenen, welche bestens recherchierte historische Fakten mit fiktiven Romanelementen verknüpft. Leseempfehlung!