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Veröffentlicht am 16.07.2026

Art am Ende?

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Eine entstellte Tote im Schacht der U-Bahnlinie 5, ein verschwundener Kanzler, skandalöse Videos und Art Mayer im Zentrum der Ermittlungen des BKA. Ist Art am Ende?

Spektakulär geht es weiter mit dieser ...

Eine entstellte Tote im Schacht der U-Bahnlinie 5, ein verschwundener Kanzler, skandalöse Videos und Art Mayer im Zentrum der Ermittlungen des BKA. Ist Art am Ende?

Spektakulär geht es weiter mit dieser grandiosen Serie, welche diesmal zu ihrem Abschluss findet. Davor jedoch entführt Marc Raabe seine Leser in ungeahnte Verwicklungen und Verstrickungen, die Zeile für Zeile für packende Stunde sorgen. Zweifelsohne ist man im Vorteil, wenn man Art Mayer 1 bis 3 kennt, aber auch ohne diese Bände gelesen zu haben, erschließen sich einem die großen Zusammenhänge aufgrund der gerafften Darstellung der bisherigen Geschehnisse. Spannende Zeitenwechsel, knappe Kapitel und dramatische Szenen beherrschen die Handlung, die Suche nach einem oder mehreren Tätern gestaltet sich aufwendig, ja beinahe unmöglich. Aufgrund der politischen Brisanz will man allerdings rasche Ergebnisse präsentieren und schießt sich auf den kauzigen Ermittler Art Mayer ein. Brillant ist auch dieser Teil der Serie aufgebaut, präsentiert großartig charakterisierte Figuren und einen detailliert durchdachten Ablauf der Ereignisse. Wie auch bisher, geht es nicht nur um das Lösen von Mordfällen, sondern auch um höchst persönliche Angelegenheiten rund um Mayer und die Frau des Bundekanzlers.

Der krönende Abschluss dieser vierteiligen Serie mit Art Mayer und Nele Tschaikowski beantwortet viele bislang offene Fragen und lässt die gesamte Geschichte noch lange im Gedächtnis verweilen. Großartige Unterhaltung, absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.07.2026

Luft und Liebe

Kurbad Hiddensee - Meeresleuchten
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Hiddensee, die kleine Schwester der Insel Rügen, ist bekannt für sein Kurbad „Zur Sommerfrische“. Im Jahre 1921 treffen hier drei ganz unterschiedliche junge Damen aufeinander und sorgen für lebhafte Unterhaltung.

Da ...

Hiddensee, die kleine Schwester der Insel Rügen, ist bekannt für sein Kurbad „Zur Sommerfrische“. Im Jahre 1921 treffen hier drei ganz unterschiedliche junge Damen aufeinander und sorgen für lebhafte Unterhaltung.

Da wäre einmal die Tochter aus ehrenwertem Hause, Edith von Ulmenau, erkrankt an hartnäckigem Husten, der ausheilen soll, bevor sie in den Stand der Ehe tritt, dann das untertänigste Dienstmädchen Wally, welches sich als ihre Dienstherrin ausgeben muss und schließlich die fürsorgliche Krankenschwester Mette, die sich nebenbei auch um ihre jüngeren Geschwister kümmert. Durch verschiedene Umstände werden die drei Frauen zu Freundinnen und erleben aufregende sechs Wochen rund um den Kurbetrieb, Verwechslungen, Missverständnisse und die wahre Liebe kommen dabei nicht zu kurz. Die Zeit der 1920er-Jahre fängt Annette Weber mit Leichtigkeit ein, ihre bildhaften Beschreibungen von Kleidung, Gehabe und Lebensrealitäten der einzelnen Figuren sind bestens formuliert. So fühlt man sich schnell heimisch auf dem idyllischen Eiland, wo genug Luft zum Atmen bleibt und die Liebe so manches Herz erfasst.

Diese lockere, warmherzige Geschichte lässt ihre Leser dem Alltag entkommen und entspannte Stunden genießen. Ich hatte viel Freude mit diesem Buch und hoffe, dass es noch etlichen anderen ebenso ergeht.

Veröffentlicht am 05.07.2026

Gewalt

Halt niemals an
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Mit ihrem neuen Campermobil wollen Alice und Tom durch Kanada reisen. Aber schon bald lernen sie das scheinbare Hippiepärchen Jenny und Simon kennen, das nach wenigen Tagen die Richtung vorgibt, aber ganz ...

Mit ihrem neuen Campermobil wollen Alice und Tom durch Kanada reisen. Aber schon bald lernen sie das scheinbare Hippiepärchen Jenny und Simon kennen, das nach wenigen Tagen die Richtung vorgibt, aber ganz anders als erwartet.

Aus verschiedenen Perspektiven (jeweils am Kapitelanfang ausgewiesen) erzählt Chevy Stevens diese durchaus brutale und blutige Fahrt quer durchs Land. Warum alles so kommt, erschließt sich dem Leser – und auch Alice und Tom – erst im Laufe der Zeit, das Ende wartet dann noch mit einer gelungenen Überraschung auf. Die Figuren beschränken sich im Wesentlich auf die vier bereits genannten, die gut vorstellbar beschrieben werden, die raue Kulisse Kanadas hätte vielleicht noch eindringlicher zur Atmosphäre beitragen können. Nach dem gelungenen Beginn reihen sich etliche Gewaltszenen aneinander, wodurch ein recht düsterer Eindruck entsteht, kleine Hoffnungsschimmer werden rasch wieder zunichtegemacht. Da wäre mir der Schwerpunkt mehr auf der Gedanken- und Gefühlswelt der einzelnen Personen lieber gewesen. Der Schreibstil wiederum passt gut zum Geschehen und besticht durch seine Lebendigkeit und Bildhaftigkeit.

Die wilde Fahrt im nagelneuen Campingbus könnte wohl ein wenig kürzer sein, mitreißende Lesestunden sind aber jedenfalls garantiert. Die abschließende Erklärung zum Auslöser der Gewaltspirale gelingt überzeugend. Wer belastbare Nerven hat, darf einsteigen.

Veröffentlicht am 02.07.2026

Depression und Heiratsschwindler

Wer blind vertraut
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Lily Brown, erfahrene Psychotherapeutin, nimmt als neue Klientinnen eine depressive Mutter an, deren Tochter spurlos verschwunden ist und eine entschlossene Witwe, welche auf einen Heiratsschwindler hereingefallen ...

Lily Brown, erfahrene Psychotherapeutin, nimmt als neue Klientinnen eine depressive Mutter an, deren Tochter spurlos verschwunden ist und eine entschlossene Witwe, welche auf einen Heiratsschwindler hereingefallen ist. Zwei herausfordernde Fälle und ein überaus turbulentes Privatleben rauben Lily so manches Mal den Schlaf.

Düstere Szenen auf einem Friedhof in Canterbury eröffnen den bereits dritten Band dieser aufregenden Serie rund um Lily Brown und versetzen den Leser sogleich in eine angespannte Stimmung. Die Atmosphäre ist aber nicht nur hier am Gottesacker perfekt eingefangen, nein, auch die einzelnen Therapiesitzungen und die anderen, stets wechselnden Schauplätze sind so realistisch dargestellt, dass man schnell das Gefühl hat, mitten in diesem lebendigen Geschehen zu sein. Dass das Ganze auf wahren Verbrechen beruht, lässt einem mitunter Gänsehaut über den Rücken laufen.

Autorin Tessa Duncan, selber promovierte Psychologin und ausgebildete Therapeutin, beschreibt verschiedenste Varianten von emotionaler Abhängigkeit sehr deutlich und baut viele interessante Details zum Thema auf lockere Weise in die Handlung ein, sodass man im Rahmen der fiktiven Handlung noch einiges Wissenswertes mitnehmen kann. Wird Lily mit ihrem Lebensgefährten und Profiler Dan einem Heiratsschwindler das Handwerk legen und gelingt es Lily, Mary-Ann aus ihrer Depression zu helfen? Die Spannung ist von Anfang an hoch und spitzt sich auf den letzten Seiten noch deutlich zu, bevor sich herausstellt, wer Täter und wer Opfer ist.

Fesselnde Lesestunden sind bei Tessa Duncan garantiert, Lilys private Situation ist ebenso spannend wie ihre Aufträge aus der Praxis. Ausgewogene Schwerpunkte und abwechslungsreiche Blickwinkel haben mich auch diesmal wieder restlos begeistert. Ich empfehle die komplette Canterbury-Reihe uneingeschränkt weiter!

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Elbmädchen

Stromlinien
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Die Zwillinge Enna und Jale wachsen bei ihrer Großmutter Ehmi in den Elbmarschen auf, beobachten Kormorane und Austernfischer, während sie die Jahre zählen, bis ihre Mutter Alea endlich aus dem Gefängnis ...

Die Zwillinge Enna und Jale wachsen bei ihrer Großmutter Ehmi in den Elbmarschen auf, beobachten Kormorane und Austernfischer, während sie die Jahre zählen, bis ihre Mutter Alea endlich aus dem Gefängnis entlassen wird. Aber nichts wird an diesem Tag so sein, wie die beiden mittlerweile siebzehnjährigen Elbmädchen es erwarten, denn plötzlich sind Alea und Jale spurlos verschwunden.

Von 2025 bis zurück ins Jahr 1923 erstreckt sich diese ebenso ruhige wie aufwühlende Geschichte, welche Rebekka Frank auf drei großen Zeitebenen erzählt. Während man anfangs kaum ahnt, wie die einzelnen Handlungsstränge denn zusammenhängen, so erschließt sich dem Leser nach und nach die Details, welche das große Puzzle schlussendlich zusammenfügen. Mit ihrer angenehmen Sprachmelodie spiegelt die Autorin das Wesen der Marschlande ausgezeichnet wider, beschreibt sie die geheimnisvolle Atmosphäre der weiten Ebenen und der tückischen Flussläufe auf bestens vorstellbare Art und Weise. So erleben wir die etwa hundert Jahre hautnah, tauchen tief ein in die Gefühlswelt der überaus realistisch dargestellten Figuren und erfahren zudem noch von einigen historisch belegten Ereignissen, welche geschickt in den Handlungsverlauf eingewoben sind.

Mehrere Generationen, Schuld und Strafe, Verantwortung und Liebe – das und noch viel mehr wird auf 500 Seiten thematisiert. Ein Rösselsprung durch Land und Zeit hat mich an jedes einzelne Kapitel gefesselt und mich ebenso fasziniert wie der zuvor erschienene Roman „Spiegelland“. Eine klare Empfehlung für jene Leser, die sich gerne in Naturbeschreibungen und Familiengeheimnissen verlieren.