Brandstätte
Der Blutmensch zu KölnKöln, 1847/48: Zu einer Brandstätte hat sich der bislang ertragreiche Gutshof verwandelt, unter den Ruinen findet man neun Leichen. Schnell ist klar, die entlassene Dienstmagd ist aus Rache zur Mörderin ...
Köln, 1847/48: Zu einer Brandstätte hat sich der bislang ertragreiche Gutshof verwandelt, unter den Ruinen findet man neun Leichen. Schnell ist klar, die entlassene Dienstmagd ist aus Rache zur Mörderin geworden und wird in einem beispiellosen Indizienprozess schuldig gesprochen. Allein Anwalt Venedey und sein Referendar Bas samt Journalistin Mathilde sehen die Sachlange anders und beginnen einen Wettlauf mit der Zeit um die Wahrheit.
Eine meisterhafte Sprachkomposition und eine bestens gelungene Verquickung von historisch verbürgten Fakten mit glaubwürdiger Fiktion bilden das Wesen dieses hervorragenden Historischen Kriminalromans. Reale Figuren werden als Vorbilder herangezogen, ein tatsächlicher Mord dem Geschehen im Buch zugrunde gelegt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Handlung höchst lebendig daherkommt und aufgrund der akribischen Recherche das damalige Justizsystem auch für Laien bestens vorstellbar wird. Ein Rechtsanwaltsanwärter und eine willensstarke Redakteurin stechen durch ihre Zielstrebigkeit hervor, aber auch die Angeklagte Ida beeindruckt mit ihrer naiven Unbedarftheit. Fesselnde Szenen führen kurzweilig durch den Gerichtsprozess und das Bestreben, nicht nur Recht zu sprechen, sondern die Wahrheit zu ergründen. Ob das in der knappen Zeit gelingen kann?
Obgleich einige Sätze im Kölner Dialekt schwer verständlich sind, so ist dieser Krimi aufgrund seiner authentischen Atmosphäre unbedingt zu empfehlen.