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Veröffentlicht am 17.08.2017

das "Etwas", das auf keine Liste passt

Sieh mich an
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Katharina ist Mutter von zwei Kindern, arbeitet Teilzeit in einem Kindergarten, hat ihre geplante Musikkarriere für ihre Familie platzen lassen und plagt sich nun durch den ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Katharina ist Mutter von zwei Kindern, arbeitet Teilzeit in einem Kindergarten, hat ihre geplante Musikkarriere für ihre Familie platzen lassen und plagt sich nun durch den Familienalltag. Von ihrem Ehemann Costa hat sie sich inzwischen etwas distanziert, da sie aufgrund seiner beruflichen Situation nur noch die Wochenenden miteinander verbringen und so hat sie ihm auch verheimlicht, dass sie „Etwas“ in ihrer Brust entdeckt hat.

Meine Meinung zum Inhalt:
Eigentlich schildert der Roman den ganz normalen Alltagswahnsinn eines Freitages von Katharina, so wie ihn viele von uns in ähnlicher Form kennen. Katharina arbeitet Teilzeit in einem Kindergarten, hat selbst zwei Kinder, einen Mann der viel außer Haus ist und bestreitet ihren Alltag ziemlich alleine. Dann kommen noch ein paar unerwartete Dinge dazu, die das Zeitmanagement ausbremsen und schon versinkt man fast im Strudel, aber irgendwie hat sie dann doch noch alles auf die Reihe bekommen. Zudem kann ich gut nachvollziehen, dass sie die Gedanken quälen, wie lange sie noch zu leben hat und was sie von ihrer Familie vielleicht nicht mehr mitbekommen wird. Gestört hat mir daran einzig die wirklich radikal einseitige Sichtweise, denn Katharina war noch nicht einmal bei der Untersuchung beim Arzt und redet nur noch vom baldigen Sterben, dass es in sehr vielen Fällen aber gute Behandlungsmöglichkeiten und reale Überlebenschancen gibt, blendet sie komplett aus. Ihre Macke, zu allen möglichen und unmöglichen Dingen, Listen zu schreiben, habe ich zuerst schrullig und liebenswert gefunden, am Ende war es mir dann doch schon ein wenig zu viel. Den Schreibstil der Autorin finde ich gelungen, teilweise ist er so trocken und schon wieder zum Schmunzeln, obwohl das Thema traurig ist, auf alle Fälle ist er mitreißend. Vom Ende war ich ein wenig enttäuscht: Sie hat zwar ihrem Mann nun mitgeteilt, dass sie in ihrer Brust einen Knoten entdeckt hat, er ist daraufhin eingeschlafen. Wie das Wissen darum ihr Leben beeinflussen wird, wäre interessant und auch wie die Kinder darauf reagieren.

Titel und Cover:
Der Titel „Sieh mich an“ passt sehr gut zum „Etwas“, das Katharina in ihrer Brust entdeckt hat und das sie nun zwingt hinzuschauen und der Fuchs ist auch ein Eyecatcher. Ansonsten habe jetzt keinen Bezug zu Füchsen ausmachen können, die Hausratten, die so oft vorkommen, hätten vielleicht auch ganz gut dafür gepasst.

Mein Fazit:
Ich finde den Roman unbedingt lesenswert, er ist aus Sicht von Katharina traurig schön beschrieben und zeigt, wie plötzlich das komplette Leben anders betrachtet wird.

Veröffentlicht am 26.07.2017

Wer bestimmt das Recht?

Du sollst nicht leben (Ein Marina-Esposito-Thriller 6)
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Detective Phil Brennan wird als persönliche Ansprech- und Vertrauensperson von einem Täter auserwählt, der sich als „Rechtsprecher“ sieht und seine Opfer vor grausame Entscheidungen ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Detective Phil Brennan wird als persönliche Ansprech- und Vertrauensperson von einem Täter auserwählt, der sich als „Rechtsprecher“ sieht und seine Opfer vor grausame Entscheidungen stellt. Phils Frau Marina Esposito ist inzwischen als Profilerin beschäftigt, was sie sehr herausfordert und persönlich betrifft.

Meine Meinung zum Buch:
Nachdem ich alle Vorgänger-Thriller gelesen habe, war ich natürlich sehr interessiert daran, wie sich das Privatleben von Marina und Phil in der neuen Umgebung entwickelt und wie sie sich in ihre neuen Jobs einfinden. Die Handlungsstränge sind diesmal auch wirklich spannend und am Ende auf listige Weise zusammengeführt worden. Die Idee mit dem selbsternannten „Rechtssprecher“ ist zwar nicht neu, aber hier völlig spannend und unvorhersehbar umgesetzt.

Mein Fazit:
Es ist nicht zwingend notwendig die Vorgänger-Bücher zu lesen, aber ein Vorteil im Verständnis ist es schon. Vor allem die privaten Geschichten kann man besser nachvollziehen, da man die Zusammenhänge kennt.

Veröffentlicht am 26.07.2017

Bea nimmt ihr Leben in die Hand

Bea macht blau
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Bea reicht es endgültig: Ihr Mann betrügt sie, ihre Tochter ist erwachsen geworden, verlässt das Elternhaus, schmeißt ihr Studium und ist ungeplant schwanger. Somit nimmt ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Bea reicht es endgültig: Ihr Mann betrügt sie, ihre Tochter ist erwachsen geworden, verlässt das Elternhaus, schmeißt ihr Studium und ist ungeplant schwanger. Somit nimmt sich Bea eine Auszeit und macht sich auf den Weg ins Baskenland, wo sie seit ihrer Kindheit wunderschöne Urlaube in einer einheimischen Pension verbracht hat.

Meine Meinung zum Buch:
Das Buch vermittelt Urlaubsstimmung pur. Die Wandlung von Beas Charakter hat man beim Lesen regelrecht mitverfolgen können: Zuerst war sie bei ihrem Ehemann beschäftigt und hat sich für das Wohl ihrer Familie aufgeopfert, nachdem der Dank nicht dementsprechend ausgefallen ist, hat sie ihr Leben selbst in die Hand genommen und überlegt was zu ihr passt und was ihr momentan gefällt. Sie hat ihre alten Hobbies wieder aufgenommen und ihre Liebe zur Kunst wiederentdeckt. Mit ihrer Schwester, mit der sie seit Jahren zerstritten war, ist sie auch wieder in direkten Kontakt getreten, auch wenn es mal besser und dann wieder schlechter geklappt hat. Mir hat vor allem auch der Schluss sehr gut gefallen, weil er nicht alles vorgibt, sondern Raum für eigene Interpretationen lässt und außerdem und auch nicht kitschig war.

Mein Fazit:
Bea macht blau ist ein wunderschöner Urlaubsroman, der zum Träumen einlädt.

Veröffentlicht am 26.07.2017

für aufgeweckte Mädels und Jungs

Fritzi Klitschmüller 1: Fritzi Klitschmüller
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Fritzi wünscht sich sehnlichst ein Skateboard zu ihrem Geburtstag, aber stattdessen bekommt sie ein selbst genähtes Prinzessinnenkleid und ihre Mama muss auch noch am gleichen ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Fritzi wünscht sich sehnlichst ein Skateboard zu ihrem Geburtstag, aber stattdessen bekommt sie ein selbst genähtes Prinzessinnenkleid und ihre Mama muss auch noch am gleichen Tag ihre Kur antreten. In der Nachbarschaft zieht eine neue Familie ein und der Junge hat genau das Skateboard, das sie sich wünschen würde, ist das nicht unfair?

Meine Meinung zum Buch:
Alleine schon das Cover hat mich und auch meine Töchter sofort auf das Buch aufmerksam gemacht, Signalfarbe: pink. Auch die Geschichte mit Fritzi ist locker und lustig erzählt, meinen Mädels hat es gefallen, dass Fritzi auch manchmal flucht und Schimpfwörter verwendet. Gut finde ich, dass sich Fritzi mit dem Nachbarsjungen anfreundet und dass die Beiden nicht nur Unsinn machen, sondern auch in der Nachbarschaft den anderen Leuten behilflich sind, indem sie Hunde ausführen oder für eine alte Dame eine Katze organisieren.

Mein Fazit:
Fritzi Klitschmüller eignet sich perfekt zum Selberlesen für Kinder ab etwa 8 Jahren, aber auch zum gemeinsamen Lesen. Ich finde, dass das Buch auch für Buben geeignet wäre, da Fritzi und Thiem ein gutes Team sind, nur nicht vom Pink abschrecken lassen!

Veröffentlicht am 17.07.2017

... und andere menschliche Geschichten

Liebe wird überschätzt
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Valeria Parrella hat acht Erzählungen über die Liebe (und andere menschliche Geschichten) in diesem Sammelband zusammengefügt. So unterschiedlich wie Liebe nun einmal sein ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Valeria Parrella hat acht Erzählungen über die Liebe (und andere menschliche Geschichten) in diesem Sammelband zusammengefügt. So unterschiedlich wie Liebe nun einmal sein kann, so unterschiedlich sind auch die Kurzgeschichten: Es geht um körperliche Liebe, die Liebe zu den eigenen Kindern, der Liebe zum Leben usw.

Meine Meinung:
Ich lese zwischendurch immer wieder mal gerne Kurzgeschichten und das Thema sowie die auffällige und künstlerische Covergestaltung haben mich sofort angesprochen. Mir fällt es schwer, das Buch als Gesamtes zu bewerten, da mich die Geschichten wirklich extrem unterschiedlich angesprochen haben oder auch nicht. Besonders gefallen haben mir „Liebe wird überschätzt“, in der die Mutter schon seit Ewigkeiten einen Liebhaber hat und glaubt, dass ihre Familie dies nicht bemerkt und dann von ihrer Tochter im Teenageralter die Augen geöffnet bekommt. Die Erzählung „Behave“ hat mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen. Es wird thematisiert, wie unterschiedlich Elternteile mit der Behinderung ihres Sohnes umgehen und auch, dass die Behinderung viel mehr für die anderen ein Thema ist und vielleicht vom Betroffenen in der Geschichte nicht so als Einschränkung oder Problem betrachtet wird. Hingegen hat mir „99/99/9999“ über das lebenslängliche Leben in Gefangenschaft nicht so gefallen. „Das Kastell“ war mir mit nur zwei Seiten keine richtige Geschichte, in die ich mich einfinden hätte können, da es zu kurz und oberflächlich war. Daher waren die Erzählungen nicht nur aufgrund der Länge und der Thematik, sondern auch aufgrund der Tiefe oder Oberflächlichkeit extrem unterschiedlich.

Mein Fazit:
Ein paar spannende Denkansätze über die Liebe. Der Untertitel (und andere menschliche Geschichten) wird am Cover nicht erwähnt, dadurch hatte ich einen falschen Eindruck darüber, in welche Richtung die Geschichten gehen werden. Hätte ich besser gefunden, dies auch am Cover oder in der Inhaltsangabe anzuführen.