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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2025

authentisch und unperfekt perfekt

Der Wolf im dunklen Wald
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Der Kriminalroman ist ruhig, erzählend, aber dennoch spannend, indem sich die Spannung unterschwellig langsam aufbaut. Besonders gut gefällt mir, dass einerseits der Ermittlungsfall komplex ist, nicht ...

Der Kriminalroman ist ruhig, erzählend, aber dennoch spannend, indem sich die Spannung unterschwellig langsam aufbaut. Besonders gut gefällt mir, dass einerseits der Ermittlungsfall komplex ist, nicht so schnell zu durchschauen und zum Miträtseln einladend und auf der anderen Seite bleibt auch noch der nötige Raum für die persönlichen, familiären Angelegenheiten von Carla. Als Charakter finde ich Carla sehr sympathisch, sie kennt ihre Stärken und Schwächen und weiß, dass sie nicht fehlerfrei ist. Mal gelingt ihr der Spagat zwischen Beruf und Familie besser, meist aber nicht so gut, denn die Erlebnisse aus der Vergangenheit sind noch immer traumatisierend und beschäftigen sie weiterhin stark. Ihre Tochter Lana hat ihr Temperament geerbt, daher ist es nicht immer leicht, die richtige Balance zu finden, vor allem in Zeiten, wenn alle gestresst sind und zeitgleich zur Mordserie auch noch Lanas 18. Geburtstag ansteht. Auch die Sorgen und Gedanken, die sich Lana macht, haben Platz. Somit finde ich den Kriminalroman authentisch und unperfekt perfekt und würde gerne mehr von der Autorin lesen.

Veröffentlicht am 31.03.2025

Wer spielt falsch?

Nachtflut
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Der Psychothriller hat mich beim Lesen gewisser Situationen fast die Luft anhalten lassen. Elisa und ihre Angststörungen sind sehr beklemmend für sie und dies kann man als Leser*in sehr gut nachvollziehen. ...

Der Psychothriller hat mich beim Lesen gewisser Situationen fast die Luft anhalten lassen. Elisa und ihre Angststörungen sind sehr beklemmend für sie und dies kann man als Leser*in sehr gut nachvollziehen. Gut gelungen finde ich auch, wie sich die Stimmung mit dem immer schlechter werdenden Wetterverhältnissen und Überflutungen auch weiter verschlechtert. Die Tagebuchaufzeichnungen haben die damalige Situation für mich realer gemacht und wirken auflockernd. Von den Charakteren gibt jede/r nur das preis, was sie möchten, mit der Zeit erfährt man die dunklen Geheimnisse und von denen gibt es genug. Elisa muss herausfinden, wem sie trauen kann, und wer falschspielt. Dies ist interessant angelegt und nicht sofort durchschaubar.
Insgesamt finde ich die Geschichte unterhaltsam und spannend, aber an manchen Stellen gibt es sehr viele mysteriöse Zufälle und Unglücke gehäuft, sodass es schon fast etwas too much wirkt.

Veröffentlicht am 29.03.2025

zu viel und zu wenig

Only Margo
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Den Titel und das Cover finde ich erfrischend und jugendlich, passt sehr gut zum Inhalt des Romanes. Sprachlich wechselt die Perspektive von Erzählstimme und Ich-Perspektive und ist bewusst auf jugendlich ...

Den Titel und das Cover finde ich erfrischend und jugendlich, passt sehr gut zum Inhalt des Romanes. Sprachlich wechselt die Perspektive von Erzählstimme und Ich-Perspektive und ist bewusst auf jugendlich und etwas derb getrimmt. Vor allem der Beginn konnte mich nicht fesseln, im Gegenteil, erst ab der Geburt von Bodhi ist es in Margos Leben und auch im Roman spannend geworden. Margo hat im Laufe der Erzählung eine beachtliche Entwicklung hingelegt, so war sie zu Beginn noch völlig naiv, planlos und hoffnungslos verliebt in ihren College-Professor, aber am Ende entwickelt sie sich zu einer fürsorglichen Mutter und Geschäftsfrau mit kreativen, neuen Ideen, um ihre finanziellen Sorgen zu beseitigen. Ihre Aussagen zu anderen Personen, aber vor allem auch ihre Kritik im Umgang mit Frauen und Müttern und auch mit Sexarbeiterinnen finde ich treffend. Sie formuliert teilweise witzige Äußerungen, die einen wahren Kern oder einen ernsten Hintergrund haben. Margo hat mir als Charakter sehr gut gefallen, sie lässt sich nicht unterkriegen und wächst an ihren Herausforderungen. Wenn es für sie eng wird oder sie in der Klemme sitzt, dann mobilisiert sie all ihre Kräfte und kreativen Energien um sich aus der Situation herauszumanövrieren. Ihren Vater Jingx war mir suspekt, ich konnte ihn nicht so gut finden, wie es Margo scheinbar macht. Er hat seine Ansichten, die er allen aufdrückt, eine bewegte Vergangenheit und sein exzessives Interesse am Wrestling und die Diskussionen darüber haben teilweise vom eigentlichen Problem oder Thema abgelenkt. Mir war es too much. Genauso übertrieben finde ich auch, die lange Diskussion über Margos OnlyFans Content und ihre Dreharbeiten mit ihren Kolleginnen auf TikTok, dies war sehr ausufernd und hat einen ziemlich großen Raum eingenommen, wohingegen der Schluss dann recht schnell abgehandelt wurde und auch etwas zu kurz gekommen ist. Insgesamt waren es zu viele Nebenschauplätze oder Ausbreiten von Details, aber zu wenig Perspektive und Messages am Schluss.

Veröffentlicht am 26.03.2025

Die Erfindung der Wahrheit

Von Schafen und Wölfen
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Der Thriller ist in mehrfacher Hinsicht polarisierend. Das Cover finde ich auffällig und ansprechend, dem Titel kann ich allerdings nicht so viel abgewinnen, passt für mich auch nicht so gut zum Stil des ...

Der Thriller ist in mehrfacher Hinsicht polarisierend. Das Cover finde ich auffällig und ansprechend, dem Titel kann ich allerdings nicht so viel abgewinnen, passt für mich auch nicht so gut zum Stil des Buches und der Handlung.
Die schwierigen Bedingungen und Position der Zeitung und der Presse im Allgemeinen haben mich angesprochen, auch der Zwiespalt, sollte man im Zweifelsfall die Pressefreiheit wahren und Profit aus einem Verbrechen schlagen oder die Polizei informieren. Die Recherchemethoden waren teilweise fragwürdig und zu fortschrittlich und umfangreich, um glaubwürdig zu sein. Auf der anderen Seite hat die Situation mit dem amerikanischen Präsidenten gewisse Parallelen hervorgerufen, auch die Geschichte rund um die familiäre Vererbung von genetischen Krankheiten finde ich äußerst spannend. Charakterlich hat mir vor allem Emma sehr gut gefallen, da sie vielschichtig dargestellt wird, mit all ihren Stärken, aber auch Schwächen.
Der Thriller war durchwegs spannend zu lesen, manche Szenen waren mehr, andere etwas weniger glaubwürdig bzw. zu groß aufgetragen, aber dennoch unterhaltsam.