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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2019

harte Schale - weicher Kern

Blinde Rache
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„Blinde Rache“ von Leo Born ist ein Thriller, der im im Bastei-Lübbe Verlag erschienen ist.
Schon das Cover mit der leicht zerrupften Krähe weist auf die ungewöhnliche Ermittlerin Mara Billinsky hin und ...

„Blinde Rache“ von Leo Born ist ein Thriller, der im im Bastei-Lübbe Verlag erschienen ist.
Schon das Cover mit der leicht zerrupften Krähe weist auf die ungewöhnliche Ermittlerin Mara Billinsky hin und ist absolut passend. Mara Billinksky entspricht nicht, aber auch gar nicht, dem üblichen Bild einer Kommissarin oder gar einer Mordermittlerin. Sie trägt schwarze Kleidung und ist tätowiert. Sie hat sich zur Frankfurter Mordkommission versetzen lassen und ist hier vom ersten Tag spürbar unwillkommen. Weder ihre Kollegen noch ihr Chef trauen ihr etwas zu, stattdessen bekommt sie den Spitznamen „Die Krähe“ verpasst. Als eine Mordserie die Metropole erschüttert, ermittelt Mara auf eigene Faust, um zu beweisen, was in ihr steckt und begibt sich in Lebensgefahr.
Nach dem Lesen der Inhaltsangabe erwartet man einen eiskalten Thriller voller Spannung und diese Erwartung wird in jedem Punkt erfüllt. Mir gefällt, die sehr gut heraus gearbeitete Hauptfigur der Mara Billinsky, die wirklich glaubwürdig rüberkommt. Sie ist eine starke Frau mit Ecken und Kanten, die ihren Weg geht und auch über die ab und an nötige Sturheit verfügt, die nötig ist, um sich durchzusetzen. Es wird ihr nicht einfach gemacht und viele hätte schon eher das Handtuch geschmissen. Ihre Methoden sind unkonventionell und sie gerät mehr als einmal in Gefahr bei ihren Ermittlungen. In Zwischenkapiteln erfährt man auch einiges über die private Mara, den Menschen sozusagen und lernt sie besser verstehen.
Ich kenne Frankfurt zwar nicht, fand es aber ein gelungenes und vor allem gut vorstellbares Szenario.
Mir hat der Thriller sowohl vom Inhalt als auch vom Aufbau super gefallen. Es geht alles flüssig ineinander über. Die Erklärungen zu Mara und die einzelnen Handlungsstränge wie die Wohnungseinbrüche, die Morde und das Privatleben passen zueinander und lassen keine Fragen offen. Die Wandlung des ihr zugeteilten Kollegen Jan Rosen von einem „Schreibtischtäter“ zu einem echten Ermittler und einer echten Hilfe ist gut herausgearbeitet. Es wäre schön gewesen, wenn sie auch von ihren anderen Kollegen im Verlauf der Ermittlungen Unterstützung bekommen hätte und am besten hätte es mir gefallen, wenn auch ihr Chef Klimt ihre Fähigkeiten anerkannt hätte, doch das könnte ja noch in Folgebänden passieren. Dass es noch mehr Mara-Billinsky-Bände geben wird, habe ich bereits bemerkt und ich freue mich schon drauf. Denn natürlich möchte ich erfahren, wie es mit dieser ungewöhnlichen Kommissarin weitergeht, ob sie den Mörder ihrer Mutter noch finden wird, ob es zu einer Ausspräche mit ihrem Vater kommt und und und.
Auf jeden Fall ist es ein gelungener Einstieg für diese Ermittlerin und ich kann diesen Thriller nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 21.12.2017

Eiskalte Schauer und viel Spannung

Die perfekte Gefährtin
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Das Buch „ Die perfekte Gefährtin“ von Helen Fields ist im Dezember 2017 im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Es handelt sich um einen Thriller, der davon erzählt, dass ein Mann sich die perfekte Gefährtin ...

Das Buch „ Die perfekte Gefährtin“ von Helen Fields ist im Dezember 2017 im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Es handelt sich um einen Thriller, der davon erzählt, dass ein Mann sich die perfekte Gefährtin erschaffen will und dafür im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Natürlich ist ihm klar, dass die von ihm entführte Person von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet werden wird und er trägt dafür Sorge, dass niemand ihm auf die Schliche kommt, denn er hält sich nicht nur für intelligent, er ist es auch. Genie und Wahnsinn liegen ja bekanntlich dicht beieinander. Die Schilderungen jagen einem einen kalten Schauer nach dem anderen über den Rücken und ich habe schon mal kurze Lesepausen eingelegt.
Sein Gegenspieler ist Luc Callanagh, der von Interpol kommt, aber den Dienst dort aufgeben musste und den es nun nach Schottland verschlagen hat. Schottland ist seine eigene Wahl, zumal er zweisprachig aufgewachsen ist. Dennoch fühlt er sich zunächst fremd. Seine neuen Kollegen beäugen ihn misstrauisch und natürlich gibt es auch Anfangsschwierigkeiten, doch er lässt sich nicht unterkriegen. Weder von einem ihm unterstellten Kollegen, der seine Kompetenz in Frage stellt, noch von einem selbstherrlichen Profiler. Ihm zur Seite gestellt wird eine burschikose Polizistin namens Ava. Sie lässt sich von seinen „aufgerichteten“ Stacheln nicht unterkriegen. Beide sind so menschlich, dass man bei den Ermittlungen förmlich mitfiebert. Natürlich hat Ava ihren eigenen Fall zu lösen und der Autorin gelingt es mühelos, beide Handlungsstränge zusammen zu führen. Es hat Spaß gemacht alles zu verfolgen. Ich gebe zu, ich habe das Buch wirklich durchgesuchtet und als auch Ava in Schwierigkeiten gerät, habe ich mitgezittert und gebetet, dass ihr nichts passieren möge. Denn natürlich bleibt es nicht bei einem Opfer.
Der Täter sucht nach einer ebenbürtigen Partnerin und somit intelligenten Partnerin, die möglichst ihm gehorchen sollte. Dass er kein einfacher Mensch sein kann, ist klar und dass er eigentlich jemanden ganz bestimmtes im Auge hat, wird ebenfalls relativ schnell klar.
Warum Luc nach Schottland kam, wird ebenso aufgeklärt wie einiges andere und es war ein Vergnügen es mit zu verfolgen.
Ich hoffe, es wird noch weitere Bände mit Luc und Ava geben, ich würde sie auf jeden Fall lesen, denn der Autorin ist es gelungen, mich mit ihrem lebendigen Schreibstil restlos in den Bann zu schlagen. Das Titelbild passt wunderbar zum Inhalt, es ist im Ganzen ein echt gelungenes Werk.
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Veröffentlicht am 16.08.2017

Ein Spectrum an Gefühlen

Spectrum
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Das Buch „Spectrum“ von Ethan Cross ist ein Thriller, der im Juli 2017 im Bastei-Lübbe Verlag erschienen ist. Wenn man den Einband betrachtet, wird man von seiner Schlichtheit angezogen. Das schlichte ...

Das Buch „Spectrum“ von Ethan Cross ist ein Thriller, der im Juli 2017 im Bastei-Lübbe Verlag erschienen ist. Wenn man den Einband betrachtet, wird man von seiner Schlichtheit angezogen. Das schlichte Schwarz des Einbandes und die blaue Farbgebung der Seiten heben die Regenbogenfarben des Titels hervor. Die kurze Inhaltsangabe verspricht einen spannenden Lesegenuss und dieses Versprechen wird gehalten.
Schon von der ersten Seite an wird man in das Geschehen hineingezogen. Es geht unter anderem um die Geiselnahme in einer Filiale eines Schließfachunternehmens. Doch den Tätern scheint es um mehr als nur den Inhalt der Schließfächer zu gehen. Es gibt im Gebäude noch ein Geheimlabor, dessen Zugang das FBI mit Hilfe eines speziellen Ermittlers findet. August Burke ist seltsam, manchmal wunderlich, auf jeden Fall aber genial. Ob dieses Labor das eigentliche Ziel der Geiselnehmer ist oder ob noch mehr dahinter steckt, wird vom Autor in fesselnden Worten erzählt.
Das erste Kapitel beginnt mit einer Tragödie, einem Massaker in Südafrika. Mit Isabel Price lernt man eine Mutter kennen, die gerade ihr Kind durch das Massaker verlor. Gefühlsmäßig noch bei dem Drama lernt man den „Killer“ kennen und zwar nicht nur die Person sondern auch seine Arbeitsweise an einem Beispiel. Beeindruckend seine Präzision und sein Gefühlskälte, aber besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, wie er mit seiner Arbeit umgeht. Er hat sich zwei Persönlichkeiten geschaffen – den eiskalten Killer Krüger, der für Geld alles tut und Idris den liebevollen Familienvater für seine Tochter. Doch er ist nicht mehr so gefühlskalt, denn er hat sein eigenes Gebot überschritten, niemals Kinder zu töten. Das lässt ihn nicht los, behindert ihn allerdings auch nur geringfügig bei seiner Arbeit. Sein Auftrag hat ihn jetzt nach Amerika geführt.
Es folgt die Vorstellung der Polizisten beginnend mit Dominic Juliano, kurz Nic genannt. Er kümmert sich um die gehörlose Tochter seines Bruders und ist der Sohn eines Mafiabosses, was sein Fortkommen bei der Polizei behindert. Wer traut schon dem Sohn eines Mafiabosses?
Inzwischen war Krüger, der Killer, ein 2 m großer Südafrikaner, ungewöhnlich groß und beeindruckend also, natürlich nicht untätig und ist in die Fililale des Schließfachunternehmens eingedrungen, jetzt allerdings mit zwei Komplizen, einem ehemaligen Soldaten und einem Wissenschaftler.
Während der Leser darauf wartet, endlich Dr. August Burke kennen zu lernen, wird Officer Juliano zu einer Geiselnahme gerufen. Ein wirklich gelungener Schachzug von Ethan Cross, so die Arbeitsweise und die menschlichen Qualitäten von Nic Juliano zu zeigen. Er rettet einem unerfahrenen Kollegen das Leben und wird dabei verletzt.
Als zweiter und ebenso wichtiger Polizist wird Special Agent Samuel Carter eingeführt und er ist sofort sympathisch, eine Vaterfigur, was auch wohl vom Alter her hinkommen kann. Er kümmert sich um die Geiselnahme in der Schließfachfiliale zusammen mit einem SWAT-Team und er ist es auch, der August Burke dazu holt. Ich gebe zu, ich war mehr als überrascht, denn meine Vorstellung von August Burke war doch eine ganz andere und ich denke, das wird jedem so gehen. Auf jeden Fall war mein erster Gedanke „Oh mein Gott, was für ein A….“ Dass dieser erste Eindruck wirklich täuscht, wird sehr schnell klar. August ist noch sehr jung und möchte eigentlich einfach nur Automechaniker sein, doch sein Aspergersyndrom macht ihn genial, aber auch unberechenbar. Er ist intelligent, kann aber nicht so mit Menschen umgehen und ist manchmal sehr direkt. Sein erster Beitrag ist, dass er erkennt, dass einer der Geiselnehmer eine Frau ist. Das ist unheimlich geschickt eingeflochten und hat mich zunächst auf eine falsche Spur geführt. Ab dieser Stelle konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Natürlich geht es nicht ohne Reibereien ab, doch es wird sich immer wieder zusammengerauft. Unter den Geiseln sind auch zwei Frauen, die hervorgehoben werden. Ihre Stärke trotz der Situation in der sie stecken, ist wunderbar. Selten habe ich so mitgezittert und ja, ich habe am Ende tatsächlich geheult. Es ist fantastisch herausgearbeitet, wie die Frauen kämpfen, wie stark sie sind.
Als klar ist, dass es tatsächlich um die heimliche Entwicklung von biologischen Kampfstoffen geht, die in einem Geheimlabor unter der Filiale hergestellt werden und mehr noch, an den Geiseln verpackt in Hamburger zum Einsatz kommen, läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Die Skrupellosigkeit des Killers „Krüger“ kennt keine Grenzen, aber es soll sein letzter Coup sein bevor er nur noch für seine Tochter da sein will. Doch er ist nicht der Drahtzieher und er ist nicht alleine.
Isabel Price, selber Polizistin, macht ebenfalls Jagd auf „Krüger“ und sie will Rache um jeden Preis. Sie will seinen Kopf, dafür ist sie bereit alles zu tun und dass das stimmt, macht Ethan Cross sehr drastisch klar. Sie will ihr Kind rächen und jede Mutter wird das verstehen. Leider entkommt „Krüger“ und Isabell wird gefasst von Nic, Dr. Burke.
Spektakulär und doch auch irgendwie passend nimmt sie Dr. Burke als Geisel und doch noch Krüger zu erwischen. Die Zusammenarbeit zwischen beiden führt zu einem spektakulären Ende.
Jede einzelne der Figuren wächst einem im Verlauf der Geschichte ans Herz – na gut, abgesehen vom Auftraggeber. Dr. August Burke ist eine echte Unterstützung bei der Lösung des Falles und das Ende ist fantastisch. Sie wachsen als echtes Team zusammen und sind am Ende echte Freunde. Das Buch ist eine echte Berg- und Talfahrt der Gefühle. Das ist auch dem Schreibstil des Autors Ethan Cross geschuldet. Besonders gefallen hat mir auch, dass man etwas über das Privatleben des „Killers“ erfährt, wie z. B. dass seine Mutter von einem Löwen getötet wurde und auch wie er zu seiner Frau kam, die man überraschenderweise auch noch kennenlernt. Das macht ihn irgendwie menschlich, nicht liebenswert, aber menschlich.
Es ist super, dass die Frauenfiguren in diesem Buch fast alle starke Persönlichkeiten sind. Sie werden verletzt, doch sie kämpfen.
Mein erster Eindruck aufgrund der Leseprobe hat mich nicht getäuscht, im Gegenteil, ich wurde mehr als positiv überrascht.
Ich freue mich schon auf weitere Bände mit August Burke, Nicky Jewels und Sam Carter, denn dass es die geben wird – mindestens einen – ist völlig klar.




Veröffentlicht am 12.02.2019

Der Kommissar und die Bestien

Ich schenke dir den Schmerz
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„Ich schenke dir den Schmerz“ von ist ein Krimi, der im Dezember 2018 im Verlag Edition Oberkassel erschienen ist.
Die düstere Stimmung auf dem Cover spiegelt die Düsternis des Inhalts sehr gut wieder. ...

„Ich schenke dir den Schmerz“ von ist ein Krimi, der im Dezember 2018 im Verlag Edition Oberkassel erschienen ist.
Die düstere Stimmung auf dem Cover spiegelt die Düsternis des Inhalts sehr gut wieder. Die Geschichte spielt im Mansfelder Land und es ist der zweite Fall für Kriminalhauptkommissar Richard Störmer.
Das Auffinden von zwei Leichen weckt in Kriminalhauptkommissar Störmer die Erinnerung an eine Bestie und bald muss er feststellen, dass das Böse zurück ist – schlimmer als je zuvor. Er kann nicht ahnen, dass er nunmehr auf der Jagd nach zwei Bestien ist, denn zwei der schlimmsten Psychopathen haben sich zusammengetan, und das nicht allein, um nur ihm das Leben zur Hölle zu machen. Zeitgleich muss er sich noch einen anderen Fall bezüglich einer tatsächlich noch aktiven DDR-Seilschaft der Staatssicherheit kümmern. Doch als er selber zum Ziel wird, rennt ihm die Zeit zu handeln davon.
Der lockere und flüssige Schreibstil fesselt einen sofort und man begibt sich zusammen mit der Hauptfigur auf eine spannende und fesselnde Reise in menschliche Abgründe. Die Hauptfiguren sind so gut herausgearbeitet, dass sie einem beim Lesen bildlich vor Augen stehen. Das erhöht den Gänsehautfaktor sehr effektiv, und zwar so sehr, dass selbst ich ab und an das Buch aus der Hand legen musste, weil die Verbrechen so grausam waren. Es ist definitiv nichts für zartbesaitete Gemüter, denn selbst mir als Thrillerfan stockte ab und an der Atem.
Die Darstellung der beiden Psychopathen ist gut gelungen, ihre Freude, die sie bei ihren Taten empfinden, wird fast spürbar und mehr als einmal habe ich mir beim Lesen gewünscht, dass die Herren mit den Hab-mich-lieb-Jacken um die Ecke kämen.
Das Ende war für mich unfassbar, aber leider vorstellbar, und das entsetzt noch mehr.
Auch wenn ich Band 1 „Ich schenke dir den Tode“ nicht kenne, hat mir nichts gefehlt. Ich bin sicher, es wird noch weitere Bände mit Richard Störmer geben, denn diese Vermutung lässt das Ende durchaus zu. Ein übereifriger Reporter hat noch nie zu einem guten Ende geführt, das lässt böse Vorahnungen hochkommen.
Ich kann das Buch auf jeden Fallen jedem Thrillerliebhaber empfehlen.
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Veröffentlicht am 28.01.2019

Hauptkommissar mit kleinen Fehlern

Rabenvatersorgen
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„RABENVATERSORGEN“ von Emlin Borkschert, der im Mai 2018 im Verlag Jörg Mitzkat erschienen ist, ist in jedem Fall ein Krimi der besonderen Art.
Die Idylle auf dem Cover trügt, denn die Welt ist hier in ...

„RABENVATERSORGEN“ von Emlin Borkschert, der im Mai 2018 im Verlag Jörg Mitzkat erschienen ist, ist in jedem Fall ein Krimi der besonderen Art.
Die Idylle auf dem Cover trügt, denn die Welt ist hier in der Warburger Börde im Herzen Deutschlands alles andere als in Ordnung. Der Mord an Lothar Menne, einem alleinstehenden Bankangestellten, wird Hauptkommissar Emil Storck von der Kripo Höxter übertragen. Dieser ist davon nicht gerade begeistert, wollte er doch selber erst einmal nach seiner Scheidung und seinem Outing zur Ruhe kommen. Widerwillig übernimmt er den Fall und greift dabei auch zu unkonventionellen Methoden. Die Fassaden der Nachbarn und der Arbeitskollegen von Lothar Menne beginnen sehr schnell zu bröckeln.

Ich hatte zu Anfang meine Schwierigkeiten mit Hauptkommissar Storck und fand ihn wirklich gewöhnungsbedürftig. Der Umgang mit seinen Kollegen und vor allem seiner Kollegin Marion ist alles andere als nett. Natürlich ist er im Moment noch sehr mit seinen Problemen beschäftigt und das kommt auch sehr gut rüber. Es ist offenbar nicht nur die Scheidung, die ihm Sorgen macht, sondern auch sein Outing. Für mich wirkt es so, als wäre er selbst davon überrascht worden, auch wenn im Buch mehr und mehr klar wird, dass es wohl doch gut überlegt war. Er gibt seinen Kollegen allerdings nicht die geringste Chance, damit umzugehen und ihm zu zeigen, dass er für sie immer noch der selbe ist Seine Versetzung hat er auch schon beantragt.
Gefallen hat mir seine väterliche Sorge um seine Tochter, die wohl auch berechtigt ist und die einem das Gefühl vermittelt, er ist ein Mensch wie du und ich.
Die zum Teil unkonventionellen Ermittlungsmethoden fand ich super, das war wirklich was anderes. Ich habe fleißig mitgeraten und habe ein wenig daneben getippt, aber so soll es sein.
Wie gesagt, mit der Art von Emil Storck bin ich zu Anfang gar nicht zu Recht gekommen, das gab sich erst so ungefähr in der Buchmitte als ich begriff, dass er sich gerade wie ein Igel benimmt, der die Stacheln alle aufgestellt hat, um keinem seine Verletzlichkeit zu zeigen. Dass er wieder auf einem besseren Weg ist, ist im letzten Kapitel gut herausgearbeitet.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich mich an Ego erst gewöhnen musste und ich hoffe auf weitere Bände mit ihm.
Auf jeden Fall kann ich das Buch weiterempfehlen als Lektüre für jeden Krimifan.