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Veröffentlicht am 09.05.2026

Das macht richtig Mut!

Der kleine Drache und die grossen Augen
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Als der kleine Luftdrache behutsam aus seinem Ei schlüpft, erschrickt er sich ganz mächtig. Riesige Augen schauen ihn an! Und schon sind sie wieder weg! Doch zum Glück ist er nicht alleine, sondern umgeben ...

Als der kleine Luftdrache behutsam aus seinem Ei schlüpft, erschrickt er sich ganz mächtig. Riesige Augen schauen ihn an! Und schon sind sie wieder weg! Doch zum Glück ist er nicht alleine, sondern umgeben von ganz vielen anderen freundlichen Drachenkinder, die mit ihm gemeinsam das Geheimnis dieser riesigen

Augen lösen wollen. Was könnte das nur gewesen sein? Ganz sicherlich kein anderes

Drachenkind. So machen sie sich auf die Suche, am Land, unter Wasser und auf den Bäumen. Durch die gemeinsame Suche wächst nicht nur die Zuversicht des kleinen Drachen, sondern auch sein

Mut und die

Freundschaft untereinander. Als ihm eine Schlange den entscheidenden Hinweis gibt, traut er sich daher voran zu gehen und zwischen dem Schilf nachzuschauen. Dort staunt er nicht schlecht, über die wundervolle Auflösung des Rätsels!

Ich habe mich sofort in die freundlichen Drachen auf dem Cover verliebt und auch die riesigen Augen vor dem kleinen Drachengesichtchen fand ich eigentlich sehr niedlich. So macht das rätselhafte #Geheimnis auch nicht wirklich Angst und die Geschichte ist daher auch als Gute-Nacht-Geschichte sehr gut geeignet. Als großer Drachenkindertrupp ziehen sie los und so erlebt der kleine Frischgeschlüpfte schon sofort ein wohltuendes Gemeinschaftsgefühl und spürt, dass man so mit anderen sich wohl behütet und geschützt fühlt und einiges mehr wagen kann, als alleine.

Die Illustrationen von Autorin und Illustratorin Celine Gaser sind herrlich leuchtend und farbenfroh. Überall gibt es Augen zu entdecken und natürlich ihre jeweiligen Besitzer. Die Drachen sind ganz unterschiedlich: Feuerdrachen, Wasserdrachen, Luftdrachen... daher haben sie ganz unterschiedliche Fähigkeiten und sehen auch unterschiedlich aus, aber dass sie alle Drachens sind, verbindet sie. Es müssen ja nicht alle gleich sein, eine Gemeinsamkeit kann schon völlig ausreichen für ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Das macht nicht nur mutig, man kann auch die Freunde und Überraschung gemeinsam erleben und teilen. Natürlich macht so eine aufregende Suche auch echt müde und so kehren alle Drachenkinder gemeinsam zu ihren Nestern zurück, kuscheln sich bei ihren Eltern ein und schlafen friedlich und unbesorgt ein!

Eine zauberhafte Geschichte über Mut und Freundschaft und dass Überraschungen auch schön sein können und ein Abenteuer ganz schön müde macht! Daher bestens vor dem Einschlafen für Kinder ab 4 Jahren geeignet.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

An dieser Schule ist immer was los!

Krawall im Klassenzimmer - Schüleraustausch mit Hindernissen
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Nach den Ferien ist vor den Ferien und immer vor den Ferien verleiht „das Blaue Auge“ der inoffizielle Schulblog eine Trophäe für „die beste Hammeraktion“, also eine Aktion, die Schwung in den öden Schulalltag ...

Nach den Ferien ist vor den Ferien und immer vor den Ferien verleiht „das Blaue Auge“ der inoffizielle Schulblog eine Trophäe für „die beste Hammeraktion“, also eine Aktion, die Schwung in den öden

Schulalltag der Lindenberg Schule bringt! Klar das Fritzi und Nils nun richtig heiß sind, die begehrte Trophäe für ihre jeweiligen Klassen zu gewinnen. Allerdings nehmen beide auch

Austauschschüler aus Italien auf und das sorgt schon für allerlei Trubel. Nils Austauschpartner Enzo sieht nicht nur gut aus und ist super sportlich, sondern hat offensichtlich auf ein Auge auf Fritzi geworfen. Sandra, auf die Fritzi sich so gefreut hatte, ist eher still und zurückhaltend und gar nicht so, wie sie sich eine temperamentvolle Italienerin vorgestellt hatte! Und dann ist da ja noch Mirko Novak, dessen Angebot vom Schulkiosk man den Gästen aus Italien ja nun wirklich nicht vorsetzen kann. Da muss sich doch etwas machen lassen!

Witzige

Schulabenteuer mitten aus dem Leben, mit vielen Dialogen und Vignetten und Illustrationen von Julia Weinmann, die den Lesespaß erhöhen. Die Geschichten richten sich gezielt an 8-11 jährige-Nicht-Leseratten und bieten gezielt Geschichten, die die Zielgruppe interessieren, ohne die

Lesemotivation zu erschöpfen. So sind die Geschichten nicht nur altersgerecht und kurzweilig, sondern haben auch ein ganz klares, gut lesbares Schriftbild in augenfreundlicher Größe und einem großen Zeilenabstand, bei dem man nicht so leicht in der Zeile verrutscht. Die Kapitel sind schön kurz und auch der Umfang des Buches schreckt nicht ab. Aber, es ist ein richtiges Buch und kein Comic-Roman, worauf sicherlich einige Eltern oder Lehrer Wert legen werden. Dieses Buch meidet also ganz bewusst viele Punkte, die bei üblichen Büchern für diese Altersklasse jene Kinder abschrecken, die sich mit dem Lesen schwer tun oder das Lesen noch nicht für sich entdeckt haben. Ja, wenn ich schon an die kleine Schrift der meisten Bücher und die engen Zeilen denke, vergeht mir oft die Lust... Das Problem hatte ich hier überhaupt nicht.

Und die Themen? #Streiche in der Schule lieben alle Schüler, aber es ist gar nicht so leicht a) sich was Gutes auszudenken und b) nicht dabei erwischt zu werden! Insbesondere wenn Mirko Novak und die Direktorin nur so auf der Lauer liegen! Es ist schön, alle quirligen Schüler der 6 a und 6 d wieder zutreffen in ihrem ewigen Kampf um die begehrte Trophäe, der ja nicht so bierernst, sondern eher kameradschaftlich ist. So musste sich die Autorin ja auch pädagogisch vertretbare Streiche ausdenken, die cool und beeindruckend sind, aber nicht die Eltern der Leser entsetzen, sollten diese sie nachmachen wollen (und immer schön hinterher aufräumen, nicht wahr?!). Die kurzen Zwischenkapitel mit den frechen und ironischen Kommentaren und Berichten von @Das-blaue-Auge im Schulblog lockern die Geschichte auf und spornen den Ehrgeiz der rivalisierenden Klassen an. Natürlich wird die Identität hinter dem geheimnisvollen Blog auch dieses Mal nicht verraten.

Am Ende stellen alle fest, dass so ein Schulaustausch eine aufregende Sache ist, allerdings der erste Anschein auch ganz schön trügen kann und man sich nicht so feste Vorstellungen von seinen Austauschpartnern machen sollte sondern sie lieber so nehmen wie sie sind! Gemeinsam kann man die größte Party aller Zeiten auf die Beine stellen! Anja Janotta hält sich nicht mit langen Beschreibungen oder Erklärungen auf, das meiste ergibt sich aus den Dialogen. Dadurch erhält die Story Schwung, ohne Längen, in einfacher kindgerechter Sprache – mitten aus dem Schülerleben eben! Ob das Essen an der Lindenberg Schule besser wird? Abwarten!

Kurzweiliger Schulspaß von 8 – 11 Jahren, besonders für Lesemuffel geeignet.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Eine bewegende Geschichte - aber das ist doch kein Ende!

Der andere Arthur
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Arthur Opp war schon als Kind pummelig und wurde daher von seinem berühmten Vater einem Stararchitekten ebenso abgelehnt, wie seine übergewichtige, aber liebevolle Mutter, die viel zu früh, wahrscheinlich ...

Arthur Opp war schon als Kind pummelig und wurde daher von seinem berühmten Vater einem Stararchitekten ebenso abgelehnt, wie seine übergewichtige, aber liebevolle Mutter, die viel zu früh, wahrscheinlich an einem gebrochenen Herzen starb. Seither hat Arthur das Gefühl, von allen die ihm etwas bedeuten über kurz oder lang verlassen zu werden. Einst war er Literaturprofessor, doch seit 18 Jahren auch dies nicht mehr, doch ist er bestens versorgt. Mit einer ehemaligen Studentin, die sich nicht mehr als ein Semester am College leisten konnte, begann er einen jahrelangen Briefwechsel. Mit ihr Charlene Turner, deren Einsamkeit für ihn so greifbar war, wie seine eigene, fühlte er sich verbunden, wie mit niemand anderem. Seit 9/11, als niemand bei ihm anrief, um sich zu erkundigen, wie es ihm ging und er ebenfalls niemanden anrufen wollte, um sich zu erkundigen, verlässt er das Haus nicht mehr. Wozu? Niemand da draußen wartet auf ihn und er kann sich alles liefern lassen. Seither wird er immer dicker.... Doch eines Tages kommt Bewegung in seinen Trott. Charlene ruft plötzlich an, nachdem sie über ein Jahr nicht geschrieben hat und kündigt einen weiteren Brief an. Sie bittet ihn, ihrem Sohn bei seinen College-Bewerbungen zu helfen und er lädt sie ein. Doch so kann er sie nicht ins Haus lassen und mit Yolanda engagiert er eine junge, quirlige Haushaltshilfe, die sein Haus und ihn in Schwung bringt während er auf Charlene und ihren Sohn wartet.

Uve Teschner und Timmo Nisner interpretieren diese zwei Arthurs, die kaum unterschiedlicher sein könnten, die jedoch ihre tiefe Einsamkeit und die Liebe zu Charlene Turner Keller verbindet ganz wunderbar. So gut, dass es einem beim Hören ein wenig aufs Gemüt schlägt, denn die Geschichte ist sehr sensibel und feinfühlig, aber nicht gerade ein Stimmungsaufheller. Da hat der Klappentext etwas falsche Erwartungen geweckt, denn Spoiler, anders als der Klappentext vermuten lässt, begegnen sich die beiden bis zum Schluss nicht. Was letztendlich aus ihnen wird und ob sie ihre Einsamkeit erfolgreich überwinden statt nur neue Perspektiven zu erhalten, das muss man für sich selbst entscheiden, dass lässt die Autorin bewusst offen. Das mag poetisch sein, lässt einen jedoch auch etwas ratlos zurück. Mir fehlte hier so der Optimismuskick zum Schluß. Der Roman wird aus der Perspektive von Arthur Opp (Uve Teschner, der viel älter und müder klingt als sonst) und dem jugendlich, orientierungslosen Kel (Timmo Nisner) erzählt, die uns an dem jeweiligen, tief vergrabenen Schmerz und der Einsamkeit der Protagonisten teilhaben lässt.

Liz Keller versteht es auf jeden Fall Geschichten zu erzählen, über ganz eigene Charaktere, die im Gedächtnis bleiben. Kel ist an jeder Schule, an die er kommt erst mal ein Star. Er ist zwar kein überragender Schüler, aber ein großer, athletischer Kerl, der in fast jedem Sport glänzt und in Baseball außergewöhnlich ist. So außergewöhnlich, dass sich sogar die Scouts von Profi Vereinen und mehreren College-Mannschaften für ihn interessieren. So könnte er doch noch den größten Traum seiner Mutter erfüllen und auf's College gehen! Doch alles in ihm sträubt sich. So sehr er das eigene Heim meidet, da er niemanden mit nehmen kann, in ein Haus in der seine Mutter stets betrunken auf dem Sofa liegt und noch dazu zu viel isst... so sehr fühlt er sich auch für sie verantwortlich, denn sie hatten auch gute Zeiten. Jedes College würde ihn zu weit von ihr fortbringen und sie würde vor die Hunde gehen, wenn er nicht auf sie aufpassen würde. Je schlechter der Zustand seiner Mutter wird, desto mehr schottet er sich innerlich von der Außenwelt ab. Er zeigt seinen Kumpels und auch den Mädels mit denen er rummacht nur seine Fassade, ganz besonders auf der neuen Edelschule.... nur Lindsey ist da anders und sie wüsste gerne mehr von ihm... Ich wüsste so gerne, ob er es noch schafft, sein Leben in den Griff zu bekommen...

Eine Geschichte über Einsamkeit, Perspektiven und die Bedeutung sich anderen gegenüber zu öffnen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Apokalypse, oder was wirklich zählt

Ins fahle Herz des Sommers
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Nordfrankreich in naher Zukunft. Nach einer Pandemie ist die Menschheit deutlich dezimiert. Nur wer genetisch immun war, hat überlebt. Dennoch sind es noch immer zu viele, denn die Sonne brennt erbarmungslos ...

Nordfrankreich in naher Zukunft. Nach einer Pandemie ist die Menschheit deutlich dezimiert. Nur wer genetisch immun war, hat überlebt. Dennoch sind es noch immer zu viele, denn die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel und ein Leben im Süden ist unerträglich. Wer konnte hat sich in den hohen Norden, Grönland, Sibirien, Island, Skandinavien Kanada, gerettet, doch jetzt sind diese Gebiete für alle, die es sich nicht leisten konnten, abgeriegelt. Die die zurückblieben müssen sehen, wie sie mit dem zurecht kommen, was sie vorfinden. Ob diese anderen Gebiete noch regiert und verwaltet werden? Wer weiß? Es herrscht das Recht der Überlebenden und Fausto ist einer von ihnen. Er hat sich ein Haus in Nordfrankreich ausgesucht, den Garten mit Sonnensegeln überschattet, einen eigenen Brunnen, Solarpaneele auf dem Dach, die den riesigen, energiearmen Kühlschrank betreiben... und er hat ein paar Nachbarn, den alten Pastor, die alte Madame Marveaux und eine isolierte 7 köpfige Bauernfamilie die Bracques.... bis Valterie, eine junge, schöne, Frau mit blasser, kühler Haus auftaucht. Ihr scheint die Hitze nichts auszumachen und sie isst die Kakteen, die sich überall ausbreiten... Er verliebt sich in sie und er schöpft Hoffnung, doch wo kommt sie her? Hat ihre Liebe eine Zukunft?

Die Crux liegt hier im Detail, denn der Autor spielt mit unseren Erwartungen an das Genre und an ihn. Oft kommt es anders, als wir es erwarten und das hat uns in der Hörrunde ganz schön verwirrt. Man sollte sich also nicht ablenken lassen und sich alles gut merken....

Matthias Koeberlin spricht auch diesen Eschbach wunderbar ausdrucksstark. Fausto ist eigentlich nicht der Typ für große Gefühle, wie sollte er auch, wenn er nur von Tag zu Tag leben kann? Wenn er eigentlich keine Perspektive mehr hat. Also ist er nüchtern, rational... bis sich etwas ändert und die Menschlichkeit ins Spiel kommt, mit all ihren Gefühlen und dem Unerwarteten. All diese Nuancen fängt er geschickt ein, ebenso wie die Interaktionen mit den übrigen Überlebenden. Dabei schafft er ein unterschwelliges Gefühl der unterschwelligen Bedrohung.... die unbewusste Gewissheit, da kommt noch was, knüppeldick... nur was? Es scheint ja gar nicht viel zu passieren, wie auch, es gibt keinen Niederschlag und kaum noch Menschen und Struktur...

Ich glaube Andreas Eschbach will nicht unbedingt die Xte Dystopie zum Klimawandel erzählen, sondern unser Bewusstsein schärfen, dafür was wichtig ist, dafür was zählt und ob es uns nicht wichtig genug ist, das zu erhalten und bewahren. Es ist eine Ode an die Menschlichkeit. Es passiert augenscheinlich nicht so viel, der Reiz liegt in der Interaktion der Charaktere und der Veränderung die auftritt, als in der bestehenden Gemeinschaft Fremde auftauchen und bleiben....

Ich fand es sehr eindringlich, berunruhigend und es hat mich nachhaltig beschäftigt, auch wenn ich nun keine Kakteen essen werde, eher nach einem Brunnen bohren... Brilliant gelesen und geschickt mit meinen Erwartungen gespielt, ist dieser Eschbach ganz anders, als gedacht... Was ich einen Reiz an sich finde, auch wenn das Ende uns alle vor den Kopf gestoßen hat.... Es erklärt übrigens den Titel... Ist aber durchaus schlüssig, entspricht nur nicht dem natürlichen Wunsch nach einem Happy End ;)

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Lesejury für diese wirklich intensive und kontroverse Hörrunde!

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Verheißungsvoller Reihenauftakt!

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Dies ist der Auftakt zu einer neuen Thriller Serie von Arno Strobel

Luisa Menkhoff, Tochter von Bernd Menkhoff, mit dem einst Max Bischoff ermittelte, ist froh ihr 1. Staatsexamen hinter sich zu haben ...

Dies ist der Auftakt zu einer neuen Thriller Serie von Arno Strobel

Luisa Menkhoff, Tochter von Bernd Menkhoff, mit dem einst Max Bischoff ermittelte, ist froh ihr 1. Staatsexamen hinter sich zu haben und bald ins PJ zu starten, als sie erstarrt: Auf der Vermisstenmeldung entdeckt sie das Foto der ehemaligen Lebensgefährtin ihres Vaters, Nicole Klement, die vor 17 Jahren mit ihr in der Gewalt ihres Entführers, des Psychiaters Dr. Lichner war. Aufgrund ihres fotografischen Gedächtnisses kann sie sich noch an alles von damals erinnern, auch wenn sie erst 5 Jahre alt war. Als sie sich an die Nummer auf den Plakaten wendet, wird ihr die Angelegenheiten noch unheimlicher und sie wendet sich an die Vermisstenstelle der Polizei.

Dort landet sie ausgerechnet bei Ramin Brunner, dem jungen Erfolgskommissar der Vermisstenstelle, der ab morgen eine Cold Case Unit aufbauen soll. Doch heute ist er noch für Vermisste zuständig. Nicht nur die junge Medizinstudentin in ihrer ruhigen, sachlichen Art und ihr unglaubliches Gedächtnis fesseln den jungen Kommissar. Er spürt sofort dass mehr dahinter steckt und macht sich mit dem ersten Kollegen Sebastian Grohmann (den man eigentlich nur los werden wollte in der Vermisstenstelle) daran, der Sache auf dem Grund zu gehen. Schon bald entdecken sie, dass nicht nur Nicole Klement vermisst wird, sondern auch ein 7 jähriges Mädchen, dass Luisa auf den Bildern von damals verblüffend ähnelt und das ist längst nicht alles....

Mit Ramin Brunner, dem Münchner Ermittler mit persischen Wurzeln und Luisa Menkhoff, der beherzten Medizinstudentin mit dem unfehlbaren Gedächtnis sind Arno Strobel zwei sehr sympathische Ermittler gelungen, dennoch sind sie nicht meine Lieblinge. Der anarchische, völlig unkonventionelle, grummelige Grohmann, der allen auf den Keks geht, der es aber zur Verblüffung aller immer wieder schafft in den brenzligen Situationen den richtigen Ton zu treffen und der leicht pedantische Tewes, der sich ungefragt und unbestellt von Aachen aus, in diesen Fall einmischt, gefallen mir noch besser. Tatsächlich ist er ebenso eine Nervensäge wie Grohmann, wie gut, dass Brunner zumindest mit Kommissar Schröder noch ein normaler Kollege zur Seite steht ;) Wirklich interessante Ausgangspersönlichkeiten, die hier in einen Fall starten, in dem sich Cold Cases mit einer aktuellen Entführungsserie vermischt und bei der langsam allen dämmert, dass die Zeit drängt und sie es mit einem ausgesprochen gefährlichen Psychopathen, der noch dazu vom Fach ist, zu tun haben.

Dietmar Wunder, der Stammsprecher für Strobel Hörbücher (und auch die Synchronstimme von Daniel Craig) übernimmt auch hier wieder sämtliche Charaktere, unabhängig von der Tiefe ihrer Abgründe. Seine Ohrschmeichlerstimme erweist sich wieder als wunderbar wandelbar und vielschichtig, so dass er mühelos zwischen den Charakteren hin und her-switched und wir alle einzeln unterscheiden können, da sie alle ihre eigene Klangpersönlichkeit haben. Gekonnt spielt er mit der Spannung und Ungewissheit, weiß aber auch zwischendurch einen Gang herunter zu schalten, um uns in vermeintlicher Sicherheit zu wiegen.

Im letzten Drittel zeichnet sich ab, dass alles ganz anders gewesen sein könnte als geahnt... aber wie kann das sein? Dabei ist dies zwar etwas erstaunlich, aber in sich schlüssig und als ich die ersten Kapitel noch mal hörte, dämmerte mir, was mir beim ersten mal durchgerutscht war. Ich habe halt kein eidetisches Gedächtnis.

Arno Strobel ist ein neues Ermittlerteam gelungen, dem sicherlich noch einige spannende Fälle folgen werden. Durch die Stimme von Dietmar Wunder bleibt man kontinuierlich gefesselt und wird auch am Ende nicht enttäuscht.

Wer sich für Max Bischoff interessiert, aber den Einstieg verpasst hat, der ist hier genau richtig! Hier gelingt der Einstieg ohne Vorkenntnisse.

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