Page-Turner ohne Nachhall
Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?Puh, ich tu mich wirklich schwer, meine Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen. Denn einerseits: Ich hatte definitiv Spaß beim Lesen. Unsere Protagonistin Sloane war mir von Anfang an sympathisch und ...
Puh, ich tu mich wirklich schwer, meine Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen. Denn einerseits: Ich hatte definitiv Spaß beim Lesen. Unsere Protagonistin Sloane war mir von Anfang an sympathisch und ist mir im Laufe der Geschichte auch irgendwie ans Herz gewachsen. Und auch das Setting, vor allem im späteren Verlauf, hat mir richtig gut gefallen.
Und doch… ja, doch bin ich irgendwie nicht ganz reingekommen. Nicht in die Geschichte, nicht zu den Figuren. Es fühlte sich an, als würde ich ein Bild betrachten, das hinter einer dicken Glasschicht, auf den ersten Blick sehr hübsch ist, aber irgendetwas daran löst bei mir im Hinterkopf die ganze Zeit: „Da stimmt was nicht. Zu glatt, zu konstruiert!“ Rufe aus. So ein bisschen Uncanny Valley Effekt.
Versteht mich nicht falsch: Das Buch hat mich unterhalten. Es war spannend, stellenweise sogar ein echter Page-Turner, einfach weil ich unbedingt wissen wollte, was dahintersteckt. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es in ein paar Wochen schon wieder vergessen habe. Es fehlte mir einfach an Atmosphäre, an Tiefe, an echtem Gefühl.
Was mir hingegen gut gefallen hat, war die Ich-Perspektive. Dadurch konnte ich Sloane und ihre Beweggründe, besonders die zu Lügen, sehr gut nachvollziehen. An manchen Stellen tat sie mir richtig leid, gerade wegen ihres mangelnden Selbstvertrauens, das mit ihrer Geschichte gut erklärt wird. Am liebsten hätte ich sie geschüttelt und dann gleich mit ihr zusammen einen Therapieplatz gesucht.
Die anderen Figuren, allen voran Violet blieben für mich dagegen blasser und weniger greifbar. Ihre Beweggründe, wenn auch vorhanden, weniger nachvollziehbar.
Und dann das Ende… keine Sorge, ich spoiler nicht, aber ich saß da wirklich nur noch mit dem Gedanken: Das würde doch nie im Leben funktionieren?! Vielleicht irre ich mich auch. Aber auch hier: wieder dieses Gefühl von „zu sehr gewollt“.
Unterm Strich: Ein unterhaltsames Buch, das sich locker weg liest. Wie wirklich gutes Fast Food, nicht der labbrige Kram, sondern das, bei dem man sich denkt: Boah, lecker! Aber eben trotzdem kein vollwertiges Gericht. Vielleicht keine Vollkornpizza mit extra Käse, aber ein sehr guter (veganer) Cheeseburger mit Pommes.
Empfehlenswert für alle, die im Urlaub (oder auch sonst) etwas Spannendes und Leichtes lesen wollen, ohne großen Tiefgang, ohne Grübelei. Einfach abschalten und mitfiebern.