Spannende Idee, toller Schreibstil, für mich jedoch kaum ertragbare Protagonistin
NightweaverWichtig: Ich habe das Buch bei knapp 35% abgebrochen und werde nachfolgend erklären warum und es anhand des (knapp) ersten Drittels bewerten.
Schade, ich wollt es so sehr mögen. Der Grundgedanke mit Piraten, ...
Wichtig: Ich habe das Buch bei knapp 35% abgebrochen und werde nachfolgend erklären warum und es anhand des (knapp) ersten Drittels bewerten.
Schade, ich wollt es so sehr mögen. Der Grundgedanke mit Piraten, der Teaser "Fluch der Karibik" trifft "Downtown Abby" und in der Hörbuchversion die fantastische Stimme von Michaela Gaertner. Das alles spricht ja für einige spannungsgeladene Stunden.
Leider wollte der Funke bei mir einfach nicht überspringen. Und das lag absolut nicht am Schreibstil von R. M. Gray. Der ist wirklich bildhaft und spannend. Im Hörbuch verleiht Michaela Gaertner dem ganzen Leben und liest diese ungewöhnliche Fantasygeschichte spannungsgeladen und wunderbar betont ein.
Mein Problem war ein anderes: Ich wurde leider mit den Protagonisten nicht warm. So gar nicht. Will blieb für mich einfach nur blaß und uninteressant, wohingegen Aster mich mit ihrer, aus meiner Sicht, kindischen und extrem patehtischen "Ich bin aber Piratin!" Art in den Wahnsinn getrieben hat. Ständig jammert, meckert und beschwert sie sich in Gedanken (oder auch öffentlich) und immer wieder will sie ihrem verstorbenem Bruder Owen am liebsten in den Tod folgen. Ja, sie darf trauern. Das will ich ihr gar nicht absprechen. Aber auf mich wirkte Aster vor allem mit ihrem beharren darauf, dass sie Piraten sind, schlicht und ergreifend wie ein Kleinkind dass mit dem Fuß aufstampft weil es seinen Willen nicht bekommt. Auch warum sie dann plötzlich fliehen will, dann wieder nicht, dann fast wieder doch obwohl ihre gesamte Familie (ihre "Crew", wie sie nicht müde wird zu betonen) bei Will und seiner Familie zu Hause sitzt will nicht ganz in meinem Kopf.
Die Geschichte gestaltet sich durchaus spannend und ich würde gerne wissen was es denn nun mit all dem auf sich hat. Auch wer hier sein Unwesen treibt interessiert mich. Allerdings ertrage ich das ganze einfach nicht aus Asters Perspektive und mit Asters inneren Monologen.
Da das aber ganz sicher eine zutiefst persönliche Meinung ist und Aster für viele andere sicherlich eine fantastische und nachvollziehbare Protagonistin sein wird, vergebe ich aufgrund der ersten 35% 3 Sterne. Denn ich bin sicher, wenn ich mit Aster warm geworden wäre, wäre es ein richtig spannendes Buch geworden, bei dem ich keine toll vertonte Minute hätte missen wollen. So wird es aber ein DNF für mich.