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Veröffentlicht am 30.11.2021

Ein einziges Klischee

My Wish - Breite deine Flügel aus
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Auf die "My Wish" Reihe von Audrey Carlan war ich besonders neugierig, da die Bücher mich thematisch an die Romane von Antje Babendererde erinnerten, die ich als Jugendliche geradezu verschlungen habe. ...

Auf die "My Wish" Reihe von Audrey Carlan war ich besonders neugierig, da die Bücher mich thematisch an die Romane von Antje Babendererde erinnerten, die ich als Jugendliche geradezu verschlungen habe. Auch der Klappentext klang interessant und ich hab mich total auf die Geschichte gefreut. Leider war das Buch für mich eine einzige Enttäuschung und definitiv der erste und letzte Roman, den ich von der Autorin gelesen habe.

Warum? Zuerst einmal, weil das Thema "Sex" im ganzen Buch einfach hoffnungslos überpräsent war. Angefangen von ständigen anzüglichen Bemerkungen, über ständige Gedanken der Protagonistin an Sex bis hin zu für meinen Geschmack wirklich viel zu ausführlichen erotischen Szenen, die ich mehr oder weniger überflogen habe. Diese Oberflächlichkeit zog sich aber auch durch andere Aspekte des Buches, man hatte das Gefühl es ginge den Protagonisten immer nur um gutes Aussehen, Sexappeal, die Beschreibungen mancher Outfits hatten fast schon was von einer Modeberatung und waren mir einfach viel zu ausführlich. Restlos alle Charaktere in der Geschichte sind suuuper heiß und Formulierungen wie "Du bist der feuchte Traum eines jeden Mannes" wiederholten sich einfach viel zu oft.

Weiter geht es mit den Protagonisten. Suda Kaye war mir von Anfang an unsympathisch, sie wirkt unreflektiert, vollkommen egozentrisch und - Überraschung - oberflächlich. Gleichzeitig entspricht sie dem absoluten Klischee einer Weltenbummlerin, die nie sesshaft wird und ständig wechselnde, gefühlslose Bekanntschaften hat. Camdens Verhalten hätte ich als wütend und verletzt eingeschätzt, tatsächlich war es aber total unverständlich für mich: er ist auf der einen Seite viel zu verständnisvoll und hält ausschweifende, emotionale Dialoge, gleichzeitig ist er aber komplett besitzergreifend und herrisch. Wieder: komplettes Klischee. Dazu kommen merkwürdige Dialoge mit teilweise sehr fragwürdiger Wortwahl, die von übertriebenem Businessslang zu übertriebener Alltagssprache wechselt und wieder zurück.

Die Handlung macht gerade zu Beginn den Eindruck, dass zu viel Zeit und zu viele Ereignisse auf viel zu wenige Seiten gepresst wrden, wodurch sich der oberflächliche Eindruck der Geschichte verstärkt. Suda Kaye scheint ihr ganzes Leben nur durch einzelne Briefe um 180 Grad zu wenden, auch das wirkt unrealistisch. Die Handlung wirkt wenig durchdacht und sehr einfach konstruiert.

Was war gut? Der Schreibstil war überraschend flüssig, trotz der erwähnten Wortwahl und ich hatte immer wieder Passagen, in denen sich das Buch echt gut lesen lies. Leider wurden diese immer wieder von den erwähnten Ärgernissen unterbrochen, aber immerhin konnte ich dieses "Lesevergnügen" dadurch schnell beenden. Dazu war nicht alles so vorhersehbar, wie ich erwartet hatte. Empfehlen kann ich das Buch aber beim Besten Willen nicht.

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Ich bin positiv überrascht!

Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge
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Zugegeben, bei "Feuerblut" war ich erstmal etwas skeptisch. Ich war zwar sehr neugierig auf die Geschichte, aber durch die seltsamen Namen der Figuren (Sechs, Zwölf, Sieg, Silber, Hund, ...) und auch die ...

Zugegeben, bei "Feuerblut" war ich erstmal etwas skeptisch. Ich war zwar sehr neugierig auf die Geschichte, aber durch die seltsamen Namen der Figuren (Sechs, Zwölf, Sieg, Silber, Hund, ...) und auch die schwierige Leseprobe, die mitten in der Handlung begann und bei mir eher Verwirrung ausgelöst hat, hätte ich niemals gedacht, dass mir das Buch so gut gefällt! Dazu kommt, dass ich eigentlich keine Jugendbücher mehr lese, aber trotz dem jungen Alter der Protagonistin fand ich die Geschichte total spannend und einnehmend.
Auch an die schrägen Namen hatte ich mich sehr schnell gewöhnt und die Handlung hat mich sehr schnell gefangen genommen. Der Schreibstil war sehr angenehm und zudem total spannend, so dass ich das Buch wirklich schnell durchgelesen hatte, ohne es gerne aus der Hand legen zu wollen. Die Handlung fand ich dabei unvorhersehbar und interessant. Die Figuren waren zwar allesamt sehr geheimnisvoll, aber trotzdem konnte ich schnell Sympathien entwickelt. Schade fand ich, dass es für meinen Geschmack zu wenige Hintergrundinfos zu der Welt gab, in der die Geschichte spielte. Durch ein Buch, welches die Protagonistin Zwölf auf ihrem Abenteuer stets bei sich trug, gab es zwar vereinzelte Informationen zu geheimnisvollen Wesen, aber beispielsweise die Geschichte der Clans oder deren jeweilige Eigenarten hätten mich total interessiert. Oder auch mehr Hintergründe zum Leben in der Jägerloge. Da hätte das Potenzial der Geschichte noch mehr genutzt werden können.
Trotzdem für mich eine total positive Überraschung und daher auch eine eindeutige Empfehlung des Buches!

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Veröffentlicht am 16.11.2021

Tolles Einsteigerbuch!

Wenn die Verpackungshüllen fallen ...
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Ich kann nicht genau sagen, was ich mir von "Wenn die Verpackungshüllen fallen ..." erwartet hatte. Da ich mich schon länger mit dem Thema Müllvermeidung beschäftige, vieles ausprobiert habe und bei manchem ...

Ich kann nicht genau sagen, was ich mir von "Wenn die Verpackungshüllen fallen ..." erwartet hatte. Da ich mich schon länger mit dem Thema Müllvermeidung beschäftige, vieles ausprobiert habe und bei manchem aber auch einfach an meine Grenzen gestoßen und wieder zur herkömmlichen Alternative zurückgekehrt bin, habe ich mir auf jeden Fall neue Motivation, aber auch neue Ideen und Informationen gewünscht. Ersteres hat sich definitiv erfüllt, letzteres eher weniger.

Deshalb würde ich auch sagen, dass das Buch vor allem für Neulinge auf dem Gebiet der Müllvermeidung ein tolles, informatives und übersichtliches Werk darstellt, das neben Theorie auch sehr viele Tipps für die Praxis bereit hält. Nach einer umfangreichen Einführung in das Thema Müll, Plastik und Verpackung wird der Leser in drei Schritten an die Hand genommen, um sein Kauf- und Müllverhalten zu überdenken und zu überarbeiten. Neben Müllreduktion geht es dabei aber auch um Minimalismus und ganz allgemein werden alle Lebensbereiche abgedeckt, die man sich vorstellen kann. Immer, wenn bei mir Fragen aufkamen, wurden diese im Buch fast schon direkt aufgegriffen und beantwortet, was das Buch für mich sehr authentisch und die vorgeschlagenen Lösungen gut durchführbar machten.

Trotz allem ist es aber eher ein Einsteigerbuch und für Leute, die sich schon mehr oder weniger intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben, wird nicht übermäßig viel an neuem Input in diesem Buch zu finden sein. Denn viele dreht sich auch darum, erst einmal ein Bewusstsein für Müll und überflüssige Verpackungen im Leser zu erzeugen, ihm aufzuzeigen, wie viel Plastik in seinem Leben im Umlauf ist und ihm dann Schritt für Schritt zu helfen, diesen Müll und das Plastik zu reduzieren und seine Lebensweise nachhaltig zu verändern. Wer sich dabei angesprochen fühlt, dem kann ich das Buch nur ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Total fesselndes Buch!

Revolution der Träume
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Band 1 der Reihe von Andreas Izquierdo kannte ich zwar nicht, doch da die Rede davon war, das Buch sei auch ohne Vorwissen gut zu lesen, habe ich mich von dem spannenden Klappentext und der Leseprobe überzeugen ...

Band 1 der Reihe von Andreas Izquierdo kannte ich zwar nicht, doch da die Rede davon war, das Buch sei auch ohne Vorwissen gut zu lesen, habe ich mich von dem spannenden Klappentext und der Leseprobe überzeugen lassen und das gesamt Buch gelesen. Zu beginn hatte ich zwar oft das Gefühl, dass mir einiges an Hintergrundwissen fehlt, da es einige Anspielungen auf vergangene Geschehnisse gab, die aber nie weiter erläutert wurden und vor allem, da die Protagonisten Carl, Isi und Arthur sehr abrupt eingeführt wurden und ich das Gefühl hatte, sie eigentlich kennen zu müssen, aber mich nicht daran erinnern zu können. Tatsächlich gingen diese Bedenken aber schnell vorbei, denn einmal in der Handlung angekommen gab es eigentlich kaum mehr Anspielungen auf frühere Zeiten und auch hinsichtlich der Charaktere ging die Strategie des Buches auf, denn ich hatte bald das Gefühl, sie bereits gut zu kennen und war total fasziniert von ihren ausgefeilten Charakterzügen, die sich so stark voneinander unterschieden.
Noch mehr begeistert hat mich aber der ungewöhnliche und absolut einnehmende Schreibstil des Romans, den ich nicht wirklich beschrieben kann, der mich aber total schnell in das Buch hineinzogen hat und dafür gesorgt hat, dass ich es auch ziemlich schnell durchgelesen hatte. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Carl berichtet, schwenkt aber auch in regelmäßigen Abständen auf Isi und Arthur, deren Erlebnisse aus der Er-/Sie-Perspektive berichtet werden.
Über die Zeit nach dem ersten Weltkrieg in Berlin habe ich kurz zuvor erst ein anderes Buch gelesen ("Der Traumpalast" von Peter Prange), durch den etwas anderen Blickwinkel dieser Erzählung haben sich beide Bücher aber richtig gut ergänzt und mich in keiner Weise gelangweilt.
Mich hat fasziniert, wie der Autor es geschafft hat, seine drei Protagonisten so eng mit den politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen Berlins in dieser Zeit zu verknüpfen, so dass man als Leser viele Ereignisse aus nächster Nähe miterlebte. Und wenn nicht, so wurde die Zusammenfassung der Geschehnisse durch richtig tolle Absätze eines quasi allwissenden Beobachters geliefert, die sich perfekt in die restliche Handlung einfügten. Daneben war aber auch genug Platz für die Freundschaft zwischen Arthur, Isi und Carl und deren jeweils eigene Privatleben so dass das Buch für mich eine optimale Mischung darstellt.
Ich bin sehr versucht, im Anschluss an diesen zweiten Band auch noch Band 1 nachzuholen und kann das Buch, in welcher Reihenfolge auch immer, nur jedem ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 09.11.2021

Erschreckend und fesselnd!

Die andere Hälfte der Welt
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"Die andere Hälfte der Welt" hat mich durch die Parallelen des Klappentextes zur aktuellen Corona-Pandemie, aber auch durch die Art des Virus, welches ausschließlich die männliche Bevölkerung angreift, ...

"Die andere Hälfte der Welt" hat mich durch die Parallelen des Klappentextes zur aktuellen Corona-Pandemie, aber auch durch die Art des Virus, welches ausschließlich die männliche Bevölkerung angreift, total neugierig gemacht und ich hatte hohe Ansprüche an das Buch. Kaum zu glauben, dass die Autorin die Rohfassung des Romans fertig geschrieben hatte, als es Corona noch gar nicht gab, man in der Geschichte aber so viele Parallelen zu Heute findet, die tatsächlich so ähnlich stattgefunden haben. Meine Vorstellungen konnte das Buch zwar nicht in Gänze erfüllen, aber dennoch hat es mich gefesselt und erschrocken und mich gleichzeitig gut unterhalten!

Im Jahr 2025 bricht in Schottland das sogenannte Pestvirus aus, welches nur die männliche Bevölkerung angreift und sich durch seine enorme Ansteckungsgeschwindigkeit in Kürzester Zeit auf der gesamten Welt verbreitet und durch die hohe Sterberate die männliche Bevölkerung der Erde um 90% dezimiert. Das Buch beginnt mit dem Ausbruch des Virus und beschreibt aus den verschiedensten Erzählperspektiven die Entwicklung des Virus und die Jahre nach der Pandemie. Die Autorin hat damit ein unglaublich realistisches Bild einer Gesellschaft geschaffen, die sich in Kürzester Zeit verändern muss, um nicht zugrunde zu gehen und beschreibt in detailreicher Ausführlichkeit alle möglichen Schritte, die unternommen wurden, um das Virus zu bekämpfen. Ich fand es faszinierend, wie viele Aspekte der Gesellschaft sie dabei berücksichtigt hat, so dass man wirklich das Gefühl hat, sich diese neue Welt nach der Pandemie perfekt vorstellen zu können. Durch die vielen Erzählperspektiven, meist von Frauen in ganz unterschiedlichen Positionen und aus verschiedensten Ländern, die auf unterschiedlichste Weise von dem Pestvirus betroffen waren, wurde dieses umfassende Bild vervollständigt. Leider verlor das Buch dadurch aber auch an Lesbarkeit, da mich die verschiedenen Perspektiven vor allem zu beginn sehr verwirrten und ich nicht alle gut auseinander halten konnte. Teilweise wurde es dadurch auch mal langatmig.

Im Großen und Ganzen lies sich das Buch aber angenehm lesen und hat mich die meiste Zeit total gefesselt. Schwer zu beantworten finde ich die Frage, ob das Buch durch die Parallelen zur Corona-Pandemie besser oder schlechter wird, ich muss aber tatsächlich sagen, dass ich es ohne Corona wahrscheinlich besser gefunden hatte (Sofern ich es dann gelesen hätte, das ist natürlich die andere Frage). Ich kann es aber definitiv empfehlen!

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