. Ein bewegender Roman über die Armen und Entrechteten Chinas
Glänzende AussichtDie Szenerie spielt in Wuhan. Im Zentrum steht eine 11-köpfige Arbeiterfamilie in erbärmlichen Lebensumständen, was Wohnraum, Ernährung und die menschenunwürdigen Überlebensverhältnisse anbelangt. Als ...
Die Szenerie spielt in Wuhan. Im Zentrum steht eine 11-köpfige Arbeiterfamilie in erbärmlichen Lebensumständen, was Wohnraum, Ernährung und die menschenunwürdigen Überlebensverhältnisse anbelangt. Als Ich-Erzähler fungiert der früh verstorbene Bruder Acht, der alle Familienmitglieder schwerpunktmäßig behandelt, dabei die Familiengeschichte aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in 14 Kapitel unterteilt. Politische Wirren wie die Kulturrevolution bringen zusätzliche Härten in Form von Landverschickung junger Menschen und Strafverfolgung der bürgerlichen Bevölkerung. Ein späteres Umdenken hinsichtlich Kapitalismus erleben Zwillingsbrüder als Kleingewerbetreibende unter von Gewalt angereicherten Arbeitsbedingungen. Diesem Ambiente entkommt der schwächste Bruder erfolgreich und steigt auf im kommunistischen Parteikader. Thematisiert werden neben Brutalität und Alkoholismus auch ständige Kämpfe mit Dock-Gangs, typische Mitgliedschaften in Bruderschaften, teils lebensgefährlicher Stehlerei von vorbeifahrenden Zügen, beschrieben in ungeschminkter Ehrlichkeit. Emotional zarte Szenen sind Mangelware. Da diese hier vorgestellte Welt des Proletariats nicht dem politisch propagierten „Sozialistischen Realismus“ entspricht, werden Werke dieser Autorin nach wie vor in China nicht publiziert.
Ein überzeugendes Aufräumen der Autorin mit dem „MÜLL“ der Kommunistischen Partei Chinas.