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Veröffentlicht am 28.10.2025

Auf interessanter Spur von berühmten und ungeschliffenen Diamanten

Das Diamantenmädchen
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Diamanten sind das verbindende Element zu mehreren Handlungssträngen im Berliner Milieu der 20-er Jahre. Im Auswärtigen Amt in Berlin bringt die junge, attraktive Journalistin Lilly Kornfeld über den interessanten ...

Diamanten sind das verbindende Element zu mehreren Handlungssträngen im Berliner Milieu der 20-er Jahre. Im Auswärtigen Amt in Berlin bringt die junge, attraktive Journalistin Lilly Kornfeld über den interessanten Kontakt zum Staatssekretär ihren Jugendfreund, den Diamantenschleifer Paul van der Laan ins Spiel, der Rohdiamanten aus der Kolonie Deutsch-Süd West schleifen soll unter Umgehung der deutschen Reparationszahlungen an die Alliierten nach dem 1. Weltkrieg. Deren erfrischende tiefe Freundschaft, zu der auch Lillys Bruder Wilhelm gehört, wird in mehreren Rückblicken ab 1908 stimmungsvoll umrissen. Der kriminalistische Erzählstrang entwickelt sich aus dem dubiosen Fund eines erschossenen Farbigen. Zwei Kommissare ermitteln mühsam mit einem Rohdiamanten und einem Smaragd-Anhänger am Tatort. So entwickeln sich je nach Handlungsfaden parallel zueinander dieser Kriminalfall, ein Liebes- und ein historischer Gesellschaftsroman der Nachkriegszeit in Berlin. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet, das wilde Ambiente der teils traumatisierten Gesellschaft wird lebendig porträtiert. Bildhafte Beschreibungen von Wetter, Gerüchen und auch der jeweiligen Geräuschkulissen machen das jeweilige Geschehen lebendig. Sehr interessant sind die Ausführungen bezüglich der Diamantschleiferei, ergänzt durch die dramatischen Geschichten um berühmte Diamanten wie z.B. Green Hope oder Cullinan. Die Einbeziehung historischer Fakten wie die Kolmannskuppe in Afrika und den Dawesplan sind gelungen.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Britischer Cosy Crime - Inspiriert von eigener Lebensgeschichte des Autors

Der Tag, an dem Barbara starb
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Die Szenerie spielt im dörflichen Ambiente bei Machester mit seit Jahrzehnten dort wohnenden Seniorinnen wie die Hauptfigur Margaret Winterbottom, 89, unter Alzheimer leidend neben altersgemäßen Gebrechen. ...

Die Szenerie spielt im dörflichen Ambiente bei Machester mit seit Jahrzehnten dort wohnenden Seniorinnen wie die Hauptfigur Margaret Winterbottom, 89, unter Alzheimer leidend neben altersgemäßen Gebrechen. Ihre liebevollen Erinnerungen und Gedanken schwirren um ihren verstorbenen Gatten Albert, beide im 2. Weltkrieg unter geheimer Mission als Dechiffrierer neben der Chiffriermaschine ENIGMA am Bletchley Park tätig. Ihre hilfsbereite Familie, Nachbarinnen und lebenslangen Freundschaften bilden den gefühlvollen Rahmen rund um Margrets liebevolle Zwiesprache mit Albert. Ihr 15-jähriger Enkel James versucht zusammen mit ihr, nicht nur den geheimnisvollen Mord an ihrer langjährigen, vertrauensvollen Freundin und Nachbarin Barbara aufzuklären und deren wichtigen Auftrag an Margaret um ein lange gehütetes Geheimnis auszuführen. Auch Margrets Geheimnis aus beruflich bedrohlicher Vergangenheit offenbart diese Hauptfigur ihrem jungen Vertrauten in weiser Kenntnis ihrer zunehmenden Vergesslichkeit. Typische Symptome der Alzheimer Erkrankung sind authentisch in diese Arbeit des ungewöhnlichen Ermittlerduos eingeflochten. Während Margaret im Stil von Miss Marple ermittelt, verlässt sich James mehr auf die Fähigkeiten seines Handys im Hinblick auf Fotografieren und Tonaufnahmen als Beweismittel. Im gemächlichen Erzähltempo von Margaret wirbt dieser Roman auch für einen humanen Umgang mit Senioren, abseits von stupiden Altersheimen, hin zu behütendem Ambiente in gewohnter Umgebung, was in der Realität leider nicht immer machbar ist.
Leise aufbauende Spannung und Dynamik mit Twists und Turns.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Politisches und privates Drama – gut verknüpft.

Deine Margot
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Das Cover zeigt mittig aufeinandergetürmte, reife Kastanien, versehen mit einem roten Poststempel mit Politikerkonterfei – passend zum Romaninhalt. Der Buchtitel verweist auf die Absenderin stimmungsvoller, ...

Das Cover zeigt mittig aufeinandergetürmte, reife Kastanien, versehen mit einem roten Poststempel mit Politikerkonterfei – passend zum Romaninhalt. Der Buchtitel verweist auf die Absenderin stimmungsvoller, gedankenschwerer Briefe, nämlich auf die Ostberliner Kindergärtnerin Luise Seidel, unter dem Decknamen »Margot«, die in ihre Zeilen auch ein Kind unter dem Decknamen »Kastanie« einbezieht. Verschuldet durch das Doppelleben des finnischen Journalisten Markus Siltanen, Vater von »Kastanie« bzw. der Tochter Vilja, begibt sich diese nach dem Tod von Markus auf die Suche nach ihrer eigenen verlorenen Vergangenheit. Die Szenerie spielt sich größenteils in Ostberlin zu DDR-Zeiten der 1980er Jahre ab. Während Vilja bei ihrer akribischen Suche nach Erinnerungen auf mehreren Zeitebenen Puzzlestücke aufspürt, entwickelt sich zeitlich zwischen 2011/12 und den Ostberliner DDR-Jahren ein spannungsgeladenes Gesamtbild des Familienlebens dieser finnischen Familie Siltanen im Plattenbau. Der politische Alltag im Sozialismus und der Untergang dieser Ideologie werden detailliert in drei Teilen beschrieben mit ihren Auswirkungen auf Jedermanns Privatleben, auch auf das von Luise. Ihre rückwärts datierten Briefe zeigen über einen Zeitraum von zwei Jahren ihre großen Sehnsüchte und Hoffnungen, ihre Trauer, aber auch ihre Liebe gegenüber Markus und Vilja.
Ein angenehmer, Herz erwärmender Schreibstil!

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Eine fragile Wohngemeinschaft psychisch Kranker – kein Alltagsthema!

Welches Königreich
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Das irritierende Cover mit 4 Zitronen, irreal aufgetürmt, mit angelehntem Schälmesser ruft nach Interpretation durch den nicht alltäglichen Buchinhalt, denn es geht um 5 junge, psychisch gestörte Erwachsene. ...

Das irritierende Cover mit 4 Zitronen, irreal aufgetürmt, mit angelehntem Schälmesser ruft nach Interpretation durch den nicht alltäglichen Buchinhalt, denn es geht um 5 junge, psychisch gestörte Erwachsene. Der Buchtitel Welches Königreich ist wohl dem Film Girl, Interruptet entnommen. Die Erzählerin, selbst Borderliner, gibt in kurzen Kapiteln Einblicke in eine Einrichtung für betreutes Wohnen in Kopenhagen nach § 107 des dänischen Sozialgesetzbuchs. Angerissen werden Themen wie Frühverrentung, Zwangseinweisung, vor allem psychische Krankheitsbilder wie z.B. Schizophrenie, Zwangs- oder Essstörung im Alter von 18-23 Jahren, negative Auswirkungen von Medikation und Elektroschocks, dazu ständige professionelle Unterbesetzung bzw. Fluktuation. Der Alltag, strukturiert durch praktische Gemeinschaftsaktionen wie z.B. Einkaufen oder Kochen, sollen auf ein späteres Leben in Eigenverantwortung vorbereiten. Inwieweit dies in den max. 4 Jahren in einer solchen Übergangs-WG erfolgversprechend abläuft, hängt von vielen Faktoren ab. Anklänge von Vorwürfen seitens der Erzählerin an das sie betreuende psychiatrische Gesundheitssystem kann man als Nicht-Betroffener schlecht beurteilen mangels Erfahrungen. Für einen Sozialstaat stellt dieses Klientel psychisch kranker Menschen auf jeden Fall ein teurer Kostenfaktor dar.
Insgesamt informativ.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Was für ein unruhiges Leben – gut in Szene gesetzt!

Die Ränder der Welt
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Die auf dem Cover abgebildete Landschaft könnte zu Patagonien passen, auch am Rand der Welt gelegen wie z.B. die Inseln um Estland, die im Roman ebenso wichtige Stationen im Leben der Hauptfigur Kristian ...

Die auf dem Cover abgebildete Landschaft könnte zu Patagonien passen, auch am Rand der Welt gelegen wie z.B. die Inseln um Estland, die im Roman ebenso wichtige Stationen im Leben der Hauptfigur Kristian Aavik sind. Dieser Ich-Erzähler wandert auf zwei Erzählebenen durch sein unruhiges Leben ab 1947, angefangen zunächst bei seiner Kindheit ab vier Jahren in der Schweiz in einem ehemaligen Fischerdorf zwischen Basel und Lörrach. Dort in Kleinhüningen wächst er mit seinem 6. Finger an der linken Hand und der komplizierten Freundschaft zu Mikkel Jacobsen auf. Mit 56 Jahren stellt er sich nach dreißig Jahren endlich seiner Wut auf seinen zwielichtigen Freund in Christiansø. Auf der 2. Erzählebene werden im Rückblick die Rätsel um seine immer noch nicht fassbare estnische Herkunft erläutert, seine Pariser Monate, seine Revolution schwangere Zeit um Christiania in Kopenhagen und seine Wanderungen durch Italien, Argentinien bis nach Patagonien.. Im Kopf stoßen sich seine wütenden Gedanken an den Rändern der Welt mit Mikkel. Während deren intensiver Gedankenaustausch über Bücher die Freundschaft festigt, zerstören deren Bindungen zu Frauen all das. Die Beschreibung der Charaktere dieser Sonderlinge und Außenseiter gefällt. Was ist Kunst? Diese Frage mäandert mehr philosophisch betrachtet zwischen Kristians Steinmetzarbeiten, seinen Zeichnungen und dem Bild von Wilhelm Bendz’ Tabaksgesellschaft daher. Bis zum finalen Abschied vom doppelgesichtigen Mikkel und ihrer Freundschaft werden auch historische Fakten wie die Gründung der alternativen Wohnsiedlung Christiania in Kopenhagen und die gefährliche politische Revolution in Argentinien erörtert. .
Insgesamt thematisch sehr umfangreich und interessant, streckenweise etwas langatmig.

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