Luise Straus-Ernst, die erste Frau von Max Ernst, im Pariser Exil
Zauberkreis Paris. Roman aus dem ExilScheinbar autobiografisch unterlegt beschreibt die jüdische Autorin unter einem Pseudonym, als Fortsetzung in 38 Folgen in einer deutschsprachigen Pariser Tageszeitung, ihre Alltagserfahrungen in diesem ...
Scheinbar autobiografisch unterlegt beschreibt die jüdische Autorin unter einem Pseudonym, als Fortsetzung in 38 Folgen in einer deutschsprachigen Pariser Tageszeitung, ihre Alltagserfahrungen in diesem Exil ab 1934, umgeben von vielen Vertriebenen. Selber geplagt von Heimweh, Einsamkeit und Geldmangel agieren ihre Hauptfiguren Ulla Frankfurter aus Köln, Bibliothekarin, kämpferische Heldin, und Antiheld Peter Krimmer, Redakteur mit Verbindung zu Kommunisten. Das bescheidene Milieu in der großen Stadt der Liebe und das Zusammenleben mit Franzosen und den Exilanten werden einfühlsam dargestellt. Der harte Weg aus unschönen Erfahrungen mit perspektivlosen Hilfsangeboten, auch mit Selbstverachtung, bis zu positiver Aufbruchsstimmung in einer Landkommune, wird sehr lebendig eingeflochten. Entgegen der zerstörerischen NS-Ideologie versucht die Autorin den vielen Exilanten, Kraft aus der Mutlosigkeit und Verzweiflung zu geben, an der schließlich der Antiheld Peter scheitert. Dass es nicht nur um die Sicherung der materiellen Existenz geht, sondern auch um Anstand, Ehre, Selbstachtung, wird ebenso betont. Die Nachbearbeitung mit einem Nachwort und einer Zeittafel ist hilfreich.
Insgesamt ein berührendes Ambiente.