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Veröffentlicht am 23.02.2025

Zeitgeschichtlich engagierter Thriller aus dem Osterreich nach 1950

Internationale Zone
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Das Cover zeigt die bunt bevölkerte Szenerie der Nachkriegszeit mit Soldaten zwischen der Bevölkerung im Gedränge eines Platzes – passend zum Buchinhalt. Dieser Thriller spielt im Wien der Nachkriegszeit ...

Das Cover zeigt die bunt bevölkerte Szenerie der Nachkriegszeit mit Soldaten zwischen der Bevölkerung im Gedränge eines Platzes – passend zum Buchinhalt. Dieser Thriller spielt im Wien der Nachkriegszeit zwischen 1950 und 1955 unter dem Diktat der Amerikaner, Franzosen und Russen, die jeweils ihre eigenen, groß angelegten, kriminellen Interessen als Besatzungsmacht abwickeln. Natürlich spült es auch Schwarzhändler und Kriminelle aus der Bevölkerung, mit Flüchtlingen verschiedener Nationalität hervor, die nicht nur Zigaretten oder Kokain schmuggeln, sondern auch Menschen. Im ersten Wiener Gemeindebezirk als internationale Zone, den die vier alliierten Machte im Unterschied zu den anderen Stadtteilen gemeinsam verwalteten und kontrollierten, dem Tor zwischen Ost und West, spielen sich internationale Spionageaktivitäten und Menschenverschleppungen besonders unter Sowjetbehörden ab. Die gefährliche Atmosphäre in dieser aktionsreichen Handlung, kombiniert mit ein wenig Erotik, Alkohol, zwielichtigen Cafés und Bars, kommt ohne Ermittler aus. Die meisten Figuren sind mehr oder weniger in kriminelle Machenschaften verwickelt außer der Figur des Schriftstellers Petre Margul, Klar herausgestellt wird die labile staatliche Ordnung, die rechtliche Unsicherheit nicht nur beim Überschreiten der verschiedenen Demarkationslinien der Besatzungsmächte, die alle nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Der mörderische Konkurrenzkampf unter korrupten Besatzungssoldaten, Schwarzhändlern und Spionen wird thematisiert und liefert insgesamt ein engagiertes Zeitzeugnis über ein Österreich der fünfziger Jahre. Sehr interessant!

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Ein umfangreicher Plot mit unerwarteten Wendungen.

Jasper Field
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Das Cover zeigt die zwei sehr verschiedenen Hauptfiguren im Porträt, in entgegengesetzte Richtungen blickend, was man verschieden interpretieren könnte. In zwei Teilen auf mächtigen 848 Seiten geht es ...

Das Cover zeigt die zwei sehr verschiedenen Hauptfiguren im Porträt, in entgegengesetzte Richtungen blickend, was man verschieden interpretieren könnte. In zwei Teilen auf mächtigen 848 Seiten geht es um geheimnisvolle Verflechtungen eines Verlagsimperiums in Zürich, um seinen behüteten Erben Max Sandberg in exklusivem Ambiente von Milliardären. Die charakterlich konträre Figur Jasper Field verhilft durch viele spannende Wendungen dem empfindsamen, warmherzigen Max nicht nur zu vielen schlaflosen Nächten. Mit Rückblicken in die jeweilige Kindheit erleben beide jungen Männer viele gefährliche Abenteuer auf ihrer Suche nach Wahrheit, Vergangenheitsbewältigung und Erwachsenwerden. Max, der Ich-Erzähler, gibt dabei tieferen Einblick in seine Empfindungen und Gedanken. Auch verfolgt man die langsame Selbstfindung Jaspers aus seiner krankhaften extremen Gemütsverfassung voller Hass und Rachegefühlen. Thematisiert werden fiktive politische Machenschaften der USA und ihren Geheimdiensten, Finanzgebaren der Börsen international, Pressefreiheit, Loyalität, Vertrauen, Wahrheit und Freundschaft. Der bildhafte Schreibstil erzeugt eine authentische, spannende Atmosphäre im exklusiven Jet-Set-Stil.
Insgesamt fesselnde, mitreißende Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Ein spannendes Gefüge aus verbrecherischer Verschwörung

Der Gott des Waldes
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Der Umfang dieses Romans beträgt 590 Seiten und handelt von Vorfällen in der amerikanischen Wildnis, im Naturreservat in den Adirondack Mountains im US-Bundesstaat New York während eines zweimonatigen ...

Der Umfang dieses Romans beträgt 590 Seiten und handelt von Vorfällen in der amerikanischen Wildnis, im Naturreservat in den Adirondack Mountains im US-Bundesstaat New York während eines zweimonatigen Sommercamps mit Überlebenstraining. Über einen Zeitraum von 1950 bis August 1975 werden verschiedene Werdegänge, heuchlerische Hintergründe und Verleumdungen neben Wohlstandsverwahrlosung und Machtmissbrauch verschiedener Gesellschaftskreise aufgezeigt. Zunächst geht es um die Aufklärung der vermissten 13-jährigen Barbara, Tochter der reichen Familie Van Laar, der das Camp und das umliegende Land in den Wäldern gehört, gefolgt von der Aufdeckung von Geheimnissen rund um den Verlust ihres 8-jährigen Bruders Baer vor 14 Jahren im Jahr 1961. In einfühlsamem, warmherzigem Schreibstil wird ein facettenreiches Szenarium mit tiefgreifenden Gesellschaftsthemen wie Alkohol-und Drogenabhängigkeit, Machtmissbrauch und besonders psychischer Diskriminierung nicht nur gegenüber Frauen aufgebaut neben der Stärkung des Selbstwertgefühls und wahrer Freundschaft unter den Sommercamp-Kids. Dieser Gesellschaftsroman outet sich als realistisch dargestellter Thriller. Entlang eines Zeitstrahls mit fettgedruckten Zeitangaben unterhalb jedes Protagonisten springt das Geschehen nachvollziehbar zwischen einer großen Anzahl an Figuren mit all ihren Verstrickungen. Die Lagekarte des Camps am Buchanfang ist hilfreich.
Ein Lesegenuss!

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Die Rollenbeschreibung von Dora als einsatzfähige Kommissarin missfällt.

Schmerz
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Das Cover mit winterlicher Lavalandschaft und einsamem, rotem Holzhaus führt passend in das Szenarium Islands ein. Die Szenerie spielt in Reykjavík und im Thingvellir-Nationalpark mit Umgebung. Im Mittelpunkt ...

Das Cover mit winterlicher Lavalandschaft und einsamem, rotem Holzhaus führt passend in das Szenarium Islands ein. Die Szenerie spielt in Reykjavík und im Thingvellir-Nationalpark mit Umgebung. Im Mittelpunkt der Ermittlungen der Kriminalpolizei Reykjavík stehen Dora und Rado, seltsame Außenseiter. In zwei Teilen mit einer viermonatigen Unterbrechung geht es um das plötzliche Verschwinden des 16-jährigen Teenagers Morgan während einer Klassenfahrt. Dora kämpft während der gesamten Aufklärung mit mehrmaligen schwerwiegenden Verletzungen ihres Kopfes, mit dem Verlust eines Auges, mit Medikamentensucht, Gedächtnisverlust und weiteren Schwierigkeiten, was ihre Rolle als verlässliche Kommissarin und Partnerin sehr unrealistisch und unverantwortlich erscheinen lässt. Mit Kommissar Rado, Sohn serbischer Einwanderer und verheiratet mit einer Tochter polnischer Flüchtlinge, wird die Problematik von eingewanderter Kriminalität im sehr riskanten Drogenmilieu in Island angeschnitten. Kurz thematisiert werden auch Genderdysphorie und das Srebrenica Massaker. Auf mehreren Erzählebenen verknüpft sich der Entführungsfall gut nachvollziehbar mit der Ermittlungsarbeit in einer Drogenrazzia und endet mit einem Cliffhanger. Insgesamt wirkt die Rollenbeschreibung von Dora als voll einsatzfähige, verlässliche Kommissarin nicht überzeugend, als zu abwegig in ihrem Krankheitsbild.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Ein interessantes Zeitzeugnis – Ukraine als Kriegsgebiet

Russische Spezialitäten
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Das in zwei Teile gegliederte Buch beschreibt zunächst das Leben einer ukrainischen Familie aus Kyjiw , die seit ca. 1994 in Leipzig als »jüdische Kontingentflüchtlinge« leben und ein russisches Spezialitätengeschäft ...

Das in zwei Teile gegliederte Buch beschreibt zunächst das Leben einer ukrainischen Familie aus Kyjiw , die seit ca. 1994 in Leipzig als »jüdische Kontingentflüchtlinge« leben und ein russisches Spezialitätengeschäft betreiben, mit dem Autor von Kindesbeinen an als helfende Hand. Er karikiert ihr Familienleben und die teils skurrilen Momente im Geschäftsalltag. Besonders die Mutter unterliegt seit dem russischen Überfall auf die Ukraine dem Einfluss politischer Nachrichten in russischen Medien, während der Sohn solche Propaganda der Russen hinterfragt. Mit dem Schlaganfall des Vaters und Corona verschlechtert sich die finanzielle Situation bis zur Schließung des Geschäfts nach mehr als 20 Jahren.
Im zweiten Teil geht es mit Dmitrij zunächst nach Kyjiw, seiner Heimat in die Ukraine. Mittels Kontakt zu seinem Sandkastenfreund und zu dortigen Verwandten erfährt er hautnah Grenzkontrollen, Luftangriffe, Abkehr von der russischen Sprache im Kriegsgebiet und sieht bauliche Zerstörungsgewalt und frische Soldatenfriedhöfe. Dieser Romanteil endet mit Hakenkreuz und zerbrochener Fensterscheibe in Leipzig, polizeilich behandelt als Ordnungswidrigkeit. Während der Anfang den Spagat in Leipzig zwischen neuer und alter Heimat teils humorvoll, teils komisch, versetzt mit russischen Begriffen, menschlich nah präsentiert, regt der folgende Teil sehr zum Nachdenken an zwischen den verschiedenen politischen Ideologien. Sein Festhalten an der russischen Sprache und an Kyjiw als alte Heimat verhilft ihm zur Festigung der Familienbande und zur eindeutigen Identitätsfindung.
Eine interessante Lektüre.

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