Eine Geschichte in fantasievollem Schreibstil zum Nachdenken!
Hinter den Mauern der OzeanDas Cover zeigt das Fluchtmobil in feiner Linienführung, passend zum Romaninhalt.
Das Setting hier in einem dystopischen Berlin weckt Erinnerungen an Care-Pakete aus der Luft, an damaligen einschränkenden ...
Das Cover zeigt das Fluchtmobil in feiner Linienführung, passend zum Romaninhalt.
Das Setting hier in einem dystopischen Berlin weckt Erinnerungen an Care-Pakete aus der Luft, an damaligen einschränkenden Freiheitsentzug durch eine ehemalige Mauer. Prägnante Örtlichkeiten wie z.B. die Museumsinsel, den Flughafen Tempelhof oder auch das Charlottenburger Schloss einzubeziehen, ist gelungen. Die mutige und neugierige Ich-Erzählerin Lola wandert nicht nur im unsicheren Teil Berlins herum, an das zerstörte Nachkriegs-Berlin erinnernd, sondern sie möchte auch über die hohe, graue Mauer blicken, um den sie umgebenden salzigen Ozean und noch viel mehr zu überblicken.
Auch wenn die Welt der per Schiff anreisenden Fremden, der Übersetzer und der Dienstfertigen nebelhaft und geheimnisumwittert bleibt, so treten die fünf Hauptakteure doch sehr klar umrissen auf, in einem leicht poetischen Schreibstil, die eigene Fantasie reizend. Besonders während der Sommermonate bei Fremdenführungen treten Fragen zu Kontrolle, zu Waffenbesitz, Übersetzungsfragen und zu Ängsten gegenüber den Übersetzern hinter ihrem Visier auf. Auch Friedrichs Kommentar zur Szene mit der Nackten lässt Gedanken an Stasi-Methoden aufkommen. Die unterschwellige Angst vor Flutung oder auch das Entschwinden des jeweils ältesten der fünf Ewigen verschärfen die bedrückende, unsichere Atmosphäre ohne viele Freiheiten. Der offene, mutige Blick über die Mauer um Berlin gelingt. Die Flucht in die ersehnten Alpen ebenso? 4/5*